Mineralmangel?

  • Hallo Freunde!

    In all meinen Jahren als Aufzüchter von Jungpferden ,hatte ich nie das Problem mit Gelenken-Sehnen-Hufen ,bei meinen später im Sport eingesetzten Pferden ,die in der Aufzucht genug Hafer bekamen.

    Nun habe ich bei meiner jungen Nordschwedin auf anraten nur Heu-Weide -Pegus Multivitamin gefüttert.Bei Hafer springt sie nach einer Std ,wie ein Ziegenbockk herum .Nun ist sie bereits 5 jährig -wird 1-2 sp. gefahren und geritten und ist bei Feldarbeiten ein Traumpferd an Gemüt.

    Unser Problem ist ,das sie trotz guter Einstreu an Piphakenbildung und Gelenkgallen im Sprunggelenk leidet.

    Hat jemand einen Rat wie man es behandeln kann ?Die Meinung ,es sei nur ein Schönheitsfehler vom TA oder anderen Kaltbluthaltern ,teile ich nicht .

    Gruß von Spyder.

  • Nur zum besseren Verständnis -

    Du hast Deine Nordschwedin anders als Deine früheren Jungpferdeaufzuchten gefüttert. Insbesondere hast Du auf den Hafer verzichtet, den die Übrigen gut vertragen haben.


    Nun hat sie leider Gallen und eine Piephacke und Du überlegst, ob ihr etwas gefehlt haben könnte bzw. ob Du etwas geben könntest, damit das Ganze sich wieder bessert. Richtig?


    Du hast bereits mit dem Tierarzt und anderen Haltern gesprochen, die die Sache aber nicht so ernst genommen zu haben scheinen wie Du es möchtest.


    Kennst Du diesen Artikel dazu schon? Er bietet eine Einführung in das Thema.

    https://www.propferd.at/main.a…kat1=96&kat2=643&NID=2682


    Wichtig scheint die Unterscheidung in ein akutes und ein nicht-akutes Stadium zu sein. Sind die Bereiche warm, kannst Du auf eine Entzündung rechnen und auch ggfs. auf Schmerzen. Dann wirst Du handeln.


    In der Naturheilkunde werden, wie ich gehört habe, Blutegel eingesetzt. Manche Kräuter sollen helfen, Angußverbände ebenso.


    Wenn Du möchtest, schreib' doch Näheres zur Sache - warm/kalt, wie benimmt sie sich?, was weißt Du über ihre Eltern/Großeltern - haben die das auch?, usw.

    Edited 2 times, last by Ardennerin ().

  • Ardennerin ! Danke für deinen Link.Ich habe sie 2 jährig erworben,mit 3 begann die Piphake langsam grösser zu werden ohne warm zu sein,keine Lahmheit oder Schmerzanzeichen.Im Vorjahr 4 jähr.war sie 60 mal aktiv geritten und gefahren worden.Dieses Jahr ca 30 mal.Ich habe Kontakt zu einer schwed.ex Züchterin dir Futterempfehlung gab-kein Kraftfutter/Getreide,wenig Weide.Zum Züchter habe ich keinen Kontakt. Seine Herde wurde vom Fiskus gepfändet,nach Österreich importiert, wo ich sie erwerben konnte.Derzeit hat meine Reiterin eine Homöopatishe Tierärztin beauftragt und wir warten auf Besserung.

    Gruss von Spyder.

  • kein Kraftfutter/Getreide,wenig Weide.

    hast du das gemacht? "wenig Weide" beim Jungpferd - das übersetze ich mit "zuwenig zuwenig freie Bewegung, und zu viel Herumsteh-Zeit (ob im Auslauf oder in der Boxe)" . Und der nächste Gedanke ist "zu schnelles Wachstum" aufgrund dieses Bewegungsmangels. Daraus folgt der Gedanke an nicht kongruente Gelenksflächen und OCD (Chip) im Sprunggelenk.


    Das war ein bisschen Kaffeesatzlesen, aber Sprunggelenksgallen beim jungen Pferd, das nicht überfordert wurde, sind immer verdächtig für OCD. Einen allerersten Hinweis gibt dir eine positive Sprunggelenksbeugeprobe, danach eine Gelenkspunktion (entzündliches Punktat; das kannst du aber auch überspringen), zuletzt ein Röntgen. Lass das abklären, bevor du weiter arbeitest; im Frühstadium bringt eine arthroskopische OP vollständige Heilung.

  • Wenig Weide bedeutet mit wenig Bewuchs -keine üppige mit Klee und sonst. hohen Gras.Das erste mal wird sie abgeerntet,danach abgeweidet.Sie war 2 mal von Mai bis September auf einer Alm.Um den Stall-24 std offen, ist eine 1000qm ebene Koppel.

  • Ich hoffe sehr, der TA findet jetzt schnell etwas - besonders nach Souris Hinweisen.

    Viel Erfolg und gute Besserung fürs Pferdchen!

  • Wenig Weide bedeutet mit wenig Bewuchs -keine üppige mit Klee und sonst. hohen Gras.Das erste mal wird sie abgeerntet,danach abgeweidet.Sie war 2 mal von Mai bis September auf einer Alm.Um den Stall-24 std offen, ist eine 1000qm ebene Koppel.

    das tönt eigentlich gut. Aber da sind noch die ersten zwei Jahre, von denen du nichts weisst...

  • Dazu kann ich auch etwas sagen. In den allermeisten Fällen bilden sich Gallen sehr früh. Mein Araber hatte erste leichte Verdickungen im Sprunggelenk außen bereits zweijährig. Er wurde 33 Jahre alt, bis 26 regelmäßig geritten, nie Lahmheiten. Es wurde auch nie mehr. Also ich denke, dass eine kalte , nicht verhärtete Galle tatsächlich eher ein Schönheitsfehler ist. Ursächlich glaube ich, dass unangemessene Bewegung im Jugendalter die Hauptursache ist. Damit meine ich zu viel rumstehen auf engem Raum und dann bei Auslauf wildes rumtoben, wobei besonders abrupte Wendungen problematisch sind. Pferde sind einfach auf geradeaus konstruiert. meiner hatte die ersten beiden Jahre leider auch keine optimalen Aufzuchtbedingungen.
    Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass die im Artikel aufgezählten Maßnahmen mehr als einen kurzzeitigen kosmetischen Erfolg haben. Auch ich habe anfangs verschiedenes probiert. Auf jeden Fall ist viel Bewegung geradeaus gut, während Rumstehen oder wildes Toben Gallen anschwellen läßt. Bei meinem waren sie auf Wanderritten immer so gut wie weg.

    Piephacken sind, glaube ich, etwas anders zu bewerten. Die entstehen durch Boxenschlagen vor allem. Weil dort große Sehnen ansetzten, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie gar keine Auswirkungen auf die Belastbarkeit haben.

    Dass es irgend einen Zusammenhang mit der haferlosen Aufzucht gibt, glaube ich nicht. Aber vielleicht bekam sie ja als Jungpferd reichlich Hafer? Gerade weil Kleinpferde davon oft wie auf Droge sind, führt der zum Rumtoben und damit zu Gelenkkapselzerrungen - Gallen. Gerade Händler pulvern oft kräftig rein, damit die Pferde sich frühzeitig rund und fertig präsentieren. Ganz falsch langfristig.

  • Derzeit muss ich die Wirkung einer Homöopatischen TA abwarten ,die von der Reiterin bezahlt wurde,Meine Vermutung ist, das meine Helfer ,beim auf die Weide bringen in die Hände klatschten ,damit sie seitlich wegspringen um nicht von einen Freudensprung getroffen zu werden.

    Mein 36 jähr. Partbreed araber ist bis heute (34 jahre lang .)aktiv ,geht 2 mal pro Woche in der Kutsche.In seiner aktiven Zeit ging er 5000 km im Jahr.Die 5 kg Hafer tägl. in der Aufzucht haben seine Sehnen-Bänder -Hufe besonders gestärkt

    Kaltblüter sind keine Araber.Von Kaltblutleuten die Heulage und Silage in der Aufzucht füttern ,damit sie immer Kugelrund sind,ist kein wertvoller Rat zu erwarten.

    Gruss von Spyder.

  • Piephacken sind, glaube ich, etwas anders zu bewerten. Die entstehen durch Boxenschlagen vor allem. Weil dort große Sehnen ansetzten, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie gar keine Auswirkungen auf die Belastbarkeit haben.

    die eigentliche Piephacke ist ein oberflächlicher Schleimbeutel über dem Sprunggelenkshöcker. Er entsteht und entzündet sich i.d.R. durch Schlagen an Boxenwände, das ist richtig, und ist auch ein Hinweis auf mögliche Boxenhaltung und KraFu-Fütterung (Futterneid - aber auch das ist Kaffeesatzlesen). Aber an der Stelle ist und bleibt sie harmlos. Es gibt aber auch andere Umfangsvermehrungen in dem Gebiet, das müsste man genauer anschauen. Solange es schmerz- und lahmheitsfrei ist, ist da aber kein Bedarf, die vorderen Gelenksgallen machen mir eher Sorgen. (Kreuzgallen, die man vor dem Sprunggelenkshöcker hin- und herdrücken kann, wären auch harmlos).


    Gallen bilden sich im übrigen oft wegen übertriebener KraFu-Fütterung, als Ausdruck der Stoffwechselstörung. Ich habe das einige Male bei Pferden, die in die Futterkammer eingebrochen sind, akut (und vorübergehend) beobachtet; aber auch bei übertrieben hoher KraFu-Rütterung bei Sportpferden (da aber dann chronisch - und da darf man sich natürlich streiten, ob es von der Fütterung oder von der Leistung kam, da konstitutionell "weiche" Pferde, die ja eher betroffen sind, mehr KraFu brauchen, um den gewünschten Vorwärtsdrang zu bringen).


    5 kg Hafer beim Jungpferd sind ein Graus, sorry - dein Pferd ist trotz, und nicht wegen dem gesund geblieben (wohl eher wegen der späteren kontinuierlichen Leistung). So viel KraFu bringt schon mal ein sehr ungünstiges Ca:P-Verhältnis, das bewusst ausgeglichen werden muss, sowie ,wie erwähnt, wegen dem zu schnellen Wachstum vermehrte Tendenz zu OCD.

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