Tandem am Schlitten

  • Bei meiner Testfahrt mit dem Tandem sind mir ein paar Sachen aufgefallen:

    Ich fahre mit Arbeitsgeschirren mit Nylon/Granite Straenge mit Ketten. Die Straenge habe ich verlaengert mit Seilen zum Ring vom Gabelpferd. Im Schritt und unter Last ist es OK, aber im lockeren Trab schwingen die auf, gefaehrlich nahe an die Nase des Gabelpferdes.

    Faehrt jemand von Euch mit Doppelortscheit? Lange Tandemstraenge mit Wienerhaken kann ich keine verwenden, weil die Geschirre keine Strangstutzenschnallen haben.

    Alle Bilder die ich im Netz gefunden habe zeigen entweder Pferde mit natuerlich hoher Aufrichtung (Friesen, Hackneys, Gelderlander) oder Kaltblueter die mit Side/overcheck gefahren werden.

    Das fleissigere (und dominante) Pferd ist das kleinere und somit muss ich die vorne einspannen. Die Zuglinie geht vom Kummt des Vorpferdes waagrecht zum Ring vom Gabelpferd, dort wird es gebrochen und geht runter zum Ortscheit. Ich weiss, ich fahre nicht stunden/tagelang so unter volllast, und so ein Pferd kann 100 kg auf dem Ruecken tragen, trotzdem stoert es mein Auge. Der Zugwinkel an einem relativ tiefen Schlitten ist natuerlich ganz anders als an einem hohen Cart.

    Wie haelt man am besten die Haende warm ausser Gebrauchshaltung fahren und die Finger der linken Hand moeglichst viel bewegen?\

    Gruss aus Kanada:-]

  • Wie haelt man am besten die Haende warm ausser Gebrauchshaltung fahren und die Finger der linken Hand moeglichst viel bewegen?\

    Gruss aus Kanada:-]

    Das genau ist wohl der Grund, warum im kalten russischen Winter statt vierspännig eben mit der Troika gefahren wurde; hier hielt man die beiden linken und die beiden rechten Leinen getrennt in den mit Fäustlingen geschützten Händen und statt einer Peitsche hing die Knute mit einer Schlaufe am Handgelenk.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Hallo Rossknecht, wenn es Dir Möglich ist mach bitte mal ein paar Fotos von Deiner Anspannung. Ich habe ,nur so als Beispiel, mein Tandemvorderpferd in der Arbeitsanspannung mit komplett durchgehenden Strickstränge angespannt. Falls Du die Zugleistung gleichmäßig auf beide verteilen möchtest fände ich eine Rollbracke ideal. Mit einer solchen habe ich in schmalen Gassen gerückt. Meine Maßnahme in der kalten Jahreszeit sind Fausthandschuhe da ich mein Gabelpferd mit einer Leine die hinten Schlaufen hat, ausgestattet habe. Die Vorderleine lege ich oben drauf durch die volle Hand.

    :P

  • Kann es sein, daß dein Nachbar die Zugstränge des Vorgauls am Bauchgurt befesetigt, oder vielleicht gar am Hinergeschirr? Sachen gibts.


    :) Fahren ja: aber mit Verstand :)

  • kanns nicht erkennen, wo sie eingehängt sind; ernsthaft ziehen tut das Vorderpferd eh nicht, im Gegenteil, in der Kurve hängen dessen Stränge so weit durch daß ich Sorge hätte das Gabelpferd tritt drüber

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    "Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt."

    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Bei 0.52 sieht man m. M. nach ziemlich genau dass die Vorderpferd-Stränge (Ketten ) an der Schere des Schlittens eingehängt sind .


    Bei dem Mann kann man doch eigentlich davon ausgehen dass er weiss was er tut . Ein Pionier in Sachen Fahren was man sonst so sieht von ihm .

  • Die einzigen Bilder die ich im Moment habe sind die vom Tandem am meinem Ruecke-/Vorderwagen.



    Hier kann ich die hoehe des Ortscheits einstellen.

    Ich hatte gehofft dass jemand der bei jedem Wetter ueber verschneite Bergpaesse faehrt, mir Tips geben wie man die Finger warm haelt:)

  • Wir haben am Montag nochmal eingespannt, es war um die minus 5 Grad. Viel laenger als eine halbe Stunde haelt man es mit duenn gefuetterten Handschuhen nicht aus. Und schon mit diesen Handschuhen war es schwierig die Leinen zu bedienen, da die im Tandem viel naeher zusammen sind als im Vierer, wenn man nach Achenbach faehrt.

    Beim naechsten mal will ich Leinenklammern ausprobieren mit dem "Ungarischen/Marathon" Fahrstil. Ich denke das sollte mit dicken Fingerhandschuhen oder sogar Faushandschuhen machbar sein. Nur im Pape steht nichts davon, auch lebe ich nicht mehr in der Schweiz wo es an jeder Ecke Viererzug-Sportfahrer hat, wo mir das zeigen koennten.

    Gibt es online gute Videos und Anleitung?

    Bis jetzt habe ich nur Videos von Fahrturnieren gefunden, und dort ist die Handhabung der Leinen kaum ersichtlich, da es viel zu schnell geht.

  • Probier mal Seidenunterhandschuhe (und normale Lederfahrhandschuhe drüber), gibt es in jedem Motorradzubehörladen. Damit komm ich gut klar, sind warm genug und tragen nicht auf. Hab gehört das es sogar geheizte Unterhandschuhe geben soll, ggf. hilft ein Wärmepad am Handrücken(so eins zum knicken)

  • Ich fahr alles zweireihige so, weil ich bisher noch nix Vierer/Achenbach Unterricht gehabt hab: hintere Pferd von unten aufwärts in Faust und obere von oben rein, beide Leinen mit Frosch oder Schnürsenkel oder was praktikabel ist miteinander verbunden (also mir tut es ein Schnürsenkel geht bei mir nur um runterfallen bei mangelhafter Konzentration). "unbenutzte" Hand hilft der Anderen beim Schlaufen legen. ich bin mit meinen lenkfähigkeiten eigentlich zufrieden so, also zumindest langt es für Ofahrten im Mittelfeld mit Tandem so. Am angenehmsten find ich im Sommer mit obere Pferd oben rein und hintere Pferd zwischen Ring und Mittelfinger, so kann ich schnell und effizient mal vordere um größeres Stück verkürzen, was bei Winter/Schnürsenkel dann schonmal längere Schlaufen gibt. fahren tue ich ab 0° idr mit Kühlhaushandschuhen, was hast du denn für Handschuh als Basis? mfg Kirsten, die kleiner -12° dann Lederfäustling wählt

    Edited once, last by Bennyblue ().

  • Ich habe beides probiert, gefuetterte Lederhandschuhe und die normalen Fahrhandschuhe mit Baumwolle-Unterhandschuhe, ist kein grosser Unterschied. Ich komme wahrscheinlich nicht drumherum zum mit Klemmen fahren, letztes Jahr war es an der cutter ralley minus 30 grad. Auch kann man die Leinen mit Klemmen drin einfacher dem Beifahrer uebergeben, um sich die Finger zu waermen.

  • Rossknecht ja das übergeben der Leinen sollte beim Fahren mit den Leinenklemmen einfacher gehen, solange du das Leinenmaß insgesamt oder das der Vorderleinen nicht verändern musst ist das Fahren mit dem Zweihandsystem sicher bei Kälte mit dicken Handschuhen nicht schlecht, aber geade wenn es darum geht das Vorderpferd aus dem Zug zu nehmen oder wieder in den Zug zu bringen finde ich das Zweihandsystem nicht optimal. Was mir auch vom Grundsatz her nicht gefällt ist das ich zum Schleifen legen mit der Hand die die Schleife holt nach vorne gehen muss und somit dort kurzzeitig das Leinemaß verändere. Was ich gerde im Tandem wo ja das einzelne Pferd feiner reagiert als nicht förderlich empfinde. Aus diesem Grund fahre ich den Vierspänner auch nur auf Turnier im Gelände oder Kegelparcours (bzw im gezielten Training dafür) mit Zweihansystem, sonst im Alltag fahre ich nach Achenbach.

  • Diese Grafik ist auch im "Draft Horse Handbook" von Lynn R. Miller. Es zeigt aber die schlechteste Loesung was den Zugwinkel angeht, speziell wenn das Vorderpferd kleiner ist als das Gabelpferd.

  • Kommt beim Tandem das kleinere Pferde vorne rein ?


    Beim Viererzug lehrte man mir , die größeren Pferde vorne rein .

  • Hier kommt der nach vorn, der es grad braucht, also idr "soll nicht fest ziehen" oder "hat mehr grund go", gern auch "scheut nicht/selten"...Optik ist was feines, so man die Muße hat und freie Wählbarkeit der Zutaten möglich ist....

  • Habe vor einiger Zeit ein Arbeitstandem bei YT gesehen. Dabei wurden mittels Rollenbake (+ Sperre) Lasten auf engen Wegen gezogen. Am Kumet des hinteren Pferdes hingen lange Strangträger aus Gummi runter, damit die Stränge des vorderen Pferdes nicht zwischen die Beine kommen. Sobald das VP aus dem Zug genommen wurde (schärfere Kurven, Wenden, etc.) sorgte die Sperre o. besser der Stopper dafür das nur die Stränge des hinteren Pferdes straff blieben und die vom VP durchhingen. Die Gummistranghalter haben darauf hin dessen Stränge wieder etwas nach oben gezogen, sodass sie fast auf Bauchhöhe hingen. Sobald das VP wieder Zug bekam, zogen die straffen Stränge die Gummis wieder nach unten. Die Zuglinie ist beim VP nicht ganz optimal aber auf jeden Fall besser als auf der obrigen Zeichnung.


    Grüße Marcus

  • @ Rossknecht , der erste Beitrag bezieht sich auf deinen Tandem , meine Frage war mehr allgemein gemeint .


    @ PrinzB es wäre nett wenn du das Video verlinken würdest .

  • Kasparow


    Ich habe gestern schon danach gesucht um es gleich mit einzustellen aber ich konnte das Video leider nicht wieder finden. Damals bin ich durch Zufall darauf gestoßen und nicht durch eine gezielte Suche - das macht es schwer etwas wieder zu finden.


    Grüße Marcus


    PS: Wenn du das Leerzeichen zwischen dem @ und dem Namen weglässt, dann erhält derjenige eine Nachricht und weiß das er angesprochen wurde.

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