Frostsichere Tränke

  • Hallo,


    diese Thema wurde wohl schon mal hier angesprochen, aber..! : Frage: wie hält man auch bei -20°C bis -25°C das Wasser für dei Vierbeiner flüssig?? Ich weiß es nicht... immer fließen - ist keine Lösung... beheizter Trog - ist auch nicht die Lösung


    Aber wie dann? :huh:


    Vielleicht kann mal jemand hier schreiben, der Offenstallhaltung auf der Weide / Auslauffläche macht.


    Wie haltet ihr das Tränkwasser flüssig



    VG borstelinus

  • Als ich die Pferde noch in eigener Regie gehalten habe, gab es zwei Möglichkeiten an (Gott sei Dank seltenen) Frosttagen.
    Im Stall konnte ich recht einfach das Wasser aus den Rohren der Selbsttränken abldrehen und abassen, und es wurde dann eben zwei bis drei mal am Tag zum Sattsaufen wieder aufgedreht und danach widen abgelassen. Da wo das nicht ging wurde aus Eimern getränkt.
    Der Pensionsstall, in dem Leah heute steht, löst das Problem mit beheizten Zirkulationsanlagen.



    Gruß


    Lars

  • Halte meine Pferde schon immer (seit 16Jahren) in Selbstversorgung und im Offenstall bzw. Tag+Nach-Weide.


    So niedrige Temperaturen wie momentan sind ja recht selten und bei uns im mittelhessischen Flachland sind die "normalen" Winter ja meist relativ mild.


    Wenn es fürs Wasserfaß zu kalt wird, dann fahre ich das Wasser in Kanistern zur Weide. Tränken tue ich dann aus Mörtelkübeln. Bei Frost kommt ein 60l in einen 90l Kübel hinein und der kleine Kübel wird vorher unten und an den Seiten isoliert (Styropor, Verpackungsschnipsel, Luftpolsterfolie oder Ähnliches). 2x am Tag kommt da dann heißes Wasser rein. Bis auf letzte Nacht war es am Morgen auch immer noch so, daß sich nur eine dünne Eisschicht gebildet hatte, die die Pferde zerdrücken können.


    Meine Pferde stehen bei Frost Tag+Nacht auf der Weide und bis vor 2 Tagen haben sie rech wenig gesoffen (mehr als 2x10l konnte ich am Tag nicht auffüllen), weil sie viel bereiftes Gras gefressen haben. Nun haben wir grade eine sehr trockene Kälte ohne Raureif und heute Morgen konnte ich 30l nachfüllen, heute Abend werden es 40 sein - halt aus Kanistern.


    Im Offenstall zu Hause habe ich eine Selbsttränke, allerdings nicht beheizt, da die Pferde bei Frost ja nicht am Stall sind - dort wird dann halt das Wasser abgestellt. Heizsysteme für Tränke im Stall gibt es unzählige (muß halt ein Stromanschluß vorhanden sein).


    Wie viele Pferde hast Du denn zu tränken?


    LG
    Tina

  • Da wir im Winter mit Frostbeginn die Rohre hinten leeren (Ponys stehen ja am Haus), liegt die Selbsttränke still. Also laufe ich mehrmals täglich mit einem 20L-Eimer warmes Wasser nach hinten. Sind zum Glück nur so ca 40m.

  • Hallo, ich habe mir vor einigen Jahren eine Anlage gebaut die das Wasser aufwärmt und mit einer Umwälzpumpe ( drei Stufen) halte ich das Wasser im Umlauf. Dazu braucht man zwei Leitungen, einmal Zulauf und Rücklauf. Vor drei Jahren war sie mir trotzdem mal eingefroren, war meine Schuld, hatte die Umwälzpumpe nur auf Stufe eins stehen und die Wassertemperatur zu niedrig eingestellt. Passiert mir nun nicht mehr. War halt das ewige Wasserschleppen morgens vor der Arbeit satt bei fünf Pferden.



    Gruß


    Jürgen ;)

  • Hi,
    ich nehme an, daß Strom und Wasserleitung nicht vorhanden sind. Wenn doch, dann ist die Tränke von Texas Trading genial. Wenn nicht, erzähl ich mal, wie wir es handhaben
    Für die 3 Grossen haben wir ein umgebautes Milchfass - ca 600 Liter. An den schon gut isolierten Behälter haben wir ein Alu-Gusstränkebecken montiert (sowas, was auch an normalen Wasserfässern dran ist) Das Tränkebecken habe ich von unten mit Montageschaum isoliert, direkt unter der Trinkschale aus Abflussrohren eine Aufnahme für ein Öllicht (Kompositionslampe). Ich werde mal Fotos machen von dem ganzen Zeug. Die Kerze müssen wir alle 2 Tage wechseln, aber das funktioniert sehr gut auch bei strengem Frost. Zusätzlich habe ich natürlich auch noch die Anschlüsse zum Fass gut isoliert und fülle bei sehr starkem, langem Frost alle 2 Tage warmes Wasser ein. Ist erstmal viel Arbeit, aber lohnt!
    Die 4 Ponys, die uns sozusagen zugeflogen sind, haben einen "Supertank"- dieser viereckige graue hohe Behälter auf ihrem Paddock. Den habe ich schon vor 5 Jahren gekauft, er hat aber nie wirklich funktioniert - dafür hat er 1000€ gekostet. Das Ventil war immer ein bisschen leck und bei -1 Grad ist das Ding eingefroren. Hab das Ventil schon mehrfach abmontiert und nach Schmutz geschaut, aber keinen gefunden - dazu muß man dann immer das Fass leerlaufen lassen und reinkriechen. Hab dann vor ein paar Wochen den Hersteller gebeten, mir ein neues Ventil zu schicken, was er leider nicht gemacht hat. Alles in allem ärgere ich mich sehr über das Fass und fahre eben zur Zeit jeden Tag heisses Wasser zu den Pferden, um die Bottiche frei zu machen oder zu halten.

    Schwarzwälder sind echt stark!

  • Frage: wie hält man auch bei -20°C bis -25°C das Wasser für dei Vierbeiner flüssig?? ... immer fließen, - ... beheizter Trog - ist ... nicht die Lösung
    Aber wie dann?

    Da bisher auf Nachfragen nach Strom und / oder Wasserleitungsanschluß noch nicht geantwortet wurde, betrete ich mal das Möglichkeitenfeld mit der wohl anfangs sicher etwas teureren, dafür aber auf längere Zeit gesehenen bequemeren Methode und möglichkeiten der beheizbaren Viehtränkebecken und verweise auf folgende Informationsmöglichkeiten:
    SUEVIA
    SUEVIA - Hauptkatalog 2009


    Dort findet sich auch die möglichkeit, mit über Solarzellen und Batteriegetriebenen Pumpen Wasser zu fördern. Ob diese möglichkeit allerdings auch für den (nächtlichen) Einsatz bei Frosttemperaturen möglich und ausreichend wäre, müsste bei Herstellern erfragt werden.


    Hier das Modell 41a

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Ein Styroporstück, ca. 10 cm dick, in den, bei uns, Mörtelkübel legen, das einen etwas kleineren Durchmesser als der Kübel hat.
    Die Pferde drücken das Stück unter Wasser und können saufen. Geht auch bei viereckigen Kübeln. Angefressen hat den Styropor noch kein Pferd, allerdings gibts ja immer ein paar verrückte Gäule.
    Der Kübel wird, wenn nötig, aufgefüllt per Gartenschlauch.

    Leben heisst: Zeichnen ohne Radiergummi

  • Bei den doch recht kräftigen Minustemepraturen - auch bei uns hier im Flachland - habe ich einen Versuch mit einem "pferdemistbeheizten Tränkebecken" in meinem Offenstall gemacht (das Becken steht unter Dach, aber quasi draußen).
    Bei diesem Versuch habe ich einen Holzkasten angefertigt und den Zwischenraum zur Wanne mit ganz normalem Mist aus dem Pferdestall gefüllt.


    Testergebins:
    Ab etwa 10 Grad Minus bildet sich eine dünne Eisschicht auf der Wasseroberfläche der Wanne, die ohne diese Maßnahme zu einem maßiven Eisblock gefroren wäre. Die Pferde trinken wie gewohnt aus der Wanne und haben tagsüber Trinkwasser zu Verfügung.


    Fazit:
    Dieses Tränkebecken ist durchaus brauchbar. Wenn man den Kasten noch größer anfertigen würde, wäre der Wärmeefekt durch den Pferdemist noch besser.


    Viele Grüße
    Hans-Jörg


    [Blocked Image: http://www.magix-photos.com/mediapool27/B0/05/4B/10/7F/B4/11/DC/9C/54/68/01/50/8F/A2/96/oma/10/EE283A30DA9C11DD97A21D03508F8CAA.jpg]
    Der Kasten noch ohne Mistfüllung


    [Blocked Image: http://www.magix-photos.com/mediapool27/B0/05/4B/10/7F/B4/11/DC/9C/54/68/01/50/8F/A2/96/oma/10/EEB22AB0DA9C11DD899E6F64508F8CAA.jpg]
    Hier mit Mist.


    [Blocked Image: http://www.magix-photos.com/mediapool27/B0/05/4B/10/7F/B4/11/DC/9C/54/68/01/50/8F/A2/96/oma/10/EEF4D900DA9C11DD82F19959508F8CAA.jpg]
    Wasser eingeflüllt ... fertig.

    "Sagt mir nicht, was ich recht mache. Sagt mir lieber, was ich verkehrt mache, denn davon lerne ich am meisten." Kgl. preußischer Baurat Wilhelm Schmidt (1858-1924), Erfinder der Heißdampfmaschine.
    "Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Kaiser Wilhelm II.

  • Wenn man den Kasten noch größer anfertigen würde, wäre der Wärmeefekt durch den Pferdemist noch besser.


    Super Idee, und auch einfach zu machen, nur staune ich, das du von Wärmeeffekt sprichst, weil, als es bei uns (nur schon) -8 Grad hatte, konnte ich mit den Pferdeäpfeln schon Golf spielen.
    Oder hast du unter dem Kasten, Styropor drunter :rolleyes:

  • Hallo Anita !
    Auf die Idee mit dem Pferdemist als Tränikenbeheizung bin ich gekommen, als ich unseren Misthaufen so dampfen sah - im Inneren ist so ein Misthaufen ja recht warm.
    Ich habe einfach den Mist genommen, wie er in meinem Stall anfällt. Also Pferdeäppel + Urin + Stroh.
    Das Stroh ist wohl recht wichtig dabei, da Mikroben im Zusammenhang mit den anderen "Zutaten" mit einem Zersetzungprozeß beginnen, bei dem Wärme entsteht. Die Mistfüllung um das Tränkebecken muß auch täglich etwas gewässert werden, damit die Sache in Gang bleibt.


    Beste Grüße
    Hans-Jörg

    "Sagt mir nicht, was ich recht mache. Sagt mir lieber, was ich verkehrt mache, denn davon lerne ich am meisten." Kgl. preußischer Baurat Wilhelm Schmidt (1858-1924), Erfinder der Heißdampfmaschine.
    "Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Kaiser Wilhelm II.

  • Wir haben einen Offenstall mit 2 Wasserfässern auf der schwäbischen Alb (schwäbisch Sibirien). Wir sind ca. 200 Meter von einem Aussiedlerhof weg und ca. 30m tiefer. Wir haben damals als wir in den Stall einzogen eine Wasserleitung und eine Stromleitung ca. 20cm tief vergraben (mit dem Pflug eine Scharte in die Wiese gezogen, Kabel und Schlauchleitung rein und wieder zugeklappt).
    In unseren Wasserfässern (1600l und 3000l) habe ich je zwei Aquarienheizer mit je 300Watt drin. Um die Tränkebecken habe ich Heizkabel gewickelt und kurz unterhalb der Zunge ein Loch (6mm) gebohrt, damit das Wasser maximal bis zu Zunge einfrieren kann, und die Zunge aber immer beweglich ist und Wasser fließen kann. Das ganze funktioniert bis ca. -20 Grad bei Windstille. Wenn die Fässer leer sind, wird über die Fallleitung gefüllt, und diese hinterher wieder geleert.


    Gruß Ben

  • @ Hans-Jörg,


    die Idee ist ja Klasse. Werde mal sehen ob mir jemand so nen Kasten baut, denn ich habe das Problem das mein Huzule (fasst 5 Jahre) alle Eimer und Wannen ausschüttet und das nervt tierisch. ;( Was ich da schon alles probiert habe, aber er zieht mit den Zähnen so lang, bis er alles ausgeschüttet hat. Die kleine Zinkwanne hat er auch schon geleert. Eine grosse schafft er dann doch net, voraussetzung daß sie komplett voll ist.


    In der Praxis hat mir auch eine Pferdebesitzerin gesagt, daß sie Wanne in Wanne stellt und Styropor plus Sand um Wanne füllt. Soll auch vorm einfrieren schützen. ;)

  • Hallo, alle zusammen:


    erst einmal herzlichen Dank für alle hier vorgestellten Beispiele!!


    Das hatte ich bei meiner Frage nicht geschrieben: meine Weide liegt ca. 400m vom Dorf entfernt, dummerweise aber auf der anderen Seite der Dorfstraße wie unser Hofgrundstück.


    Zusammengefasst finde ich die Lösung mit dem Mist gut, so lange es keine längeren Frostperioden mit unter -10 Grad gibt. Das ist aber leider bei uns der Fall. War jetzt erst wieder knapp 14 Tage...


    Also werde ich wohl auf den Offenstall Solarpanele montieren und berechnen, wieviel Quadratmeter ich brauche, um das Wasser "über Wasser" zu halten.


    VG borstelinus

  • Ohne Wasserschleppen durch den Winter:


    An unserem gepachteten OS haben wir weder fließen Wasser, noch Strom. Nachdem wir anfangs einige IBC-Container (1.000l-Wasserfaß in Gitterbox) geschrottet hatten, weil wir im gefrorenen Zustand am Zapfhahn rumgerissen haben, mußte eine Lösung her. Die sieht folgendermaßen aus:


    Wir mauerten aus Schalbrettern ein Mäuerchen, auf dem der IBC-Container abgestellt wird und an dessen Seite eine Stelle frei bleibt, damit man von außen Zugriff auf das Innere in der Mauer hat. Außenrum brachten wir eine Holzverschalung an, die mit Styrodur (dämmt wesentlich besser als Styropor!) isoliert ist. Unter dem IBC-Container innerhalb des Mäuerchens steht eine Frühbeetheizung, die mit Petroleum oder Brennspiritus betrieben wird. Sobald die Temperaturen auf unter 0° gehen, werfen wir diese an. Es handelt sich hier zwar um eine offene (aber kleine) Flamme. Da der IBC-Container in seiner Gitterbox ja aber unten eine Metallplatte hat, kann hier nichts schmelzen oder anbrennen - uns selbst wenn, sind 1.000 l Wasser da...


    Jedenfalls: mit dieser Konstruktion fahren wir seit Jahren sehr gut! Demletzt hatten wir über eine Woche auch tagsüber weit unter 0°, nachts gut und gern bis zu -16° - es ist nichts eingefroren. Meistens hat das Wasser noch immer eine Temperatur von ca. 1-2°, so daß beim Auffüllen des Bottichs, der vor dem IBC-Container steht, das gefrorene Wasser wieder aufgetaut wird.


    Nur der Bottich, der vor dem IBC-Container steht, friert natürlich ein. Hier will ich im kommenden Frühjahr folgendes machen: Wir buddeln ein großes Loch, sichern dieses mit Knochensteinen an den Wänden ab und stellen Grablichter rein. Da drauf kommt dann der Bottich. Dann friert der sicherlich auch nicht mehr ein.





    P1010207.JPG Beschreibung:
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    P1010209.JPG Beschreibung:
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    Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: "Nein!" - Tucholsky

  • Interessante Ideen habt Ihr :-)


    Wir halten unsere Pferde seit 9 Monaten in Eigenregie in einem Stall ohne Wasserleitung, aber mit Strom. Bisher schleppen wir auch Kanister in den Stall und befüllen eine Mörtelwanne. Bei Minusgraden bringen wir regelmäßig warmes Wasser mit, allerdings ist das für uns auch keine Dauerlösung.


    Nach etlichem Hin-und-Her-Überlegen haben wir uns entschieden, im Laufe diesen Jahres in ein isoliertes Wasserfass zu investieren. Sowohl im Sommer als auch im Winter zu verwenden und bei 650l-Fassungsvermögen muß man nicht mehr täglich füllen und auch nix mehr rumtragen. Ziemlich teure Sache, aber das ist es uns wert.



    fg Cathrin

  • @Syllliska


    SehrbeeindrucktbinvoneurerKonstuktion. Soetwas werd ich nachbauen. Das könnte bei uns auch funktionieren.


    LG Iris

    "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D

  • Wir haben frostsichere Balltränken, die durch die Bewegung des Wassers bei jedem Trinken der Ponys freigehalten werden. Da braucht mal auch kein Strom!!! Klasse Sache!!!

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.

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