Reines Weidelgrasheu

  • Hallo,

    dieses Jahr ist die Heuernte bei uns sehr mau ausgefallen. Wir konnte leider nur ca. 1/3 der früheren Mengen ernten.

    Da das Futter im Winter möglicherweise sehr knapp wird, hat mir unsere LPG sehr günstig Heu (aus 2019) aus ausgedroschenem Weidelgras angeboten.


    Was haltet ihr von solchem Heu?

    Kann ich nur dieses Heu füttern oder ist das zu einseitig? Sicherlich schon, oder?

    Was müsste ich evtl. zusätzlich füttern, damit die Pferde alles kriegen was sie brauchen?


    Bisher habe ich mir da nie Gedanken gemacht. Die Pferde bekamen immer unser eigenes Heu und ggf. noch etwas Müsli. Salz- und Minerallecksteine stehen auch immer zur Verfügung. Soweit Aufwuchs und Wetter es zulassen, sind die Pferde das ganze Jahr auf den Koppeln.


    Vielen Dank für eure Hilfe.


    LG Marcus

  • Macht die LPG Grassamen?


    Ich glaube, das Angebotene ist sog. Grassamenheu. Im Futterwert zwischen Heu und Stroh anzusetzen und heiß begehrt bei den Haltern von leichtfuttrigen Robustpferden.

  • Stimmt, die ernten die Grassamen.

    Eigentlich wollten sie das Heu an ihre Rinder verfüttern aber die scheinen es nicht verwerten zu können - zuviel Rohfaser. Daher haben sie dieses Jahr die Ballen eingewickelt - mal schauen ob das besser geht.


    Generell bin ich natürlich erst einmal froh darüber, denn es würde uns gewaltig helfen. Mal schauen was Pferd und Schafe dazu sagen.


    Aber noch einmal zu meiner Frage: Kann ich das Heu bei entsprechender Menge als Alleinfuttermittel verwenden?

  • Hallo PrinzB,

    ich habe in 2019 Ackergras als Heu gemacht,

    aber leider nicht gedroschen,

    wie Ardennerin oben schrieb,

    ist dieses Heu besonders für Rehepferde geeignet,

    an Rinder und besonders an Schafe, nur in Notzeiten.

    Sonst bekommen deine Mutterschafe in 2021 keine Lämmer?

    Unsere Pferde haben dieses "Stengelgras" aber ausreichend gefressen.

    Nur noch Mineralfutter und Salzlecksteine.

    Wir hatte dieses Jahr auch weniger Heu als in 2019,

    aber nur 1/3 ist aber schon extrem?

    Dann nehme von diesem Weidelgras, wenn der Preis stimmt.

  • Ok, vielen Dank.

    Dann bekommen die Schafe das gute Heu und die Pferde überwiegend das Grassamenheu.

    Der Preis ist unschlagbar, da umsonst. Erst wenn ich eine größere Menge (ab 5 Ballen) brauche muss ich eine Kleinigkeit bezahlen.

  • mach im Zweifelsfall eine Futteranalyse, dann weisst du, was drin ist! Den Eiweissgehalt könntest du bei den trächtigen Auen mit Luzernewürfeln aufmotzen

  • Also für Rinder gibt es kein "zu viel Rohfaser". Die können das besser aufschließen als Pferde. Blos ist es eben kein Leistungsfutter für Milchrinder.
    Ich denke, man muss nehmen, was man kriegen kann. Du kannst ja halb und halb Heu und Grassamenstroh füttern.

  • Von Rindern habe ich keine Ahnung. Die LPG betreibt Mutterkuhhaltung. Das sie das Grassamenheu nicht gut verwerten können, hat mir der Chef gesagt.


    Wie dem auch sei, ich bin nicht böse über das zusätzliche Futter. Der Winter selbst ist für uns meist kein Problem, da wir bis Ende Februar genug Flächen zum nachweiden haben. Problematisch sind eher die Monate März bis Mai (je nach Niederschlag --> Graswachstum). Dieses Jahr hatten wir die Schafe unter Zufütterung zwei Monate (ca. April - Mai) auf einer Fläche, weil durch die Trockenheit nichts gewachsen ist. Die Pferde haben wir aufgrund dessen auch ab März reingeholt.

  • Hallo und

    Danke für die Info,

    war mir so nicht bekannt, bekomme oft Werbung von Saatgutherstellern, auch für Weidelgras.

    Habs mal durchgelesen, ist sehr interessant.

    Zum Glück bei mir, Extensiv, 1 Pferd je 2 Ha Fläche.

  • Hinsichtlich Beweidung gibt es keine Probleme, alle Tiere stehen auf "Naturwiesen" und sind im Normalfall nach drei Tagen wieder runter von der Fläche. Öfter als zwei Mal wird i.d.R. auch nicht beweidet. Die vom Gelände her geeigneten Flächen werden einmal gemäht und einmal, möglichst auch noch abwechselnd mit Schafen und Pferden, beweidet.


    Die Fragen die sich mir stellen sind, wie sich das Ganze bei der Produktion von Grassamen/-heu verhält.

    Sind die Gehalte an Giftstoffen, trotz möglicherweise infiziertem Saatgutes geringer, da keine Beweidung stattgefunden hat? Wie viel des Giftes verbleibt noch im Heu? Vermindert sich das Ganze noch durch die Lagerzeit?


    Vielleicht weiß ja jemand etwas darüber. Meine erste kurze Suche ergab leider nichts genaues, nur Vermutungen. Die meisten Texte bezogen sich auf die Beweidung.

    Edited once, last by PrinzB ().

  • Wir hatten das Thema hier doch schon einmal, nicht? Damals war der Anlaß, glaube ich, ein neues Buch der Autorin, die sich auf dieses Thema spezialisiert hatte.


    Und ich meine, daß mir noch in Erinnerung ist, daß die Diskussion recht ernsthaft geführt werden muß, weil die oft herangezogenen Zahlen aus Amerika stammen und die hiesigen Werte davon positiv abweichen.

  • Und ich meine, daß mir noch in Erinnerung ist, daß die Diskussion recht ernsthaft geführt werden muß, weil die oft herangezogenen Zahlen aus Amerika stammen und die hiesigen Werte davon positiv abweichen.

    Du meinst sicher : Pferd und Grasland von Vanselow: die Werte beziehen sich leider nicht nur auf Amerika, dort gibt es nur mehr Untersuchungen deswegen. Und wenn ich sehe wie hier manche Landwirte Weidewirtschaft betreiben, graust es mir. Ein Zierrasen ist dagegen eine Artenvielfalt, während auf der Wiese reine Monokultur mit deutschem Weidelgras herrscht.

    Was mir im Moment große Sorgen macht sind die Unmengen an Jakobs-Greiskraut, die hier überall an den Strassen in voller Blüte stehen und sich immer weiter ausbreiten. sicher auch auf anliegende Wiesen , die zur Mahd genutzt werden. Wo kann man dann sich noch giftfreies Heu beschaffen?

    :thumbsup: Freude ist da, wo auch Pferde sich wohlfühlen


    HeiBo

  • Ja, genau das meinte ich!

    Danke, daß Du es gefunden hast.


    Werden die Wiesen nicht gegen das Jakobskreuzkraut (so heißt es hier) gespritzt? Ich glaube, das wird empfohlen und scheint auch zu wirken.

  • Was mir im Moment große Sorgen macht sind die Unmengen an Jakobs-Greiskraut, die hier überall an den Strassen in voller Blüte stehen und sich immer weiter ausbreiten. sicher auch auf anliegende Wiesen , die zur Mahd genutzt werden. Wo kann man dann sich noch giftfreies Heu beschaffen?

    Hier ist auch alles voll davon, leider auch schon auf meinen Weiden, Heu mache ich aber schon lange nicht mehr. Die Araber gehen nicht ran, Die Esel wohl auch nicht aber der Welsh, der frisst einfach alles. Musste runter von der Weide.

  • kaidan , auch wenn die Pferde augenscheinlich das JKK nicht fressen, aber die junge Pflanze, die Rosette ohne Stängel und Blüten, hat in den ersten Wochen noch nicht den Geschmack der Giftpflanze und wird von den Tieren gefressen. Dabei ist sie auch schon sehr giftig, auch wenn beim JKK die Blüten am schlimmsten sind. Außerdem ist die Gefahr groß, daß die abgeblühten Pflanzen heuen und den Geschmack verlieren und dann mit gefressen werden.

    Wenn gegen das JKK nichts unternommen wird, gibt es bald nur noch eine gelbe Monokultur.

    Da muß jeder mit anpacken. Saniere deine Weiden, dieses Zeug vermehrt sich ohne Ende.

    Auch wenn sich der Verein aufgelöst hat, da gibt es noch viele Infos:

    https://www.ak-kreuzkraut.de/

    Übrigens sind wir in unserer Gemeinde bei der Bekämpfung auf einem guten Weg, haben sogar einen Abfallcontainer zur Entsorgung bekommen. In den "Busch", auf den Mist, Kompost oder Biotonne geht nicht.

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Saniere deine Weiden, dieses Zeug vermehrt sich ohne Ende.

    In der Toskana sehe ich große, aufgegebene Äcker und Weiden seit Jahren nur noch gelb, ohne Ende. Wie soll dort jemals wieder etwas angebaut werden können ?


    A. Nemitz

    A. Nemitz

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