Eigenbau Rückewagen

  • Hallo,
    irgendwie gefielen mir verschiedene Details der fertig angebotenen Vorderwagen nicht so.
    Also mal nen bischen im Netz gestöbert und ein paar gute Ideen gefunden
    Hier vom Norweger: Drehbare Schere aus einer alten Radnabe / Trommelbremse:
    [Blocked Image: http://lh3.ggpht.com/lien180/R7iLkPrqLkI/AAAAAAAAAjM/KH_jkoiBWmc/IMG_0003.jpg?imgmax=640]



    Dann der Bericht in der aktuellen Starken Pferde. Der Wagen von PferdeZug Technik Müller gefiel mir schon ganz gut.
    Wenn da das liebe Geld nicht wäre ::) und ich wollte da ja auch noch nen Sitz draufstecken können ;)


    Also habe ich mir eine VW Polo Hinterachse besorgt. Die diente als Teilespender für die Achsstummel.
    Die Räder sind vorläufig Noträder in 15Zoll. Später sollen AS Reifen montiert werden.
    Ein paar Stunden Arbeit in der Gerage und das ist dann dabei rausgekommen.
    Probefahrt heute war erfolgreich :D


    Drehbare Schere
    [Blocked Image: http://foto.arcor-online.net/palb/alben/21/7317421/400_3133393234343132.jpg]
    Gewicht an den Scherenenden wenn ich auf dem Sitz hocke ca 2kg.


    Mit Sitz
    [Blocked Image: http://foto.arcor-online.net/palb/alben/21/7317421/400_3331356262373165.jpg]


    Probefahrt
    [Blocked Image: http://foto.arcor-online.net/palb/alben/21/7317421/400_6530663634333131.jpg]


    Morgen wird noch der Kettenzug für`s Rücken montiert. Dann mal schauen wie das Gerät austariert ist wenn Starkholz gerückt wird ???


    Lieben Gruß
    Stephan

  • Hallo le pagasus,
    so umständlich wollte ich das nicht bauen.
    Einfach ein normaler Kettenzug an den ich mit Verkürzungshaken Stämme zuhängen kann.
    Ich denke Bilder folgen morgen.

  • Hallo Stephan,


    Was willst du denn mit deinem Rückewagen erreichen ?


    Stämme anheben - Zug erleichtern ?
    Sitzen mitfahren könnten ?


    Oder was hast du dir noch dabei gedacht ? Deine Beweggründe würden mich interressieren.


    Gruß Ralf

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Hallo Ralf,
    in erster Linie soll der Wagen im Wald zum Rücken eingesetzt werden.
    Durch den Kettenzug soll das Stammende angehoben werden und der Zugwiederstand verringert werden.
    Dort selbstverständlich OHNE Sitz ;)


    Der steckbare Sitz soll einfach nur die Möglichkeit offenhalten das Pferd mal eben einzuspannen und damit "gemütlich" durch die Gegend zu fahren.


    Lieben Gruß
    Stephan

  • Hallo Stephan


    Ist es ein Stück weiter gegangen mit deinem Rückewagen? Ich würde noch ein Flachmaterial oben auf der Achse empfehlen, mit lauter Schlitzen drinn. Um die Möglichkeit zu haben, Ketten ein zu hängen. Den Sitz find ich super, ich würde ihn auch zum rücken benützen, besonders da wo es eng zu geht. Auf den Videos fahren auch immer alle mit. Find ich gut weiter so und immer schön berichten bitte. :thumbsup:


    LG Manuel

    Zitat Ralf Zauner: " Kannst Du schon mit Pferden arbeiten?



    Oder musst Du noch Traktor fahren?"

    (11.09.1965-22.10.2015)


    Unsere HP : ....kochertaler-fuhrhalterei.de


  • Axel
    Ich werde den Wagen am Wochenende mal ausmessen.


    @Manuel
    Ich wollte oben auf der Querstrebe noch einige Aufnahmepunkte zur Kettenbesfestigung montieren.
    Habe aber zur Zeit leider ganz andere Probleme ;(


    @alle
    Habe den Kettenzug angeschweißt ( Bilder folgen )
    Um mal alles zu testen habe ich den Wagen vorgestern mal ausprobiert.
    Fazit:
    Ich denke ich habe mich mit der drehbaren Schere verzettelt bzw die dort auftretenden Kräfte zu gering eingeschätzt. Der Gelenkdorn hat sich an der Schere komplett verzogen. Also werde ich entweder die Schere herkömmlich befestigen oder eine Laufnarbe/Laufstummel aus dem KFZ bereich verbauen.


    Zum anderen habe ich versucht den Wagen so zu bauen das er gut austariert ist.
    Beim Starkholz ist es durch den Zugwiederstand des Holzes so das sich die Schere anhebt. Durch geschlossenen Bauchgurt ist das zwar nicht weiter dramatisch aber absolut nicht gewollt.
    Wenn ich nun aber die Gewichtsverlagerung ändere habe ich ohne Zug zuviel Gewicht/Druck auf dem Selett....


    Bin zur Zeit gerade etwas ratlos :rolleyes:
    Hat jemand einen guten Lösungsansatz?


    Gruß
    Stephan

  • wie wäre es mit einem veränderbaren sitz? Den könntest du dir so bauen, das du durch das lösen eines Bolzens, schnell das Gewicht verlagern kannst.

  • Hallo Mudrat,


    kann es sein, daß der Anhängepunkt der Kette hinter oder weit über der Achse befestigt ist?


    Mach mal eine Zeichnung oder ein Photo genau von der Seite, wahrscheinlich musst du entweder den Anhängepunkt der Kette oder des Ortscheids ändern.


    Gruß aus dem Emmental

  • Hallo Mudrat,
    das:

    Ich denke ich habe mich mit der drehbaren Schere verzettelt bzw die dort auftretenden Kräfte zu gering eingeschätzt. Der Gelenkdorn hat sich an der Schere komplett verzogen.

    war mir am Sonntag schon aufgefallen und ich hab mir gedacht, was will er denn bei einem Gefährt für schwere Arbeit mit so einer Scherenbefestigung, das wird doch hint und vorne nix, wenn da mal ein paar hundert Kilo Holz dranhängen. Aber es war schon spät und so hab ich dann damals auch erst mal nix geschrieben.

    Zum anderen habe ich versucht den Wagen so zu bauen das er gut austariert ist.

    Ich bin der Meinung, hierbei wird oft zu viel in's "Austarieren" bzw. "Austariert sein" hineininterpretiert. Laß doch da mal 10, 15 oder 20 Kg oder mehr - verteilt auf zwei Tragschlaufen von dem Pferd über das Sättelchen tragen. Wenn ein Reiter auf einem Pferd sitzt, sind das auch schon mal leicht gegen 100 Kg, welche das Pferd zu tragen hat. Komischer weise stellt da, beim Reiten niemand eine Frage nach "Austariert sein" !
    Und da ja bei jedem angehängten Stamm andere Kräfteverhältnisse anders einwirken, wird sich auch das "Austariert sein" mit jeder neu angehängten Last verändern.


    Beim Starkholz ist es durch den Zugwiederstand des Holzes so das sich die Schere anhebt. Durch geschlossenen Bauchgurt ist das zwar nicht weiter dramatisch aber absolut nicht gewollt.
    Wenn ich nun aber die Gewichtsverlagerung ändere habe ich ohne Zug zuviel Gewicht/Druck auf dem Selett....


    Wenn Du den Zug, wie Du es bisher konstruirt hast, ausschließlich auf bzw. über die Schere anlegst ja, denn dann zieht das Pferd in erster linie mal den Wagen. Der Stamm kommt hinterher und dadurch hebt sich - physikalischer Weise - die Schere in die höhe. Schon gar, da das Ortscheid ja auch - zwar meistens Sinnvollerweise anhebend unter der Schere angebracht ist - in diesem Fall aber hier zwei Kräfte in die gleiche Richtung korrespondieren.
    Bei einem "Einachser" benötigst Du doch auch keinen solchen "Niveau"- ausgleich für's Gelände, wie das bei einem zwei oder mehrachser eventuell eher nötig wäre.


    Ich weiß nicht, was Du Dir für welche Rückewagenkonstruktionen bereits angeschaut hast, ich hänge einfach zum weiteren vergleichen und schauen mal zwei Bilder mit ran.
    Das erste hier ist aus dem SP Jahreskalender 2004. Es zeigt eine professionelle Rückewagenkonstruktion mit Seilwinde zum anheben des Stammfußes des Theo Weitze aus Lüdge bei einer Demovorführung aus dem Jahre 1996.
    Und das ist "Starkholz", was da hinten dranhängt !



    Das zweite Bild zeigt eine eigentlich recht einfache Wagenkonstruktion älterer, aber durchaus zweckmäßiger Bauart, wie sie wohl in Frankreich und/oder auch Belgien durchaus schon vor vielen Jahren verwendet wurde.



    Was man auf beiden Bildern so dort nicht erkennen kann ist, ob der Stamm letztendlich auch nur durch das anhebende Seil bzw. die anhebende Kette nachgezogen wird ... ?
    Ich würde bei einem Rückewagen konstruktionstechnisch versuchen, einen direkten Zug vom Ortscheid "auch auf die angehängte Last" zu übertragen, und die Schere Zugmässig - so wie bei deiner vorläufigen konstruktion - nicht mit einbeziehen. Es sei denn, selbige wäre mit dem Fahrgestell fest verbunden wie es auf den zweiten Bild der Fall sein wird !
    Dann sollte das Problem mit dem anheben der Schere (oder Deichsel beim Zweispänner) doch weitestgehend ausgeglichen bzw. ausgeschaltet sein, da dann beim Anziehen nicht zu erst nur der Wagen ..... und dann erst verzögert die mit Seil oder Kette locker anhängende Last sich in Bewegung setzt, sondern die Last gleich beim Anzug - evtl. mit eingebautem Stoßfänger - auch sogleich mitgezogen wird.

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Axel
    Hier das Bild mit den Maßen.
    Hat leider nicht vorher geklappt
    [Blocked Image: http://up.picr.de/1284261.jpg]


    Rossknecht
    Der Zugpunkt liegt 2cm hinter der Achsmitte.
    Werde aber die Kettenfalle weiter nach vorne setzen.


    Hippo-Sohle
    Ich habe den Knotenpunkt des Dorns jetzt mal verstärkt.
    Wenn das nicht reichen sollte wird die Schere eben konventionell befestigt.
    Wie geschrieben gefiel mir der Wagen vom Müller sehr gut. Ich frage mich mitlerweile nur ob dessen Konstruktion alltagstauglich ist...
    Zu der Schere bzw Ortscheid hatte ich mir folgende Gedanken gemacht:
    Die direkte Zuglinie geht ja über das Ortscheid auf die Aufnahmepunkte des Holzes.
    Deswegen sollte es ja gerade nicht zum "Ausweichen" der Schere nach oben kommen.
    Irgendwie verkehrt gedacht :rolleyes:


    Werde mal weiter probieren und ggf auch noch mal bei Null anfangen.
    Auf jeden Fall schon mal besten Dank für die Tips und Anregungen :]

  • Hallo Mudrat


    Ich würde das Ortscheit direkt am Rahmen (wo der Sitz befestigt ist) anbringen, erstens ist es stabiler und zweitens sollte es die Landen nicht (oder weniger) ausheben.


    Oder den Winkel zwischen Rahmen und Schere ändern, damit der Kettenzug über oder vor die Achse kommt.


    Gruß aus dem Emmental

  • Jetzt habe ich noch mal eine Frage...


    Das mit den korospondierenden Kräften an der Schere leuchtet mir ein.
    Ich hatte beim bauen des Wagens aber extra berücksichtigt das die Zuglinie im richtigen Winkel verläuft.
    Wenn ich den hinteren Punkt nun anhebe läuft die Zuglinie mehr in Richtung Waage.
    Dann könnte ich theoretisch nicht mehr mit meinem Hahmen arbeiten da dieser ja eine stark fallende Zuglinie benötigt.


    Irgendwie trete ich gerade auf der Stelle :wacko:

  • Mir hat sich bei dem Video der Sinn eines Rückewagens nicht erschlossen.


    Da der Stamm ja dort gar nicht angehoben wird, haben die Pferde jetzt auch noch zusätzlich den Karren und den Kutscher zu ziehen. Von Erleichterung keine Spur.


    Der einzige für mich erkennbare "Vorteil" ist, daß der Kutscher nicht hinterherrennen muss.

  • Mir hat sich bei dem Video der Sinn eines Rückewagens nicht erschlossen.

    Dem kann ich mich nur anschließen. In besagtem Fall hätte man z.B. diesen Stamm einreihig Vierspännig - und sicher schneller von der Stelle gebracht - zumal auch genügend Platz vorhanden gewesen wäre ... ?(;):P


    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


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    (frei nach Gustav Mahler)

  • mir gings auch gar nicht um sinn oder nicht-sinn, denn "vierspännig-einreihig" ist doch auch nicht das gelbe vom ei, oder
    mir gings einzig um die konstruktion und die dürfte ja offensichtlich funktionieren...


    schönen tag noch wünscht


    le_pegasus

  • Ich habe noch mal das ganze für und wieder der drehbaren Schere abgewogen.
    Gestern habe ich den ganzen Kram abgeflext und werde nun die Schere konventionell befestigen.
    Dann habe ich die Möglichkeit die Schere ggf in der Neigung zum Rückewagen einzustellen.


    Werde euch weiter auf dem laufenden halten...