Wartung eines Marathon/Trainingswagen

  • Da der Wunsch geäußert wurde dieses Thema mal anzugehen , versuche ich dies mal zu beginnen mit meinem bescheidenen Erfahrungen. Als erstes würde ich mir überlegen oder eben am Wagen anschauen wo überall bewegliche Teile sind welche verschleißen können. Aus meiner Sicht macht es Sinn sich von vorne nach hinten und von oben nach unten zu orientieren. Also habe ich eine Metallschere oder Metall Einzellonden, einmal die Vorderen Einschübe komplett heraus ziehen, nachdem ich mir die Stellung markiert habe, um zu schauen wie sie in dem Bereich aussehen und noch volle Stabilität haben. Genauso der Deichseleinschub. Sowie kontrolle der Deichselbrille, bei beweglicher ein schmierendes Gleitöl. z.B. Ballistol, W40

    Welches an vielen anderen beweglichen Teilen am Wagen sowie an den Schnellverschlüsse regelmäßig verwendet werden sollte. Der nächste Kontrollpunkt ist die Verbindung von Schere/ Scherbäume am Wagen sowie die Bolzen oder Schrauben der Deichselaufnahme am Wagen. Falls der Wagen eine Sitzverstellung hat sollte diese überprüft und gegebenenfalls gefettet werden. Hat man die Fettkatusche gerade parat sollten jedes Rad hochgebockt werden und das Spiel des Rades kontrolliert und gegebenenfalls gefettet werden. Auch empfiehlt es sich gleich die Lager auf Vollständigkeit zu überprüfen sowie den Radlauf ob es eiert. Anschließend läßt sich noch die Bremswirkung überprüfen sowie die Abnutzungserscheinungen der Bremsbeläge. Auch kann noch eine Sichtkontrolle der Federn vorgenommen werden , jedoch ist es sehr fraglich ob man wirklich ein Schwachstelle ausmachen kann. Meine persönliche Erfahrung ist das ich bei zwei unterschiedlichen Wagen nach dem Waschen eine Sichtkontrolle und auch ein abtasten keine Verdächtige Stellen finden konnte. Jedoch auf dem darauffolgenden Turnier bei einem Wagen einen Federbruch und auf einem anderen Turnier einen Achsbruch erlitten habe, wo dann die Fahrt schlagartig zu Ende war!
    Mein Fazit Kontrolle und Pflege sind gut aber schützen Dich nicht immer vor bösen Überraschungen!

    Bitte um weitere Ergänzungen.

    :P

  • Danke für die Beschreibung. Habe seit neuestem eine schicke wagonette die ich gerne liebevoll pflegen möchte, aber jetzt guten Plan wie!!!

    Und übe mich in Bezug auf böse Überraschungen auf meinen ersten turnieren in gottvertrauen 😉

  • SCHADE! Es scheint so das dieses Thema doch nicht so begehrt ist das viele dazu äußern. War halt ein Versuch, der wohl kläglich gescheitert ist.😂

    :P

  • begehrt schon, ich lese mit... aber kann leider nichts dazu beitragen, da Trainingswagen-Neubesitzer. Ich dachte, ich bring das Stück mal meinem Garagisten, um wenigstens Naben und Bremsen zu warten.

  • Prickler : Deine Beschreibung ist ziemlich umfangreich und alle scheinen deiner Meinung zu sein! Ich wuerde Bilder anfuegen, habe aber keinen Marathonwagen mehr.

  • Ich finde es schon interessant. Allerdings bin ich da völlig unbedarft.

    Bilder fände ich auch toll. Das würde es für mich noch etwas verständlicher machen.

    Trotzdem, danke schon mal für deine ausführlichen erklärungen.

    Das Erste was ich mir raus geschrieben habe, war die Art des Öls ... 8) ... peinlich, aber wahr...

  • Dito, finde das Thema auch sehr interessant, bin aber technisch eine Niete und gebe meinen Wagen daher in fachmännische Hände zur Inspektion.

    Suns always shine :)

  • Und welchen Fachmann holst du da, gentille?

    früher waren die Schmiede die richtigen Ansprechpartner für Kutschen; ich habe da mal Scheibenbremsen montieren lassen (das wurde mir damals von diversen Fahrern so geraten). Aber die sind inzwischen nicht mehr so dicht gestreut...

  • da ich keinen Marathonwagen besitze, sondern nur einen selbstgebauten Vorderwagen mit PKW Anhängerachse, kann ich dazu nicht viel beitragen. Nur soviel: die Achse ist weitestgehend wartungsfrei, da Gummigelenkachse und Radlager mit Lebensdauerschmierung, wie heute fast alle Kugellager. Bautenzüge schmiere ich mit normalen MaschinenÖl ( WD40/ Ballistol sind mir zu dünnflüssig und nicht dauerhaft genug) und einer Spritze um das Öl in den Mantel zu bekommen. Sitzschienen werden mit Wälzlagerfett geschmiert, ansonsten ist für mich wichtig, das alle Schraubverbindungen kontrolliert werden und notfalls nachgezogen wird. dazu werden noch Gelenke und Bewegliche Teile überprüft auf Verschleiß und wenn nötig repariert oder ausgetauscht.

    :thumbsup: Freude ist da, wo auch Pferde sich wohlfühlen


    HeiBo

  • früher waren die Schmiede die richtigen Ansprechpartner für Kutschen

    das waren noch die Zeiten, wo der Schmied noch zusammen mit dem Stellmacher Wagen gebaut hat. Heute wirst du bei den oftmals "nur" Hufbeschlagschmieden wenig Erfolg haben, da bleibt dir nur ein hoffentlich noch in der Nähe wohnender Betriebsschlosser oder Landmaschinenhändler

    :thumbsup: Freude ist da, wo auch Pferde sich wohlfühlen


    HeiBo

  • Ich habe das Glück, in 50 km Entfernung einen Kutschenhändler zu haben, der Inspektionen anbietet.

    Suns always shine :)

  • Noch eine Frage zu dem Thema: lässt ihr euch vom tüv oder der fn den Zustand des Wagens prüfen? Machen das nur gewerbliche Fahrer? Ist das verbreitet im sportlichen fahren? Habe das nur mal auf einer Seite der fn gesehen dass diese Möglichkeit besteht, die Kutsche begutachten zu lassen und frage mich seit dem ob ich das aus irgendeinem Grund wollen oder müssen könnte 🤔

  • Na ja, also mein Beitrag zum Thema kommt noch, akut bin ich noch zu krank um die völlig verdreckten Wägen soweit zu putzen, dass ich vernünftig Fragen stellen kann....

    Aber zb die schlemmersche Anzenfederung am Gig ist nicht simpel einzustellen und die Wägen, die ich so zu sehen bekomm (ich verleihe meinen auch öfter gegen Kutsch, welche ich testen soll) bzw meine -bei Rückgabe-ist hahnebüchend. Also das da jeder Fahrer selbst Hand anlegt kann ich in D absolut verneinen!!!

    Und professionell jemand zu finden, der den Job reel macht ist keineswegs einfach, meine große Wagonette muss ja alle 1-2 Jahre zur Bremsüberhohlung bevorzugt Werkstatt mit Rechnung, damit ich bei X nachweisen kann, das gewartet.....dann kann die Brems gewartet werden, aber dafür hapert es wieder am Interesse/Wissen um anderes zu richten. Am besten sind bisher Nachbars Polen, die haben sowohl die Technik Bremsen als auch den gesamten Wagen im Blick.

    Bei meinen Männers müssten die mir lang genug zuhören um den Kern des Problems zu begreifen, woran schonmal hapert......

    Über die Jahre hab ich mittlerweile 2 gute aushäusige Schweißmöglichkeiten, wo ich mich drauf verlassen kann, dass das mit Materialstärke und Funktionalität klappt.

    mfg Kirsten

  • Hat man die Fettkatusche gerade parat sollten jedes Rad hochgebockt werden und das Spiel des Rades kontrolliert und gegebenenfalls gefettet werden. Auch empfiehlt es sich gleich die Lager auf Vollständigkeit zu überprüfen sowie den Radlauf ob es eiert. Anschließend läßt sich noch die Bremswirkung überprüfen sowie die Abnutzungserscheinungen der Bremsbeläge. Auch kann noch eine Sichtkontrolle der Federn vorgenommen werden , jedoch ist es sehr fraglich ob man wirklich ein Schwachstelle ausmachen kann.

    Das da sind die für mich entscheidenen Punkte der Wartung, bei denen ich regelmäßig oft erfolglos Hilfe anfordern muss:

    Rad eiert und nu?

    Rad platt, wie bekomm ich das runter?

    Trommelbremse zieht ungleichmäßig und nu weiter?

    Trommelbremse qietscht zum Gotterbarmen bei Nutzung (spezielleres Schlemmer-Gig Problem, wobei auch Maier EInachser laut sein können).

    Zb grad gehabt: beide Hinterrädern eiern, haben viel zu viel Spiel, wagen ist klotzgebremst, klotzbremse schuckelt. mein verdacht hier war speziell, dass die klotzbremse zu schwach ausgelegt war....wie änder ich denn sowas??? (Hier wurd die Kutsch schnell verlustfrei weitergeschoben, nur der nächste wird es Problem ja auch bemerken...)

  • Hier wurd die Kutsch schnell verlustfrei weitergeschoben, nur der nächste wird es Problem ja auch bemerken...)

    Schnell ? Ist das bei den Ponykutschen anders als bei den großen ? Schau mal in die Händlerportale , da stehen Kutschen schier ewiglich drin , das scheint ein sehr sehr zäher Markt zu sein .

  • Jaein, ich hab den Sommer 3 Kutschen weiterverkauft 4 inseriert, die waren gleichbepreist ab frühjahr drinn, nix tat sich, wobei die eine 1 jahr vorher innerhalb von Stunden weg ging und die Käufer sich drängten, 1 Jahr später etwas bessere Anzeige und nix ging? Immer wieder rausgenommen anderes Foto Text dezent umgeformt...und auf einmal warens da die Käufer: binnen 1 Woche hätte ich sogar alle 4 weg gehabt sogar mehrere interessenten für manche und ich hätt auch bei einer deutlich (500,-€) mehr nehmen können?? keine Ahnung, wieso der Markt so seltsam ist, aber wenn die Leut DIE kaufen wollen, dann wollens halt eben diese....und bei den Ponyleuten ist Kenntnis/Interesse an der Materie gering. zb wurden angebotene Probefahrten abgelehnt??? Fazinierend.

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