Aufgabe Beifahrer wenn Pferd durchgeht

  • Hallo zusammen,

    mal wieder ne Frage von meiner Seite ;)

    was macht der Beifahrer wenn das Pferd durchgeht?
    Unterstüzend mit in die Leinen greifen? Oder die Kutsche "aufschaukeln"? Wie macht er das ggfs?

    LG

  • wie man aus diversen Youtube-Videos entnehmen kann, hilft er, die Kutsche wieder aufzustellen oder die Pferde auszuspannen... :wacko:

    ich denke, beten wäre sinnvoll. Und in den Kurven den Schwerpunkt nach aussen verlagern.

  • Wenn er denn nun schon einmal da ist - am besten fände ich ja, er wäre rechtzeitig abgesprungen - kann er doch etwas Nützliches tun: er kann nämlich, sollte er selbst dazu noch in der Lage sein, dafür sorgen, daß möglichst freie Fahrt ist.


    Als ich zum ersten Mal hinter einem durchgehenden Pferd saß und nichts von der Situation verstand, waren mir nämlich Fußgänger im Weg, die das rasende Trommeln der Hufe lange gehört haben mußten. Sie schauten sich wohl auch um, haben aber keinerlei Anstalten gemacht, den Weg zu räumen oder sonst etwas Sinnvolles zu tun. Aus Verzweiflung habe ich das Gespann dann Richtung Graben gelenkt. Das Pferd ist hier dann zur Vernunft gekommen und nicht hineingesprungen.


    Will sagen - man muß damit rechnen, daß die Umwelt die Situation überhaupt nicht korrekt einschätzt und dann handeln. Das könnte der Beifahrer gut machen. Heute würde ich solche Leute natürlich aus Leibeskräften anbrüllen, damals aber war ich überfordert und konnte mir überhaupt nicht vorstellen, daß jemand ein durchgehendes Pferd nicht als solches erkennt.

  • Zusehen, das er sein Handy parat hat um Hilfe zu rufen! und je nach Situation vorm dem Durchgehen runter und noch versuchen am Boden einzugreifen oder nach X helfen Kutsch ausspannen, sich um Pferd kümmern, während Fahrer mit Polizei redet.

  • Ich bin eher für innen , nach aussen wandert der Schwerpunkt eh schon .

    uuups, natürlich, böser Denkfehler....:wacko: (bin halt auch nie Motorrad gefahren, und in Physik war ich auch schlecht....)

    ist doch gut, wenn man sich das vorher mal bewusst überlegt!!! wobei man wohl in der Situation kaum falsch reagieren würde.

  • Joa, von beten, dass es glimpflich abgeht, bis zur raschen Überlegung, wie er schnellstens ans Handy kommt, sobald sich eine Gelegenheit bietet ( falls schon klar ist, dass Hilfe von außen nötig wird ) wurde bereits geschrieben. Ebenfalls erwähnt wurde, dass der BF sich ums Gleichgewicht des Gefährts kümmern kann, sofern sinnvoll und erforderlich.


    Das mir ein Beifahrer unaufgefordert von hinten in die Leinen greift würde ich mir verbitten!


    Muss jeder für sich entscheiden, wie er es damit hält, mein(e) BF wissen, wenn ich jemals von ihnen verlangen sollte "spring" ( also ab von der Kutsche ), dann ist keine Zeit mehr um zu erklären warum und auch keine Alternative vorhanden, die den Schaden an der Person geringer halten würde.

    Das gilt für Situationen, wo ich vorne etwas sehe, was der BF nicht sieht und womit ein unschöner Ausgang definitiv unvermeidbar ist ( Beispiel, fiktiv, Gespann ginge durch und ich sähe, dass Geschirr oder Wagenteil derart beschädigt wären, dass etwas abbricht oder abreißt ).


    Instiktiv weiß man, wann man "verloren" hat .....

    Freundliche Grüße
    Antje


    "Immer wenn wir etwas planen, fällt im Hintergrund lachend das Schicksal vom Hocker"

  • Noch eine, die es so macht:-)

    Hier steigt niemand auf, der nicht versprochen hat, einem "Spring-Befehl" sofort zu folgen und dem ich das auch körperlich zutraue.


    In diesem Sinne: allzeit sichere Fahrt!

  • hat zwar nichts mit Beifahrer zu tun, aber mit durchgehen: ich habe mir gestern eine Serie Unfallvideos reingezogen. Dabei kam mir der Gedanke, dass evt. ein Sicherungsriemen (von der Leinenschnalle zur Bocklehne), der im Falle eines Vorfalls verhindern würde, dass die Leinen zu Boden fallen, für Freizeitfahrer gar nicht das dümmste wäre. Wobei in einem Unfallbericht erwähnt wurde, dass sich die Leinen im Rad verfangen hatten, und das Gefährt so gestoppt haben.

    Was meinen die Profis dazu?

  • Kommt hier auf die Kutsche an, bei Einachsern/schlitten nie (ua weil ich ziemlich sicher bei X den Abgang mach und sich wie beobachtet, dann schonmal die Leinen im Rad verfangen und das gespann stoppen oder falls alles einfach nur dumm lauft ohne durchgeher und so zb grasen lassen und nicht aufpassen jetzt spielt gauli fangeles, ich so ne reele Chance hab dranzukommen). Bei Sportkutschen hatte ich auch noch kein Bedürfniss, da Pferd nah und ich bei X da eher vorhüpfen würd, bei Freizeitkutschen oder Planwagen immer, weil hier sehr tauglich....nur ich fahr Einachser/Sportkutshcen idr eh immer ohne BF da Alltag, Freizeitkutschen idr weil "viele" Passagiere! Kinderchen fahren hier so lang mit Begleitperson mit bis sie bewiesen haben, dass sie im Reisetrab den Hüpf über die Reling beherrschen, ist immer ein große Feier sozusagen "erwachsen", sind dann meistens 4-6 Jahre alt. mfg Kirsten

  • Bin zwar kein Profi, aber anders als nach dem Aufsitzen die Leinen in den Karabiner ( an einem Strick verbunden mit dem Rahmen ) einzuhaken bin ich noch nie gefahren.

    An einem Fortbildungslehrgang ( bekannter Ausbildungsstall ) habe ich das auch kund getan . Am dritten Tag sagte man mir , dass man das künftig auch so machen wird , man lerne auch noch immer dazu , auch von Fahrschülern .

  • ... und bei mir fährt nur mit, wer einen Helm trägt. Ich fahre selber nicht ohne Helm ( Kopfbedeckung gehört ohnehin dazu und die modernen Helme sind durchaus bequem ) und fände es unpassend Bei- oder Mitfahrer dem Risiko auszusetzen, während ich mich selber schütze.


    Mich hat der Helm bei einem schweren Kutschunfall bereits einmal sehr gut geschützt!


    Und im Falle eines Unfalles kann mir keine Versicherung vorwerfen, ich hätte mich nicht geschützt.

    Freundliche Grüße
    Antje


    "Immer wenn wir etwas planen, fällt im Hintergrund lachend das Schicksal vom Hocker"

  • Ich habe keinen Beifahrer:thumbsup:

    Oooch, da bist du nicht alleine mit dem "nicht BF ". Ich bin gezwungenermaßen auch oft genug alleine unterwegs, sonst käme ich wesentlich seltener los.


    Und grad deswegen lege ich so großen Wert auf Ponys die "bei mir bleiben" ( so weit man das sagen kann, Fluchttiere bleiben sie immer und " der Teufel ist ein Eichhörnchen".

    Freundliche Grüße
    Antje


    "Immer wenn wir etwas planen, fällt im Hintergrund lachend das Schicksal vom Hocker"

  • Bei einem Marathon/Traininingswagen ist die Aufgabe des Beifahrers den Wagen zu balancieren, sicher nicht abspringen. Meist erschrecken die Pferde und ergreifen die Flucht, beruhigen sich dann aber wieder wenn man sie an ein sicheres Ort lenkt. Springen jedoch alle ab und faellt die Kutsche um, dann gehts dann richtig los, vor allem wenn dann noch Gegenstaende (parkierte Autos) mit der Kutsche gestereift / getroffen werden.

  • "Springkommandogrund" wäre für mich eine sich ( warum auch immer.. also fiktiv gedacht ) vom Wagen lösende Vorderbracke oder sonstiger Materialbruch.


    Also nicht, werils grad mal unerwünscht schneller geht. DA braucht man den BF sicher um die Kippgefahr zu verringern.

    Freundliche Grüße
    Antje


    "Immer wenn wir etwas planen, fällt im Hintergrund lachend das Schicksal vom Hocker"

  • Ich hab mal ein Video gesehen wo der Fahrer eines durchgehenden Gespanns runter gefallen ist und dann der Beifahrer sehr sportlich von hinten (Marathonwagen) nach vorne gesprungen ist, sich die runter gefallen Leinen geangelt hat und den Vierspänner gebremst.

    Hab noch nie gehört dass man Beifahrer abspringen lässt. Wenn das Gespann dann irgendwo eingerastet ist, sollte er ja auch schnell da sein und nicht erst noch kilometerweit rennen müssen...

    Aber sehe es bei Kindern ein, auch wenn ich den „Sprung über die reeling“ noch nie live gesehen habe, klingt es nach einer spaßigen Übung 😊

  • Mh komische Ansichten haben hier einige. Warum sollte man vom Wagen springen? Und warum gehen bei einigen Menschen ständig Pferde durch????


    Ich bin Berufsrennreiter und Geschwindigkeit gewohnt. Dazu noch Ausbilder im Fahren. Mir ist noch kein Pferd durchgegangen am Wagen.


    Wenn das wirklich passieren sollte, macht meist der Fahrer einen Fehler, in dem er sich einfach nur festzieht am Pferd. Pumpen an den Leinen und immer wieder Nachgeben. So bringt man das Pferd, oder Gespann aus den Takt und es wird langsamer werden.


    Sollte das nicht helfen, gegen einen Wand oder ähnliches draufhalten. Oder wenn möglich auf ein Acker lenken und die Pferde dort müde laufen lassen.


    Der Beifahrer soll tunlichst oben bleiben und den Wagen auf der Spur halten.


    Einige Leute verwechseln, erschrecken und paar Meter Galopp mit Durchgehen.


    Ein durchgehendes Pferd ist im Gehirn von seiner linken Gehirnhälfte (rational denkend) auf die rechte intuitive gesprungen. Es heißt nur noch Flucht oder Stirb.....


    In meiner Pferdeausbildung arbeite ich frühzeitig den Galopp mit rein am Wagen. Je nach Pferd bereits nach ein paar mal anspannen. So kennt das Pferd alle Geräusche die da eintreten und die anderen Gegebenheiten des Wagens bei dem Tempo. Auch der Besitzer kann dann einschätzen was "normal" ist bei dem Tempo. Die Pferde lernen bei mir, sich fahren zu lassen wie ein Auto. Sprich zulegen im Galopp, wieder aufnehmen ect. Durchparieren bis zum Stand aus dem Galopp raus. Das sind wichtige Sachen. Einmal gelernt ist das drin in den Pferden. Und sie werden sich bei wirklich gefährlichen Situationen immer händeln lassen.

    "Willst du vom Bock und sonst gut fahren, musst "Kühnheit" du mit "Können" paaren. Doch vor der Kühnheit "Können" wahren, wird manches Unheil dir ersparen!"

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