Wie lange sollte die Zugstränge sein?

  • Grundsätzlich ist es mir beim Fahren ja klar wie lange die Zugstränge sein sollten. So daß sie in keiner Gangart ein Problem darstellen.


    Aber wie ist es beim Holzrücken? .. beim landwirtschaftlichen Arbeiten?


    Was ist wenn die Zuglinie gebrochen ist. Ich kann die Höhe des Stranges am Überwurf nicht ändern!


    Falls die Zugseile zu kurz sind, wie knotet man da neue rein?


    Beim Trainieren mit meiner Stute fallen mir stets neue Fragen ein. ?(


    Ich habe auch noch keinen Schweifriehmen und keine Hintergeschirr. Bei mir ist es so, daß ich den Überwurf am Kumt festhacken muß. Wo kommt dann der Schweifriehmen rein?


    Wie verschnallt man das Hintergeschirr bei einem landwirtschaftlichen Überwurf?


    Fragen über Fragen. Vielleicht hat jemand Antworten und ein paar erklärende Fotos?

  • Vielleicht machst Du mal ein (paar) Foto('s) - für hier -, evtl. mit Kennzeichnung an den bestimmten Geschirrstellen, zu welchen Du konkrete Fragen hast.
    Das ist sicher etwas unkomplizierter und man kann auf deine speziellen Fragen zu / am Geschirr besser eingehen ! ;)

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Guter Tip mit den Fotos



    Hier irgendwo sollte doch der Schweifriehmen befestigt werden?



    [Blocked Image: http://inlinethumb18.webshots.com/20369/2921486210101300327S425x425Q85.jpg]



    Wie verstellt man die Höhe des Zugstranges?



    [Blocked Image: http://inlinethumb40.webshots.com/19111/2426199520101300327S425x425Q85.jpg]



    [Blocked Image: http://inlinethumb04.webshots.com/21187/2460989130101300327S425x425Q85.jpg]




    Vielleicht kein sehr vorteilhaftes Bild meiner Flora aber es war auch schon recht spät!


    [Blocked Image: http://inlinethumb35.webshots.com/20130/2869815000101300327S425x425Q85.jpg]


    Danke für eure Hilfe.


    Wolfgang

  • :-] Hödl ... ;)

    Grundsätzlich ist es mir beim Fahren ja klar wie lange die Zugstränge sein sollten. So daß sie in keiner Gangart ein Problem darstellen.
    Aber wie ist es beim Holzrücken? .. beim landwirtschaftlichen Arbeiten?


    Unterschiedlich. Da gibt es keine Norm. Im prinzip so, wie es die jeweils entsprechende Arbeit erfordert. Das kann mal länger und mal kürzer sein.
    Verändern tust Du das, in dem Du das Zugstrangende am Sillscheid / Ortscheid kürzer oder länger hängst.


    Was ist wenn die Zuglinie gebrochen ist. Ich kann die Höhe des Stranges am Überwurf nicht ändern!


    Gebrochener Zug / Zugstranglinie darf nicht sein.
    Das ist vielleicht bei deinem Geschirr (Rückenriemen mit Bauchgurt) manchmal etwas divisieler, aber sollte auch hier kein Problem darstellen. Zum einen musst Du den Rückenriemen so lang schnallen (können), daß kein Knick nach unten entstehen kann und druck auf den Rückenriemen ausübt, zum anderen muß der Bauchgurt so locker sein, daß auch mal bei einem höher angehängten Zugpunkt (Siel-/Ortscheid) kein Knick nach oben entsteht und der Bauchgurt unverhältnismässig nach oben gezogen würde.



    Falls die Zugseile zu kurz sind, wie knotet man da neue rein?


    So, wie ich das nach deinem Bild beurteilen kann, würde ich sagen sind deine Zugstränge für alle Arbeiten in der Land od. Forstwirtschaft lang genug. Man kann ja auch das Ortscheid oder den Wagebalken mit einer Kette (beim Holzrücken z.B.) länger oder kürzer hängen !
    Wenn Du mal neue Seile für deine Zugstränge benötigst, würde ich das richtig ordentlich und Fachmännisch in einer Seilerei / von einem Seiler machen lassen.


    Ich habe auch noch keinen Schweifriehmen und keine Hintergeschirr. Bei mir ist es so, daß ich den Überwurf am Kumt festhacken muß. Wo kommt dann der Schweifriehmen rein?


    Bei einem Geschirr, so wie Du es verwendest hat man i.d.R. keinen Schweifriemen - deshalb auch den Rückenriemen mit Bauchgurt. Zum unterschied mal ein Bild mit Rückriemen - ohne Bauchgurt - aber mit Schweifriemen. Klassiches Dt. Bauern-Kummetgeschirr mit Kettenzugsträngen.

    Wie verschnallt man das Hintergeschirr bei einem landwirtschaftlichen Überwurf?


    Ein Hintergeschirr brauchst Du eigentlich nur zur Anspannung an der Deichsel, am Wagen oder sonstiger, schwerer Land oder Forstwirtschaftlicher Maschinen. Bei allen anderen Arbeiten ist es überflüssig und meistens nur im Weg !

    Fragen über Fragen. Vielleicht hat jemand Antworten und ein paar erklärende Fotos?


    Hier noch mal ein Bild einer "Hörnerkummet"- rückseite von einem Dt. Bauernkummet mit Schnalle - für Schweifriemen od. Hintergeschirr und einen Kettenzugstrang.



    Der hier abgebildete Zugstrang ist 3,04 mtr. lang, mit 16mm Zugstrangbügel, 60er Ketten, Wirbel u. Zugstrangende = Ring (z.B. für Knebelortscheid) + Haken.

    Kaltblutpower.
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    Edited once, last by Hippo-Sohle ().

  • Super, danke für die ausführliche Erklärung! Jetzt verstehe ich auch das mit dem Schweifriehmen! Die Sache mit dem gebrochen Zugwinkel muß ich mir nochmals genauer anschauen. Aber herzlichen Dank! :thumbsup:

  • Hallo Hödelgut,
    zum Holzziehen hab ich jetzt Abschleppbänder genommen, sind bis 2700 kg belastbar und haben gleich Haken am Ende. In Hälften geteilt und die Enden jeweils beidseitig vom Sattler mit Leder benähen lassen. Gelocht sind sie wie die normalen Zugstränge und wenn sie matschig sind kannste sie einfach waschen. Sind super belastbar, haben die Flucht mit dem Telefonmasten überstanden.


    Gruß PetraP

  • Auf meiner HP (Fotogalerie) sind ein paar Foto`s von Rheinisch-Deutschen Kaltblütern im Arbeitsgeschirr. Vielleicht hilft das weiter.