Pferd versucht umzudrehen

  • Wegen dem Gewicht, also ich meinte das im Zusammenhang mit Sulky. Ich kenne an Sulkys nur lauter kleine Leichtgewichte, die von Ponys gezogen werden, wußte nicht, dass es die auch für Großpferde gibt. So vom Handling oder Reiten her ist das Gewicht kein Problem, ich reite mit ihm schon auf relativ hohem Niveau und am Boden ist er ein sehr höfliches und vorsichtiges Pferd. Aber Du hast recht, er weiß seine Kraft und körperliche Überlegenheit schon gezielt einzusetzen, wenn es in seinen Augen sein muss, sprich wenn man ihm z.B. in kritischen Situationen zu viel Druck macht, das packt er nicht.

  • Vielen Dank für all die guten Tipps, da sind einige gute Vorschläge dabei. Ich habe das mit meiner Fahrtrainerin besprochen und wir haben einen Plan, wie wir das angehen. Parallel dazu mache ich jetzt regelmäßig "Grusel-Lernausritte", und ich werde nicht mehr absteigen. Habe ich gestern das erste Mal praktiziert. Wir haben für 400 m Feldweg 30 Minuten gebraucht, aber egal, Hauptsache er lernt, dass ausweichen und umdrehen und sich führen lassen keine Optionen sind. Ich glaube ich muss das mit ihm auch auf diese Art trainieren, sonst kann ich fahren wie ein Weltmeister und es wird nicht besser.

  • Ich kann hier aus Fahrersicht wenig beitragen. Mein Eselchen, dass allerdings als Fahrtier noch ein Greenhorn ist, schlägt bei Gruselbegegnungen gerne mal einen 90°-Haken. Bei ihm hilft vorausschauend die Peitsche auf die potentielle Ausweichseite und Leinen in Hab-Acht gut anstehend. Bei ihm ist energisch vorwärtstreiben eine gute Methode. Läßt man ihn Halten, bestätigt man ihn nur in seiner Angst.
    Leichte Außenstellung, weg vom Monster, ist immer richtig. das Tier möchte das Monster anschauend ausweichen über die äußere Schulter. Das geht in dieser Stellung nicht.
    Meine Araber habe ich ja nur den Hengst gefahren. Der war mutig, selbstbewußt und nahezu scheufrei.
    Bei meinen anderen arabischen Reitpferden habe ich die bei unbekannten Monstern auch mal halten und gucken lassen. Dabei muss man aber dann total ruhig bleiben. Die meisten gingen dann von selber auf das Monster zu.
    Es gibt auch Monster, die ewig Monster bleiben - bei uns hier ein riesiger Feldstein. Da hab ich die Faxen dann nicht mitgemacht sondern mit verwahrenden Hilfen auf der potentiellen Ausweichseite vorwärts getrieben.

    Erich Oese empfiehlt, das Pferd mit kräftigem Anruf an seine Rangtiefe zu erinnern. Da ist was Wahres dran. Alle derartigen Faxen sind zu einem guten Teil unausgelasteter Mutwillen. Das merkt man schon allein daran, dass auf mehrtägigen Touren solche Sachen kaum noch vorkommen.
    Meine Freundin pflegte über ihren Vollblüter zu sagen."Wenn ihr nicht gerade einer den Arsch abfahren will..."
    Sprich: Das unausgelastete Pferd sucht förmlich Anlässe, das Heft selbst in die Hand zu nehmen, das Ausgelastete sieht viel weniger Gespenster.

  • das Ausgelastete sieht viel weniger Gespenster.

    Da gibt es eine Ausnahme: Pferde die z.B. auf langen Touren sehr belastet werden, die können streßbedingt eine übersteigerte optische Wahrnehmung entwickeln, die diese Pferde dann viele Gespenster sehen lässt. Da muss man solche Pferde dann schon mal für kurze Zeit aus dem Gespann nehmen.

  • Da gibt es eine Ausnahme: Pferde die z.B. auf langen Touren sehr belastet werden, die können streßbedingt eine übersteigerte optische Wahrnehmung entwickeln, die diese Pferde dann viele Gespenster sehen lässt. Da muss man solche Pferde dann schon mal für kurze Zeit aus dem Gespann nehmen.

    Auch das stimmt, zumindest für sehr junge Pferde. Solche langen Touren mögen von den meisten Pferden physisch gut durchzuhalten sein, jedoch ist der mentale Stress vor allem bei jungen Pferden (je nach Rasse: unter 6 Jahre) das Kritische. Das ist der Grund, warum wir keine Pferde unter 6 Jahren in den Bestand nehmen. Der ständige Stallwsechsel, mal Boxen in einem Reitstall, mal ein Kuhstall auf einer Alm, mal ein eilig für uns geräumtes Feurwehrhaus, keine vertrauten Landmarken können jüngere Pferd schon sehr stark stressen.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • können jüngere Pferd schon sehr stark stressen.


    A. Nemitz

    Da gibt es auch , ich betone nochmals ""AUCH"" ältere Pferde die das nicht wegstecken können , manche niemals in ihrem Leben .

  • Da gibt es auch , ich betone nochmals ""AUCH"" ältere Pferde die das nicht wegstecken können , manche niemals in ihrem Leben .

    Ich habe den Eindruck, dass relativ häufig Friesen zu dieser Klasse Pferden gehören.

  • Ich kenne da diverse Isländer, die nur aus der heimischen Quelle trinken und ähnliches, dh denen muss man vor tour das heimische Wasser im Kanister einpacken usw ….anstrengend im Zusammenleben....zum glück sind meine tier eunkompliziert, allerdings hab ich mehrfach beobachtet, dass im fremdgelände (also fremde kopple spitze eingezäunt, ausreichend bewuchs usw usf) einfach nicht die benötigte Nachtruhe reinkommt, seitdem wird hier angepflockt ungefähr 1 h nach IEnbruch nacht und dafür dann morgens im Morgengrauen wieder freilauf bis Anspannen, scheinen die Rösser besser zu vertragen, ich find bei meinen immer das Anbinden immens stresssenkend ist. mfg Kirsten

  • Ich denke, das kann man nicht unbedingt auf eine Rasse festmachen. Wenn dann eher auf die Haltung, auf die Erziehung und Gewöhnung im jungen Alter (angsteinflössende Dinge ankucken und drüber nachdenken und nicht einfach Kopflos werden und weiter/davon stürmen) und auf eventuelle Mängel in der Ernährung, die sich auf das Nervenkostüm auswirken. Und natürlich auf die Führungsqualitäten der Leitperson. Und grade bei vielen Isländern sehe ich da Mängel, da die vielfach einfach als ein Freizeitpferd für drauf und los genutzt werden und als Robustpferde achten da viele Leute weniger auf die Ernährung und da sie Ponygrösse haben und gutgewillt sind, wird oft einfach mal gemacht und nicht auf gute Ausbildung gedacht und kleine Macken im Verhalten eher übersehen. Hab grad ja drei Stück mit meinen Shettys stehen und die sind nicht typisch für Isländer. Auf die wird aber auch geachtet und nicht einfach als Töltmofa im Wald verheizt, wie es hier in der Gegend meistens zu sehen ist.

  • Ich habe den Eindruck, dass relativ häufig Friesen zu dieser Klasse Pferden gehören.

    Mit denen hatte ich zu wenig Bekanntschaft, kann ich nicht sagen.

    Ich finde dass es vor allem XX sind und die F1 Kreuzung mit ( i d R ) Warmblut . Wenn solche Pferde nicht richtig aufgezogen/erzogen sind dann sind die oft sehr schwierig . (Dafür haben die aber schier endlose Leistung und Lesitungsbereitschaft )


    Natürlich nicht nur die Rasse , auch der Umgang ------------------> wieder ERBE und UMWELT !

  • Noch eine Beobachtung:
    Die meisten Pferde scheuen in fremder Umgebung viel weniger als auf vertrauten Wegen. Der Grund ist einfach: Auf vertrauten Wegen kennen die Pferde jeden Stein. Sie beobachten viel genauer als wir Menschen. Alles, was gestern noch nicht da war, jede Veränderung ist ein potentielles Gespenst.
    Die unbekannte Umgebung dagegen sehen sie zum ersten Mal. Da ist eben alles so wie es eben ist richtig.

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