Fahren im Regen

  • Hallo Zusammen,

    als angehender Kutschfahrer stellt sich mir die Frage, wie man sich und den Kutschbock trocken halten kann. Gibt es sowas wie Spritzdecken bei alten Cabrios?


    Schon mal Danke für eure Antworten

    Rudi


    P.S. Könnt ihre meine Vorstellung vom September lesen? Sie ist mit einer Art Fähnchen gekennzeichnet.

  • Ja, gibt es. An historischen Wagen befinden sich an den Lehnen um den Bock herum kleine "Knöpfe" aus Metall, auf denen dann die Regendecke befestigt wird. Die Regendecke geht vom Fahrer / Beifahrer über Beine/Knie bis hinunter über die Schuhe, damit das ablaufende Wasser nicht in die Schuhe läuft. Bei großen, hohen Wagen ( Coach, Break ) und auch bei einigen kleineren Wagen befinden sich auch am am Spritzbrett und seitlich am Wagenkasten entsprechende Knöpfe ( meist Messing), so dass auch hier die passende Regendecke befestigt werden kann. Fahrer und Beifahrer sind damit im unteren Bereich recht gut geschützt. Bei Dauerregen nässt es aber doch etwas durch, da ja auch Wasser am Kutschenmantel abläuft oder dieser durchnässt, weil meist aus Filz bzw. Baumwolle. Die Regendecke selber ist meistens innen mit einer wärmenden Decke ausgekleidet. Außen entweder gut geöltes Leder, gummiertes Tuch, oder für moderne Wagen Kunstleder.

  • Wir haben Regenhosen und Regenjacken und im Zweifel noch wasserdichte Bockdecken, aber meist reichen gute Regenkleider schon....

  • Ist von der Kutsche deines Pferdes und bißle auch von dessen Größe abhängig. So lang ich noch Haffi und größer hatte war Dreck eher kein Thema, auch Ledergeschirr war meistens nur mäßig verdreckt. Aber bei Deichselhamsters ist man direkt in Schußlinie und dementsprechend nass und dreckig. Anglerhosen/Wathosen+Friesennerz auf dem Sulky und gute Bockdecke regendicht+wärmend auf der Gig sind hilfreich. Aber wenn es richtig schüttet, fand ich reiten irgendwie trockener/wärmer? Bei echtem Sauwetter ist mir aufm Bock bisher noch immer irgendwie das Wasser von hinten seitlich in die Hose gelaufen unabhängig von der Art der Regenkleidung. Irgendwie waren bisher auch meinen Oberteile (zb Friesennerz) nie über zb 4 h richtig dicht.....da man älter wird, werd ich heuer mal in einen filzbasierten wirklich dicken langen Mantel/zeltformat investieren müssen. nasse/kalte Füße ist eigentlich nicht mein Problem bisher gewesen, mal die Hände, aber seit ich konsequent aber gewissen Wetterlagen Kühlhaushandschuhe trage ist das Thema auch durch. Sieltec-Leine ist bei großer Nässe/Kälte was angenehmes und von der Funktion ungarisch ähnlich, hat nur ein Großteil der Anwender nicht richtig verstanden. Ich wähle bei Sauwetter eher den Sulky, denn den Zweiachser. geschirr ist Sieltec, ua weil mein Leder nie vernünftig trocken wurd im Winter. mfg Kirsten

  • Gerät der nirgendwo rein bei Dir? Die Befürchtung hätte ich. Und - hält der auch dicht? Ich hätte da sonst auch noch die Regenkombi der Bundeswehr zu überlegen gegeben. Gummistiefel statt Schuhe vielleicht noch.

  • Guter Regenkittel mit Bockschürze verwende ich. Zu empfehlen sind die Bundeswehr Nässeschutzanzüge ais Dreilagen Laminat der Bundeswehr . Leider in Flecktarn und nur selten in oliv zu bekommen.

    Grüße Florian

  • Hallo Lohmüller,

    Ich werde diesen Winter ein Gespann in den Stall (Boxen) einstellen,

    letzten Winter waren Sie im Offenstall !

    Ich möchte diesen Winter öfters einspannen,

    deshalb die Boxen.

    Habe gerade nach einem kleinen Planwagen gefragt,

    aber eine Kutsche mit Klappverdeck,

    wäre glaube ich sogar "Sinnvoller"?

    Werde mal nach einem Klappverdeck für Kutsche nachfragen.

    Bin vor Jahren auch öfters mit einem Haflingergespann im Winter gefahren.

    Den alten Skianzug habe ich noch,

    dazu Schuhwärmer mit kleinen Wachskerzen, sowie großer Regenschirm.

    Bockregendecke ist auch noch vorhanden.

    Aber bei einem Verdeck würde es nicht so ziehen,

    auch den Regenschirm ständig halten, ist nicht nach Achenbach!

    Danke für den Tipp

  • Auf dem Sulky Snowboardjacke und -hose, die halten warm und sind wasserdicht. Finde diese Kleidung grundsätzlich sehr praktisch, da sie atmungsaktiv ist und man sich damit auch ganz gut am Stall bewegen kann (Misten usw). Wenn es ganz übel schifft, kommt eine Regen-Bockdecke drüber. Auf der Kutsche fährt immer ein 2-Personen-Regenschirm mit, wasserdichte Bockdecken sind auch immer im Staufach dabei. Den Schirm darf der Beifahrer halten, dann hat er auch was zu tun :P

    Suns always shine :)

  • Gegen Kälte ist ein guter Overall unverzichtbar (z.B. von 66norður aus Island). Gegen Regen gutes Ölzeug, wie es Seeleute haben und darunter Pulli aus Schafswolle.

  • Wir sind ja gewerblich auch bei jedem Wetter unterwegs. Auf der Coach, wo ja bis zu 9 Passagiere sitzen können, haben wir wollgefütterte Lederdecken, die vom Sitz nach unten laufen und seitlich auch am Wagen schließbar sind, und für jeden Gast ein komplettes Ölzeug mit Hose und Kapuze.

    Für den Fahrer ist nach meiner Erfahrung das Ölzeug auf Dauer nicht so ideal, es läuft dann doch in die Ärmelt und in die Hemden hinein. Hier ziehe ich persönlich den Lodenmantel vor, und darüber natürlich eine wasserdichte Fahrerschürze (Apron). Die nach 6 Stunden Fahrens durchgenäßten Lodenmäntel kann man abends im Wirtshaus mit dem Föhn aus dem Bad versuchen zu trocknen (nicht dem Wirt sagen).


    A. Nemitz

    A. Nemitz

    Edited once, last by A. Nemitz ().

  • Hallo Zusammen,

    vielen Dank für eure Antworten. Werde meine Reitausstattung mal nacheinander auf dem Kutschbock ausprobieren. Ich denke das eine wasserdichte Bockdecke die nächsten Anschaffung sein wird.

    Grüße Rudi

  • Hallo Rudi,


    es gibt auch Regen-Nierendecken fürs Pferd, die nehme ich als Bockdecke, da passt auch der Beifahrer mit drunter. Plus Overall und Regenhut...

    Oder Reiten statt Fahren....

    Grüße

    Lisa