Shetlandpony aufpäppeln

  • Hallo, ich hätte da mal ne Frage an die Ponyfraktion (und natürlich alle anderen): Normalerweise sind die Shetties ja immer zu dick. In diesem Fall bleibt ein 30 jähriger Wallach nach dem Winter gegenüber seinem 15 jährigen Kumpel mager. Die Zähne wurden kontrolliert und auch z.T. entfernt, das dürfte die Hauptursache gewesen sein. Aber trotz Fütterung mit Heucobs, Müsli etc. tut sich nicht viel am Aussehen. Ich hab schon vorgeschlagen, es mal mit Luzernecobs, Haferflocken und Leinöl zu probieren. Habt Ihr noch Ideen? Das Tier macht einen gesunden Eindruck, hat Appetit und bekommt genug Heu und auch Weidegang.

    Gruss FRITZ

  • Wenn das Pferd eigentlich zunehmen müßte und die gesundheitlichen Baustellen beseitigt sind, könnte man einen genaueren Blick auf das Freßverhalten werfen.


    Vielleicht erinnert sich die Eine oder Andere an mein Warmblut-Päppelpferd: da war das Ganze eine Mixtur aus verschiedenen Problemen. Das Tier konnte gar nicht richtig fressen, weil es die Nase bis über die Nüstern in den flüssigen Futterbrei steckte, an dessen Gabe ich die Besitzerin zunächst nicht hindern konnte. Dann stand er so unter dem Pantoffel einer hochrangigen Weidepartnerin, daß er keine Ruhe hatte, sein Futter zu verzehren. Trakehnerwallach klapperdürr, 1,22m-Pony gefährlich fett.


    Ich würde die Energie in einer Päppelration für ein Shetty hauptsächlich über Fette (z. B. gutes Leinöl) zuführen und nicht über Getreide - die zu verdauende Stärkemenge könnte ein Shetty überfordern. Aber wenn Getreide, dann gerne Hafer, weil die dort enthaltene Stärke im Vergleich zu anderen Getreidesorten leicht verdaulich ist. Was im einzelnen möglich ist, ist individuell. Fettfütterung langsam beginnen, damit sich das Verdauungssystem darauf einstellen kann.

    Edited once, last by Ardennerin ().

  • Wurmkur

    Genau,

    Wir hatten auch so ein Fall, nur vieeel jünger, eine dreijährige Hannoveranerstute.

    Der TA hatte nix finden können, trotz Kotprobe und entwurmt ist sie auch worden.

    Sie ist dann zur Ausbildung in einen anderen Stall gekommen, mit einem anderen TA.

    Der hat Lungenwürmer entdeckt. Er sagt die Äppel auflesen und untersuchen hilft in dem Fall nichts, die muß man direkt entnehmen.

    Mit was sie dann behandelt wurde, weiß ich nicht mehr, ist schon zu lange her...

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Jupp, Würmer sind mir auch grad wieder beim hund untergekommen, alter Omihund wegen sehr engem Zusammenleben mit mensch regelmäßig entwurmt und ansonsten völlig fertig: Herz, Leber, niere um paar baustellen größerer Art zu erwähnen, Hundi ist 13, jack russel. Xfach vorbehandelt von elitärer Tierklinik aufgegeben bis ein ordinärer feld,wald, Wiesen-Ta die Entwurmung wechselte und Hundi Wurmbälle geschiessen hatte...

    Ich würd über Quetschhafer gehen und außerdem mich an Rehespezialisten in punkto Fütterung wenden, damit das bei klapprig nicht arbeitsfähig, nicht zuviel Energie wird.

  • ich bin gewissermaßen Spezialist für alte Pferde. Meine werden alle über 30.
    Zähne und Entwurmung wurden ja schon genannt. Ab bestimmtem "Verbrauch" ist an den Zähnen nichts mehr zu machen. Die werden gewissermaßen alle, sind aufhebraucht. Heu fressen ist dann nicht mehr, auch wen sie tun als ob. REICHLICH!- Heucobs (die guten für Senioren) z.B. Prealpin, einweichen einige Stunden, so dass sie zerfallen aber nicht matschig werden.
    Alten Pferden, die erst mal runter sind, fehlt es an Muskulaur. Sie brauchen vor allem Eiweiß, also Zuchtstutenfutter und Fohlenstarter. KEIN SENIOREN-Futter!
    Diese Mischungen sind auf Pferde zugeschnitten, die noch keine Alterswehwehchen haben sondern nur keine Arbeit mehr, die also runterdosiert werden.
    Die wirklich Alten brauchen aber viel Eiweiß und auch Energie. Geschrotete Gerste ist geeignet für Ponys. Für den Magen und Fettversorgung 1 x die Woch Mash mit frisch gequollenen Leinsamen. Leckschale nicht vergessen. Wenn er noch kauen kann, dann sind auch die Luzerne compact-packen gut, da Eiweißreich. Sonst Luzernepelets.
    auf jeden Fall abgeteilt separat füttern und viiiiel Zeit lassen.

  • Auf jeden Fall wichtig, gutes organisches Mineralfutter. Ich habe die Mängel bei meiner Stute über eine Haarwurzelanalyse herausbekommen.

    Ich habe immer Mineralfutter gegeben, trotzdem hatte sie Mängel, da Stoffwechselkrank.

    LG

  • Auf jeden Fall wichtig, gutes organisches Mineralfutter. Ich habe die Mängel bei meiner Stute über eine Haarwurzelanalyse herausbekommen.

    Ich habe immer Mineralfutter gegeben, trotzdem hatte sie Mängel, da Stoffwechselkrank.

    LG

    Zur Aussagekraft solcher Untersuchungen siehe hier:
    https://www.test.de/Haaranalys…igezogen-1206409-2206409/


    Übrigens bringen auch Blutanalysen nicht viel. Die Werte sid da zwar verläßlich, aber z.B. zu niedrige Werte oft kein Ausdruck von Unterversorgung, sondern eben von Stoffwechsestörung, der auch nur sehr begrenzt durch Mehrgaben ausgleichbar ist.



    Mineralfutter sollte man besser nicht ans Futter geben und auch nicht als Pellets oder Briketts aus der Hand sondern zur freien Aufnahme. Separat noch Salzleckstein.

  • Zur Aussagekraft solcher Untersuchungen siehe hier:
    https://www.test.de/Haaranalys…igezogen-1206409-2206409/


    Übrigens bringen auch Blutanalysen nicht viel. Die Werte sid da zwar verläßlich, aber z.B. zu niedrige Werte oft kein Ausdruck von Unterversorgung, sondern eben von Stoffwechsestörung, der auch nur sehr begrenzt durch Mehrgaben ausgleichbar ist.


    "Solche Untersuchungen" läßt man auch nicht in der nächsten Apotheke machen, die sich an ein unbekanntes Labor wendet, sondern beauftragt seriöse Dienstleister mit langjähriger Erfahrung und guten Referenzen. Ich wende mich z. B. an traceelements (Dr. Dübbert, Heist) in diesen Dingen.


    Selbstverständlich sind Referenzbereiche immer im Fluß und abhängig vom Stand der Forschung, möglicherweise differieren sie sogar von Labor zu Labor ein wenig. Tatsache aber ist, daß eine Haarmineralanalyse mehr als eine Blutuntersuchung aussagen kann, da sie die Mineralversorgung des Tieres in den letzten Wochen abbildet und nicht den momentanen Zustand. Von der Schwierigkeit, zuverlässig anzugeben, wieviel welchen Stoffes eigentlich wünschenswert ist, will ich nicht sprechen.


    Und keinesfalls will ich dazu raten, die "Empfehlungen" wortgetreu zu befolgen, sondern die Werte und ihre Verteilung genau zu studieren und für die eigene Rationsplanung bzw. Gesundheitskontrolle als Grundlage zu nehmen. In der Humanmedizin steht der Arzt zwischen den Laborergebnissen und der Patient*in, hier ist eigene Kompetenz bzw. Beratung gefragt.


    Quote

    Mineralfutter sollte man besser nicht ans Futter geben und auch nicht als Pellets oder Briketts aus der Hand sondern zur freien Aufnahme. Separat noch Salzleckstein.

    Es gibt dazu durchaus kritische Stimmen, z. B.

    Mineralbar für Pferde - der Tod auf Raten!?
    Mineralbars für Pferde werden immer beliebter. Freudig werden Fotos auf Facebook oder Instagram gepostet, auf denen hübsche bunte Steine, Pulver und Kräuter in…
    www.natuerlich-pferd.com


    Gerade wenn ich mir die Schwierigkeit der Robustpferdehalter vor Augen führe, für eine ausreichende Zinkversorgung zu sorgen, kann ich diesen Ideen wenig abgewinnen. Aber das tut natürlich jede*r, wie sie mag.

    Edited once, last by Ardennerin ().

  • Selbstverständlich habe ich Deine Quelle gelesen, kaidan! :saint:


    Und ich wiederhole, um einer fruchtlosen Diskussion aus dem Weg zu gehen, daß das jede*r hält, wie sie möchte. Ich kenne mittlerweile einige kritische Stimmen, die sich auf die humanmedizinische Anwendung beziehen.


    ... Stunden später ;)

    Vor lauter Eifer in der Argumentation habe ich glatt vergessen, die Kernfrage zu stellen: wie, liebe kaidan, schlägst Du vor, soll man denn an Werte kommen, wenn Du die Haarmineralanalyse in Bausch und Bogen ablehnst und sagst, daß auch Blutanalysen für diese Zwecke nicht gut taugen?


    Es ist ja nicht so, daß ich auf Haaranalysen bei Pferden bestehen würde, auch wenn ich behaupte, daß viele Einwände dort weniger bis gar kein Gewicht haben, so z. B. die Verfälschung durch Pflegeprodukte. Wie gesagt, ich spreche von einer Art Mineralstatus, nicht von irgendwelchen Diagnosen, Empfehlungen, etc. ...


    PS. Dieses ERT-Wiki - ich kenne es nicht. Kein Impressum habe ich finden können. Allerdings steht die Seite offensichtlich in Zusammenhang mit Yandex.ru - das ist i. d. R. keine Empfehlung. Was ist das?

    Edited 2 times, last by Ardennerin ().

  • Blutanajyse gibt zumindest Werte, die vergleichbar sind und Richtwerte, also auf jeden Fall besser als Haaranalysen. Ob es um Mensch oder Tier geht ist bei der Bewertung unerheblich.
    Wenn der TIERARZT abweichende Werte feststellt, wird er nach Ursachen suchen. Die müssen nicht in der Fütterung zu suchen sein. Bei halbwegs normaler 8015 Fütterung kommt es nicht zu schwerwiegenden fütterungsbedingten Defiziten. Es wird heute viel zu viel Theater um die Fütterung veranstaltet.

    Ich habe eine Haarwurzelanalyse machen lassen. Das ist sicher ewas anderes, als abgeschnittene Haare.

    LG

    Tatsache ist, dass die Mineralien im Haar in unterschiedlichen Abschnitten, aber auch an unterschiedlichen Körperstellen variiert und dass es so oder so keine definierten Richtwerte gibt.

    Die Haarwurzel taugt für genetische Analysen oder zur Diagnostik bei Haarausfall. Wir haben damit - so empfohlen vom Zuchtverband - den genetischen Fingerabdruck unserer Araber bestimmen lassen. Auch Hungerzustände sind anhand von Haaren nachweisbar, weil Defizitei der Proteinversorgung Spuren hinterlassen.

  • kaidan


    Vorausgesetzt, das Labor arbeitet ordentlich - das war einer der Kritikpunkte, nicht? - hast Du nach einer Blutprobe vergleichbare Ergebnisse. Die Richtwerte aber sind dort möglicherweise besser standardisiert, aber ob sie deshalb "richtiger" sind, muß im Einzelfall geprüft werden. Du kennst sicher die Diskussion um die Selen-Werte, nicht? Will sagen - ich kann Dir leider nicht völlig zustimmen und sagen, daß eine Blutanalyse grundsätzlich "besser" ist.


    Und es scheint auch so zu sein, daß menschliches Konsum- und Körperpflegeverhalten die Ergebnisse der Haarmineralanalyse beeeinflußt - es ist z. B. von Shampoo-Rückständen die Rede. Ich habe vorausgesetzt, daß Pferde diesen Prozeduren nicht unterzogen werden, aber vielleicht kann man das allgemein nicht sagen. Meine zumindest werden nicht chemisch behandelt.


    Nichtsdestoweniger - wenn Du ein Verfahren kennst, das bessere Rückschlüsse auf die Nährstoffversorgung zuläßt, bin ich sehr interessiert.


    Und noch etwas - wie gerne würde ich glauben, daß normale "08/15-Fütterung" mein Pferd mit allem Nötigen versorgt! Zumindest in meinem Fall scheint das nicht so zu sein: Nahrungsspezialisten, die u. U. lange Zeit wenig Bewegung haben und statt Weidegang zu genießen auf Sandpaddocks leben... Wenn ich mich nicht ausgesprochen mühe, habe ich kranke Pferde. Also - so allgemein kann man das kaum behaupten; es ist nicht mehr wie früher.

  • Und noch etwas - wie gerne würde ich glauben, daß normale "08/15-Fütterung" mein Pferd mit allem Nötigen versorgt! Zumindest in meinem Fall scheint das nicht so zu sein: Nahrungsspezialisten, die u. U. lange Zeit wenig Bewegung haben und statt Weidegang zu genießen auf Sandpaddocks leben... Wenn ich mich nicht ausgesprochen mühe, habe ich kranke Pferde. Also - so allgemein kann man das kaum behaupten; es ist nicht mehr wie früher.

    Also mit gutem Heu + evtl. einer Mineralleckschale sollte ein Steppentier doch versorgt sein. Vielleicht bringt gerade eine Fütterung quasi aus der Apotheke mehr durcheinander als sie gut macht?
    Ich kenne es eigentlich so, wenn man Defizite vermutet, dass man das Heu analysieren läßt. Es gibt auch in bestimmten Gebieten bekannte Mängel im Heu, die sich direkt auf den Boden wo es wächst zurückführen läßt.
    Aber wie gesagt: Bei irgendwie krankhaften Zuständen nützen alle Richtwerte, Bedarfswerte und Analysen nichts, wenn in der Zelle das Gebotene nicht ankommt.
    Haltung auf engen Paddocks mit wenig Bewegung ist auch nicht gut. Ich habe seit Jahren keine Portions- oder Umtriebsweide mehr sondern Standweide, damit sie auch mal die 700m-Länge abgaloppieren.

  • HeiBo

    Da hast Du völlig Recht! So sehr ich meine Shetlands auch liebe und so viele Vorteile sie in meiner Situation auch haben - s. meine Zweispänner-Geschichte - so weiß ich nicht völlig sicher, ob ich noch einmal mit der Shetty-Haltung beginnen würde. DRP wäre viel, viel einfacher gewesen.


    Aber - es gibt Untersuchungen der Heuqualität über die Jahre, die besagen, daß das Heu heute mitnichten mehr die Nährstoffdichte aufweist wie das Heu früher. Man führt das u. a. auf die ausgelaugten Böden und die Gräserzusammensetzung der Wiesen zurück.


    kaidan

    Nur, damit Du Dich nicht unnötig besorgst. Paddock ja, aber eng nicht. Sie können durchaus galoppierend ihre Runden drehen, wenn sie das wollen. Nur Wiese ist eben gestrichen. Ich würde auch gerne aufmachen - mein Leben wäre leichter:-;

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