Achenbachkopfstück

  • Frage an die Erfahrenen:


    Mein neues Geschirr ist jetzt da. Wie sich das für orderntliche Welsh B gehört, hängen meine Ponys genau zwischen Pony- und Cob-Größe. Hauptproblem ist das Kopfstück. Es handelt sich um das sog. Achenbach-Kopfstück, also mit festen Durchlässen für den Nasenriemen. Auf der einen Seite einer, auf der anderen Seite zwei. Ich kann den den Nasenriemen zwar schließen, aaaber...


    - wie hoch/ tief soll der Nasenreimen liegen?


    - sollen die Backenriemen als Verlängerungslinie zur Maulspalte liegen? Dann sind sie bei meinen Ponys viel zu weit vorne und damit zu nah an den Augen.


    - wie locker/ fest soll der Nasenriemen sein? Wenn er sehr locker ist, schiebt er dann nicht die Blendklappen zu den Augen, wenn ich die Fahrkandare bediene. Viele ziehen aber das Kopfstück an und aus, ohne den Nasenriemen überhaupt zu öffnen. Ist er dann nicht sehr weit?


    - wird der Druck er Kandare nicht eher auf den Nasenriemen/ Unterkiefer verteilt, wenn der Nasenriemen eng geschnallt ist?


    - wie groß können, sollten, müßten die Blendklappen sein?


    Bitte Hilfe!!!???? ?(


    LG Iris

    "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D

    Edited once, last by JessiNeuling ().

  • Hallo,


    ich kann dir jetzt aus dem kopf nur eine antwort geben.


    Der nasenriemen sollte so fest sein das du noch zweifinger zwischenstecken kannst!


    VG
    Fahrsportler

    Mit freundlichen Grüßen
    Fahrsportler
    :-]


    Die Fahrkunst endet da, wo die Gewalt beginnt - Gewalt beginnt da, wo das Wissen endet :]

  • Es hört sich erst mal danach an als ob der Stirnriemen eventuell zu kurz ist und deshalb die Backenstücke nach vorne zieht.


    Bilder würden vielleich helfen :huh:


    LG


    Petra

    :D Shetty Team Jahnke - Klein Stark Schwarz

  • Wenn die Lichtverhältnisse es zulassen, werde ich das mit den Fotos versuchen.


    Trotzdem würden mich die allgemeinen Regeln interessieren. Zwei Finger in den Nasenriemen alleine reicht als Richtwert nicht aus, da die Backenriemen ja nicht verschiebbar sind. Auf einer Seite befinden sich bei den Ponys zwei Durchlässe. Das Stirnband hat die richtige Länge. erst durch den Nasenriemen werden die Backenriemen mit den Blendklappen so weit vorne positioniert, daß es an den Augen knapp wird. Wenn ich die Maulspalte anschaue, liegen die Backenriemenrechts und links ca zwei Finger breit weiter vorne Richtung Nasenrücken. Die Aufnahmen der Kandaren würdne also nach vorn gezogen.


    Der Verkäufer des Geschirrs schickt mir jetzt die Nasenriemen in Vollblutgröße (dann drei Durchlässe und insgesamt 5 cm länger). Das ganze Kopfstück in Cob-Größe wäre zu groß gewesen. Die Blendklappen sind 11 X 11 cm , was ich für meine Ponys schon ausreichend finde.


    Beim Reithalfter ist die richtige Position des englischen Nasenriemens zwei Finger breit unter dem Jochbein. Gibt es beim Fahren da auch Richtwerte?


    LG Iris

    "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D

  • zu dem nasenriehmen mal ein tipp.wir fahren seit je her so, das der nasenriehmen nur auf einer seite fest eingeschnallt ist, meist auf der seite mit einem durchlaß und die seite mit den 2 durchlässen liegt locker in der schlaufe drin, wo auch das gebiß eingeschnallt wird. diese methode wendet mein ausbilder seit je her an, dadurch kann man die backenstücken besser ausrichten, heißt etwas nach hinten schieben und man verhindert das der druch den man auf das gebiß gibt, sich nur auf den nasenriehmen überträgt, was bei fester verschnallung auf beien seiten des nasenriehmens der fall wäre!

  • Hallo Eirana, das ist ein interessanter Tip. Vielen Dank.


    LG Iris

    "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D

  • Aber wenn man die Durchlässe doch nicht benutzt, warum verwendet man den dann ein Achenbach-Kopfstück? Dann schafft man sich doch besser ein "holländisches" Kopfstück an, bei dem der Nasenriemen keine Durchlässe hat und an Schlaufen aufgehängt ist.


    Wenn die Backenriemen deutlich höher als die Maulspalte stehen, obwohl beidseitig durch die hinteren Durchlässe durchgesteckt, ist der Nasenriemen eindeutig zu kurz. Wenn der andere Nasenriemen 5 cm länger ist, sollte er passen. Evtl. können ja dann die vorderen Durchlässe verwendet werden. Wenn er dann insgesamt zu lang ist um fest genug geschlossen zu werden, müssen unten in der Strupfe evtl. noch zusätzliche Löcher rein. Das Maß mit den 2 Fingern ist schon OK, darf aber tendenziell eher noch etwas weiter sein.


    Die Backenriemen sollten auch nicht genau auf dem Jochbein liegen, sondern eher so 1/2 Fingerbreit dahinter.


    Der Nasenriemen sollte von der Höhe her so eingeschnallt werden, daß er 1 Finger unter dem Jochbein liegt, hängt aber ein Bischen auch von der Anatomie ab. Soll halt möglichst nichts drücken oder scheuern.

  • So wie Du es schilderst wird der Nasenriemen dann zu kurz sein,aber das hast du ja schon in Angriff genommen.


    Die Richtwerte die allgemein gegeben werden sind immer auf normal große Warmblüter bezogen,damit kann man in der Regel bei einem Ponykopf oder generell bei einem Pony nicht viel Anfangen.


    Natürlich soll der Nasenriemen nicht auf dem Jochbein liegen und so weit darunter das er das Pony nicht stört oder behindert.


    Auch soll er nicht so tief sitzen das er am Maul klemmt oder mit dem Gebiss in Konflikt kommt.


    Ich persönlich mag diese pauschalen Richtwerte nicht,sie sind zu allgemein und nicht individuell genug.


    LG


    Petra

    :D Shetty Team Jahnke - Klein Stark Schwarz

  • ssalsal Das holländische Kopfstück hab ich mir auch schon überlegt, bei diesem Geschirr war jetzt aber das Achenbachkopfstück schon dabei, weshalb ich erst einmal versuchen möchte, ob ich das passend bekomme. Danke für das Bild. Der Nasenriemen liegt deutlich höher als bei meinem. Gut, daß ich jetzt den längeren bekomme.


    Je mehr ich über das Thema nachdenke, je mehr Fragen stellen sich mir: Bei den festen Durchlässen ist ja der Gag an der Sache, daß die Backenriemen in ihrer Lage fixiert werden, oder?? Das wohl darum, damit beim Einsatz einer Kandare eine unmittelbarere Hebelwirkung am Gebiss entsteht, oder? Das heißt, wie eng oder wie locker ich den Nasenriemen mache muß ich getrennt für den unteren Teil und den über den Nasenrücken laufenden Teil entscheiden?? Je enger ich den unteren Teil mache, je direkter wird die Lenkung/ Bremse, oder???


    Was bewirkt dann ein Nasenriemen noch, wenn ich ihn zwei Finger weit oder noch weiter mache??


    Wenn ich statt einer Kandare ein Doppelringtrense nehme, leite ich, bei Einsschnallung beider Ringe, einen Teil des Drucks auf den Nasenriemen, weil ja bei Leinenannahme das Gebiss mit den Backenstücken nach hinten gezogen wird? Das würde bremsend wirken (Druck von vorne auf die Nase).


    Bei Verwendung einer Kandare würde bei lockerer Kinnkette der Druck aber doch eher auf den unter dem Unterkiefer verlaufenden Teil des Nasenriemens, also von hinten Richtung vorne wirken. Das wäre für das Pferd dann widersprüchlich. Demnach müßte die Länge der Kinnkette immer mit dem hinteren Teil des Nasenriemens abgestimmt werden??


    Ist die Verwendung eines holländischen Kopfstückes dann generell schärfer??


    LG Iris

    "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D

    Edited once, last by JessiNeuling ().

  • Die Hebelwirkung der Kandare soll durch die Kinnkette entstehen, nicht durch den Nasenriemen. Deshalb soll die Kinnkette enger sein als der Nasenriemen.


    Wenn der Nasenriemen zwei Finger weit geschnallt ist, bietet er dem Pferd einerseits eine Stütze für den Unterkiefer, ermöglicht andererseits die Kautätigkeit.


    Das mit der Doppelringtrense hast Du richtig dargestellt. Werden beide Ringe eingeschnallt, wirkt ein erheblicher Teil der Kraft auf den Nasenrücken, und zwar je schärfer die Parade ist, desto mehr. Kann bei heftigen Pferden aber gefährlich sein, weil leichter zu ignorieren.


    Bei angenommener Kandare wirken die Kräfte der Kinnkette und teilweise auch des Nasenriemens in umgekehrter Richtung, also eigentlich für das Pferd widersprüchlich. Trotzdem funktionierts (und keiner weiß warum) ;)


    Ein holländisches Kopfstück wirkt schärfer, weil jegliche Dämpfung oder Abmilderung der Kandarenwirkung wegfällt.

  • Wenn der Nasenriemen zwei Finger weit geschnallt ist, bietet er dem Pferd einerseits eine Stütze für den Unterkiefer, ermöglicht andererseits die Kautätigkeit.

    Das Thema hatten wir doch hier schon mal hier,einschliesslich der Diskussion ob der Unterkiefer eine Stütze braucht, damit das Pferd entspannen kann.
    Ich brauche es hier also nicht noch mal aufzuwärmen.

    Bei angenommener Kandare wirken die Kräfte der Kinnkette und teilweise auch des Nasenriemens in umgekehrter Richtung, also eigentlich für das Pferd widersprüchlich. Trotzdem funktionierts (und keiner weiß warum) ;)

    ist mit etwas Nachdenken eigentlich ganz einfach:
    Entscheidend ist nicht die Kraft auf Stange und Kinnkette sondern der Druck, (Kraft verteilt auf die Auflagefläche) im Maul und die Kinnkettengrube. (Beispiel: 250 gr. in Form eines Paketes Butter auf die Handfläche wirkend lassen eine andere Reaktion des Handbesitzers erwarten als dieseblen 250 gr, die über die Spitze eines Nagels eingeleitet werden).


    Die Auflagefläche im Maul ist kleiner und empfindlicher als die Fläche der Kinkettengrube und damit weicht das Pferd den höheren Druck im Maul aus (hoffentlich), indem es nachgibt und dadurch den Druck mildert.

    Ein holländisches Kopfstück wirkt schärfer, weil jegliche Dämpfung oder Abmilderung der Kandarenwirkung wegfällt.

    Das ist so nicht begründbar, eine deutlichere Wirkung oder zumindest die Gleiche wie beim Achenbachnasenriemen jedoch problemlos:
    wenn der Nasenriemen keine Kräfte der Kinnkette übernimmt besteht unter dem Gesichtspunkt der Kandarrenwirkung kein Unterschied. Wenn der Nasenriemen das doch tut, mindert sich der Druck aufgrund der größeren Fläche auf die dieselbe Kraft wirkt und die Kandarre wirkt eher schärfer.....


    Gruß


    Lars

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