Pflügen mit tiergezogenen Scharpflügen

  • Folgendes möchte ich vorausschicken:

    Das Lesen einer amerikanischen Veröffentlichung hat mich auf die Idee gebracht hier einen Schwerpunkt "Pflügen" anzufangen.

    Eure Fehlerkorrekturen, Fragen, Ideen, Verbesserungen, Erfahrungen, Ergänzungen sind durchaus erwünscht; nein, diese Informationssammlung kann in keinster Weise die Praxis ersetzen, aber hilft vielleicht beim theoretischen Hintergrund und regt hoffentlich zur Diskussion an ...


    sehr frei übersetzt aus einer Veröffentlichung des Amerikanischen Landwirtschaftsministeriums von 1932


    mit Hilfe der folgenden Bücher ergänzt

    "Ackerbaulehre", L. Neye, 16. Auflage, 1940 und

    "Landwirtschaftslehre für Österreichische Lehrerbildungsanstalten", Teil 1, Joh. Nagel, 1913


    und mit Dank an einige stillen Helfer im Hintergrund :thumbup:


    Die Veröffentlichung des amerikanischen Landwirtschaftsministerium basierte auf Studien die gemeinsam vom Amt für Agrartechnik, dem Amt für Pflanzenerkrankungen und -Quarantäne und dem Institut für Entomologie durchgeführt wurden. Ferner wurden viele Informationen von Herstellern und staatlich-landwirtschaftlichen Versuchsstationen berücksichtigt. Der Zweck dieser Veröffentlichung war, Informationen bereit zu stellen, wie Scharpflüge in gutem Zustand erhalten werden, wie man sie am wirkungsvollsten einsetzt und wie man am besten eine neue Ausstattung und Zubehör auswählt, wenn altes Material ersetzt werden muß.


    Pflügen benötigt mehr Zugkraft als jede andere landwirtschaftliche Arbeit und bestimmt deswegen häufig die Anzahl der Pferde, Zugochsen, die gehalten werden müssen. Es hat sich herausgestellt, daß sauberes Umbrechen eine der wirksamsten Methoden ist, den europäischen Maiszünsler auszubremsen. Das gleiche gilt auch für andere Insekten, die in den pflanzlichen Resten auf dem Acker überwintern. Pflügen ist außerdem eine Hilfe bei der Unkrautbekämpfung und bei bestimmten Pflanzenerkrankungen. Man pflügt um den Boden zu lockern, zu wenden und zu mischen und Unkraut, Stoppeln, Saat oder Dünger einzuarbeiten.


    Grundsätzlich müssen Pflüge immer richtig eingestellt und sorgfältig gepflegt sein, sonst vergeuden sie Zugkraft und leisten keine saubere, erstklassige Arbeit.

    In unserem Fall ist die Zugkraft endlich ...


    Fortsetzung folgt! - täglich ab August 3, 30 tagelang (unabhängig vom Beitragsdatum) Also, diskutiert kräftig mit!

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    "Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt."

    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Die Ausrüstung zum Pflügen mit Tieren


    Von Tieren gezogene Pflüge werden grob unterteilt in Schwing-, Stelz-, Karrenpflüge. Kann der Pflug nur nach einer Seite pflügen spricht man vom Beetpflug, nach beiden Seiten pflügen können Wechsel-, bzw. Wendepflüge. Außerdem hat es Aufsitz- und Mehrscharpflüge, von denen manche einen Rahmen mit Rädern haben mit dem der Pflugkörper höher ausgehoben werden kann (sog. Rahmenpflüge). Ferner gibt es Pflüge, die den Boden nicht wenden, aber bestimmten Zwecken dienen, z.B. Häufelpflüge oder Ausrodepflüge.

    Für kleine zu bearbeitende Flächen wird in der Regel ein Schwingpflug gewählt. Sollen große Flächen gepflügt werden, was auch eine größere Investition rechtfertigt, greift man lieber zu einem Aufsitz- oder Mehrscharpflug. Wo eine einfache Bedienbarkeit im Vordergrund steht wird man ehr einen Rahmenpflug bevorzugen. Normalerweise macht es wenig Unterschied was den eigentlichen Zugkraftbedarf angeht, wenn man Schwingpflüge und Pflüge mit Rädern in der selben Größenordnung vergleicht. Der Vorteil, das Pfluggewicht auf Rädern zu bewegen, wird ausgeglichen durch die entsprechend höhere, zusätzliche Last der Räder, des Rahmens und ggf. dem Gewicht des Pflugführers.


    • Schwingpflug:
      hat kein Rad zur Führung und wird durch die Art der Anspannung und vom Pflüger über die Sterzen gesteuert.
    • Stelzpflug:
      hat ein Rad oder eine Gleitkufe vor dem Schar, die Anspannung erfolgt - wie beim Schwingpflug - direkt am Pflugbalken.
    • Karrenpflug:
      hat einen zweirädrigen Karren vor dem Schar, auf welchem das Grindel liegt und welcher der Anspannung und Einstellung dient

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  • Die wichtigsten Begriffe am wohl ältesten Ackergerät:


    Bild 1


    1 Zugvorrichtung; 2 Grindel/Pflugbaum ( Vorderende = Grindelkopf ); 3 Messersech mit Stiel und Klammer; 4 Schar; 5 Streichblech; 6 Sterzen; 7 Sterzstrebe;

    8 (rechtes) Furchenrad; 9 (linkes) Landrad





    Pflugkarren (mit gekröpfter Achse) von vorn:


    Bild 2

    1 Furchenrad; 2 Landrad; 3 Zugvorrichtung/Deichsel; 4 Karrenbügel; 5 Deichselbügel; 6 Grindelträger; 7 Grindel; 8 Karrenachse

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  • Kehr- und Kipppflüge


    Diese kommen im hügeligen Gelände und überall dort zur Anwendung wo offene Furchen unerwünscht sind, zB in bewässerten Feldern oder kleinen Ackerstücken. Bei letzterem sind diese Pflüge besser geeignet weil viele Leerfahrten - wie sie mit einem normale Pflug gemacht werden müßten - entfallen und eine große Mittelfurche auf einem kleinen Feld nicht erwünscht ist, dort wachsen die angebauten Feldfrüchte einfach weniger gut. "Eben pflügen" bedeutet, im Gegensatz zum "Beet pflügen", Furche an Furche ohne Unterbrechung.

    Die Pflugkörper eines *Kehr- bzw. Wendepflugs* sind so am Grindel/Pflugbaum befestigt, daß sie um dessen waagrechte Achse gedreht werden können und so die Erde entweder nach rechts oder links wenden. Bei dieser Bauart ist es schwierig dazu ein einziges Streichblech zu entwickeln, besser sind die Pflüge mit eigenständigen Pflugkörpern/Streichblechen. Beim *Kipppflug* gibt es einen rechten und linken Pflugkörper, die jeweils abwechselnd genutzt werden um alle Erdschollen beim Vor- und Zurückfahren in die selbe Richtung zu wenden. Diese Art Pflüge sind mit Rädern ausgestattet, nur für Traktoren gibt es sie auch ohne.


    Bild 3                                                                        Bild 4

       

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  • Der Pflugkörper


    Bild 5

    1 Streichblech; 2 Scharspitze; 3 Scharflügel; 4 Sohle; 5 Griessäule; (6 Grindel)


    Streichblech/-brett:

    mehr oder weniger schraubenförmig gewunden und mit dem Schar eine nicht unterbrochene Fläche bildend; muß - wie das Schar - zum zugkraft schonenden Pflügen blank poliert sein!


    Schar:

    muß den Furchenstreifen horizontal abschneiden und für das Streichblech etwas anheben; weil starker Abnutzung unterworfen getrennt vom Streichblech -> besser zu bearbeiten bzw. auszutauschen; trapezförmig mit scharfer Vorderkante und unterschiedlich stark ausgeprägter Spitze ( schnabelförmig in den USA )


    Sohle:

    liegt hinter der Schar und als Basis für den Pflug trägt sie das Schar; sorgt für einen stabilen, ruhigen Lauf


    Griessäule:

    verbindet die Bestandteile des Pflugkörpers mit dem Grindel; gibt Schar und Streichblech festen Halt; ist aus Eisen geschmiedet oder aus Stahl gegossen


    Es gibt eine große Bandbreite an Pflugkörpern, jeweils ideal angepasst für unterschiedliche Böden und diverse Arbeiten. Das eine Extrem ist der Pflugkörper für hartnäckig verwurzelte Grassoden. Er ist niedrig und sehr lang mit einer sachten Krümmung um die Grasnabe umzudrehen ohne sie zu zerstören. Das andere Extrem ist der Pflugkörper für ein Stoppelfeld. Er hat ein relativ hohes, steiles Streichbrett, welches die erfasste Erde schnell wendet und zerbröckeln läßt. Zwischen diesen beiden Gegensätzen gibt es viele allzweck-taugliche und einige spezielle Pflugkörper um alle Variationen der Anforderungen an das Pflügen abzudecken. Pflüge für schwere Böden ähneln ehr dem eben beschriebenen für Grasnaben, während Pflüge für leichte Böden sich ehr an dem für Stoppeln orientieren. Die Veröffentlichung befasste sich vor allem mit den allzweck-tauglichen Scharpflügen und jenen für Stoppelfeld-Bedingungen.

    Gutes Pflügen verlangt einen Pflugkörper der für den Boden und die geplante Arbeit geeignet ist. Er muß die Erde gut abstreifen, die Abschnitte sorgfältig umgedreht ablegen, die Erde in einem für ein Saatbeet geeigneten Zustand hinterlassen, Unkraut und Pflanzenreste gründlich unterarbeiten, Abnutzung widerstehen und einen möglichst geringen Zugkraft-Bedarf haben. Normalerweise ist ein Pflugkörper wie er seit Jahren in einer bestimmten Gegend benutzt wird gut geeignet, all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Bevor also nicht eine Neuentwicklung ihren Wert unter eben diesen Bedingungen bewiesen hat, sollte sie nur versuchsweise, am besten versuchsweise auf eben jenem landwirtschaftlichen Gelände, auf dem sie später zum Einsatz kommen soll, probiert und unter Vorbehalt gekauft werden. Weil große Pflugkörper Pflanzenreste besser unterpflügen und dafür genug Zugkraft durch mehrere Tiere, zB. in 2x2 Tandem-Anspannung, aufgebracht werden kann, gibt es Gegenden in denen Pflugkörper zum Einsatz kommen, die 40cm breite Furchen legen. Solche Pflüge mit breiter Basis werden vor allem zum Unterpflügen von dichtem Bewuchs mit Gründüngung, Unkraut und Maisstengeln benutzt. Manche dieser Pflüge sind gut angepasst an diese Nutzung und hinterlassen gewöhnlich weichen Ackerboden in einem hervorragenden Zustand für ein Saatbeet. Große Pflugkörper wenden harte, trockene Erde nicht so glatt wie ihre kleinen Verwandten, aber das ist kein Widerspruch wenn das Land im Herbst für die Frühjahrs-Aussaat gepflügt wird.

    Auf landwirtschaftlichen Betrieben mit sehr unterschiedlichen Böden oder Betrieben wo sehr unterschiedlicher Bewuchs untergepflügt werden muss (zB. Maisstengel auf einem Acker und dichte Grasnabe auf einem anderen) kann es sich rechnen zwei verschiedene Pflugkörper für einen Pflug zu haben. Die meisten Hersteller können verschiedene Arten von Pflugkörpern liefern, die mit Hilfe von ein paar Bolzen schnell umgesteckt werden können. Das spart Kosten und Platz.


    Bild 5a

    Wendepflug Unterseite

    1 Sohle, 2 Schar, 3 sehr langes, einstellbares Streichblech, 4 Karren

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    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Zubehör

    Ein Pflug ohne weiteres Zubehör mag ein sauberes Stoppelfeld durchaus zufriedenstellend umpflügen. Aber alter Wiesenbewuchs, verunkrautetes Gelände oder Boden, der von Stroh, Mist, Maisstengeln oder ähnlichem bedeckt ist, wird sich besser pflügen lassen, wenn verschiedene Zusatz-Komponenten benutzt werden. Diese sollten abhängig von der geplanten Arbeit gewählt werden und selbstverständlich zum jeweiligen Pflug passen. Mit solchen Anbauteilen lassen sich dann auch Maisreste und dichte Gründüngung aus Süssklee zB. unterpflügen. Weil dieses Zubehör Platz braucht um zu funktionieren, sollte unter den Trägern, Streben und Achsen des Pfluges genug Freiraum vorhanden sein. Speziell beim Mehrscharpflug muß zwischen dem Streichbrett eines Pflugkörpers und dem senkrechten Bereich der Griessäule davor genug Raum sein, damit der abgeschnittene Erdstreifen samt restlichem Pflanzenmaterial sich drehen und legen kann ohne den Pflug zu verstopfen. Je mehr Platz ausgerechnet hier in diesem Bereich ist, um so besser.

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  • Bild 6



    Zubehör zum Unterpflügen:
    a Kolter/Scheibensech schneidet querliegende Pflanzenteile; b Vorschäler hilft den Erdstreifen vom Scheibensech Richtung Streichblech und offene Furche anzudrehen; c Drähte führen Pflanzenreste unter den abgeschnittenen, sich drehenden Erdstreifen;

    ( d Streichblech; e Griessäule; f Furchenrad; g Grindel )

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  • Sech


    Die Aufgabe des Sech besteht darin, den beim Pflügen entstehenden Erdstreifen senkrecht abzutrennen, weil das Schar nur für den horizontalen Schnitt zuständig ist. Der Boden würde unregelmäßig zerrupft werden, was nur bei leichten Böden ohne Folgen bleibt.


    Ein Messersech wird meist an Schwing- und Stelzpflügen verwendet, weil es zum einen leichter ist und zum anderen den Pflug vorn tendenziell nicht aus dem Boden hebt. Dieses Sech besteht aus einer flachen, stählernen Messerklinge, die vor dem Pflugkörper senkrecht am Pflugbaum befestigt ist. Gegen das Grindel ist es etwa um 50° nach vorn geneigt. Wurzeln können so zufriedenstellend durchtrennt werden, aber im Vergleich zum Scheibensech ist die Wirkung auf oberflächlich liegende Pflanzenreste nur minimal. Das Messersech braucht wenig Aufmerksamkeit, außer hin und wieder nachschleifen, damit es scharf bleibt.


    Ein Scheibensech wird benutzt um Wurzeln und oberflächliche Pflanzenreste zu zerschneiden und so eine unsaubere, bröselige Furche oder einen verstopften Pflug zu verhindern. In den meisten Fällen verbessert sich die Arbeitsweise enorm, häufig reduziert sich auch der Zugkraft-Bedarf, allerdings arbeitet ein Scheibensech nicht wirklich zufriedenstellend in steinigem Grund. Ein Scheibensech kann, selbst wenn es nur 30cm Durchmesser hat, ausreichend sein um Grasnabe ordentlich umzupflügen; es wäre aber erfolglos eingesetzt bei einer Schicht grober, lockerer Pflanzenreste. Eine Scheibe mit mindestens 38cm Durchmesser ist wünschenswert, wenn der Pflug genug Platz bietet, um sie unterzubringen. Große Scheibenseche arbeiten besser und sind in Relation zu den Kosten haltbarer als kleinere. Bei einer starken Schicht von Pflanzenresten wäre sogar ein Scheibensech von 45cm gut, weil es tief genug eingestellt werden kann und trotzdem wegen dem flacheren Anstellwinkel über den Abfall rollt und diesen zerschneidet, während ein kleineres Scheibensech das tote Pflanzenmaterial nur vor sich herschieben würde bis der Pflug verstopft. Rollenlager sorgen für eine gute Linienführung des Scheibensech mit weniger Aufwand als andere, billigere Lager verursachen würden. Wie man ein Scheibensech einstellt? Dazu kommen wir noch ...


    Bild 7


    flacherer Anstellwinkel durch größeres Scheibensech, besseres Zerschneiden von toten Pflanzenresten


    Das umleitende Sech ist eine Kombination aus Vorschäler und Messersech und hat sich beim Umbruch von Urwuchs bestens bewährt. Es gibt auch weitere Spezialanfertigungen beim Sech, jeweils gezielt für verschiedene Anwendungen.

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  • Vorschäler


    Der Vorschäler ist ein wichtiges Hilfsmittel um sauber zu pflügen. Trotzdem muß man sich der Tatsache bewußt sein, daß er vermehrt Zugbedarf fordert - also nicht kritiklos eingesetzt werden sollte. Er schneidet eine flache Furche, 7-12cm breit, direkt über der Spitze des Pflugkörpers und dreht diesen schmalen Erd-, Grassodenstreifen in Richtung entstehende Hauptfurche um. Während das Streichblech also den Hauptstreifen wendet, legt sich das meiste der Pflanzenreste von der Bodenoberfläche und was der Vorschäler schon geschnitten hat auf den entstehenden Furchenboden, wird so unter den Hauptstreifen gelegt und von sauberer Erde bedeckt. Ohne den Vorschäler würden jede Menge Pflanzenteile und sonstige Reste zwischen den Furchennähten hervorstehen.


    Bild 8


    1 Vorschäler; 2 Schaft von Vorschäler; ( 3 Stützrad; 4 Punkt der Anspannung; 5 Klammer zur Stützradbefestigung; 6 Schar; 7 Streichblech; 8 Sterzen;

    9 Kette zum Unterarbeiten; 10 Draht zum Unterarbeiten)


    Der Vorschäler, der selbst wie ein kleiner Pflug aussieht,wird mittels eines Schaftes an den Pflugbaum geklammert. Man nennt das einen selbständigen Vorschäler. Er kann aber auch mit einem Stiel an die Halterung des Scheibensechs geklammert sein (Sech-Vorschäler-Kombi, siehe Bild 11). Der selbständige Vorschäler ist steifer und kann unter widrigeren Bedingungen zum Einsatz kommen als die Kombination. Bei normalen Bodenverhältissen sind beide Arten gut geeignet ein sauberes Pflugergebnis zu unterstützen, immer vorausgesetzt der Pflug bietet genug Raum, damit abgestorbene Pflanzenreste ihn passieren können ohne ihn zu verstopfen.

    Scheiben-Vorschäler können sowohl ein Sech als auch den Vorschäler am Streichblech ersetzen. Normalerweise können sie kein so breites Erdband wie größere Vorschäler am Streichblech wenden, aber es ist möglich diese Scheiben-Vorschäler in Situationen einzusetzen wo die Vorschäler am Streichblech nicht funktionieren. Wir kommen noch dazu wie man Vorschäler einsetzt.

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    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Streichbrett, - blech


    Mit dem Schar zusammen bestimmt es die Funktion des Pfluges. Es ist inzwischen regelmäßig aus Stahlblech statt Holz gearbeitet. Kurz und steil krümelt es stark und wendet den Erdstreifen unvollständig, langgestreckt krümelt es weniger und wendet gut. Sog. Häufelpflüge arbeiten mit zwei Scharen und steilen Streichblechen, die jeweils nach rechts und links in einem Arbeitsgang Erde anhäufeln. Ein Kartoffelausrodepflug hat eiserne Stäbe statt einem Schar, während die Erde durchfällt werden alle erfassten Kartoffeln an die Oberfläche gebracht.



    Pflugbaum, Grindel


    Weil das Grindel die Anspannvorrichtung mit dem Pflugkörper verbindet muß es fest und dauerhaft aus Eisen oder zähem Holz sein. Das Vorderende wird als Grindelkopf bezeichnet, das Hinterende geht in die Sterzen über, mit denen der Pflug geführt wird.



    Anspann- / Zugvorrichtung


    Bei Schwing- und Stelzpflügen setzt die sog. Zugstange etwa in der Mitte des Grindels an und führt dann parallel nach vorn zum Zughaken. Der Regulator ( die Stellvorrichtung ) am Pflug bietet mit Hilfe dieser Zugvorrichtung die Möglichkeit zur genaueren Einstellung der Pflügetiefe und Furchenbreite. Prinzipiell bestimmt das Schar die Furchenbreite. Bei Karrenpflügen ist vor allem der Karren für die Vermittlung der Zugkräfte bei genauerer Anpassmöglichkeit zuständig. Das Grindel liegt auf der sog. Brücke, die an einem senkrechten Bügel des Karrens auf und ab verschiebbar angebracht ist. Die Kette die die Achse des Pflugkarrens mit dem Grindel verbindet kann verkürzt oder verlängert werden, auch dies unterstützt die Einstellung der Furchentiefe. Die Furchenbreite läßt sich etwas anpassen in dem man die Brücke am Pflugkarren nach rechts bzw. links verschiebt, bzw. beim Schwing-/Stelzpflug den Zughaken seitlich der Mittellinie einbolzt. Der Zughaken muß während des Pflügens in loser Verbindung mit dem Grindelkopf stehen um ein Vorwärtskippen des einachsigen Karrens zu vermeiden.

    Selbstführende Pflüge haben 2 gleichlange Ketten die von der Karrenachse zentral angebracht nach hinten auf eine Querleiste am Grindel verlaufen. Bei Neigung nach einer Seite wird die Kette dort locker und die auf der anderen Seite überträgt die volle Zugkraft was zu einem Aufrichten des hinteren Pflugteils führt; es ist also immer senkrecht ausgerichtet ohne daß an den Sterzen korrigiert werden muß. Hat eine dieser Ketten eine Doppelschraubenmutter läßt sich auch hier die Furchenbreite etwas nachbessern.



    Pflugkarren


    Diese einachsigen Pflugbestandteile arbeiten in der Regel mit gleich großen Rädern. Was beim Transport Sinn macht ist beim Pflügen obsolet, will man doch gleich hohe Furchenkanten und das ist schier unmöglich mit einem Pflug der schief läuft, weil ein Rad oben auf der Landseite und das andere unten in der Furche rollt. Außerdem würde bei tieferem Pflügen die Karrenachse die Furchenkante streifen und ein sehr unruhiges Pflügen bedingen. Pflugkarren wurden also entweder mit ungleich großen Rädern versehen, mit gekröpfter Achse geliefert ( ein Rad kann nach Bedarf höher oder tiefer gestellt werden ) oder mit drehbarer Achse ( ein Rad ist weiter vorn, das andere weiter hinten und gedreht entsprechend höher und tiefer ).


    Pflugkarre mit unterschiedlich großen Rädern


    Pflugkarre mit drehbarer Achse

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  • Sterzen


    Die Sterzen sollten der Körpergröße angepasst sein, was bei vielen alten Pflügen durchaus Korrekturen erfordert. Der Pflüger muß aufrecht gehen können und den Pflug bedienen. Eiserne Sterzen lassen sich relativ einfach verlängern, bei hölzernen wird man Alternativen suchen müssen.



    Ketten und Drähte zum Unterarbeiten


    Ketten werden vor allem im Zusammenhang mit Schwing- und Stelzpflügen benutzt, wo sie wirkungsvoll Unkraut und lockere Pflanzenreste mit unterschieben (Bild 6+8 ). Drähte, die beim Unterbetten des Pflanzenunrats helfen, kommen meist bei Karrenpflügen in allen erdenklichen Situationen zum Einsatz. Sowohl Ketten als auch Drähte verbessern das Ergebnis beim Unterpflügen erheblich ohne viel Aufwand oder Kosten zu verursachen. Anweisung wie man am besten die Ketten und Drähte anbringt kommen noch.

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  • Weiteres Zubehör


    Unkrauthaken sind hilfreich, kleine, im Boden verwurzelte Pflanzen unterzupflügen, weniger wirksam sind sie bei einer Deckschicht von losem Pflanzmaterial. Es gibt Bleche welche den Pflanzenunrat mit auf den Furchenboden platzieren. So sitzen z.B. kleine Strohleitbleche oberhalb der Schar und unterstützen das Unterarbeiten der losen Strohreste. Diese Bleche werden in verschiedenen Gegenden durchaus erfolgreich angewendet. Flache Federn die wie Schlittenkufen geformt sind, Hirsefedern genannt, können Pflanzenreste direkt unter das Scheibensech lagern. Für Schwing- und Stelzpflüge gibt es ein spezielles Scheibensech mit einem gusseisernen Schuh für den selben Zweck.

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  • Bild 9


    Pflugkörper von oben

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  • Vorbereitungen für die Feldarbeit


    Ein Pflug bedarf relativ wenig Wartung, aber wenn man sich gar nicht kümmert, werden gerade zur besten Zeit des Pflügens, wenn die Bedingungen ideal sind, viele Mühen und Stunden vergeudet. Deshalb sollten alle notwendigen Reparaturen unbedingt vor der Pflugsaison gemacht werden. Verzögerungen auf Grund von abgenutzten, kaputten oder fehlenden Teile können so verhindert und die kurzfristig notwendigen Anpassungen an den Boden einfacher durchgeführt werden. Rost ist der Hauptgrund für Schwierigkeiten beim Pflügen, dem kann man aber einfach zuvorkommen. Ein kleiner Becher Pflanzenöl und eine alte Bürste oder ein alter Lumpen sollten bereitliegen um am Abend oder wenn die Arbeit getan ist den Pflugkörper einzuölen. Das unterbindet den Rost zumindest für ein paar Tage. Wenn der Pflug länger nicht gebraucht wird sollten alle glatt polierten Teile dick mit Fett eingeschmiert werden. Kontrollieren, daß alle Schrauben fest angezogen sind um zu verhindern, daß Teile brechen oder nicht mehr passend aufeinander ausgerichtet sind, was wiederum sauberes Pflügen verhindern und andere Schwierigkeiten verursachen kann. Alle Achsen, die Aufhängung des Scheibensechs und alle weiteren beweglichen Teile sollten selbstverständlich regelmäßig geschmiert werden.

    Und immer wieder weil es so wichtig ist: Schar, Vorderkante des Streichblechs und Sech müssen scharf sein! Nicht nur um die Tiere zu schonen sondern auch weil die Bodenkapillaren dann geschnitten und nicht zugeschmiert werden, letzteres auch ein Grund warum ehr "zu trocken" als "zu nass" gepflügt werden sollte.

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  • Pflugschare


    Das Schar vollbringt die schwerste Arbeit und benötigt dafür etwas mehr als die Hälfte der Zugkraft die für den ganzen Pflug nötig ist. Es sollte in gutem Zustand erhalten werden, weil es, deutlich abgenutzt, den Zugkraftbedarf massiv erhöht und korrektes Pflügen erschwert. Wenn der Pflugkörper eines neuen Laufpflugs auf den Tisch (oder Boden) gestellt wird, liegt das gesamte Gewicht auf den 3 Punkten die in Bild 9 dunkel schraffiert sind. Das ist erstens die (hoffentlich) messerscharfe Kante an der Spitze des Schars, dann die kleine Fläche hinten am Schar, der Scharflügel, und letztendlich das hinterste Stück der Pflugsohle. Wenn der Pflug in schwerem Boden unterwegs ist liegt auf der Spitze des Schars der Hauptdruck nach unten, während das Ende, also der Scharflügel und die Pflugsohle dabei helfen den Pflugkörper zu stabilisieren. Alle anderen Teile hinter der scharfen Spitze müssen den Furchenboden sauber ausräumen, damit der Pflug leicht in den Boden eindringt und die Eindringtiefe halten kann.

    Lange Erfahrung hat zu einer Scharspitze geführt, die in etwa so aussieht wie auf Bild 10b. Diese Form hat sich als die beste herausgestellt um normalen Boden gut zu durchdringen und der Abnutzung am besten zu widerstehen. Je bündiger der Boden, desto spitzer und kräftiger muß das Schar sein. Neuere Pflüge arbeiten auch mit einem sog. Meißel vorn an der Scharspitze. In steinigem Untergrund bewährt er sich besonders, weil das Schar geschont wird und mit 2 scharfen Kanten ist er schnell umgedreht, wenn eine Seite stumpf wird. Die Aussparung a wird üblicherweise „downsuck“ Untergriff genannt und ihre Größe ist unterschiedlich je nach Machart und Typ des Pfluges. Eine ähnliche Aussparung befindet sich seitlich an der Sohle und wird dort „landsuck“ Seitengriff geheißen. Die Anleitungshefte der Hersteller beschreiben die genauen Maße dieser Stellen. Schare mit solchen Aussparungen an der Unterseite, die sich etwas besser in den Boden eingraben als normale, können besonders zum Pflügen von schweren, trockenen Böden besorgt werden, aber Scharspitzen die zu weit nach unten gerichtet sind führen zu Verwerfungen, ungleichmäßiger Arbeit des Pfluges und deswegen höherem Zugkraftbedarf. Auf der anderen Seite wird ein Schar, dessen Spitze sich so abgenützt hat wie im Bild 10 dargestellt, in festen Boden nicht ordentlich eindringen können. Das läßt sich beheben indem man das Schar erneuert oder zurecht schleift, je nach dem aus was für Material es besteht. Der Seitengriff ist notwendig, daß die Sohle plan an der Furchenwand anliegt; ist er zu groß, zieht es den Pflug schräg gegen das unbearbeitete Land.

    Die richtige Stellung des Schars ist eminent wichtig für leichtes Pflügen, deshalb haben die größeren Pflughersteller ( Eberhardt-Ulm und Sack-Leipzig ) den Schmieden einen Modellblock bzw. Schrägmaß zur Verfügung gestellt, daß nach Reparaturen das Schar wieder genau wie vorgesehen am Pflug befestigt werden konnte.


    Bild 10

    seitliche Darstellung eines Pflugkörpers von der Landseite gesehen; die durchgehende Linie zeigt die Länge der Pflugsohle beim Schwingpflug; wenn der Pflug über ein hinteres Furchenrad verfügt verkürzt sich die Pflugsohle deutlich - dargestellt als gestrichelte Linie; die lange, schmale Aussparung a nennt sich "down suck" Untergriff

    oben links b Darstellung einer neuen Scharspitze (gestrichelt) und einer abgenutzten


    Bild 10a


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    "Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt."

    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Das Dreieck des Scharflügels ( Bild 9 ) wirkt bei einem Laufpflug wie ein Ruder und hält den Pflug senkrecht. Zu wenig Material an diesem flachen Bauteil und der Pflug lehnt sich in die Furche, zu viel und der Pflug lehnt gegen die Landseite. In der Regel sollte der Scharflügel bei einem 35cm Laufpflug etwa 3cm breit sein, dabei wird von der Ecke des Schars in Richtung Landseite gemessen. Man muß immer bedenken, daß ein wirklich korrekter Scharflügel mit Untergriff beim Laufpflug hauptsächlich von den Bedingungen vorgegeben wird, unter denen der Pflug zum Einsatz kommen soll. Wenn zum Beispiel Boden im Frühjahr gepflügt werden soll, kann es passieren, daß ein sehr großer Scharflügel aber nur ein minimaler Untergriff gebraucht wird. Wenn der Boden trocken ist, kann es ein, daß der selbe Pflug auf dem selben Acker einen Untergriff von bis zu 1cm braucht, bei verkleinertem oder völlig entfernten Scharflügel. Die Schmiede vor Ort, welche diese Kunst noch beherrschen, passen diese Aussparung und den Scharflügel an den Bedarf in der Gegend an und berücksichtigen auch die Jahreszeit, zu der der Pflug überwiegend eingesetzt werden soll. Der Scharflügel einer Stahlschar kann auf dem Feld vorsichtig mit einem Schraubenschlüssel zurecht gebogen werden. Der Scharflügel wird an Karrenpflügen nicht gebraucht, weil ja der Pflug durch den Karren kreuzweise stabilisiert wird.


    Schare werden aus Hartguss, Tiegelstahl oder Verbundstahl hergestellt. Hartguss-Schare sind härter und billiger als die aus Stahl und werden bevorzugt in sandigen, kiesigen Gebieten eingesetzt. Diese Schare sind an ihrer Unterseite am härtesten und können deshalb der Abnutzung, die ja gerade die Unterseite am meisten belastet, am besten widerstehen. Sie können geschärft werden indem man den oberen Teil der Scharspitze beschleift, sie können aber nicht durch Schmiedearbeiten verbessert werden. Weil sie billig sind macht es mehr Sinn ein neues Schar zu nehmen, anstatt zu versuchen, eine stark abgenutztes, altes wieder in Form zu bringen. Dabei ist wichtig, daß das neue Schar identisch zum alten ist, denn ein schlecht in den Pflugkörper eingepasstes Hartguss-Schar bricht leicht. Schare aus Stahl durchlaufen spezielle Herstellungsprozesse, die ein Höchstmaß an Abnutzungswiderstand sichern bei gleichzeitig optimalen Arbeitsbedingungen. Ein Schar aus gut gehärtetem Stahl läßt sich von einer Feile nicht wirklich beeindrucken. Abgenutzte Spitzen und Schneidkanten können durch Schmieden wieder hergestellt werden, aber es ist auch dem Fachmann unmöglich die Originalqualität zu erreichen. Nachdem das Schar korrigiert worden ist, kann man die Spitze nochmal erhitzen und schnell abkühlen um sie härter und widerstandsfähiger zu machen. Dafür sollten etwa 7,5cm der Scharspitze bis zu einem matten kirschrot erhitzt werden und dann schnell in kaltes Wasser getaucht werden bis sie abgekühlt ist. Das wird absichtlich nicht für die ganze Schar empfohlen, weil es schwierig ist überall die selbe Temperatur zu erreichen und man dann Gefahr läuft, daß sich die Schar verzieht. Werden voraussichtlich auf dem Feld beim Pflügen einzelne Steine getroffen, ist es besser die Scharspitze nicht im kalten Wasser herunterzukühlen, sondern sie weiter mit dem Hammer zu bearbeiten bis sie kalt ist. Das sorgt für größere Härte und Widerstandsfähigkeit. Manchmal wird eine dünne Schicht einer sehr harten Metalllegierung auf die Scharspitze und die Schneidkante mittels eines Acetylen-Brenners aufgeschweißt. Das verstärkt die Widerstandsfähigkeit zwar beträchtlich, verhindert aber keinen Materialbruch. Diese Schicht sollte aufgetragen werden bevor der Verschleiß an der Schar zu groß ist. Unabhängig vom Material macht es immer Sinn, Ersatzschare vorrätig zu halten.

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    "Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt."

    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Besondere Schare


    Auf steinigem Boden oder trockenem, harten Grund, wo das Eindringen schwierig ist, kann man mit einem Karrenpflug in Verbindung mit einem sog. Wacken-Schar arbeiten, dessen schmaler Scharflügel weniger als die volle Furchenbreite schneidet. Der Pflug selbst sollte aber einen genauso breiten Erdstreifen umdrehen können wie mit normalem Schar. Das Schar für Boden, der mit Luzernewurzeln durchwachsen ist, ist breiter und flacher am Scharflügel als normalerweise und der Winkel zur Landseite ist stumpfer. So wird der Trend des Pfluges zum Ausweichen um starke Wurzeln herum verhindert. Für den selben Zweck gibt es Schare mit eingekerbtem Rand. Händler für landwirtschaftliche Geräte können mit weiteren Fachinformationen zu den unterschiedlichen Scharen für die Pflüge, die sie vertreiben, aushelfen.

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    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Anpassen und Einstellen des Zubehörs


    Die folgenden Vorschläge dienen der Behandlung und der ungefähren Einstellungen der Zubehörteile. Weil vor allem die aktuelle Bodenbeschaffenheit die Arbeit des Pfluges und seines Zubehörs beeinflusst, sollten letzte Korrekturen vor Ort gemacht werden.



    Das Scheibensech

    Das Scheibensech sollte gelegentlich geschärft werden indem man es vorsichtig feilt oder flext. Dabei darf das Metall keinesfalls warm werden! Die Lager sollten gut gefettet sein und wenig Spielraum haben. Ist das nicht möglich sollten sie ersetzt werden, damit die Schneide geradeaus und senkrecht läuft. Wenn die Befestigung des Scheibensechs verbogen ist, sollte sie entweder ersetzt oder zurück gebogen werden, außer das Blatt kann durch Keile unter der Klemmvorrichtung in die korrekte Position gebracht werden. Ein Scheibensech das nicht geradeaus läuft oder einen seitlichen Schlag hat, kann den Pflug in die Furche oder weg von der Furche drücken und so verhindern, daß sich absichtliche Änderungen bei der Anspannung auf den Pflug und seine Arbeit auswirken. Ein Scheibensech, welches eiert, kann zu erheblichen Problemen führen und z.B. bewirken, daß sich Pflanzenreste zwischen dem Sech und der Pflugspitze sammeln. Die am besten geeignete Einstellung des Scheibensechs hängt unmittelbar vom Zustand des Bodens ab und Veränderungen an der Einstellung müssen dem Rechnung tragen. Normalerweise sollte die Schneide ca. 1 - 2,5cm breitere Furchen schneiden als das Schar ( also landseitig versetzt ) damit sie die Vorderkante des Streichblechs schont. Sie sollte mindestens wurzeltief oder besser 2-fingerbreit oberhalb der Scharspitze laufen. In weichem, leicht zu bearbeitendem Boden sollte der Mittelpunkt des Scheibensechs vor der Scharspitze liegen, während es in festem, schwierigem Boden notwendig werden kann, die Achse des Sechs hinter die Scharspitze zu verlagern. In Bereichen wo es viele Steine gibt wird das Scheibensech eines leichten Pfluges manchmal weit vorn befestigt und so tief eingestellt wie es möglich ist. Der Rand der Schneide des Scheibensechs soll helfen die Pflugspitze zu schützen indem er sie nach oben und über den Stein hebt. So ist der Schaden am Pflug selbst geringer als wenn die Pflugspitze den Stein getroffen hätte.

    Der Winkel der Scheibe muß so eingestellt werden, daß der abgeschnittene Erdstreifen den nächsten Pflugkörper bzw. das Furchenrad nicht behindert.Wenn der Pflug und das Scheibensech richtig arbeiten bildet sich eine glatte Furchenwand welche eine gute Führung für das hintere Pflugrad bzw. die Pflugsohle darstellt. Eine zerklüftete, rauhe Furchenwand ist in der Regel die Folge einer zu engen oder flachen Einstellung des Scheibensechs oder einer falschen Anspannung. Weil das Scheibensech viel Druck benötigt um in den Boden einzudringen sollte die Pfluganspannung am Regulator ( der Stellvorrichtung des Pfluges ) etwas höher erfolgen als bei Arbeiten ohne Scheibensech.


    Bild 11


    Korrekte Form und Einstellung der Vorschälerspitze an der Scheibe des Sechs



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  • Der Vorschäler


    Die Spitze des Vorschälers sollte in etwa so geformt sein, wie man das im Bild 11 erkennen kann: wenn die Spitze eben noch am Scheibensech anliegt, entsteht dahinter eine v-förmige Lücke zwischen Sech und Vorschäler. Das erlaubt kleinen Unrat-Teilen, die sich sonst an der Vorschälerkante einklemmen, sich zu lösen. Außerdem gleicht es leichte Abnutzungsspuren an der Spitze des Vorschälers aus, weil sie gegen das Sech gewunden ist. Wenn die Abnutzung fortschreitet müssen andere Einstellungen verändert werden. Zu diesem Zweck haben manche Vorschäler eine Aussparung in ihrem Befestigungsstiel die erlaubt, die Schneide auf das Scheibensech zu zuschieben. Manchmal läßt sich auch das Metall hinter der Vorschäler-Spitze abschleifen und so Freiraum schaffen. Und wieder andere Vorschäler haben billig ersetzbare Spitzen.

    Der Vorschäler sollte gerade so weit hinter der Achse des Scheibensechs liegen, daß sich kein totes Pflanzenmaterial etc. dort verklemmen kann und tief genug um einen dreieckigen Erdstreifen herauszuschneiden, etwa 10cm breit und in der Regel nicht tiefer als 6cm an der Vorschälerspitze. Die Schneidekante des Vorschälers sollte nicht zur Gänze im Boden versinken, weil dann das Erdband nicht mehr freigeschnitten wird. Beim Einstellen eines eigenständigen Vorschälers muß man darauf achten, diesen nicht zu eng am Scheibensech anzubringen. Das würde eine zerklüftete Furchenwand zur Folge haben, gar das Scheibensech vom Drehen abhalten und den Pflug sehr wackelig laufen lassen.

    Wenn ein Vorschäler ohne Scheibensech zum Einsatz kommt sollte dessen Spitze in etwa über der Scharspitze liegen. (Bild 8). Er sollte 1- 2cm landseitiger schneiden als der Pflug und ca. 4 - 6cm tief.

    Manchmal scheitert ein Vorschäler am Trennen des Bodens oder wirft Unrat und Pflanzenreste gegen das Grindel vom nächsten Schar in mehrscharigen Pflügen. Das läßt sich verhindern wenn man den Vorschäler ein bißchen nach vorn oder hinten kippt oder leicht dreht. Die meisten Vorschäler bieten diese Möglichkeiten der Einstellung.

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  • Ketten und Drähte zum Unterarbeiten


    Eine Holzfällerkette ist eine wertvolle Hilfe bei Laufpflügen wenn es darum geht, Unkraut und Pflanzenreste unter der entstehenden Scholle zu begraben. Das eine Ende wird am Wagscheit hinter dem Furchenpferd befestigt, das andere Ende am Grindel. ( Bild 8 ). Die Kette läßt man als Schlinge fast bis zum Schar hinter laufen, wo sie den Unrat unter die sich wendende Scholle einarbeitet. Ein kurzes Stück dicker Draht, am Schlingenscheitel befestigt, unter dem Erdstreifen nachschleifend, hält die Kette in ihrer Position. Kann sein, daß man ein bißchen probieren muß, bis die beste Lösung gefunden ist.

    Bei Karrenpflügen werden statt der Ketten gern Drähte zum Unterarbeiten benützt. Dabei handelt es sich um dicke Weicheisen-Drähte, etwa 3-3,5m lang. Einer dieser Drähte wird am unteren Ende der Sech-Halterung befestigt ( Bild 12 ) von wo der Draht über das untere Ende der gewendeten Scholle unter die Erde läuft. Manchmal ist es vorteilhaft diesen Draht um die Achsenhalterung des Scheibensechs zu wickeln, damit die Höhe festgelegt ist. Ein weiterer Draht wird an der Achse oder dem Zugpunkt des Pfluges befestigt um knapp über der Furchenwand zu schleifen. Weitere Drähte können zB. am Pflugrahmen befestigt werden. Jeder Draht sollte weit genug unter dem Erdstreifen schleifen um genügend unter Spannung zu stehen damit er Pflanzenreste und Unrat hinunter drücken und lange Stengel, die sonst nicht bedeckt werden, umbiegen kann. Alle Drähte sollten sicher und so befestigt sein, daß in Kurven, bei aufgehobenem Pflugkörper, ein Schleifen unter die Pflugsohle verhindert wird. ( Bilder 12 und 13 ). Knicke bedingen, daß sich die Drähte untereinander verhaken, Unrat nachgezogen wird oder der betreffende Draht abbricht. Es ist immer sinnvoll ein paar Extradrähte dabei zu haben.


    Bild 12

    Möglichkeit der Drahtbefestigung am Stiel des Scheibensechs und der Achse des Pflugs


    Bild 13


    Möglichkeiten den Draht an der Pflugachse so zu befestigen, daß er in Kurven nicht ausschert

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