Halsriemen - wie müssen sie korrekt sitzen?

  • Ich trage euch ein Shetty-Problem vor - ich brauche für meinen Zweispänner-Gig unbedingt Lederbrustblätter; Sieltec ist scheinbar ungeeignet.


    Und ich habe Paßformprobleme - paßt das Brustblatt in der Länge, so verläuft der Halsriemen, wenn er wirklich halten soll, glatt über dem Widerrist. Schiebe ich ihn in den Axthieb, sitzt die Chose nicht optimal. Marathonkumte passen diesem Tier überhaupt nicht - ich habe schon diverse Modelle probiert.


    Es ist doch richtig, daß der Widerrist nicht belastet werden darf, oder?


  • Hi, wie wird die Deichsel bei Deiner Anspannung getragen? Hängt die Deichsel am Halsriemen oder mit Querstange am Kammdeckel?

    Ist keine einfache Anspannung wo es ein Geschirr von der Stange gibt.


    Meiner Meinung nach muss die Deichsel von den Kammdeckeln getragen werden. Nur dann kann der Halsriemen richtig sitzen und ein aufhalten ermöglichen.

  • Danke fürs Mitdenken, Tonkal !


    Nein - die Deichsel ist am Brustblatt aufgehängt. Bei Last gibt es entsprechend Druck auf den Halsriemen.


    Um die Dinge ins Verhältnis zu setzen - es lastet durch die Tarierung quasi ein Nullgewicht auf den Pferden. Wie auch sonst beim Einachser erwünscht, "schwebt" die Deichsel. Es gibt aber Situationen, wo das nicht so ist - beim Anspannen (ohne Fahrergewicht), z. B. Ich hatte zur Probe einmal einen Wagen mit getragener Deichsel, wo auf den Hälsen konstant je 14 kg lasteten. Diesen Wagen habe ich zurückgegeben. Mein Wagen lastet _ohne Fahrer_ mit etwa 20 kg auf beiden Pferden. Wenn der Wagen belastet ist, kannst Du die Deichselspitze mit dem Zeigefinger im Gleichgewicht halten, wie sich das gehört. Du kannst Dir das an einer Wippe klarmachen - sie schwebt bei geschickter Belastung und läßt sich ganz einfach kippen. Ich kenne die Größen, weil ich jeden Wagen vor der Inbetriebnahme sorgfältig wiege.


    Die Anspannung mit dem Bügel über den Rücken ("curricle") ist anspruchsvoller. Idealerweise haben die Pferde gleiches Stockmaß, was hier nicht gegeben und notwendig ist.


    Es geht hier tatsächlich nur um das Geschirr. Anpassung für Shetties ist grundsätzlich sehr schwierig und dadurch verschärft, daß es keinen Sattler gibt, der die Strupfen einfach ein paar Zentimeter versetzen kann. Im Normalfall (Sieltec) löst man das selbst. Hier taugt Sieltec wohl nicht. Zumindest habe ich bis jetzt nicht herausgebracht, wie das gehen soll.


    Weil ich in puncto Anspannung etwas empfindlich bin, wollte ich euren Rat einholen - ich werde nicht ruhen, bevor ich eine gute Lösung habe. Und wenn ich selber Löcher ins Brustblatt schneide und Sieltec-Halsriemen nutze...

    Ein gut sitzendes Kummet wäre wahrscheinlich für dieses Pferd die beste Lösung.


    Deshalb noch einmal - der Widerrist darf nicht belastet werden, nicht?


    Der Wagen:

    https://up.picr.de/44250772bu.jpg


    Das bewegliche Querjoch:

    https://up.picr.de/44250775sr.jpg


    Die Anspannung versuche ich noch zu fotografieren, damit klar wird, was ich meine.


    NB. Aufhalten wird hier durch ein Hintergeschirr in Zusammenhang mit dem Brustjoch/Brustblatt ermöglicht. Halsriemen hat da gar keine Funktion. Funktioniert allerbestens. Rückwärts können wir auch. Es geht allein um den Druck auf Muskulatur und Wirbelsäule bei meinem Tierchen.

    Edited once, last by Ardennerin ().

  • Bei der Anspannungsart die Du gewählt hast, wird immer Druck über die Halsriemen auf den Widerrist kommen. Genau wie beim Aufhalten bzw. Rückwärtsrichten (ohne Hintergeschirr) bei einem 2-Achsigen Wagen. Sehe da kein prinzipielles Problem. Nachteilig bei Deiner Anspannung ist für mich das bei unebenen Gelände die Deichsel eher "rupfend" über den Halsriemen wirkt. Bei dieser Art der Anspannung ist es zwangsläufig so das der Halsriemen rutscht - je nach Kopfhaltung. Das könnte man reduzieren indem man einen Verbindungsriemen zum Kammdeckel einsetzt, was jedoch das hohe Risiko in sich birgt das dieser immer wieder nach vorne gezogen wird und damit scheuert.

    Wenn Du mit einem Ledergeschirr arbeiten willst, solltest Du unbedingt einen Sattler in der Nähe haben. Alternativ kann man es auch lernen Struppen zu nähen. Leder-Geschirre von der Stange passen meistens nicht. Selbst bei namhaften Sattlern muss nach der ersten Anprobe häufig nachgebessert werden.

    Die Anspannung mit dem Bügel über den Rücken ("curricle") ist anspruchsvoller. Idealerweise haben die Pferde gleiches Stockmaß, was hier nicht gegeben und notwendig ist.


    Das gilt eigentlich für alle zweispännigen Anspannungen. Ein gewisses Stockmaßunterschied lässt sich mit der Curricle-Stange ebenso ausgleichen. Und dies war eine reine Präsentationsanspannung. Bei 2 Pferden mit deutlich unterschiedlichem Stockmaß wurde früher deswegen im Tandem angespannt.


    Ein gut sitzendes Kummet wäre wahrscheinlich für dieses Pferd die beste Lösung.

    Das halte ich bei Shettys für fast unmöglich - meist ist der Kopf breiter als die Kumtauflage am Halsansatz. Dementsprechend geht entweder das (engl) Kumt gut über den Kopf oder es passt am Hals. Kann man natürlich mit Polstern lösen - ist aber wieder ein Widerspruch zu "gut sitzend". Davon mal abgesehen, wenn bei Dir der Halsriemen nach vorne gezogen wird hilft Dir ein Kumt auch nicht. Wird halt dann anstatt dem Halsriemen nach vorne rutschen.

  • :-)))


    Du sagst es - bei Shetty paßt nichts von der Stange. Ich wußte nicht, daß Paßformprobleme auch bei anderen Pferdetypen häufig sind, weil ich früh angefangen habe, Sieltec zu fahren, um optimal einstellen zu können.


    Sattler sind hier Fehlanzeige und selber nähen - ich fürchte, dazu fehlt mir schlicht die nötige Körperkraft. Wäre es Stoff, wäre das Problem hier längst gelöst:-; Die Stute, um die es geht, ist in Teilrente - deshalb scheue ich vor großen Investitionen zurück. Ich hoffe, den TA dazu befragen zu können.


    Das Geschirr liegt während der Fahrt ruhig, aber nicht optimal, meine ich. Auch "rupft" die Deichsel bisher nicht. Ich bin zivil unterwegs. Die Strupfen sind schlicht zu weit hinten angesetzt - dieses Shetty hat nicht genug Brust. Bei meinem Kaltblut ist das nicht das Problem.


    Mit den Kumten ist es genau, wie Du schreibst - hier müßten eigentlich zu öffnende her. Ideal wäre wahrscheinlich ein Norwegergeschirr, aber das liegt hier jenseits der finanziellen Möglichkeiten. Ich würde sogar Esel- und Kuhkumte benutzen, wenn sie nur paßten.


    Danke - ich bleibe dran:-;

  • Nächster Versuch...


    Heute habe ich deutlich gesagt bekommen, daß ich den Lederkammdeckel am besten nie mehr zum Pferd bringen soll - es war sehr deutlich. Also habe ich zum Fotografieren mein Einspänner-Sieltec-Selett verwendet, das ich ohne Protest auflegen durfte. Daran habe ich provisorisch das Brustblatt befestigt, um das Dilemma hier vorzuzeigen.


    Es ist klar, daß ich so nie gefahren bin und nie fahren werde, nicht?:-)))


    So sieht das aus mit dem Brustblatt:

    https://up.picr.de/44255754ze.jpg


    Hier noch einmal die kritische Stelle mit dem Buggelenk:

    https://up.picr.de/44255751hc.jpg


    Noch genauer:

    https://up.picr.de/44255747uf.jpg


    Und so sind wir normal einspännig unterwegs:

    https://up.picr.de/44255744hw.jpg


    Ihr dürft alle nach Herzenslust fragen, kritisieren und verbessern. Wenn ich es verstehe und nachvollziehen kann, werde ich es umzusetzen versuchen. Ich bin froh um einen Blick von außen, der hier einfach manchmal fehlt.


    NB. Sieltec statt Leder um den Pferdeleib macht einen großen Vorteil in der Paßform. Mit Kammdeckel war das viel schlimmer und steifer, weil ich den nicht so gut auf dem Rücken positionieren kann. So finde ich es beinahe schon nicht mehr allzu schlimm - was meint ihr?


    NBB. Hier habe ich eine Zeichnung einer Original-Cape-Cart-Anspannung. Auch hier ist das massive Hintergeschirr gut sichtbar.


    https://2014teamdonk.files.wordpress.com/2014/11/cape_cart.jpg


    Wenn ich das Brustblatt nicht befriedigend schnallen kann, kann ich den Wagen umrüsten - die Aufhängung des großen Querjochs kann ich mit Sieltec gut nachbauen. Das Joch selbst müßte ein etwa 1,30 m langes, rundes Holzstück sein. Ob erst einmal ein Gerätestiel reichen würde?


    NBBB. Welche Funktion hat eigentlich der kleine Bauchgurt beim Zweispänner? Schlagen Deichseln so schlimm, daß er nötig ist? (Am Einachser brauche ich Bauchgurte, völlig klar, aber andere.)

    Edited 4 times, last by Ardennerin ().

  • Also - ich antworte mal von unten nach oben.


    NBB. Hier habe ich eine Zeichnung einer Original-Cape-Cart-Anspannung. Auch hier ist das massive Hintergeschirr gut sichtbar.

    Wie man auf der Zeichnung deutlich sieht lebt diese Anspannung von der Aufrichtung der Pferde. Und ehrlich gesagt habe ich noch kein Shetty mit annähernd brauchbarer Aufrichtung für diese Anspannung gesehen.


    Dein Querjoch sieht danach aus als ob es am Aufhaltering des Brustblattes eingehängt wird - habe ich das so richtig erkannt?

    Wen dem so wäre würde die Zugrichtung nicht stimmen und eventuell das Verrutschen des Nackenriemens erklären.

    Das würde auch nicht der Cape Cart Anspannung entsprechen; außerdem fürchte ich das bei Shettys der Platz ausgeht um die Cape Cart Querstange über den Aufhalter zu platzieren.

    Wie man auch schön sieht ist die Querstange mit gleitenden Lederriemen mit der Deichsel verbunden um Stöße abzufedern und um besser positionieren zu können.


    Wenn ich das Brustblatt nicht befriedigend schnallen kann, kann ich den Wagen umrüsten - die Aufhängung des großen Querjochs kann ich mit Sieltec gut nachbauen. Das Joch selbst müßte ein etwa 1,30 m langes, rundes Holzstück sein. Ob erst einmal ein Gerätestiel reichen würde?

    Curricle mit Siltec ist keine gute Idee - der Druck der Querstange wirkt dann punktuell und wird nicht über Oberblatt und Polsterung verteilt.

    Wichtig ist beim Curricle das der Tragriemen der von der Querstange zur Deichsel geht gefedert ist. Sonst kommen alle Deichselbewegungen bei den Pferden als Schläge auf den Rücken an.


    Ehrlich gesagt würde ich mich nicht trauen mit einem Gerätestiel an paar Seilstücken als Curricle-Ersatz zu fahren.


    NB. Sieltec statt Leder um den Pferdeleib macht einen großen Vorteil in der Paßform. Mit Kammdeckel war das viel schlimmer und steifer, weil ich den nicht so gut auf dem Rücken positionieren kann. So finde ich es beinahe schon nicht mehr allzu schlimm - was meint ihr?

    Es hat seinen Grund warum der Kammdeckel steif ist und auf das Pferd angepasst sein muss. Das Oberblatt, welches in den Kammdeckel eingearbeitet ist, hat den Sinn den Kammdeckel zu fixieren und ein verdrehen des Kammdeckels zu verhindern. Ähnlich dem Kopfeisen von Sätteln.


    Mich würde Foto von der Anspannung als gesamtes interessieren - gibt vielleicht noch paar mehr Eindrücke von Deinem Problem.


    PS: Du hast Dir da sehr mutig eine der schwierigsten Anspannungen vorgenommen, was einer der Gründe ist warum diese damals wie heute sehr selten ist.

  • Das Oberblatt, welches in den Kammdeckel eingearbeitet ist

    meist Du das Kammdeckeleisen ? Es gibt auch Kammdeckel ohne Eiseneinlage .


    Ardennerin :Du willst ja eine ehrliche Meinung ?!

    Dein Geschirr passt in sich nicht .

    Die Schnallenteile am Brustblatt die zum Kammdeckel und zum Halsriemen gehen sind viel zu lang .

    Das sind eher Maße für Pferde und nicht für Ponys .

    Da Du deshalb alles bis ganz nach oben schnallen mußt verzieht sich das auch am Pony .

    Und nichts liegt so richtig passend .

    Wenn dann das Leder durch Benutzen und Lederpflege noch etwas nachgibt

    hast Du gar keinen Platz mehr für zusätzliche Löcher .

  • Danke für die Rückmeldung.


    Zunächst: es sind Mißverständnisse aufgetreten, die ich ausräumen muß.

    1. Hier ist bestimmt kein Curricle geplant. Never ever.

    2. Meine Bemerkungen bezogen sich auf die Cape-Cart-Anspannung, die ein Querjoch auf der Deichsel in Brusthöhe hat.

    3. Mit der jetzigen Deichsel kann ich keine Cape-Cart-Anspannung bauen, aber ich kann den Wagen entsprechend umrüsten für eine Cape-Cart-Anspannung. Ich habe eine entsprechende Deichselspitze, die das erlaubt. In weiser Voraussicht.

    4. Aufgerichtet sind meine Shetties ganz sicher nicht:-)))) Es sind die typischen Schlumpf-Tierchen. Notdürftig dressurmäßig ausgebildet, nicht mehr. Ich tue, was ich kann, aber mir sind Grenzen gesetzt und die Energie fließt in das Sichermachen in unserer Umgebung. Alles andere kommt danach.


    Allerdings sehe ich auch keine Notwendigkeit einer Aufrichtung für eine Cape-Cart-Anspannung - der Axthieb, wo letztlich das/der bugle liegt ist wohl immer tiefer als der erste Halswirbel:-; Außerdem verhindert das Hintergeschirr irgendwelche Ausziehversuche, falls das gemeint war. Deshalb kann ich Deinen klugen Gedanken hier nicht ganz folgen, Tonkal! Ich halte das Ganze für eine Idee des Zeichners von einem idealen Wagenpferd.


    5. Es mag sein, daß ein maßangefertigter Kammdeckel herkömmlicher Machart auch Shetties paßt. Die üblichen aber nicht, weil der Shetty-Bauch, der die Gurtlage bestimmt, einfach anders ist als beim Pony oder Warmblut. Dadurch bekommen Kammdeckel fast immer Schräglage - Kammdeckel - noch viel schlimmer: Selett! - kippt nach hinten und liegt nicht mehr vollflächig auf und der Bauchgurt rutscht in die Ellbogenbeuge und fängt schlimmstenfalls dort zu scheuern an. Bisher ist der Sieltec-Kram das Einzige, was das nicht tut. Oder nur in erträglichem Rahmen. Dafür "hält" Sieltec nicht, sondern gleitet im Notfall zur Seite (und wieder zurück).


    6. Das Brustjoch wird in den Aufhaltering eingehängt. Bei diesem Geschirr ist er, wie sich das gehört, leicht nach innen versetzt. Ich habe noch nicht gemerkt, daß dadurch die Zugrichtung beeinflußt wird. Von oben sieht es aus, als ob sie in sich gerade gehen.


    7. Der Halsriemen verrutscht nicht! Da sitzt alles bombenfest, wie es sein muß. Brustblatt und Hintergeschirr bilden eine lockere "Umwicklung" des Pferdes, so daß alles am Platz bleibt. Mein Ursprungsproblem ist eigentlich gar nicht zu sehen mit dem Sieltec-Selett. Die Kombination mit dem Kammdeckel hat für den schlechten Sitz gesorgt.


    8. Sobald ich eine neue Anspannung zusammengestoppelt habe, fotografiere ich sie, damit man alles besser sieht.


    Danke Dir sehr fürs Hinschauen, Tonkal!


    drosendorfer

    Natürlich will ich Deine Meinung hören!

    Das Absurde ist, daß es sich um ein _Shetty-Geschirr_ handelt. Die Länge des Brustblattes braucht sie eigentlich, oder? Und die Lage stimmt doch auch, nicht wahr? Das ist ja bei Shetties die Krux - viel Hals und dann das Buggelenk. Ich schnalle das frei, auch wenn es furchtbar aussieht. Der Rest ist unglücklich angebracht; das ist ja mein Problem! Wäre es Sieltec: abrupfen, kürzen, neu ansetzen - und gut. Ich überlege das für den Oberblattstößel.


    Wäre der Umbau auf Cape-Cart nicht so aufwendig, würde ich das versuchen - dann müßte auch ein Sieltec-Brustblatt wieder gehen.


    Wie hast Du das bei Deinen denn gemacht, vielleicht kann ich etwas abgucken?

  • Wenn ich das Brustblatt nicht befriedigend schnallen kann, kann ich den Wagen umrüsten - die Aufhängung des großen Querjochs kann ich mit Sieltec gut nachbauen. Das Joch selbst müßte ein etwa 1,30 m langes, rundes Holzstück sein. Ob erst einmal ein Gerätestiel reichen würde?


    NBBB. Welche Funktion hat eigentlich der kleine Bauchgurt beim Zweispänner? Schlagen Deichseln so schlimm, daß er nötig ist? (Am Einachser brauche ich Bauchgurte, völlig klar, aber andere.)

    Gute Eschenstiele sind stark, reicht als Twin-Neckjoke fuer mein Gespann.

    Der kleine Bauchgurt tut beim Zweispaenner nicht viel, hilft vielleicht in Extremsituationen dass die Straenge nicht/weniger ueber den Buckel rutschen koennen. Praktisch alle Arbeitsgeschirre die nur einen gepolsterten Rueckenriemen haben, besitzen keinen kleinen Bauchgurt, allerdings sind die Straenge mit Rueckenriemen/Bauchgurt verbunden.

  • Bei einem zweiachsigen Wagen gebe ich Rossknecht recht. Beim Einachser (auch zweispännig) würde nicht auf ihn verzichten, was verhindert das hochschnappen der Deichsel im Zweifelsfall bei Deiner Anspannung?

  • Mein Spezial-Bauchgurt, den ich selbstverständlich anlege, Tonkal! Der ist in der Schema-Zeichnung nicht zu sehen, gehörte aber zur Cape-Cart-Anspannung ebenfalls dazu.


    Der konventionelle hilft da überhaupt nicht weiter, da es dort ja keinerlei Verbindung zur Deichsel gibt - im Grunde hängt er nur unnütz herum und wäre ich konsequenter, würde ich ihn abmachen. Tue ich nicht, bin gehemmt, irgendetwas mutwillig zu zerstören:-;


    Zum Prinzip:

    Ein gemeinsamer Bauchgurt beginnt an der Außenseite des ersten Pferdes, führt unter dem Bauch zur Deichsel und geht dann unter dem zweiten Pferdebauch hindurch zu dessen Außenseite. Ein Bauchgurt, damit die seitlichen Deichselbewegungen möglich sind und ausgeglichen werden können. Hier Sieltec, an der Deichsel mit Stretch-Klettband befestigt. Funktioniert bisher zufriedenstellend. Damit nichts scheuert, läuft er über der Polsterung der Sieltec-Gurte, die ich trotz Ledergeschirr verwende.


    Ich mag die zusammengestoppelte Anspannung derzeit einfach nicht dem kritischen Publikum hier vorzeigen - gerade, wenn man solche Wagen mit Tradition und Stil verbindet, packt einen dann das kalte Grausen. Hier bin ich ja schon zufrieden, wenn alles auch nur einigermaßen funktionell sitzt und kann dann auf die Dauer immer mehr verbessern. Selbst das war ja nicht mehr gegeben - und deshalb steht der Wagen derzeit bis eine Lösung da ist.


    Auf jeden Fall danke ich Dir sehr, daß Du mir so beim Verstehen und Nachdenken geholfen hast!

  • Bei einem zweiachsigen Wagen gebe ich Rossknecht recht. Beim Einachser (auch zweispännig) würde nicht auf ihn verzichten, was verhindert das hochschnappen der Deichsel im Zweifelsfall bei Deiner Anspannung?

    Hift nur wenn der kleine Bauchgurt

    a) von einem Pferd durchgaengig ueber die Deichsel zum anderen Pferd ist wie beim Cape Cart oder

    b) aus einem Stahlbuegel besteht wie bei einer Friesen Sjes

    beim amerkischem Arbeitsgeschirr haelt ein richtig eingestelltes Hintergeschirr mit Martingal das Neckyoke am richtigen Ort.

  • Die letzte Info, Rossknecht, kommt hier wie gerufen. Ohne Hintergeschirr wäre das hier stets ein Gewürge gewesen, mit Hintergeschirr sitzt alles am Platz. Von den Kleinigkeiten (s. o.) abgesehen.


    Der Eschenstiel ist schon da! Danke noch einmal.


    Tonkal

    Der Bauchgurt läuft hier so, wie Rossknecht beschreibt. Ich war da etwas unklar.


    :-] :D

  • Nun ein kleines Update - durch die vielen Tips und Hinweise bin ich ein wenig vorangekommen.


    Ich habe erkannt, daß die Strupfen der Halsriemen für meine kleine Stute zu weit hinten liegen. Ganz genau gemessen habe ich noch nicht, aber es könnten auf jeder Seite vier Zentimeter sein. Das führt hier dazu, daß ohne "hilfreiche Konstruktionen" der Halsriemen im Axthieb liegt und das Brustblatt einfach nicht anliegt. Liegt es an, müßte ich den Halsriemen auf den Widerrist ziehen.


    Oder die Strupfe versetzen lassen. Tada! Zur Diskussion und Einleitung dieser Maßnahme werde ich am Donnerstag die Pferde aufladen und zu einem Sattler bringen! Dort kann ich ggfs. auch klären - hoffe ich - ob der Kammdeckel in irgendeiner Form zu gebrauchen ist oder ob ich wirklich einen Sieltec-Leder-Mischmasch brauche. Ich habe heute den Kammdeckel an die richtige Stelle gelegt - lt. Sattler Mönch die tiefste Stelle des Rückens hinter dem Widerrist und beim Shetty gerade dort, wo der größte Bauchumfang ist. Vorher hatte ich noch einmal kräftig aufgebogen, aber der Stute gefällt das Ding sichtlich nicht.

  • Und noch ein Update:


    seit zwei Tagen müssen meine Ponies Modell stehen und ich versuche mich an Verbesserungen sowohl meines Verständnisses als auch der Einstellungen für die Tiere und Wagen hier.


    Per Zufall ist mir diese eigenwillige Anspannung zu Gesicht gekommen und hat eine Kaskade an Überlegungen ausgelöst. Doch schaut, wie der Fuchs angespannt ist - er trägt die Deichsel mit einem Halsgurt für Kälber:


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    Zunächst kamen mir die Horrorgeschichten in Erinnerung, welche Qualen derartige Anspannungen den Pferden bereitet haben. Dann kamen mir die zu tragenden Lasten bei meinem Gig in Erinnerung (im Idealfall nämlich gar keine) und die Vorteile, die es hätte, wenn ich Halskoppel und Brustblatt entkoppelte: die Kraft würde am stabilen Halskoppel angreifen, der Rest des Geschirrs müßte nichts als sich selbst tragen. Und ich könnte wieder Sieltec-Geschirre nutzen. Die einzigen, die hier befriedigend sitzen und für die Tiere angenehm sind.


    Ob es eine Möglichkeit geben würde, den Koppelriemen am rechten Platz zu halten?


    Mir fielen zwei Bedingungen ein:

    a) Spielwaage, damit sich kein Pferd selber aus dem Zug nehmen kann,

    b) Hintergeschirr, damit nicht der Wagen das Koppel nach vorne schieben kann. Dazu müßte das Hintergeschirr mit dem Koppel verbunden sein. Und so kam ich auf die Idee, das Hintergeschirr wäre am besten ein amerikanisches.


    Das Koppel könnte nun einer der hier vorhandenen massiven Lederhalsriemen für Kaltbüter sein - oder auch eine spezielle Sieltec-Bastelei: ein mit Evazote unterpolsterter Ring, mit stabilem Aufhaltering. Ggfs. halsseitig mit dem Halsriemen verbunden, wahrscheinlich eher zu Dekorationszwecken, denn an Sieltec kann man nichts stabil aufhängen.


    Probefahrt erst, wenn das Hintergeschirrproblem pferdefreundlich gelöst wurde.


    Kommentare erwünscht.

  • Es gehört doch zur Basis der Cape Cartanspannung Aufhalten und Tragen zu entkoppeln? getragen wird mit einem seperatem halskoppelriemen am Brustjoch und aufgehalten am Aufhalter vorn am Brustbaltt, deshalb muss die Deichsel bei Cape cart hat eben auf Pferdsnasenhöhe enden.... Koppelriemen wird lediglich gegen verrutschen mit "heukordel" oben am Selett fixiert. fahre ich zb Buggy mit nicht selbsttragender Deichsel wird hier auch mit dem in dem fall seperaten Halskoppelriemen aufgehalten (Aufhalten ist dann ungefähr genauso unfair/uneffizient wie zurückrichten rein via Halsriemen....).

  • Hier geht es nicht um eine Cape-Cart-Anspannung - wir hatten das Thema bereits an anderem Ort. Das nur fürs Protokoll.


    Trotzdem sind die Prinzipien ähnlich - ob ich bugles wie beim Cape Cart zum Tragen der Deichsel nutze oder eine Halskoppel, tut sich nicht viel. Glaube ich.


    Ob beim Cape Cart diese Dinge tatsächlich entkoppelt sind, wäre noch zu klären - das wäre doch nur dann der Fall, wenn das Querjoch auf der Deichsel verschieblich wäre - ich weiß nicht, ob das der Fall ist. Weißt Du es? Aufhalten tun Pferde ein Cape Cart in jedem Fall mit dem Hintergeschirr, das sich wie ein Marathon-Hintergeschirr verhält.


    Hier ein Bild einer üblichen Arbeitsanspannung:

    https://www.researchgate.net/figure/Hitching-two-animals-for-carting_fig4_228390314

    Quelle: https://www.researchgate.net/p…Mules_and_Horses_for_Work


    Am Selett fixieren bei Sieltec halte ich für unmöglich - aber das meintest Du bestimmt nicht.

    Die ganze Veranstaltung hier geht nur um ein passendes Geschirr für den Gig - der Lederkram ist nicht wirklich passend zu machen. An ein Sieltec-Brustblatt ist der Gig nicht zu hängen - das System ist nicht stabil genug. An einen separaten und gepolsterten Halsriemen dagegen schon. Das würde mir, wenn's klappte, den Umbau des Gigs zum Cape Cart-ähnlichen Gefährt ersparen. Alles neu tarieren und einstellen? Nein. Geschirr verändern, Querholz richtig aufhängen, bugles konstruieren - nein, danke, wenn es vermeidbar ist.

  • Also bei mir wird das 3/4" Heizungsrohr quer mit 4 angeschweissten kettengliedern von 4cm an denen nun die seperaten Halsriemen befestigt werden, wobei diese zusätzlich zur normalen Halskoppel im Halsriemen verlaufen werden auf 20cm Länge auf dem Mähnenkamm, außen am Hals jeweils Shcnalle zur schnellen verstellung in der Probephase, später dann fest, diese halsriemn werden mit Karabiner ins Brustjoch an die Kettenglieder geklickt. in der Mitte wird es dickes Sieltecseil in 8shclingenform geben in welchem unten dann die Deichsel hängt. li/re verschieblich um knapp 10cm innerer Brustjoch-Halsriemen zum zweiten inneren brustjochhalsriemen, auf/abwärts vermutlich um gut 10 cm (bedingt durch die Ponyhälse nicht mehr, außer ein pony stürzt oder so) und vor/rück maximal um 10 cm bedingt durch das Spiel zwischen Aufhaltern+Hg und Zugstrang.

    Zu deinem Bildle: nicht alles was publiziert wurde, ist richtig und von jemanden mit Sachverstand gemacht, diese Anspannung dort ist unsinnig, warum sollte man ein Tier mit einem Ring um den Leib ausrüsten (HG+BB verbunden), wenn dieser dann keinerlei Funktion hat? der Halsriemen/das brustjoch hier hat lediglich Deichseltragefunktion und evtl. noch wagen zurückdrücken: dürfte aber murksig werden....

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