• Bei uns sieht man noch sehr viele John Deere aus den 60iger Jahren, gebaut in Mannheim, mit Frontlader ausgestattet, tun ihren Einsatz meist bei Pferdebesitzern oder Hobbyfarmern. Auch gibts hier ein paar wenige Belarus und Kirowetz K700.



    Zurueck zum Thema: Kanada ist eines der wenigen Laender, die mehr Lebensmittel exportieren als importieren. importiert wird vorallem Fruechte, Gemuese und Wein. Es ist nicht so, dass wir hier and Grundnahrungsmittel ausrennen wuerden, wenigstens nicht unverarbeitet. Doch hatten wir kurzzeitig eine Knappheit an Rindfleisch als die 2 grossen Schlachthoefe (zusammen 80% Schlachtkapazitaet von Kanada) kurz nacheinander wegen

    Corona fuer 2 Wochen schliessen mussten. Auch kam es kurzfristig zu einer Knappheit an Verpackungsmaterial, aber da wir eine Starke Petrochemie haben war das schnell wieder aufgeholt.

    Ich war letzthin bei einem Kunden wo unbenutzte Treibhaeuser standen. Er hatte Gemuese angebaut fuer Laeden in der Region. Hier ist alles unter Plastik da wir hoechsten 2 frostfreie Monate haben. Geheizt wurden die Treibhaeuser mit Kohle. Die letzte Regierung hat eine Carbon-Tax eingefuehrt und der Preis der Kohle hat sich (im eigenen Land) verdoppelt. Nun konnte er preislich nicht mehr mit dem Gemuese aus Mexico und Kalifornien nicht mehr konkurrieren und musste den Gemueseanbau aufgeben. Jetzt wird alles Gemuese das ganze Jahr aus dem Sueden angekarrt, soviel zum Thema Umweltschutz...




    Eine Abschaffung des MHD wuerde den Foodwaste erheblich reduzieren...

  • Ich muss Kaidan zustimmen, die meisten Maschinen wurden direkt vor Ort durch die Werkstattteams wieder instand gesetzt. Diese Leute hatten echt was drauf und konnte vor allem improvisieren. Die Probleme mit Ersatzteilen kamen m.W. erst in den letzten DDR - Jahren zum tragen.

    Russen (Belarus) sieht man in unserer Gegend eigentlich noch relativ häufig, meist aber privat. Die ZTs sind inzwischen alle verschwunden. Ich denke das liegt daran das sie für den Privatmann zu groß und mit 90/100 PS für die heutigen Geräte zu klein/schwach sind. Auch Ersatzteile dürften eine Rolle spielen. Ein Milchviehbetrieb in der Nachbarschaft hatte noch lange einen oder zwei 303er im Einsatz und bis vor ca. zwei Jahren liefen da auch noch ein paar W50 und L60 mit Futteraufbau. Auch der K700, welcher noch viele Jahre für das Festfahren des Silos genutzt wurde, ist inzwischen verschwunden.

  • Ich muss Kaidan zustimmen, die meisten Maschinen wurden direkt vor Ort durch die Werkstattteams wieder instand gesetzt. Diese Leute hatten echt was drauf und konnte vor allem improvisieren. Die Probleme mit Ersatzteilen kamen m.W. erst in den letzten DDR - Jahren zum tragen.

    Russen (Belarus) sieht man in unserer Gegend eigentlich noch relativ häufig, meist aber privat. Die ZTs sind inzwischen alle verschwunden. Ich denke das liegt daran das sie für den Privatmann zu groß und mit 90/100 PS für die heutigen Geräte zu klein/schwach sind. Auch Ersatzteile dürften eine Rolle spielen. Ein Milchviehbetrieb in der Nachbarschaft hatte noch lange einen oder zwei 303er im Einsatz und bis vor ca. zwei Jahren liefen da auch noch ein paar W50 und L60 mit Futteraufbau. Auch der K700, welcher noch viele Jahre für das Festfahren des Silos genutzt wurde, ist inzwischen verschwunden.

    Du hast sicher recht. Auch mein Nachbar hatte privat einige Jahre einen Belarus. Die sind handlich und auf der Straße recht flott. Und für ZT wird es kaum noch Ersatzteile geben, außerdem zu groß für privat.. Noch einWort zu den "Ersatzteilspendern". Das war nicht so, dass die halbe Flotte nicht einsatzbereit gewesen wäre. Tatsächlich hatte ja jedes Gerät eine angesetzte Lebenserwartung. War die abgelaufen, wurde die Maschine in den Büchern abgeschrieben, mitunter aber trotzdem weiter im Einsatz - oder wurde zum Ersatzteilspender. Es wurde nichts verschrottet. Man konnte alles noch nachnutzen.

  • Soviel ich weiss wurde im Osten Deutschtlands die Bauern und Kleinunternehmer von der sozialistischen Regierung enteignet. Genaueres weiss sicher kaidan zu berichten.


    Bei uns kaufen die Hutterer Kolonien alles Land zusammen, auf den 40 Kilometern zwischen Wanham und Eaglesham hat es 4 Kolonien denen alles Land gehoert. Da ist auch sonst kein Gewerbe uebrig, denn was sie nicht selber produzieren wird alles im Grosshandel gekauft. Die Idee in einer Kommune zu leben ist eigentlich gut, man muss sich um nichts sorgen. Aber ich sehe auch die Probleme. Weil alles allen gehoert, hat auch jeder das Gefuehl dass er das Eigentum der Kolonie (Diesel, Schweine, Gemuese usw.) ausserhalb der Kolonie gegen Schnaps, Tabak usw. eintauschen kann. Jetzt hat das Oberhaupt der Kolonie ein Kamerasystem instaliert, wo er zu jederzeit mit seinem Mobiltelefon die Kolonie ueberwachen kann, damit die eigenen Leute nicht klauen.


    Kommunismus und Ueberwachungsstaat gehoeren offenbar unweigerlich zusammen...

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    Die Doku ist schon ein paar Jahre alt und es gibt weitaus erklärende ...

    :) Fahren ja: aber mit Verstand :)

  • Kutscher

    Danke. Ich fand diese Domentation sehr erhellend.


    Rossknecht

    Persönlich finde ich die Idee von Gemeineigentum faszinierend, kenne aber in der Praxis und aus der Geschichte kaum funktionierende Modelle. Es ist sehr, sehr schwierig, verlangt großen Idealismus und viel Opferbereitschaft, zuletzt auch noch viel Verhandlungsgeschick, um die aufkeimenden Gerechtigkeitsfragen zufriedenstellend zu lösen. Und das in einer Umgebung, die verständnislos bis feindlich ist. Ottilie Normalmensch ist dort hoffnungslos überfordert und recht wahrscheinlich bald unglücklich. Es würde aber einige Probleme lösen, wenn es klappte - keine unnützen Doppel- und Dreifachanschaffungen, kein Streit aus Besitzneid, die Möglichkeit, Arbeit und Besitz mit Rücksicht auf die betroffenen Menschen zu verteilen... Nun ja, es ist in der Praxis halt kaum möglich: wer das nicht überzeugt tut, fängt bald an, Schweine zu klauen. Und flexibel ist das Ganze auch nicht - man kann nicht einmal probeleben und sich das Ganze dann anders überlegen. Das wäre meine Hauptforderung an solche Systeme - so könnte jeder, der sich nicht wohl fühlt, wieder heraus und nur die, die wirklich überzeugt sind von der Idee, blieben zurück. Das müssen wir aber verschieben, bis wir besser digitalisiert sind und diese komplexen Vorgänge auf Knopfdruck funktionieren. ;)


    Doch zurück zum Selbstversorgungsgrad - Du warst so freundlich, die Verhältnisse in Kanada zu schildern.

    Bisher habe ich nicht herausfinden können, wie diese Zahl berechnet wird. Es muß zu tun haben mit den Im- und Exporten von Lebensmitteln, aber es wäre interessant, Einzelheiten zu wissen. Geht es pauschal um Gemüse und zählt der im Norden produzierte Kohl so viel wie die Aubergine aus dem Süden, die Nord-Gerste so viel wie der Reis? Es ist unrealistisch anzunehmen, daß man verwöhnte und reiche Einwohner nördlicher Gefilde überzeugen kann, sich lediglich von heimischen Produkten zu ernähren. Ich habe es ernsthaft selbst versucht und bin sicher leidensfähiger als der durchschnittliche Aldi-Kunde: es geht selbstverständlich, aber schön ist es nicht.

  • Ich denke die Zahlen sind meist nacht dem Wert berechnet, manchmal auch nach Gewicht, je nachdem was im Interesse des Auftaggebers der Erhebung ist. Eine Erhebung des Naehrwertes (Kalorien) waere schwierig, bei Salat unmoeglich.

    Ardennerin ist den Karotten und Sauerkraut nicht genug Abwechslung? :tongue:


    Die Lebensweise der Amisch beruht auf einen (mehr oder weniger) freiwilligen Verzicht oder Einschraenkung der Mobilitaet. Das koennte in der "normalen" Gesellschaft nur erreicht werden mit einer massiven ( x10) Besteuerung der Treibstoffe oder oder Grenzen mit hohen Importzoellen. Ziemlich schwierig eine Mehrheut dazu finden.



    Wenn ich einen Haufen Geld haette, wuerde ich ganz sicher auch in Land investieren, denn Land wird je laenger je knapper...


    In der Schweiz gilt das Baeuerliche Bodenrecht, wo die Bodenpreise fuer Ladwirte auf einem akzeptablen Niveau haelt. Hierr in Canada muss man wenigstes Wohnsitz im Land haben um Landwirtschaftsland haben, denn die Chinesen wollten auch schon alles aufkaufen... Es reicht schon das viele verarbeitende Beriebe in auslaendischem Besitz sind.

  • Da ist sicher etwas von dran, Rossknecht.


    Ich halte es durchaus für möglich, sich von heimischen Erzeugnissen zu ernähren - ich habe noch die Erzählungen meiner Mutter im Ohr, die den letzten Krieg miterlebte und auch selbst sich dafür interessiert hat, wie unsere Vorfahren gelebt haben. Also - besonders erfreulich schien es nicht gewesen zu sein.


    Ich habe sogar Steckrüben etwas Leckeres abgewinnen können, habe aber nach Kaffee und Orangensaft gelechzt.

  • Ich habe festgestellt das ich weniger das Koffein als den bitteren Geschmack brauche zum wach werden. Dafür ist der Lupinenkaffe ganz gut. Wir nehmen den zum Filtern. Den Instant mag ich genausowenig wie bei Kaffee.

    Wir halten es mit allem (offensichtlich) eingeführten so, das es als Luxus/mal was besonnderes gilt.

  • Also - neuer Versuch! Nicht, daß es hier genauso ist. Auf zum Bioladen, oder wo gibt es Lupinenkaffee?


    Ansonsten gefällt mir die Idee, daß es Herkömmliches zu besonderen Gelegenheiten gibt. Das verhindert, daß man vor lauter verbissenem Verzicht schlechte Laune bekommt, nicht?

  • Soviel ich weiss wurde im Osten Deutschtlands die Bauern und Kleinunternehmer von der sozialistischen Regierung enteignet. Genaueres weiss sicher kaidan zu berichten.

    Das ist so nicht richtig. Enteignet wurde Großgrundbesitz über 100ha, also im wesentlichen die Güter. Grundlage der Enteignung war ein Volksentscheid. Da es ja viele bäuerliche Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten gab, also viele Landhungrige, war es kein Wunder, dass es dafür breite Zustimmung gab. Zudem war die übergroße Mehrheit der Gutsbesitzer ohnehin in den Westen geflohen, ebenso wie Großbauern. Jeder Landlose (Landarbeiter, Flüchtlinge) konnte sich um ein Stück Land bewerben. Der enteignete Großgrundbesitz wurde aufgeteilt. Das Land wurde Eigentum so wie es zugelost wurde. Das war die demokratische Bodenreform. Das Ergebnis hatte auch nach der Wende bestand, da demokratisch zustande gekommen und auch nach bundesdeutschem Recht möglich.
    Der zweite Schritt war die Kollektivierung der Landwirtschaft.
    Das gross der bäuerlichen Landwirtschaft wurde nicht enteignet, sondern die Bauern schlossen sich mehr oder weniger freiwillig zu Genossenschaften zusammen, wobei es anfangs 3 Typn gab. In Typ I wurden lediglich die Ackerflächen zusammengelegt. Die ersten Genossenschaften gründeten sich sogar durch bäuerliche Eigeninititiative ohne den Segen der Obrigkeit, einfach aus der Notwendigkeit heraus. Mit kleinteiliger Landwirtschafft war in Ost wie West kein Volk mehr zu ernähren. Im Westen gab es bekanntermaßen ein Bauernsterben, das bis heute anhält. Wachsen oder weichen. Die Kollektivierung hat den Ostbauern dieses Schiksal erspart und hatte für den Einzelnen auf jeden Fall mehr Vorteile als Nachteile (geregelte Arbeitszeiten, Urlaub, Deputat, Gewinnausschüttung am Jahresende, sicherer Lohn ) Genossenschaften waren keine Staatsbetriebe, sondern Land und Kapital war Eigentum der Genossenschaftler. Entsprechend konnte es auch nach der Wende wieder auseinanderdividiert werden. Es gibt aber Genossenschaften, die bis heute bestehen - je nach dem, wie die Vollversammlung entschieden hat und der Einzelne.

    Kommunismus und Ueberwachungsstaat gehoeren offenbar unweigerlich zusammen...

    Zum ersten: Kommunismus hat es nie in irgend einem Land gegeben. Das war ein nie erreichtes Fernziel. Der Begriff wird ständig missdeutet.
    Was es gab, war Sozialismus, der allerdings gesellschfatliches Eigentum an den meisten Produktionsmitteln einschloss, iclusive vorausgegangener Enteignung..

    Und ob Sozialismus und Überwachungsstaat zwingend zusammengehören? Es gab und gibt auch Überwachungsstaaten, die nicht sozialistisch waren. Auch heute ist die Überwachung - zumindest von den Möglichkeiten her, viel umfassender. Google weiß mehr über mich als jemals die Stasi.
    Der Knackpunkt ist - so sehe ich das - wie es zu einem sozialistischen Staat kommt. Da kommt die Leninsche Revolutionstheorie ins Spiel, die genau zu so einem Überwachungsstaat führt, weil nicht durch eine demokratische Mehrheit zustandegekommen. Wäre das so, bräuchte es keine Überwachung.
    Allerdings scheint es, dass das kapitalistische System eine sozialistische Entwicklung auf demokratischem Wege überhaupt nicht zuläßt. Gibt es irgendwo Ansätze, kommt es gleich zu Putsch und Staatsstreich.

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