Vorder-/Trainingswagen selbstbauen -> Frage zur Materialwahl

  • Hallo zusammen,

    ich möchte für meinen Dicken einen Trainingswagen angelehnt an die Form eines Vorderwagens (also Einachser, gebremste und gefederte Anhängerachse) bauen. Das bauen ansich ist kein Problem. Allerdings bin ich mir gerade bei der Materialwahl etwas unsicher.

    Das ganze soll sehr einfach gehalten sein. Der Wagen soll nicht als echter Vorderwagen fungieren, sondern rein zum entspannten fahren üben auf dem Platz und Feldwegen.

    Einfach gesagt: Auf die Achse soll ein Rahmen aus Vierkantrohr. Darauf eine Stehfläche, wahrscheinlich aus Gitterrost. Maximal 2 Personen gleichzeitig.


    Meint ihr, 40x40x3 Stahlrohr (St37) wäre geeignet?


    Viele Grüße

    Steffen

  • Meint ihr, 40x40x3 Stahlrohr (St37) wäre geeignet?


    Viele Grüße

    Steffen

    Aber locker reicht das ! Ich arbeite viel und gerne mit der Stärke . Oft tät es ein schwächeres , aber zum schweissen ist mir das 3 mm Material lieber .

    Musst mal ausrechnen wieviel laufende Meter du insgesamt benötigst , weil sich das meist sehr zusammen läppert . Also ich mein nicht dass das zu schwer wird . Gerade die Fassung für den Rost kannst du m. M. getrost aus 40er Winkeleisen herstellen .


    Ich plane gerade einen größeren Geschirrwagen und denk mir auch die ganze Zeit dass das zu massiv /schwer wird mit dem 40/40/3 .

  • Hallo zusammen,

    ich bin seit meiner obigen Frage zwar nicht so weit gekommen, wie ich wollte (auf der Arbeit war es einfach zu stressig vor Weihnachten), aber der Anfang ist gemacht. Nach meinem Urlaub, zwischen den Jahren, will ich weiter/fertig bauen.

    Während dem Bau bin ich dann auf die Wägen von Bernard Michon ( https://www.bernard-michon-hippomobile.fr/matériel-hippomobile/ ) gestoßen und habe entschieden, das ich vom Prinzip eines "echten" Vorderwagens abweiche hin zu einer an Bernards Wägen angelehnten Version (https://www.bernard-michon-hippomobile.fr/matériel-hippomobile/avant-trains/avant-train-4-roues/).


    Da ich gerne bastle und auch mal unkonventionelle Wege gehe, will ich die "Vorderachse" als eine Art Pendelachse ausführen.

    Anfangs wollte ich Rasentraktorräder, welche sich um 360° drehen können, als Vorderreifen verwenden. Da bekam ich aber Probleme mit der Höhe der Vorderachse.

    Im Laufe meiner Recherche habe ich dann ein paar Abstriche gemacht (die breiten Rasentraktorräder wären mir schon sehr sympathisch gewesen) und bin auf drehbare Schwerlast PU Reifen gegangen. Die hatten die perfekte Höhe und sollten für mein Vorhaben und unsere Wege hier mehr als ausreichend sein.

    Davon habe ich jetzt leider noch kein Foto, da sie noch nicht befestigt sind.

    Vom Rest habe ich hier 3 Fotos für euch:


    Hier das "Grundgerüst" (das 80x80er Rohr wurde inzwischen bündig mit dem Rahmen vorne abgetrennt):


    [Blocked Image: https://up.picr.de/37508410gc.jpg]


    So sollte es mit den Rasentraktorrädern etwa aussehen:


    [Blocked Image: https://up.picr.de/37508412bl.jpg]


    Hier mit der zukünftigen Pendelachse:


    [Blocked Image: https://up.picr.de/37508413qk.jpg]


    Die Pendelachse kann aus ihrer Neutralposition ca. 5cm auf beide Seiten nach oben schwenken, bevor sie am Rahmen anstößt.

    Evtl. möchte ich die Achse noch mit Stoßdämpfern (Federbeinen vom Moped) ausstatten. Hierbei bin ich mir aber noch nicht sicher, ob das überhaupt notwendig wird.

    Ihr seht, ich werde keinen Schönheits-, geschweige denn Designpreis abräumen. Für mich steht die Funktion für meine Bedürfnisse im Vordergrund.

    Sollte später etwas nicht so funktionieren wie ich mir das vorstelle, fange ich gern ab diesem Punkt dann nochmal von vorne an :-)


    So, das wars erstmal.

    Für Anregungen und konstruktive Kritik bin ich jederzeit zu haben :-)


    Viele Grüße & Frohe Weihnachten

    Steffen

  • Ich moechte dich nicht entmutigen, aber hier ein paar Gedanken:

    Ungefederte Wagen sind einfach und stabil, aber geben jede Unebenheit direct an dein Kreuz weiter. Im Schritt oder auf asphaltierten Strassen ist es weniger das Problem, aber im Trab auf der Wiese oder Felweg holpert es extrem. Kleine, relativ harte Raeder helfen hier auch nicht.

    Die Idee von vom Design von dem von Dir verlinktem Vorderwagen ist die Vorteile von einer einachsigen Karre (Wendigkeit, einfaches rueckwaertsrichten) und von einem zweiachsigen Wagen ( keine Deichsellast) zu haben. Das ganze kommt aber nicht ohne Abstriche, der extrem kurze Radstand macht das Gefaehrt wakelig und die Lenkrollen neigen bei hoher Geschwindigkeit zum "wackeln".

    Aus meiner Sicht, wenn du das Gefaehrt nicht vorrangig als Vordewagen benutzt, sondern nur zum (ein-)fahren, wuerde ich einem gefederten Einachser den Vorrang geben. Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist, aber bei uns sind Blattfedern (fuer Bootsanhaenger) einfach zu finden.

    Einachsige Karren kann man ein und zweispaennig mit Kummt und Brustblattgeschirr (Cape Cart) fahren.

  • Keine Kritik, Steffen...


    Das Ganze sieht ja nun wirklich solide aus:-)

    Ich habe noch nicht verstanden, wie Du das Pferd an die Konstruktion anhängen willst - wird doch ein Einspänner, oder? Und - willst Du stehen oder sitzen? Ich frage mich, an welche "Bockhöhe" Du gedacht hast bzw. wie Du Dir einen Aufbau vorstellst. Und dann die Pendelachse - nicht, daß ich davon etwas verstünde. Aber aus Deinen Schilderungen entnehme ich, daß sie in der Lage ist, sich in gewissen Grenzen dem Boden anzupassen und Unebenheiten abzufedern. Ich fürchte, daß das möglicherweise für das Pferd noch rückenschonender ist als ein gewöhnlicher Zweiachser, Du a ber in der Nähe der Hinterachse ganz schön zu leiden haben wirst. Bei guter Gesundheit, jugendlichem Alter und vorsichtiger Fahrweise vielleicht vertretbar. Ansonsten, falls Du einen Aufbau planst, könntest Du dort versuchen etwas abzufedern.


    Übrigens - ich würde für eine sitzende Fahrweise plädieren, wenn Du nicht auf dem Feld arbeiten willst. Ist sicherer für Dich. Vor allem bei adäquater Bockhöhe für die Übersicht.

  • Hi,

    danke für deine Gedanken. Durchaus nachvollziehbar!

    Die eigentliche Achse, sprich, der Teil mit den Autorädern ist von Haus aus gefedert. Sie stammt von einem 1,5t Anhänger und arbeitet mit diesen Torsions-Gummi-Federn. Das ich damit nicht auf Wolke 7 schwebe, das ist mir klar und nehme ich für meine Zwecke gerne in Kauf.

    Das wackeln/schlagen der Lenkrollen ist in der Tat ein Punkt, wo ich auch schon drüber nachgedacht habe. Hier werde ich es einfach drauf ankommen lassen nach dem Motto "Try and Error" ;-)

  • Die Federung ist mir gleich aufgefallen , hab nen Hänger an dem das genau so ist . Aber es wird wohl sein dass es wenig federt , da die Achse ja für mehr Gewicht ( Anhänge r) ausgelegt ist .


    Hier eher unrelevant , jedoch schlossertechnisch nicht in Ordnung ist die von dir aus freien Stücken "abgeschweisste " Achse , sprich "Sollbruchstelle " , das hätte nicht sein müssen .

  • Beim nochmaligem betrachten deiner Bilder ist das mit der Achse auch aufgefallen.

    Niederdruckreifen von einem Quad koennten besseren Fahrkomfort bewirken, haben aber auf harter, ebener Oberflaeche mehr Rollwiderstand…

  • Hi,

    vielen Dank auch an dich für deine Gedanken!

    Also, an die Front des Wagens kommt eine Schere mit integriertem Ortscheid. Deren Höhe wird an meinen Dicken angepasst, damit die Stränge relativ gerade verlaufen. Ich wollte von unten her soviel Freiraum wie möglich, damit er "Platz zum arbeiten" für die Hufe/Beine hat und nirgends anschlagen kann.

    Bockhöhe habe ich jetzt keine bestimmte geplant, da ich mich nicht hinsetzen möchte. Ich möchte mich auch hier an dem Wagen von Bernard Michon orientieren und eine Art "Sitzlehne" bauen. Da ich knapp über 2m groß bin, sehe ich da keinerlei Probleme in Sachen Übersichtlichkeit :-))

    Sitzen oder stehen.....das hat mich auch einige Nächte grübeln gekostet. Natürlich wäre die Sache im sitzen entspannter (für viele), ich bin aber der Typ, der bei sowas lieber steht. Für längere Fahrten (sicher NICHT über mehrere Stunden), dann diese "Zwischenlösung". Das bietet dann auch gewissen Halt, falls es mal zur Sache geht.

    Wobei ich NICHT plane im Galopp über irgendwelche Äcker oder Wiesen zu ballern. Eher das gemütliche fahren, evtl. sogar ein einer Gruppe.

    Thema Federung..... wie oben schon geschrieben, ist das ein Punkt, bei dem ich mich dann am Ende einfach überraschen lasse. Vielleicht genügt die "Werksseitige" Achsfederung, wenn nicht, dann werde ich schauen, das ich den Aufbau vom Grundrahmen irgendwie entkopple.

  • Hier eher unrelevant , jedoch schlossertechnisch nicht in Ordnung ist die von dir aus freien Stücken "abgeschweisste " Achse , sprich "Sollbruchstelle " , das hätte nicht sein müssen .

    :-))

    Da hast du recht. Das ist eher die quick ´n dirty Variante :-)

    Ich gelobe beim nächsten Bau Besserung :-)

  • Ich gelobe beim nächsten Bau Besserung :-)

    Wie du das beim nächsten mal baust kann mir egal sein , dir muss es gefallen und es muss die Funktion erfüllen .


    In dem Moment wo du es hier zur Diskussion stellst muss dieser Einwand aber legitim sein, was er ja auch ist denke ich .


    Solche Sachen ( ein Rohr "abschweissen ") würden dir von ganz alleine vergehen wenn du das 80/80/5 Rohr eines tragenden oder ziehenden Teils eines Grubbers / Pflug , Egge oder so ähnlich (ab?)schweissen würdest .


    Je nach Pferdegröße und den Arbeiten die du verrichtest , ist deine Grundplattform recht tief . Sicher Geschmacksache , aber ich schaue lieber über die Pferde als hinten rein .

    Auch wieder persönlich : man sitzt so viel sonst , auf so einem Wagen würde ich für meinen Teil so eine Art Anlehnsitz verbauen , also quasi stehend sitzen . Bei konzentrierter Arbeit sichér besser als ein reiner Sitz , wobei die vordere Rehling als Gegenpol entsprechend hoch und stabil sein sollte .

    Oder sitzt du liebe r?

  • Hallo,

    ich glaube da liegt ein Missverständnis vor (oder ich verstehe es falsch was genau du meinst). Ich habe kein Rohr ab-geschweißt. Das Gegenteil......ich musste die Achse um das Teil mittig verlängern. Dies habe ich, wie du schreibst, tatsächlich mit 80x80x5er Rohr gemacht (die Achse hat original 80x80x4 gehabt). Das, was man sieht, sind nur die (großzügig, übetriebenen) Decknähte.

    Die eigentliche "Naht" habe ich vorher beidseitig auf Gehrung geschliffen und dann die Teile miteinander verschweißt.

    Oder meinst du etwas anderes? Bitte hilf mir dann auf die Sprünge.


    Zum Thema stehen/sitzen: schau mal Beitrag #9, meine Antwort auf "Ardennerins" Frage. Ich werde eine Sitzlehne bauen, da ich eben auch lieber stehe als sitze :-)

  • ok , du hast die Achse verlängert , dann sieht es wieder anders aus .


    und die Antwort 9 hatte ich wirklich nicht gelesen . Alles so weit nachvollziehbar , bis auf das gemütliche ..


    Hast ja dann nen gefederten Wagen , freilich würde zumindest ich es da ab und zu ordentlich "knacken" lassen .

  • auch gewissen Halt, falls es mal zur Sache geht.

    Wobei ich NICHT plane im Galopp über irgendwelche Äcker oder Wiesen zu ballern. Eher das gemütliche fahren, evtl. sogar ein einer Gruppe.


    Da sähe ich nicht einmal ein Problem - ein gewisses Maß Sportlichkeit vorausgesetzt. Das Problem kommt, wenn Du die Beschleunigungskräfte spürst - Du stehst da, denkst an nichts und Pferdchen setzt sich urplötzlich und geschwind in Bewegung.


    You have been warned.

  • so eine Art Stehsitz wie er früher hinten für den Diener an herrschaftlichen Schlitten war, gäbe sicher genug Stabilität.

  • Ich finde das Thema sehr interessant da ich auch ähnliches vor habe.

    Ich bin gespannt wie das Vorhaben sich entwickelt.


    Viele Grüße Stefan

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