Winterfellbepackte Beine abspritzen?

  • Sommerfell:
    Pro und contra Beine abspritzen...warum man es macht ist klar, oder nicht? Und wer machts gar nicht und warum?


    Und was ist im Winter? Meine haben halt gar viel Haarzeugs am Bein. Wenn ich die abspritze, bleiben die länger feucht, bei Nebel ev über Nacht? (Offenstall) Dazu kommt das Eisen unten dran...kann es sein, daß alles in allem zu viel ist, daß es über die Stunden zu stark kühlt? Resultat? Kalte Füsse? Ich würde sie nicht wollen, aber haben Pferde das gleiche Empfinden? Also, ich weiss, Pinguine frieren nicht an die Füsse, weil die ihr Blut abkühlen, bevor es in die Füsse geht...aber ich hab keine Pinguine[:o)].

  • Pro und contra Beine abspritzen...warum man es macht ist klar, oder nicht? Und wer machts gar nicht und warum?


    Warum "man" es macht, ist mir eigentlich nicht klar, ?( ich bitte um Aufklärung :D .


    Ich halte es so, daß ich mein Pony im Sommer nach dem Fahren den Schweiß mit dem Schlauch abspüle, und dann an den Beinen beginne, um daß Pferd an die Temperatur zu gewöhnen.
    Bei kalter Witterung nehme ich warmes Wasser und einen Schwamm - dann lasse ich die Beine aber ganz aus.


    Manchmal mache ich auch gar nichts, aber in jedem Fall lege ich eine Abschwizdecke drauf, bis Pony trocken ist.


    Das Abspülen als solches hat für mich eigentlich nur zwei Gründe: Zum einen bekommt man ein schweißnasses Pferd so wunderbar sauber, das spart Zeit und Arbeit vor dem nächsten Anspannen.
    Zum anderen trocknet mein Pony schneller, wenn der Schweiß (und damit das Salz) rausgespült würde - das ist für mein Husten-anfälliges Pony besonders wichtig.
    Grundsätzlich stehe ich dem kalt-abspülen eher skeptisch gegenüber: Kaum ein Leistungssportler käme auf die Idee, nach erbrachter Leistung kalt zu duschen. Warum also die Pferde?
    LG, Pauline

  • Also meine beiden "Yeti" Noriker haben auch schon unvernünftig viel Winterfell, aber wenn das Wetter so ist das sie zügig trocknen (so wie zur Zeit) halte ich gerne nach getaner Arbeit den Hochdruckreiniger auf Pferd.

  • schon unvernünftig viel Winterfell


    Hat schon jemand einmal versucht, seine Pferde (solange sie nicht in Offenstallhaltung leben) im Spätherbst zu klippen (=scheren) ?


    Wir haben damit seit über 30 Jahren gute Erfahrungen gemacht.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Hat schon jemand einmal versucht, seine Pferde (solange sie nicht in Offenstallhaltung leben) im Spätherbst zu klippen (=scheren) ?

    Das geht auch im geeigneten Offenstall.
    Vor ein paar Jahren, aber nur, da die Pferde damals auch über Winter intensiv trainiert wurden. Dann waren sie allerdings auch den ganzen Winter über - bei entsprechendem Wetter Tag und Nacht gut und dick eingedeckt.


    Achenbach empfiehlt hierzu u.a. die Gliedmaßen (Beine + Sattellage/Rückenhaare) nicht zu scheren

    Quote

    Grund:

    Die Pferdebeine kann man nicht eindecken, es sei denn man schaffte ihnen warme Unaussprechliche an.


    - mangelnder Schutz gegen kalten Wind (mangels damals geeigneter Bandagen) und erhöhte Verletzungsgefahr beim hinfallen auf Kies und bei Eis


    - und die Pferde nach dem scheren mit Bürste und Lappen zu säubern, anschließend sofort leicht warm (nicht schwitzend) zu reiten, und dann sogleich gut einzudecken und in einen geschlossenen, zugfreien Stall zu verbringen.

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • aber ich denke, daß nicht alle seine Empfehlungen heute noch Bestand habe, dafür haben sich die Nutzungs- und Haltungsbedingungen doch zu sehr geändert.
    Außerdem dürfte sich der Gute weniger mit Ponys oder schweren Kalten beschäftigt haben, sein Schwerpunkt lag doch wohl eher beim Warmblut...


    Gerade am WE habe ich mich mit einem KB-Fahrer unterhalten, dessen Pferde seeehr viel Kötenbehang haben:
    Er schert jetzt im Herbst den Behang ab -nicht ganz kurz, sondern auf ein "normales", zum -ungeschorenen- Deckhaar passendes Niveau.
    Seine Begründung war, daß er bei seinen Pferden im Winterhalbjahr sonst häufiger Schwierigkeiten mit Mauke hat. Ich finde aber auch schon die reine Arbeitserleichterung nicht mehr dauern den Dreck aus dem Behang bürsten zu müssen Grund genug. Auch denke ich, daß es für die Pferde eher unangenehm oder sogar ungesund ist mit ständig nassen und dadurch kalten Beinen laufen zu müssen
    LG, Pauline


    PS : nach der Auskunft des besagten KB-Fahrers hat der Kötenbehang im späteren Frühjahr schon wieder die ursprüngliche Länge (Hufe fast bedeckt) erreicht.

  • Hallo zusammen,


    bei meinem Haflinger stelle ich die Matschfüße einfach in einen Eimer mit Wasser und bürste von oben her ab, danach mit der Hand das Wasser abstreifen und fertig.
    Was den Behang betrifft, letztes Jahr, wo wir so viel Regen hatten, waren die Fersen unter dem Behang, der dann so ein Haardreieck bildet wo das Wasser dran abläuft, meist trocken. Und trotz der ganzen Matsche hatte ich glücklicherweise keine Maukenprobleme.


    Grüße
    PetraP

  • Das ursprüngliche Thema war ja mal
    "Beine Abspritzen" ... was ist im Winter ?
    Das Beispiel mit dem scheren kam dann automatisch mit hinzu.

    aber ich denke, daß nicht alle seine Empfehlungen heute noch Bestand habe, dafür haben sich die Nutzungs- und Haltungsbedingungen doch zu sehr geändert.

    Weshalb nicht ?
    Sicher kann man jedes Thema von mehreren Seiten betrachten und es gibt immer mindestens zwei ... oder mehr Ansichten dazu.


    Außerdem dürfte sich der Gute weniger mit Ponys oder schweren Kalten beschäftigt haben, sein Schwerpunkt lag doch wohl eher beim Warmblut...

    Das mag sein, aber auch hier "scheiden sich die Geister" !
    Während Tiermediziner zuweilen die Auffassung vertreten, den Fessel- bzw. Kötenbehang wegen Schutz der dünnen Hautpartie dort nicht zu scheren, vertreten die Pferdehalten oft die Auffassung, den - ja nach Pferd(e) Rasse bedingten, zuweilen massiven Haarbewuchs dort wegen ständiger Verschmutzung und Nässe - zumindest über die Wintermonate doch eher kürzer zu halten.
    Fakt ist schon, daß die dünnere, weichere Haut in der Fesselbeuge leichter äußeren einwirkungen durch Nässe und Schmutz ausgesetzt ist, als die doch dickeren Hautschichten an anderen Körperstellen. Und wenn diese verschwitzte, verschmutzte Feuchtigkeit dort lange verbleibt, dann ... :S:pinch::thumbdown:
    Auch spricht es bei eventuell notwendig werdender Anwendung medizinischer Substanzen eher dafür, dort den Haarbewuchs zu kürzen. Es nutzt i.d.R. wenig bis nichts, irgend welche Präparate in die Haare zu schmieren oder zu pudern, und an der exponierten Hautpartie kommt davon nichts an, zumal eine geschorene Fesselbeuge auch viel schneller trocknet.
    Hierzu schreibt der gute

    Quote

    Herr Achenbach:
    "Um auch bei edlen Pferden Mauke zu verhindern und den oft mangelhaften übergang zwischen den ausgeschorenen Fesseln und dem übrigen Bein unsichtbar zu machen, habe ich die Fesseln niemals mit der Schermaschine, sondern mit der gebogenen Handschere über den Kamm geschnitten, so, wie es die Haarkünstler beim Haareschneiden machen".

    Aber zurück zum ursprünglichen Themenbereich.
    Bis solch "naßverschmutzte" Beine zum Ausbürsten trocken sind, vergeht ja meist auch eine nicht gerade unerhebliche Zeitspanne.
    Ich würde bei bedarf Waschen. Ob nun mit dem Schlauch oder dem Eimer und Bürste dürfte da zweitrangig sein. Dann mit der Gummilippe eines Schweißmessers das im Haarkleid noch befindliche Wasser gut herauswischen, eventuell die Fesselbeuge mit einem alten Handtuch etc. abtrocknen ... und wenn man/Frau meint ... bei Bedarf auch noch Fönen ;)
    Und wer meint, daß es noch nötig sei, zumindest vorübergehend - mit langen Stulpen / Transportgamaschen gegen kalte Luft / Wind geschützt einpacken.
    Ich selbst habe über's Winterhalbjahr - je nach Bedarf die Gliedmaßen naß gewaschen, das komplette Pferd(e) mit der Wurzelbürste und warmem Wasser gut über/ausgebürstet, mit dem Schweißmesser abgezogen und dann mit Abschwitz - bzw. Frotte - und dicker Winterdecke für ca. 2-3 Stunden eingedeckt. Das ist ausreichend, da ein vom Schweiß gesäubertes Pferd schneller abgetrocknet ist, und dann i.d.R. wieder ohne Decke sein kann. Zu alle dem spart man sich damit auch am nächsten Tag viel staubige Putzerei ... :whistling:;)

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


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    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • @A.Nemitz, bisher habe ich die Pferde jeden Winter geschoren (ausser im vergangenen), nach dem Scheren sehen sie aber eine Weile nicht soooo schick aus, daher warte ich damit gerne bis die letzten Veranstaltungen gelaufen sind. Die Mohrenköpfe sehen geschoren schon einem Wasserbüffel ähnlicher als sich selbst 8o .


    Veedar