Kutsche Shetty Einspänner

  • Hallo, Öko-Lotte ,


    es gibt noch die Möglichkeit, zweispännig einachsig zu fahren, wie ich es tue.


    Gerade, wenn Gewicht ein Problem ist, entweder für Dich selbst oder die Tiere, könntest Du das einmal überlegen.

    Ich habe mir - eingedenk auch der hiesigen Mahnungen - einen schweren Gig bauen lassen, würde das aber u. U. nicht noch einmal tun, sondern ein Sulky, etc. zweispännig bauen lassen, was die Sache dann noch einmal angenehmer für alle Beteiligten macht.


    Das Problem sind die horrenden Anschaffungskosten, da es diese Wagen nicht von der Stange gibt. Ich habe es nicht bereut und würde es wieder tun. Allerdings fahre ich fast fanatisch Einachser.

  • Also erstmal musst du mir sagen was du unter "horrend" verstehst.

    Und dann könntest du mir noch sagen, wer dir das Ding gebaut hat.

    Ich hab ja den Thread gelesen mit Curricle und Co - zu welcher Lösung bist du denn gekommen?

  • Ich wußte nicht, daß Du mitgelesen hast.


    Ich habe die Firma v. d. Mee in den Niederlanden mit dem Bau meines Wagens beauftragt. In Ein- und Zweispännerausstattung waren dann 3600.- Euro zu bezahlen. Meine Wünsche wurden alle berücksichtigt - ich bin mit der Qualität zufrieden. Angeblich wiegt mein Gig 90 kg - ich schätze, es sind ein paar mehr. Die Tiere ziehen ihn, er läuft leicht, aber da es gerade um meinen Stall herum auch recht uneben ist, bin ich froh, daß zwei ziehen statt einer. Bremsen sind wunderbar.


    Es ist kein Curricle - das wäre wegen der unterschiedlich großen Pferde nicht gegangen. Es ist ein Einachser mit Deichsel und Querstange, die direkt ins Brustblatt eingehakt wird. Habe Überbreite mit Spur 1,30 m bauen lassen.


    Würde ich es noch einmal tun müssen, würde ich in jedem Fall auch noch die Mix-Gig von Maier bzw. das zweispännige Sulky von Hülsmann ansehen. Letzteres, weil dort nur ein Pferd eigentlich richtig angespannt ist und das andere etwas hilft - genau das bräuchte ich jetzt hier, weil sich über Winter der Zustand eines Tieres verschlechtert hat und ich sie schonen möchte. Das niedrige Gewicht würde mich heute auf keinen Fall mehr abhalten, diese Lösung zu erwägen - aber das kommt auf die Ponies an. Meine würde ich anspannen.

  • Schere+Deichselspitz ist die europäische Lösung zum einachsigen zweispännigen Fahren, dafür benötigt man weder unbedingt ein Gespann (geht auch mit 2 Individuen relativ gut) noch besonders gut Fahrfähigkeiten, geht auch als Anfänger zweispännig fahrend ganz nett. ist aber was völlig anderes wie zweispännig an der Deichsel, dafür brauchst brustjoch, lange Deichsel und einen riemen von Selett über Deichsel an Selett um die Deichselbewegungen einzushcränken. da die Tiere mit eher wenig Spiel zugstrang/hg laufen müssen die zwingend bereits ein gespann sein, sonst gibt es Ärger, außerdem sollte man einen vernünftigen Zweiachser zur korrektur bei murks in petto haben. Fährt sich richtig genial, ist aber vom Bildungsstand Fahrer her eine der anspruchvollsten Anspannungen.

  • So, so.


    Bennyblue und ich sind da ja stets unterschiedlicher Meinung und deshalb melde ich mich dazu.


    Meine laufen an einer extrem kurzen Deichsel und das funktioniert allerbestens. Allerdings sind die Hintergeschirre sorgfältig eingestellt, der Wagen hat ordentliche Bremsen und die betätige ich auch, wenn es bergab geht.


    Es ist möglich, Pferde zusammenzuspannen, die nicht exakt im Gleichschritt laufen - allerdings habe ich auch einen Wagen mit luxuriöser Technik: das Brustjoch ist um zwei Achsen beweglich, so daß die Tiere einigermaßen Spielraum haben.


    Will sagen - ich kann Bennyblues Äußerungen nicht unbedingt zustimmen. Die fahrerischen Anforderungen sind hier sicher nicht höher als die beim Einspänner, falls man schon einmal Zweispänner gefahren hat.


    Hast Du, Kirsten, denn mittlerweile so einen Wagen? Du wolltest doch auch zweispännig einachsig fahren, oder nicht?

    Wenn nicht, solltest Du bei Gelegenheit vorbeikommen und Dich überzeugen, wie das hier klappt. Bis dahin habe ich das richtige Geschirr wohl zusammengestellt, ansonsten siehst Du hier eben mein funktionelles Sammelsurium.

  • Ich bin einmal bisher cape cart kurz gefahren und ansonsten mal 3 Jahre mit Schere+Zusatzortscheid unterwegs gewesen, zwar überwiegend immer alles dreispännig aber zwei, dreimal/monat auch zweier. Ansonsten ist Buggy meine Wagensorte, wo ich halt eben Erfahrung in Punkto selbsttragender/nichtselbstragender Deichsel sammle. Mein Cape cart ist Nummer3 ab jetzt, bin immer noch mit buggy2 dran, der muss bis herbst endlich fertig werden, benötige den Platz.

  • Ich bin schon ganz gespannt, wie Dein "Cape Cart" aussehen wird. Hier ist der Wagen nicht von diesem Typ, obwohl ich theoretisch umbauen könnte.


    Und weil Du mir das wieder in Erinnerung bringst, sollte ich vielleicht das irgendwann in Angriff nehmen - allein, um die Last besser zu verteilen.


    Dein Gefährt war das Cavaletti mit Deichsel, nicht?

    Es ist nicht zu vergleichen mit meinem schweren v. d. Mee-Gefährt.

  • ??? Nein, FritzS hatte mal ein Bild eines heut genutzten Cape Cart in Südafrika eingestellt. der meine ist dem sehr sehr nah, sozusagen stabiler Autoanhänger mit extrem langer Blattfederung (basis Gogo-Achse, 120 kg). Hätte ich Stm <1m würde ich mit Sicherheit grad Sulky Cavaletti so herrichten, weil billig und eh vorhanden. Der ist aber mit 50 kg von der basis her zu leicht, dh wahrscheinlich zu instabil sobald es was rauher wird (nicht weil den zerlegen würde, sondern weil der bei unruhigem Boden dann zu agil hinterlauft). Nur Sulky Cavaletti auf Capecart umbauen kostet nix und ist mit paar handgriffen erledigt....da macht mein Karren deutlich mehr Arbeit, weil ich den als Dauerwagen dann behalten möchte, evtl. auch als Alltagswagen fahren...abwarten.

  • Das hört sich ja sehr interessant an. Ja, ich erinnere mich an das Bild, aber nicht daran, daß Du angefangen hast zu bauen bzw. bauen zu lassen. Allerdings meinte ich mich daran zu erinnern, Du habest einmal von einem Cavaletti mit Deichsel gesprochen.


    Wenn Du das höhere Gewicht, das Du forderst wegen der Stabilität des Wagens forderst, finde ich das eingängig. Das zu tun wegen der Pferde hätte ich nicht so eingängig gefunden. Ich hoffe, Du kommst bei den Projekten voran und wirst berichten.


    Allerdings bin ich jetzt ein wenig verwirrt - ich meine, Du wolltest zweispännig einachsig mit Minis, wenn sie denn einmal da sind, fahren. Ich tue das ja, weil ich einen Einachser besser hantieren kann und er weniger Stellfläche einnimmt. Abgesehen davon, daß ich keinen Platz für Passagiere brauche. Aber besagter Buggy, der wegen überschwerer Deichsel weggegangen ist, wäre eine Alternative gewesen.

  • Hallo zusammen,

    Ich habe, ja, ich möchte fast sagen, erfurchtsvoll mitgelesen: soviel geballtes Wissen. Danke, dass ihr soviele Infos zum Thema habt.

    Dürfte ich auf eine Aussage von Bennyblue vom Frühjahr zurückkommen bezüglich eines Shettygeländebuggys? Zitat:“Das das möglich ist hätt ich so nicht vermutet, aber ich fühl mich pudelwohl und der Wagen ist spitze, aaaber nichts für jedermann ich muss schon um meine körperliche Unversehrtheit arg turnen. wär jetzt für Anfänger nicht meine erste Wahl“. Leider habe ich momentan kein Shetty mehr und bin früher immer mit einer ganz einfachen Gig gefahren, habe aber immer mit einem Buggy geliebäugelt. Das oben liest sich so, als ob das Fahren mit dem Buggy gefährlicher wäre als mit anderen Wagentypen bzw. der Buggy wäre nichts für Anfänger. Oder habe ich das einfach missverstanden? (Ich suche ein neues Shetty und würde gerne in eine qualitativ hochwertige Kutsche investieren und bin jetzt etwas verunsichert wegen der Aussage über den Buggy). Vielen Dank im voraus für ein Feedback☺️

  • Buggy ist halt wackelig/weich gefedert, wenn du noch mit bedienung Leine und Peitsche kämpfst und gleichzeitig noch kein reeles Aug fürs Gelände entwickelt hast, könnt das unangenehmer werden. Du benötigst viel Platz zum drehen wegen der 50 cm längeren Schere+Lenkeinschlagsbegrenzung. Ich hab ja hier immer mal wieder "Passagiere" jeder Coloeur und ich würd mal behaupten erschreckend viele ~30% sind Gleichgewichtslegastheniker, die sich allen Ernstes, wenn die Kurve unvermutet enger als geplant wird nach außen schmeissen!! Buggy (also nicht das was der kutsch"fach"händler so unter diesem Namen anbietet, sondern die alten unverbastelten) fährt sich reitähnlich also mit Ganzkörpereinsatz Fahrer. Einem Anfänger würd ich eher zu einem Standardfahrzeug raten.

  • Vielen Dank für deine Erklärungen. Das macht durchaus Sinn, was du schreibst und ich fürchte, ich könnte da in der Tat eventuell überfordert sein. Bei Standardfahrzeug denke ich immer an eine Marathonkutsche, mit der ich so gar nichts anfangen kann. Ich glaube (falls ich je ein neues Shetty finden sollte - es gestaltet sich schwieriger als gedacht), ich bleibe beim meiner guten alten Gig. Vielen herzlichen Dank für die Rückmeldung👍

  • Zuerst lass mal das neu shetty einziehen und mess das genau und danach entscheidest aufgrund deines Geländes, was das wird. Ich fahr Shetty, weil halt die kutschen sozusagen spottbillig sind und ich somit einen ganzen Satz zu 1 Shetty hab: sulky, Gig, Buggy, Marathon und Jagdwagen. Die Gig hat Grundsatzplatz, weil am vielseitigsten nutzbar, der Rest ist halt Ergänzung. Ich werd alt und möchte die zweiachser nicht mehr missen. Kellinghusen hat zb einen "buggy", der jedoch federungstechnisch einem Milchwagen, Spider entspricht mit Spur 1,20m und Gewicht 120kg, der wär gut anfängergeeignet....und pfeif auf die Optik Sicherheit geht vor: der Standardmarahon Nykamp mit 120 kg ist für Anfänger io. Nach dem ersten Fahrjahr zu zweit wechselst eh auf den Wagen, der dann zu euch passt. ich hab Berg und ich bin stets allein: ich fahr immer rein mit Gig ein.

  • Ähem - also: spottbillig würde ich grundsätzlich für Kutschen in Shetty-Größe nicht behaupten.

    "Spottbillig" ist China-Ware bzw. billige Ostblock-Bauten. Völlig unverständlicherweise hat dieser Schrott auch noch einen hohen Wiederverkaufswert, was wahrscheinlich auf die völlige Ahnungslosigkeit des Klientels zurückzuführen ist.


    Ich will mangels Erfahrung nicht behaupten, daß man damit nicht fahren kann. Aber ich bevorzuge Wagen guten Qualität, weil mir genau die schon mehrmals in heiklen Situationen zuhilfe gekommen ist. China-Ware wäre da schlicht auseinandergebrochen.


    Da ich ebenfalls stets alleine fahren, investiere ich in Qualität und Sicherheit. Ich würde eher zu einem gebrauchten Qualitätswagen raten statt zu einem neuen nun, ja - Standard-Modell. Und, nein, vom Marathon würde ich sowieso die Finger lassen, wenn Du nicht über einen Top-Beifahrer verfügst, der genügend Fahrphysik kennt und dessen Tücken ausgleicht, wenn's mal heiß hergeht.


    Aber das mußt Du natürlich selbst entscheiden.

  • Vielen Dank für die Modell Tipps👍

    Ardennerin: du hast völlig Recht. Ich sage das, weil mein erster Sulky/Gig Verschnitt „made in China“ war und ich mich oft über dieses und jenes geärgert habe (am meisten geärgert habe ich mich über platte Reifen jeden 2. Tag). Später habe ich mir dann eine gefederte und gebremste Gig geholt, die, trotz Beratung, zu schwer war fürs Shetty und wo ich es nicht wirklich schaffte das Teil korrekt auszutarieren. Die wurde dann an ein Therapiezentrum verkauft, wo sie von einem kl. Tinker gezogen wurde…Soviel zur Beratung. Das ist 25 Jahre her und ich bin jetzt jahrelang nicht mehr gefahren und möchte diesmal alles richtig machen.

    Aber Bennyblue hat Recht: erst muss das Shetty mal her. Ich finde nicht wirklich, was ich suche und kucke über den Tellerrand auch nach größerem Mini-shetty und Dt. Classic Pony. Und jetzt wurde mir ein eingefahrenes Welsh A abgeboten🙈Ich seh‘s noch kommen: ich ende mit Pony und Kutsche wohl ganz wo anders….

  • Darf ich euch nochmal löchern zum Thema Shetty und Sulky/Gig? Wie groß sollte eine Mini-Shetty sein, um vor einem Sulky laufen zu können?

    Ich bin 1.61m groß und wiege 54kg. Das Gelände ist eher flach, leider würde ich manchmal auch Steigungen fahren müssen (nicht so steil aber sich hinziehend).

  • Schau, SiBo, Du bist ein Fliegengewicht und auch noch klein! Das sind doch super Voraussetzungen, falls Du an ein Mini-Shetty denkst. Wärest Du nämlich groß, müßtest Du überlegen, ob Du bequem sitzen kannst.


    Wenn Du es ganz, ganz leicht haben möchtest, könntest Du z. B. ein Hülsmann-Sulky anhängen mit nicht einmal 25 kg Gewicht und guter Qualität, aber leider auch dem entsprechenden Preis.

    Vergl. auch

    RE: Fundstücke im Netz -gibt es hier schon so ein thema? (#63, knallgelbes Sulky, hier: Spottpreis)


    Dann hätte das Pony eine Last von knapp 80 kg zu ziehen - ein Mini-Shetty von 120 kg - lt. renatus sind das die zierlicheren Typen - zöge dann 2/3 des Eigengewichtes. Nichts sozusagen. Nimmst Du stattdessen ein Maier F016-Sulky (45 kg), zöge es 100 kg. Immer noch sehr, sehr komfortabel.


    Wenn Du Gig und Beifahrer willst, solltest Du aufpassen - ich denke, für die ganz Kleinen ist das auf gar keinen Fall ein Vergnügen im Hang.


    Faustregel: einfaches Körpergewicht für Dauerleistung in anspruchsvollem Gelände. Alle Shetty-Leute einverstanden?

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