6-er Zug in Allier, Frankreich

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    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    "Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt."

    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Danke, zeno!


    Meine Bewunderung gilt der funktionellen Anspannung. Soweit ich das erkennen kann, ist jedes Pferd gerade nur mit dem Nötigen ausgerüstet - Hintergeschirre nur für die zweite Reihe, Leinen für die Außenpferde. Rollensystem.

  • dorina : die Leinen der hinteren Pferde sind mit der Karre verbunden. Die Pferde haben genügend lange Leinen, beachte die Stellung der Stränge und der Rollen. Der Fuchs auf der linken Seite geht entspannt, während der Schecke sich vordrängt und aufrollt. Der tut sich das selber an.

  • und der Braune vorne rechts? jedes mal wenn er versucht Schub aus der Hinterhand zu entwickeln kriegt er einen Ruck im Maul.

    Ich hab das mit den Rollen nicht verstanden. wenn das Pferd zieht geht es nach vorne und kriegt dann Zug auf den Stoßzügel?

  • Ja, ich verstehe das mit den Rollen auch noch nicht, würde gern mehr erfahren. Falls jemand also dorina antworten möchte, danke ich auch schon einmal.


    Gern auch Quellen.


    Soweit hatte ich nie bisher gesehen - die Stoßzügel habe ich erst jetzt bemerkt - ich hatte das für eine Verbindung von Kinnriemen und Kumt gehalten. Leider verstehe ich zu wenig davon, um das in Gänze zu würdigen - ich müßte wirklich davor stehen und jedes Teil einzeln anschauen, um die Dinge zu begreifen.

  • Ich kann auf dem Video zu wenig erkennen was mit allen Leinen geht.


    Grundsätzlich ist die Funktion der Rollen die gleiche wie die der Spielwaage, sie verteilt die Last gleichmäßig auf die Pferde.

    In dem auf dem Video gezeigtem Falle wird die Last zuerst mit der Dreier-Spielwaage auf 3 Tandem verteilt und danach mit Seil und Rollen in jedem Tandem auf beide Pferde verteilt, sodass jedes Pferd ein sechstel der Last ziehen muss.

    Der Rollenausgleich ist eines von verschiedenen Systemen um die Arbeit zwischen verschiedenen Reihen von Pferden zu verteilen.

    Vorteile von diesem System sind das geringe Gewicht, geringe Anschaffungskosten. Nachteile sind der flache Zugwinkel der Vorderpferde, Limitation zu 3 Reihen und nur eine 1:1 Übersetzung möglich.

  • Danke, Rossknecht.


    Rollensysteme sind also nur etwas für große Mehrspänner - meine Beiden können also nicht profitieren:-;

    Ich muß mir das wirklich noch einmal näher anschauen; es ist ja ziemlich verwirrend. Zumindest für die, die so etwas noch nie von nahme gesehen haben.


    :thumbup:

  • Mehr dazu findet ihr wenn ihr im Forum nach "Tandem mit Rollenausgleich" sucht.


    Ich habe zum vierspännig Pflügen normale Kreuzleinen (Ackerleinen) verwendet. Sobald das Gespann in der Furche war, habe ich die Leinen der Stangenpferde am Pflug angehängt. Sobald man die vorderen Pferde zurück nimmt, verlängern sich die Stränge der Hinteren aber die Leinen bleiben auf dem selben Mass, sodass sie sich relativ gesehen verkürzen.


    Pioneer hat das System im Katalog als "rope and pulley evener ".

  • Danke, Rossknecht!


    Ich werde mich darüber hermachen. :thumbup:


    Habe jetzt sowohl den Thread gefunden als auch verstanden, daß Du da unser Spezialist bist für diese Anspannung!

    Genial finde ich den Selbstbau mit den Ringen, die den Zugausgleich begrenzen und auch die Strangträger.


    Kann man damit nur aufs Feld oder sind diese Systeme auch tauglich für den Feldweg?

    Ich will ja irgendwann Tandem probieren, aber habe schon Fahrtrainings gesehen, wo der Fahrer seine liebe Not hatte, den Abstand zwischen seinen beiden Tieren zu regulieren. Diese Sorge müßte man ja bei einem solchen System nicht haben...


    Der Sinn dieser Anspannung beim Tandem wird sofort klar - wenn man aber Vier- und Sechsspänner hat, wie im Video, ist fraglich, ob das Ganze nicht weniger vorteilhaft wird, wenn die Vorderpferde eng gekoppelt sind, was ein Laufen auf gleicher Höhe ja fast erzwingt. Oder mache ich jetzt einen Denkfehler?


    NB. Diese Art der Leinenführung in Verbindung mit dem Rollensystem scheint mir ebenfalls effektiv - auch das müßte doch bei einem Tandem auch möglich sein, oder? Nichts gegen Tandemgriffe, aber ich brauche ganz sicher viel, viel Übung bis ich vier Leinen entsprechend hantieren kann und da hier immer mit ungewöhnlichen Dingen unterwegs zu rechnen ist, wäre eine idiotensichere Lösung ausgesprochen erwünscht in der ersten Zeit. Dann könnte ich mit größerer Ruhe an die Sache herangehen. Hier geht's ja nicht um showing off, falls ich einmal Tandem fahren sollte.

    Edited 2 times, last by Ardennerin ().

  • ähm na ja und jedes Pferd hat Stoßzügel

    das ist kein Stoßzügel (auch Zupfleine genannt), sondern ein Aufsatzzügel dieser wird fest verschnallt um die Pferde am fressen zu hindern

    :thumbup: Freude ist da, wo auch Pferde sich wohlfühlen


    HeiBo

  • Ardennerin

    Rollenbaken werden normalerweise für den schweren Zug auf geraden Strecken verwendet. Am Ende der Strecke werden die vorderen Pferde aus dem Zug genommen, um beispielsweise am Feldende zu wenden. Dies erfolgt dann mittels einer Art Sperre im Zugseil. Ansonsten würden die vorderen Pferde den hinteren unter voller Last die Beine wegziehen.

  • PrinzB : das sind die Ringe von denen die Ardennerin redet.


    Ardennerin das Problem mit TandemFAHREN mit dieser Anspannung ist, dass du ein Fahrzeug brauchst bei dem die Landen / Schere mind. 30 cm in Scherenträgern vor und zurück gleiten kann, damit die Anspannung funktioniert. Des Weiteren wird der Wendekreis relativ groß wenn nur der vordere aktiv gesteuert wird. Als Arbeitsanspannung mit einem Gerät ohne Schere/Deichsel funktioniert es gut.

  • Vielleicht müssen wir klären welche Begriffe für welche Riemen verwenden.

    Stosszügel / Zupfleine wird anstelle einer Einspännerleine verwendet.

    Laufriemen (Jack strap) verläuft zum Ortscheit des Pferdes nebenan und hält das Pferd auf der selben Höhe.

    Aufsatzzügel gehen von einem Gebissring um den Kummet zum anderen Gebissring und verhindert das fressen und können als Führ/Reitzügel verwendet werden.

    Die grossen Gespanne an den ersten Mähdrescher wurden nur mit einer Zweispännerleine gefahren, die restlichen 40 Pferde gingen am Laufzügel.

  • dorina, PrinzB, Rossknecht


    Danke für eure Beiträge:-)


    Das notwendige Gleiten des Gefährts muß ich mir noch einmal vor Augen führen und der große Wendekreis bei einer Rollenanspannung, wo nur das Frontpferd gelenkt wird, entsteht dadurch, daß das Wagenpferd einfach hinterherläuft und quasi die gleiche Strecke nimmt wie das Vorderpferd, nicht?


    Theoretisch könnte bei entsprechender Lenkung beider Pferde das vordere scharf abbiegen und zeitgleich auch der Wagen schon durch das Wagenpferd herumgedrückt werden. Ich hoffe, der Gedanke stimmt.


    Ich vermisse so ein "Anspannen und Fahren" für landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke, wo all die Tips und Tricks, die man hier gelegentlich aufschnappen kann, zusammengestellt werden. Für mich wäre so etwas wohl besser geeignet, weil hier der sportliche und repräsentative Aspekt völlig entfällt. Was ja nicht bedeutet, daß Fahren nach Achenbach keine Kunst ist, bewahre - hier sei nichts dagegen gesagt!

  • Beim Zweispänner an der Spielwaage sind es locker 30cm "Spiel" wo die Pferde haben zwischen führen und folgen, aber immer noch im Zug stehen. Spielwaage und Neckyoke halten den Wagen mittig zwischen den Beiden. Beim Rollenausgleich halten die Rollen das Ortscheit auf gleichen Abstand zur Mitte der beiden Pferde, dass heisst wenn der Abstand zwischen den beiden Pferden kleiner wird, wird der Abstand zwischen Ortscheit und Gabelpferd größer und umgekehrt.

    Die amerikanischen Aufsitzpflüge haben einen ca. 40cm langen Bügel auf der Deichsel, damit das Neckyoke gleiten kann um den Abstand zwischen dem vorderen und hinteren Team auszugleichen.


    Beim Wiesen abschleppen oder eggen spielt der Wendekreis keine Rolle, wohl aber bei der Fahrt zum Feld oder beim Pflügen ist es besser wenn man das Pferde / die Pferde am Wagen/ Gerät direkt ansteuern kann um den Weg oder Furche genau zu treffen.

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