Heuernte mit Pferden

  • Hey Fuhrmann.


    Das hat mir schon länger in der Nase gekitzelt, da es (die Zeit) jetzt aber wieder recht aktuell wird mit "Heuen" werfe ich es hier einfach mal wieder auf:


    Quote

    Setzt noch jemand die Pferde zur Heuenrte ein ?


    Ich habe am Freitag und Samstag meine Luzerne gemäht ! Allerding machte mir die Mähmaschine noch etwas Probleme. Aber diese Woche gibt es noch eine neue Deichsel und dann müsste die Mäherei klappen.


    Die Luzerne habe ich auf Dreibockreuter gesetzt und wenn sie trocken ist werde ich sie pressen lassen und dann einfahren !


    Machst Du das immer noch so ?


    Also, mit dem Pressen das meine ich ? ;)


    Das noch relativ zähe Schnittgut kann man zwar gut auf dem Mähschwad trocknend, mit einem Schwadenwender (auch mit Traktor) ohne größeren Blattverlust langsam umwenden.


    Ich habe aber nur ein einziges mal mein Luzerneheu Pressen lassen.
    Es war sogar nur eine Niederdruckpresse, und es wurde auch erst gegen Abend gepresst.


    Man konnte aber dennoch hinter und unter der Presse die kleinen, feinen Blättchen vom Luzerneheu fallen, fliegen und flattern sehen ;(.


    Danach habe ich mein Luzerne oder Rotkleeheu, was manchmal (bei ungünstigem Witterungsverlauf über einen längeren Zeitraum) mühevoll auf Kleereitern getrocknet werden musste, nur noch lose gegabelt eingefahren !

    Da kann man es, sollte es dennoch etwas "zäh" sein, getrost noch längere Zeit auf dem Wagen lassen, und diesen (bei Bedarf) zum weiteren Trocknen in die Sonne bzw. in "Zugluft" stellen !


    Gefressen haben die Zossen zwar auch das "gepresste" - aber da kann man ja fast auch Strohhalme ;( zum "Dessert" ;) anbieten ...

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Hallo Hippo-S.


    Wenn ich Luzerne Heu mache, dann mache ich das immer so mit den Reutern. Weil es weniger Arbeit macht als anspannen und rausfahren.


    Wenn ich es lose auf den Wagen lade und dann zwei Etagen in die Scheune gabele (habe ich auch schon gemacht) dann habe ich mehr Bröckelverluste als mit dem pressen. Und pressen nimmt auch weniger Platz weg.


    Ich giabe die Hochdruckpresse ist besser geeignet, weil Sie fester presst und damit auch die Blätter im Ballen bleiben die ab sind, bei einer Niederdruckpresse fallen die Blätter noch mehr raus, wegen der losen Bindung.


    Grüße

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Hallo Fuhrmann,


    ich meinte eigentlich mehr das Pressen von Klee-Heu.


    Das mit den Kleereitern hab ich, wenn's die Umstände erforderten auch so gemacht.


    Na ja, wenn Du mit der "press" - Methode gute bzw. zufriedenstellende Ergebnisse erzielt hast ?


    Mir hat sich jedenfalls damals der Magen "gergrimmt" :O als ich den Blattverlust beim Pressen gesehen habe, und auch die Blattarmen Stengel der Ballen haben mir nicht wirklich gut gefallen.


    Was den von Dir erwähnten Blattverlust beim "lose laden" betrifft, kann ich das so nicht bejahen.


    Natürlich hat es auch beim lose laden etwas Blattverluste.


    Da man aber früher Kleeheu gerne gegen Abend oder am frühen Vormittag geladen hat (da ist das Heu meist etwas "angezogen" - wegen des Spröden u. brüchigen Zustandes) sind die Blattverluste dann auch nicht so dramatisch hoch (hab ich auch so gemacht), als wenn alles Staubtrocken ist.
    Man hat dann im nachhinein nicht nur Stengel + Blattwerk getrennt, und vor allem ist die "Blattmasse" die beim losen Heu abfällt - fast wie neu :P, d.h. man kann sie ohne weiteres an's Vieh (die Pferde) verfüttern - im gegensatz zum "Heustaubgebrösel" aus Press - Roll - oder Wickelballen - egal welcher Art.

    Kaltblutpower.
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    :D


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  • hallo Fuhrmann,
    Friedel und ich haben die letzten 6 Jahre Heu auf ca. 1Morgen ( 1/4 Hektar, also 2500qm) mit den Pferden (eigentlich nur mit meiner Stute) gemacht. Mit der Stute wurde in zwei Stunden (jeweils 1 Stunde mit 2 Stunden Pause, da sie pitschnaß war) mit einem Fahr Balkenmäher, Breite ca 1,20m, umgebaut auf Einspänner, gemäht.
    Danach fingen wir an mit einem Fahrgabelwender zu wenden. Im letzten Jahr konnten wir dazu sogar den Wallach einspannen( Friedel fuhr den Winter über mit dem Sulky, so war es kein großes Problem mehr, ihn einzuspannen). In den Ecken mußten wir allerdings grundsätzlich mit der Heugabel (per mannes-bzw. frauenskraft) wenden.
    In Schwad gelegt wurde auch grundsätzlich nur per Hand. Gepreßt wurde dann von einem Bauern mit der Hochdruckpresse.
    Bei schlechtem Wetter wurden die Reihen in Hucken gesetzt. Bei länger anhaltenden schlechten Wetters mußten diese dann umgehuckt werden. Bei gutem Wetter wieder auseinandergestreut und gewendet.
    Einmal, ganz zu Anfang, haben wir das Gras von der Wiese auf 1 Reuter getrocknet. Sah aus wie ein Haus. Der Bauer, der nachher gepreßt hat, war begeistert von der Qualität des Heus.
    Vor zwei Jahren brach uns die Messerstange vom Mäher. Da wir niemanden fanden, der uns die Messerstange reparieren konnte, steht der Mäher mittlerweile im Sarstedter Kulturzentrum, zum verschrotten war uns das Ding einfach zu schade.
    Danach mähten wir noch zwei Jahre mit einem Motorbalkenmäher.
    Die Höchstzahl an Ballen, die wir aus unserem kleinen Stück herausbekamen, waren immerhin 105Stück. Bis aufs Wenden mit dem Pferd und dem Pressen mit der Maschine, war allerdings alles Handarbeit.
    Dieses Jahr haben wir uns entschlossen, kein Heu mehr zu machen, sondern die ganze Wiese (ca. 1ha), nur noch für Futter zu mähen, so brauchen wir den ganzen Sommer über gar kein Heu zu füttern. Also mähen wir ungefähr alle zwei Tage Gras mit dem Motormäher( sehr zu meiner Freude, denn es ist wesentlich einfacher für mich damit , als mit der Stute mit dem Pferdemäher loszuziehen, besonders, da auf dem Gelände auch viele Bäume stehen). Holen das Gras dann mit der Stute rein. Einmal über die Wiese, durch den Garten, kleine Erhöhung, bis kurz vorm Stall.
    Wenn Stute gut drauf ist, geht das "selten" im Schritt und Trab, meistens im Trab und die Erhöhung im Galopp. Man kann machen was man will, sie knallt halt wie eine Bekloppte den Berg hoch( sind nur zwei Meter Steigung auf 3m Länge).
    Da wir nun kein Heu mehr machen, haben wir vor zwei Wochen den Heuwender über Ebay verkauft, ging weg bis zu holländischen Grenze.
    Der Käufer sagte uns, daß es sehr schwierig wäre einen intakten Pferdewender zu bekommen, weil alle ihn umgebaut hätten für Treckerzug, also Treckerdeichsel und keinen Sitz mehr.


    Fazit: Uns fehlt zwar ein bißchen die Arbeit beim Heumachen ( die Wiese liegt direkt an der Bundesstraße, die Blicke der Auto-und Radfahrer, sowie Fußgägnger waren immer herrlich. Ooh schaut mal , da sind noch verrückte, die arbeiten noch wie vor 50 Jahren!), aber man braucht sich nicht mehr nach dem Wetter richten, ist auf niemanden angewiesen, der einem das Heu preßt ( der uns dann sitzen läßt ohne Bescheid zu sagen und wir jemand anderen bitten müssen, der gerade selber mitten in der Heuernte steckt).


    vielleicht schaffe ich es auch noch ein paar Bilder einzufügen ( ich glaube in der Galerie wäre es am günstigsten, mal sehen wie das funktioniert).


    P.S.: Da Friedel Koch ist, und heute arbeiten muß, konnte er nicht selber schreiben.



    Ich hoffe, daß unser "Erfahrungsbericht" nicht zu lang (langweilig) war.


    Grüße Tina

    Pferde sind heisse Öfen und keine berechenbaren Maschinen.

    Edited once, last by KoldingerCowboy ().

  • hallo miteinander,
    es hat zwar ein wenig gedauert, aber ich habe es endlich geschafft, die Bilder in die Galerie zu stellen. Mein Mann Friedel,meine Stute Gina und ich wurde auch mal fotografiert.
    Viel Spaß beim anschauen, viele Grüße


    Tina







    Damit nicht lange gesucht werden muß: unter "Landwirtschaftliche Pferde". Sie sind leider sehr klein, aber größer paßt ja nicht rein.

    Pferde sind heisse Öfen und keine berechenbaren Maschinen.

    Edited once, last by KoldingerCowboy ().

  • Hallo habe eure text von Heu machen gelesen ich selber arbeitete mit meinen Haflingerstute vor den kombinierten Heuwender der Firma Fahr . Habe noch einen Gabelwender von Mccormick leider will meine Stute nicht so richtig gegen davor.vielleicht habt ihr paar tip für mich. mflg. Ralf

  • Hmm,
    Hallo ... :)


    vielleicht hast Du noch ein paar mehr ... "Anhaltspunkte" für uns hier, um Dir irgendwelche (vermeintlichen :D ) Ratschläge geben zu können ?

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


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    (frei nach Gustav Mahler)

  • Hallo mit einander . also meine Stute geht zirka 5meter mit den Gabelwender und dann fängt sie an zu steigen habe dann die Maschine aus geschaltet bin dann so gefahren und hat noch mal wieder holt. aber das gleiche. vor den kombenierten Wender geht sie dann nomal wie es sein soll. vielleichthabt ihr ein paar tip für mich. mflg. Ralf

  • Heute haben meine Freiberger-Stute und ich zum ersten Mal mit dem Gabelwender Heu gewendet!
    Fanta hatte von Anfang an überhaupt keine Angst vor dem Gerät, obwohl es ein ziemlich ungewohntes Geräusch war und recht laut gemacht hat. Sie hat nur die Landen gesehen, gewusst: ah ich werde eingespannt und darf ziehen, hurra!! Sie hat sich mit so grossem Eifer hinter die Arbeit gemacht, dass ich sie dauernd bremsen musste. Am Ende des ersten Feldes hat sie herumgeschaut, ob's sonst noch irgendwo Heu zum wenden gibt
    Schlussendlich haben wir beide sehr grossen Spass bei der Arbeit gehabt und freuen uns schon aufs nächste Mal!

  • ...ahhh das sind schöne Bilder, muss doch schauen dass ich meinen Gabelwender flott mache.....

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Schöne Bilder!!!
    Glückwunsch zu solch einem zuverlässigen Pferd !
    Bin auch auf der Suche nach passendem Gerät (Gabelheuwender und Heurechen).
    In den nächsten Jahren sollen meine beiden "Kaltis" auch dabei mithelfen, ihr eigenes Futter /Heu machen.



    Viele Grüße
    Hans-Jörg

    "Sagt mir nicht, was ich recht mache. Sagt mir lieber, was ich verkehrt mache, denn davon lerne ich am meisten." Kgl. preußischer Baurat Wilhelm Schmidt (1858-1924), Erfinder der Heißdampfmaschine.
    "Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Kaiser Wilhelm II.

  • Schööön ... :)


    Die Stangen der Schere sind vielleicht ein bisschen arg lang ... und ein Sicherheits / Fangbügel wär vielleicht auch nicht schlecht - aber das kann man ja noch verändern ... ;)

  • Quote

    Original von Hippo-Sohle
    Schööön ... :)


    Die Scherstangen sind vielleicht ein bisschen arg lang ... und ein Sicherheits / Fangbügel wär vielleicht auch nicht schlecht - aber das kann man ja noch verändern ... ;)


    Ja, ich weiss, dass die Scherstangen ein bisschen lang sind (oder das Pferd zu kurz...). Aber die Zeit hat leider nicht mehr gereicht, um sie zu kürzen/anzupassen. Der Bauer und Besitzer des Wenders war bis zuletzt nicht wirklich davon überzeugt, dass ich es versuchen wollte. So haben wir dann halt "nur" geschmiert und gefettet. ;) Der Wender war sonst in tadellosem Zustand und hat seine einsatzfreie Zeit sehr gut überstanden. Aber in der Zwischenzeit ist der Bauer von Fanta's Qualitäten mehr als überzeugt und wird sich sicher überlegen, ob er seine Pferde-tauglichen Geräte fortschmeissen will :]

  • Besser die Schere zu lang als zu kurz, frau kann ja einfach länger anspannen, und das Pferd ist nicht direkt vor den Rotierenden Teilen.


    Der Sicherheitsbügel ist, so glaube ich, in D von der der BG vorgeschrieben, ob das in der Schweiz so ist weiss ich nicht. Viel wichtiger und ein viel größerer Schutz ist, dass das Pferd sehr gut vor der Maschine geht, und das würde ich so sehen von den Bildern.


    Also macht weiter so, schmiert die Maschinen ab und ran an die Heuernte.......Und dann dem Pferd für seine gut gemachte Arbeit viel Lob zukommen lassen.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?