• Ein leider nicht so schönes Foto, aber vielleicht weiß hier jemand Rat?


    Mein dicker Rheinisch-Deutscher Anton hat im Behang und höher diese Talgsrückchen. Vielleicht läuft das unter "Raspe"?

    Das ist nicht nur hässlich, sondern es scheint ihn auch zu jucken. Das scheuern an Bäumen, Büschen oder Baumstümpfen führt dann gelegentlich dazu, dass er sich ein Eisen "auszieht ".

    Kennt jemand das Problem und hat Tipps, was man dagegen tun kann?

    Herzliche Grüße

    Thomas

  • Am besten mal einen Haut-Abstrich machen lassen. Könnten Milben oder manchmal auch bakteriell sein.

    Je nachdem wie das Ergebnis ausfällt, kann man gezielt behandeln.


    LG Angelika

  • Ferndiagnose: Fussräude. Typisch dafür ist der Juckreiz, und die borkig verdickte, schuppende Haut. Wenn der TA wegen sowas noch kommen darf (wir dürfen nur noch Fälle annehmen, die man nicht aufschieben kann), wird er dir etwas gegen Milben geben, vermutlich eine Waschlösung. Du kannst versuchen, die Beine so zu behandeln; aber du kommst schneller und zuverlässiger zum Ziel, wenn du den Behang abrasierst - da musst du wissen, was dir das Aussehen wert ist (die Federn wachsen spätestens beim nächsten Fellwechsel wieder voll nach). Die Haut braucht dann intensive Pflege, damit sich die Krusten im Verlauf der Heilung ablösen können..

    Behandeln muss man aber unbedingt; lässt man es zu lange schlittern, können die Borken so dick werden, dass es unheilbar wird, abgesehen davon, dass sich das Pferd wegen dem Juckreiz auch Verletzungen zufügen kann.

  • Hallo, Thomas,


    gerade bei Rheinisch-Deutschen ist ein bißchen Vorsicht beim Thema Mauke angezeigt.

    Sie entwickeln nicht nur die normale Form, die schon unangenehm genug ist, sondern leider auch etwas, das eine ganz andere Dimension hat - Warzenmauke (dermatitis verrucosa). Damit ist nun wirklich nicht zu spaßen.


    Ich empfehle Dir dringend, Dich mit dem Thema vertraut zu machen. Ich wünsche Dir und Deinem Pferd das Allerbeste.


    Die Ardennerin

  • Wenn Verdacht auf Milben besteht, hilft inwendig Ivermectin, also ein Wurmmittel.
    Ich hatte ähnliches mal bei meiner Araberstute. Alle so oft empfohlenen Waschungen mit Kernseife haben den Zustand stetig verschlimmert. Durchschlagend geholfen hat eine Emulsion: Hydrocortiderm. Das darf natürlich nur einige Tage angewendet werden.
    Ich würde vor allem erst mal scheren.

  • Ivermectin hilft nach meiner Erfahrung nur, wenn es gespritzt wird, Wurmkur oral reicht nicht aus; und nur, wenn die Krusten nicht zu dick sind. Es muss 2x im Abstand von 10 Tagen (nicht länger!) angewendet werden, manchmal auch noch ein drittes Mal. Es reizt, und es ist (jedenfalls bei uns) zur Injektion nicht für Pferde zugelassen, d.h. das Anwendungsrisiko liegt beim Pferdebesitzer. Daher wende ich es beim Pferd erst an, wenn äussere (gegen Milben gerichtete) Behandlungen keinen Erfolg bringen.

    Und Cortison bei Milben gilt als Kunstfehler, da es denen durch die Dämpfung der Abwehrmechanismen (Entzündung, Schwellung) ein gemachtes Bett bereitet.

  • Souris, bei meiner Stute gab es keine eindeutige Dignose, nur Verdacht auf Herbstgrasmilben. Es kam jedes Jahr um die sie selbe Zeit und ich kann nur sagen, dass alles was sonst so bei Krusten empfohlen wird, es immer schlimmer machte. Das Hydrocortiderm ließ alles innerhalb weniger Tage abheilen.

    Ich glaube gern, dass man dies Erfahrung nicht auf Räude oder Grabmilben übertragen kann. Das Hydrocortiderm fährt ja nur eine Überreaktion der Haut runter. Das mit Ivermectin kenne ich von anderen Tierarten, wo es gut hilft, auch oral. Dass es beim Pferd besser gespritzt wird, habe ich auch schon gehört.

    Ich wollte vor allem vor Waschungen mit Seifenlage warnen. Es läßt die Haut aufquellen und noch empfindlicher werden.
    Sicher ist es am besten, zu scheren und dann den TA ein Geschabsel nehmen und untersuchen zu lassen.

  • kaidan, wenn es unter Cortison abgeheilt ist, würde ich auch an eine Vasculitis denken (das wäre dann auch die richtige Behandlung gewesen). Das ist eine vermutlich durch das Sonnenlicht ausgelöste Entzündung der Hautgefässe bei weissem Fell. Es kommt gehäuft vor, wenn auf der Weide oder im Heu viele Gelbblüher sind. Falls bei dir die Verteilung stimmt (nur an den weissen Füssen), könnte man mit leichten Strumpfbandagen auf der Weide vorbeugen (nur an den weissen Füssen), versuch das doch mal? Aber du hast recht, bei diesem Krankheitsbild würden Seifenlaugen erst recht reizen.

  • Souris, das ist nicht auszuschließen. Es war immer in der Fesselbeuge, weiße Beine. Das war ja mein Reitpferd und ist immer im Spätsommer aufgetreten. Verdacht waren Herbstgrasmilben. Das Pferd lebt leider nicht mehr. Ich habe nach Abheilung immer Vaseline draufgegeben und dann kam auch nichts wieder. Es blieb immer bei einem Schub.

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