Hüftprobleme - Arthrose oder was auch immer

  • Mein Fahrpony hat Hüftprobleme, wie es aussieht.

    Spat wurde ausgeschlossen, bei einer osteopathischen Behandlung wurde das Problem erkannt und jetzt auch noch einmal durch die Beobachtungen meiner Hufbearbeiterin bestätigt. Nennenswerte Probleme im Rücken gibt es keine.

    Auch im Knie scheint alles zu funktionieren.


    Ein Hinterbein kann nur mit Schwierigkeiten vorgeführt werden, auch die seitliche Abstreckung funktioniert nicht gut.

    Der TA hat sich mehr oder weniger geweigert, da weiter zu behandeln und hatte als Vorschläge entzündungshemmende Spritzen ins Gelenk in petto, riet aber eher ab. Röntgen nur liegend in der Tierklinik.


    Jetzt im nassen Herbstwetter ist zu beobachten, daß sich das Tier, obwohl eingedeckt, nicht besonders wohlzufühlen scheint. "Reduzierter Allgemeinzustand" nennt man so etwas.;)


    Ich gebe ihr Grünlippmuschelextrakt und Teufelskralle - Wirkung muß ich noch abwarten.


    Gehe ich recht in der Annahme, daß damit die Karriere als voll einsatzfähiges Fahrpferd beendet ist und ich ihr alternative Beschäftigungen suchen muß?


    Das Ganze ist mir beim Fahren erst so richtig aufgefallen und ich hatte hier bereits davon berichtet, daß das Pony vor dem Sulky seltsam geht, so daß der Sulky wie betrunken schwankte. Es kam letztlich so weit, daß sie sich schlicht weigerte zu ziehen. Weder Trainings-, Erziehungs- noch Wegezustand gaben dafür den geringsten Anlaß, Anspannung ist auch nach bestem Wissen gemacht. Einfach weitermachen möchte ich so nicht.

    Edited 2 times, last by Ardennerin ().

  • Hallo Ardennerin

    Ich bin zwar kein Fachmann aber ich würde es mal mit Rotlicht und wärme und unter Solarium stellen. Vielleicht kann man es auch mal mit Akupunktur versuchen. Natürlich nicht alles auf einmal gut Ding braucht weile. Ich gehe immer von mir selbst aus was würde mir gut tun wenn ich Hüftschmerzen habe .

    Viel Erfolg und alles Gute für dein Pony

    Lg H.P.

  • Hallo!

    Hatten jetzt mit dem Haffi von Frau ihrer Reitbeteiligung Probleme mit dem Knie. Arthrose!

    Wir haben Weide gefüttert, Mineralfutter gegeben und viel Bewegung. Jetzt ist es fast wieder gut.

    In der Weide, die Junge Rinde ist Aspirin, Mineralfutter wird zur bildung der Gelenkschmiere gebraucht.

    Das mit dem Bewegen hab ich auch erst gelesen, die Schmiere bildet sich nur beim Bewegen. Also haben wir sie jeden Tag schonend Bewegt.

    Das sind meine Erfahrungen!

    Gruß Andreas

    PS meine Frau ist schon wieder auf ihr geritten!!!

  • Bei meinem früheres Pferd wurde mit etwa 17 Kniearthrose diagnostiziert. Man hat schon vorher gemerkt, dass ihm das Ziehen einer Kutsche nicht mehr so Spass macht, hingegen Reiten schon. Nach der Diagnose bekam er täglich Acetylsalicylsäure (Aspirin) um die Schmerzen zu lindern. Angespannt haben wir ihn nie mehr, aber meine Tochter ist bis kurz vor seinem Ableben (mit 23) 2-3 mal pro Woche ausgeritten, Man hat schon gemerkt, dass er eine gewisse Zeit brauchte, bis er angelaufen war, aber es hatte ihm sichtlich Spass gemacht.

    Im weiteren hat er offensichtlich selbst gemerkt, dass Bewegung gut für ihn war, in seinem kleinen Auslauf, zu dem er von seiner Boxe aus freien Zugang hatte, ist er täglich viele Stunden herum marschiert.

  • Danke - Aspirin ist noch ein Super-Tip (oder Weide)! Wenn Siros Pferd das sechs Jahre lang vertragen hat, könnte ich es auch versuchen. Wie habt ihr dosiert - Menschenmenge hochgerechnet? Obwohl sie Offenstall mit großem Auslauf hat, sehe ich sie jetzt fast nur im Stall. Selbst Spazierengehen auf der Straße ist nicht das Richtige.


    Für die Wärmetherapie ist das Material schon bestellt - ich hoffe, daß morgen geliefert wird. Sobald wir umgezogen sind, kann sie dann täglich unters Rotlicht.

  • Vorsicht mit Aspirin - kann bei Langzeit-Gabe Magenblutungen verursachen bzw. bestehende Geschwüre verschlimmern. Weidenrinde ist schonender, da sie eine Vorstufe des Aspirins enthält, welches erst nach der Magenpassage gebildet wird. Wenn Aspirin, dann unbedingt mit Süssholz kombinieren (als Magenschoner), oder mit Leinsamen. Langfristig als Entzündungshemmer Curcuma, Weihrauch, Teufelskralle, Scrophularia (Braunwurz, in der Wirkung der Teufelskralle ebenbürtig), Reishi-Pilz oder Zeel, und zum Knorpel-Erhalt Cosequin, MSM, Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure, oder auch die gute alte Gelatine.


    Für Arthrosen ist tatsächlich ständige (leichte!) Bewegung das beste. Der Spruch "wer rastet, rostet" bezieht sich auf Arthrosen. Also Bewegungsstall, Winterweide (allerdings mit Regendecke, Wärme hilft), Paddocktrail, Handpferd, Kinderreiten, aber für den Moment weder reiten noch fahren.


    Wärme tut der beteiligten Muskulatur gut, und Akupunktur kann ebenfalls helfen; das darf auch kombiniert werden (ob als Moxa oder als Infrarot), auch mit diversen oben genannten Futterzusätzen. Bei AkP aber daran denken, dass sie im ersten Schritt auch als Entzündungshemmer wirkt, d.h. unter der Wirkung kann sich das Pferd problemlos überanstrengen.

  • Danke, souris - Du bist wirklich ein Schatz!


    Dann bin ich mit Offenstall, Decke, Teufelskralle und GSM ja schon nicht ganz verkehrt. Ich werde mich um Weide und Gelatine bemühen. Derzeit wird sie nicht gefahren und schon gar nicht geritten.


    IR-Strahler sind bereits am Stall und müssen nur noch montiert werden.

    Ich werde die Wirkung abwarten und habe dank Deiner Tips ja noch Alternativen, die ich auch versuchen könnte.


    Das Pony dankt!

  • Wie habt ihr dosiert - Menschenmenge hochgerechnet?

    Die Dosierung war pro Tag 1g/100 kg. Im Weiteren haben wir selbstverständlich nicht Asprintabletten, sondern Acetylsalicylsäure als Pulver unter das Kurzfutter gemischt.

    Ob Weidenrinde eine gute Alternative ist muss jede/r selbst entscheiden. Ich habe soeben einen ziemlich kritischen Beitrag gelesen: https://www.medizin-transparen…e-alternative-zu-aspirin/

    Und auch zu den andern angegebenen pflanzlichen und anderen "Heilmitteln" gibt es keine Studien, die ihre Wirksamkeit belegen. Wir haben auch am Anfang, auf Anraten des Tierarztes, Ingwer verfüttert, aber eine effektive Wirkung haben wir erst nach der Gabe von Acetylsalicylsäure festgestellt.

    Ich möchte hier keine Diskussion um alternative Medizin entfachen. Es gibt sicher pflanzliche Stoffe, die heilende Wirkung haben. Ob das besser ist als synthetische Heilmittel muss jede/r für den entsprechenden Fall selbst entscheiden.

    Edited once, last by Siro ().

  • Das meiste wurde ja schon geschrieben. Acetylsalicylsäure wirkt neben schwerzlindernd auch blutverdünnend. Das verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und hilft, Entzündungsprodukte zügig abzutransportieren. Meine Stute bekam in der Klinik als Magenschutz Pantoprazol dazu.
    Ich glaube, ich würde sie dennoch im Sulky fahren, denn Bewegung ist bei Artrose sehr wichtig, damit das Gelenk nicht versteift. Wenn die akute Entzündung abgeklungen ist, gibt es meist keine Probleme mehr. beim Fahren erst im Schritt warm fahren, dann Zuckeltrab, immer schön geradeaus. Keine engen Wendungen (darum auch lieber nicht longieren), keine großen Steigungen, möglichst auf Asphalt, damit es rollt. Evtl. Hufschuhe mir stoßdämpfender Einlage.
    Ich würde auch richtig warm eindecken und mit wärmenden Einreibungen arbeiten. Diese Phase durchlaufen die meisten älteren Pferde.Aber die Schmerzzustände vergehen wieder. Nicht gleich abschreiben.

  • es ist doch immer wieder interessant: wenn eine synthetisch entwickelte Substanz Nebenwirkungen hat, mögen sie noch so schlimm sein, werden sie akzeptiert; aber wenn zu Naturheilmitteln keine Untersuchungen existieren, werden sie von der Pharma-Mafia verdammt. Ich bin wahrlich kein Verschwörungsanhänger, aber nach einem Leben mit der Schulmedizin sind mir doch einige Lichter aufgegangen. Ich habe u.a. Ausbildungen in Phytotherapie, Mykotherapie, und Akupunktur (alles für Tiere). In meiner Praxis wende ich trotzdem hauptsächlich Schulmedizin an, im Wissen, dass ich damit in erster Linie Symptome bekämpfe und verschleiere. Die Leute wollen das, sie erwarten, dass es dem Tier am gleichen Abend noch besser geht. Vieles heilt dann auch ab, trotz tierärztlicher Intervention. Aber bei chronischen Krankheiten versagt die Schulmedizin kläglich, und da beginnt das grosse Feld der komplementären Therapien, die hier (gewisse von ihnen, in gewissen Fällen) eben noch Heilung, oder wenigstens Besserung der Lebensqualität, mit einem Minimum an Nebenwirkungen erreichen können. Die chronischen Krankheiten sind aber eine sehr wesentliche Einnahmequelle der Pharmariesen...


    Pflanzliche Substanzen sind zum grössten Teil für die Pharma uninteressant, da nicht patentierbar. Also werden auch keine Studien dazu finanziert - also gibt es kaum Studien.


    https://www.weidenrinde.info/


    Bei Hufrehe haben wir übrigens an der Uni- Klinik alle 3 Tage 1g Aspirin gegeben (auch als Tabletten, kein Problem), Bei der Menge ging man davon aus, dass sie die Blutgerinnung im erwünschten Mass hemmte, aber sonst nur wenig unerwünschte Wirkungen zeigte.

  • trotzdem hauptsächlich Schulmedizin an, im Wissen, dass ich damit in erster Linie Symptome bekämpfe und verschleiere. Die Leute wollen das, sie erwarten, dass es dem Tier am gleichen Abend noch besser geht. Vieles heilt dann auch ab, trotz tierärztlicher Intervention.

    :tongue::tongue:



    Aber bei chronischen Krankheiten versagt die Schulmedizin kläglich, und da beginnt das grosse Feld der komplementären Therapien, die hier (gewisse von ihnen, in gewissen Fällen) eben noch Heilung, oder wenigstens Besserung der Lebensqualität, mit einem Minimum an Nebenwirkungen erreichen können.

    Ein derartiges Urteil darf nur aus berufenem Mund kommen. Aber meine Erfahrungen unterstützen diese Aussage.

    Der schulmedizinisch behandelnde Tierarzt, den ich gebeten hatte, hat stillschweigend seine Konsequenzen gezogen und wohl in Anbetracht des Verhältnisses von Aufwand und Wirkung keine Vorschläge für eine weitere Diagnostik oder gar Therapie machen wollen. Ich war im ersten Moment recht verzweifelt - man sieht sein Tier leiden und der Fachmann zuckt die Achseln.


    Umso dankbarer bin ich für die Vorschläge von souris gewesen - wenn es denn so ist, wie es aussieht, soll das Tier wenigstens ein Leben mit bestmöglicher Qualität haben. Sie ist gerade 10 Jahre alt.:(

  • Na ich weiß nicht: Ein großer Teil auch schulmedizinischer medis beruht auf Pflanzenwirkstoffen oder deren chemische Nachbildung. sogar meine Chenotheraphie seinerzeit bestand aus Eibenextrakt.
    Die ganze Pflanze ist für die Medizin nur deshalb uninteressant, weil der Wirkstoffgehalt sehr unterschiedlich sein kann. Die Pharmaindustrie beschäftigt sogar regelrechte Pflanzen-Hunter, die weltweit unterwegs sind auf der Suche nach natürlichen Wirkstoffen.
    Die Schulmedizien macht einfach dann halt, wenn nichts mehr verbürgt ist. Kann auch nicht anders sein, denn wer hält schon seinen Kopf hin, wenn's schief geht.
    Man sollte auch nicht vergessen, dass pflanzliche Substanzen starke Gifte sein können und zwar für verschiedene Tierarten unterschiedliche Substanzen.Woher nehmt ihr die Gewissheit, dass sogenannte Naturheilmittel prinzipiell nebenwirkungsarm sind?

    Der Wikipediabeitrag zu Arthrose bringt interessante Aspekte zum Thema Behandlung. https://de.wikipedia.org/wiki/Arthrose

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