Begegnung mit Passanten von der Kutsche aus

  • Ich bin ja ein älteres Semester. In meiner Jugend waren Gespanne in unserer Kleinstadt normal. Die standen auch immer ohne Festhalten. Ich denke aber, dass damals wie heute eine Kutsche mit Großpferden (wie auch Reiter solcher) anders wahrgenommen werden als ein Arbeits- oder Ponygespann. Erstes weckt Assoziationen von Graf Koks und auf dem hohen Ross.


    Was man an Verkehr sich und seinen Pferden zumuten kann und will, ist doch sehr individuell. In diesen Dingen muss jeder selbst einschätzen, wo die Grenzen zwischen Normalität, notwendiger Gewöhnung und mutwilligem Leichtsinn liegen.


    Auf jeden Fall ist es meiner Erfahrung nach wenig sinnvoll, mit ausgeruhten, lustigen Pferden Gefahrensituationen bewußt aufzusuchen. Ausgelastete Pferde auf lange Touren lernen leichter mit ungewöhnlichen Dingen umzugehen und übrigens in unbekannter Umgebung noch mal leichter als zu Hause. Pferdelogik geht so:
    "Hier war ich noch nie und hier gehört wohl das Ungheuer (z.B.Zug) dazu." - Dagegen in vertrauter Umgebung: "Hier bin ich schon 100 mal vorbei gekommen und das Ding war noch da! Hilfe! Was ist das?-Höchste Alarmstufe!"
    Bei Rindern z.B. reicht schon eine neue Schraube am vertrauten Treibweg, um jedes Tier stutzen und scheuen zu lassen.

  • Auf jeden Fall ist es meiner Erfahrung nach wenig sinnvoll, mit ausgeruhten, lustigen Pferden Gefahrensituationen bewußt aufzusuchen. Ausgelastete Pferde auf lange Touren lernen leichter mit ungewöhnlichen Dingen umzugehen und übrigens in unbekannter Umgebung noch mal leichter als zu Hause. Pferdelogik geht so:

    Zuerst müsste man ihrer Logik nach also beispielsweise die Strecke Berlin - Dresden zweimal in kurzer Zeit abfahren um dann hernach Gefahrensituationen bewusst aufzusuchen . Bloss wieviele Gefahrensituationen treffen während der Fahrt auf die ja noch grünen Pferde ein , weil vorher durfte man es ja nicht üben ? Naja , jeder wie er mag .


    Man mag sich auch fragen , was ist eine Gefahrensituation ? Die ist bestimmt individuell . Scheinbar geht die bei manchen Leuten ( ja Leuten , nicht Pferde ) schon bei stehenden Autos los, was ich mir auch gut vorstellen kann , wenn man manchen Berichten so folgt . Mich wundert nix mehr .


    Wobei wenn es nach einigen wenigen hier geht , dann sind sie auch nicht ernst zu nehmen da Ihr Karteneintrag fehlt :-)


    Gestern Abend hatte ich erstmal eine gut vorbereitete 3 j. St. Pr. Anw. als Drittpferd mit am Gespann dabei . Bis auf das , dass das 4 j. Handpferd sich etwas erschreckt hat als von hinten ihre Nichte plötzlich neben sie " trat " war alles wunderbar . Das Annähern von hinten konnte sie ja wg der Scheuklappen nicht sehen , sondern nur hören , also sei es ihr verziehen . Das 9 j Sattelpferd , die Mutter der 3 j . , hat so getan als wäre alles ok . Ruhige geteerte Straße , nur wenig landw - und auch wenig PKW -Verkehr. Stute wurde in der Früh 15 Min aufs Laufband , 30 min Reiten , Rest des Tages auf der Koppel , also ausgeruht aber kopfklar . Ob das eine Gefahrensituation war ?

  • Weisse Socken sagt man den Aargauern nach. Gut dass meine Ponys weisse Socken haben. :) Nur der Jungisi braucht dann wohl Bandagen. :/

  • :thumbsup:

    Welcher Kanton ist denn das weiße-Socken-Land?

    Und was sagt man über die Thurgauer? Ich habe da nämlich Verwandtschaft 8o

    die Thurgauer sollen Langfinger sein. Obwohl, ich habe da 9 Jahre lang gelebt, und mir wäre da nichts aufgefallen... ich habe mich da sehr wohl und gut aufgenommen gefühlt (und der Seerücken war super schön zum fahren!)

  • Man mag sich auch fragen , was ist eine Gefahrensituation ?

    Z.B. der weiße Schäferhund. Wenn wir mit unserer alten Anke ihm begegnen, haben wir Probleme vorbei zu kommen. Der sieht nämlich so aus wie ein Schaf, und das könnte ja die alte Anke auffressen. Normale Schäferhunde und auch andere Hunde sind ok.

    Wenn wir zum "Desensibilisieren" fahren, werden unser Mädels vorher natürlich abgefahren.

    Ich finde es durchaus wichtig, daß man als Kutscher weiß, was das Pferd als Gefahrensituation erkennt, und man entsprechend reagieren kann.

    Außerdem, auch wenn der Pferdekopf ein paar meter weiter vorn ist, er merkt durchaus, wenn dem Kutscher der Arsch auf Grundeis geht....

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • ... auch wenn der Pferdekopf ein paar meter weiter vorn ist, er merkt durchaus, wenn dem Kutscher der Arsch auf Grundeis geht....

    Oh ja! Das kann ich nur bestätigen!

    Jetzt wo ich selbst routinierter werde und auch stoischer an Stellen vorbei fahren möchte, die mein Pony ganz fürchterlich findet, komme ich fast überall vorbei, ohne dass der Beifahrer zum Ponykopf flitzen muss. Das war noch vor einem halben Jahr nicht denkbar.

    Inzwischen wagen wir uns auch in belebtere Bereiche. Ich bin manchmal selbst überrascht wie brav der an Stellen vorbei läuft, an denen ich mit Hüpfern oder Wendungen gerechnet hätte - und das nur, weil ich Zuversicht vorraussende. :)

    In den Ort trauen wir uns aber noch lange nicht.

    ...Aber irgendwann der Eissalon ... ;)

  • Guten Morgen Kibu, das ist genau die richtige einstellung.Das finde ich gut.

    Die fahrt zum Eissalon ist dann schon bald routine8)

  • Ich finde es durchaus wichtig, daß man als Kutscher weiß, was das Pferd als Gefahrensituation erkennt, und man entsprechend reagieren kann.

    So schaut es aus !! Und somit ist das eben eine individuelle Sache . Hunde interessieren uns nicht , bei uns sind es die Rinder auf der Weide . Leider wechseln die oft ihren Standort , so dass wir die nicht immer gleich gut anfahren können .

  • In den Ort trauen wir uns aber noch lange nicht.

    Den Ort befahre ich spätestens nach dem dritten mal einspannen . Das soll aber keine Empfehlung sein , da ich nicht weiss wie deine Pferde aufwachsen , was die kennen und was nicht .


    Hab auch schon paar mal so was erlebt / gefühlt , dass ich dachte das junge grasgrüne Gespann gibt die Verantwortung an mich als Fahrer ab .


    Bin mal schnell eben mit zwei jungen Wallachen kurz 200 Meter auf einer Hauptstraße mit den auf Verdacht " wird schon nix dramatisches kommen " . Dann kam zuerst der Linienbus und danach ein großer Schlepper mit einem Planendreiachser mit Motivbild drauf . In Gedanken hab ich zu den beiden gesagt : so jetzt habt ihr die Wahl , entweder rechts die Hauswand hoch krabbeln , oder links den Planenanhänger besteigen , oder einfach meinen Anweisungen folgen .

    Letzeres haben die dann auch ganz artig und ohne jegliches murren gemacht .

  • äheeemmm , wo siehst du da ein Widerspruch ? Wo hätte ich geschrieben ein unaufgewärmtes Pferd zur Volllast zu benutzen ? Kann nichts finden , wo bitte ist der Sprung ?

    bennyblue , koennte ich darauf bitte noch eine Antwort haben , sonst weiss ich gar nicht wie mir geschieht .


    Dein Zitat> (kaspi paar Seiten woanders machst mich an, weil ich mir erlaub mir von den Pony helfen zu lassen beim rangieren mit Gewicht ohne Pony aufzuwärmen? manchmal springst auch bißli in deinen Ansichten?)

  • Bennyblue

    bennyblue , koennte ich darauf bitte noch eine Antwort haben , sonst weiss ich gar nicht wie mir geschieht .


    Dein Zitat> (kaspi paar Seiten woanders machst mich an, weil ich mir erlaub mir von den Pony helfen zu lassen beim rangieren mit Gewicht ohne Pony aufzuwärmen? manchmal springst auch bißli in deinen Ansichten?)

  • so heute bin ich gleich gefilmt worden auf dem PP , gleich von zwei Passanten an je verschieden Standorten . Könnte man mutmaßen ob das zur Beweisssicherung gilt oder nur zum Spass ? Den Gesichtern nach zu urteilen war es zum Spass .


    Achja , in unserer Grossstadt im ( von anderen hier benannten ) "Zentrum" waren heute zur zitierten " Rush Hour " , (es war so ziemlich genau um 18 Uhr ), ganz genau 17 PKW auf dem PP , ich gehe davon aus dass davon noch 5 den Mitarbeitern gehörten :


    OT , heut ist mir dreimal ein Patentschäkel des Zugstrangs aufgegangen , obwohl ich beim zweiten mal den verletzten Schlüsselring schon rausgemacht habe . Das hatte ich so jetzt auch noch nie .

  • Hihi, also ich hasse die Dinger und nehm die am Zugstrang aus genau diesem Grund nie! Am aufhalter sind gut (wenn man ausreichende Qualität wählt!). Und der Zughund ist immer damit gesichert, aber neulich bei X bekam ich den da nicht los wegen Spannung (Hund mal wieder gepennt bzw seitlich/hinten geschnüffelt und Leine um Vorderachse)...gut das ich im Grundsatz mehrere Sollbruchstellen bevorzuge! mfg Kirsten

  • Hallo Kasparow,

    wenn du Erkenntnisse hast über die Ursache des gelösten Patentschenkels würdest du uns das bitte mitteilen . Ich habe mir die Patent-schenkel angeschafft weil ich mich damit sicher fühle , wenn mal wirklich was ernstes passieren sollte und ich das Pferd schnell ausspannen muss.

  • Also es ist so , das ja wenn die Dinger neu sind so elendig lausige Ringe zum aufmachen dran sind . diese hab ich durch bessere Ringe , solche doppelten vom Schlüsselbund , ersetzt .

    Jetzt hab ich geschätzte 5-6 cm Abstand zwischen rechten u linken Ortscheid . Das ist nicht viel .


    Irgendwie hat sich dann einer teilweise aufgebogen ( wohl durch den Kontakt mit dem anderen ) und im anderen verfangen , dieses Verfangen hat ausgereicht um den anderen zu lösen .

    Die Ersten zwei mal war es der innere vom Sattelpferd , dann hab ich den defekten Ring komplett raus gemacht , das dritte mal war es dann der innere vom Handpferd .

    Da beim dritten mal der defekte Ring schon demontiert war , weiss ich nicht warum dieser dann auch noch aufging .


    Ich hab gerne die besseren drin , weil ich beim Anfahren eines Pferdes die ersten zwei dreimal da Schnüre drin habe um im Falle eines Falles vom Kutschbock aus lösen zu können . Gebraucht hab ich es bis jetzt zum Glück noch nie .

    Edited once, last by Kasparow ().

  • Ich hatte schon den Fall (auch bei guten teuren), dass einmal die Feder inne zu schwach geworden ist und einmal diese sogar gebrochen ist was sich dann auch im gelegendlichen öffnen von selbst geäußert hatte.

  • Hier wird als erstes dieser dämliche Schlüsselring durch dünnes Stabilbaukördelchen aus dem Segelbedarf ersetzt, weil Ponyschweife dick und lang sind, ferner hab ich gern alte Socke zum drüberstreifen somit bei x gutes drankommen und sauber (Tochter und Nachbarin wünschen mit Patenthaken am Zugtrang zu fahren). Die innerlich zerlegte Feder hatte ich auch schon getroffen, ferner bei Mangelqualität auch oft trotz gezogenem Stift stetes Zusammenhängen. mfg Kirsten

  • Thema Hund und Pferd: Meine Ponys sind alle Hunde- gewöhnt, da wir selbst zwei große Hunde haben und die Hündin doch zuweilen auch mal sehr gerne Ponys hütet. Manchmal spielen die Ponys mit, manchmal stehen sie stoisch da und reagieren auf die Scheinattacken gleich Null, manchmal wehren sie sich aktiv und gnadenlos. Alle machen es so, wie sie gerade gestimmt sind.

    Eine Hundebegegnung mit der Shetty- Gig, (meine beiden Töchterchen waren mit auf dem Wägelchen, Zugtier war meine Top- Stute, 1A- Zugppony) lief so ab: Auf offener Landstraße an einer Weide vorbei, der Weidebesitzer war mit seinem Altdeutschen Hütehund (großer, massiger Rüde, seineszeichens ziemlich bekloppt und ungehorsam), auf der Wiese. Wir waren auf Höhe des Weidetores, ich konnte Hund und Herrn zuvor nicht sehen, hörte nur, dass der Hund sich wütend bellend näherte. Sah ihn im nächsten Moment im Freilauf, wie er auf das Tor zustürmte, durchschlüpfte und auf uns zuraste, Herrchen meterweit zurück, die Hände so tief in den Hosentaschen vergraben, dass er sich sonstwas kraulen konnte und machte keinerlei Anstalten, den Hund irgendwie zu bremsen. Kein Ruf, kein Schreck, schlurfte nur langsam hinterher und schaute dem Geschehen desinteressiert und tatenlos zu. Ich nahm also die Leinen fest in die Linke, die Peitsche hob ich hoch über meinen Kopf, sagte meinen Kindern, sie sollten sich gut festhalten und sobald der Hund in meine Reichweite kam, ließ ich die Peitsche mit einem Riesenknall direkt vor der Hundenase niedersausen. Wohl bemerkt: DAVOR! Holte aber sofort aus zum nächsten Schlag, der dann gesessen hätte, aber der Hund jaulte auch ohne Treffer nur vor Schreck laut auf und trollte sich, versteckte sich hinter Herrchen. Pony war ein paar Hopser angaloppiert, aber immerhin geradeaus.

    Das war zugegebenermaßen eine Situation, in der ich die Blendklappen sowas von zu schätzen wusste, von denen ich im allgemeinen nicht der größte Freund bin. Das war glimpflich abgegangen, ich weiß gar nicht, was ich bei dem Mérens hätte machen sollen, ich glaube, da hätte ich dann einen Kniff in das Sprunggelenk riskiert, bevor ich da solch einen Peitscheneinsatz gewagt hätte.

    Das Interessante war, dass mich der Hundebesitzer daraufhin noch dumm anmachte, er brüllte: "Du schlägst meinen Hund nicht!" Das habe ich ja nicht mal getan, aber ich hätte, wenn es nötig gewesen wäre!

    Ich an seiner Stelle, hätte mich in Grund und Boden geschämt und mich tausendfach entschuldigt. Aber es gibt einfach überall Leute, die von Rücksichtnahme oder Verantwortungsbewußtsein keinen blassen Schimmer haben, leider ganz oft Hundebesitzer. Zur Person: Dieser Typ ruft bei jeder Gelegenheit die Polizei, hat ständig Anzeigen und Gerichtsverfahren am laufen. Aber selbst lässt er seinen Köter regelmäßig auf die Weide eines Nachbarn, dort hetzt der Hund dann Milchkuh- Färsen und der Idiot von Besitzer guckt zu, stellt sich hin und schaut, wie der Hund sich auspowert.... denn der Milchbauer, dem diese Tiere gehören, bekommt das nicht mit, der wohnt ein paar Kilometer weiter. Wenn ich sowas sehe, schäme ich mich, weil ich auch Hundebesitzer bin. Und dann kann ich die Wut vieler Leute echt verstehen.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)