Pferd versucht umzudrehen

  • Hallo zusammen,

    vielleicht habt Ihr einen Rat für mich. Mein Pferd war bisher vor der Kutsche immer verlässlich. In letzter Zeit wird er immer blöder und gestern ist die Situation - zum zweiten Mal innerhalb von ca. 2 Monaten - wieder eskaliert. Ich hab schon kurzfristig dran gedacht, das Fahren einfach sein zu lassen, weil ich nicht weiß, wie ich das korrigieren soll. Mein Pferd gehört zur Spezies "Stehenbleiber und Umdreher", wenn er etwas sieht, was er nicht einordnen kann. Nicht hektisch oder panisch, aber doch sehr bestimmt. Unterm Sattel hat er das als Jungpferd sehr oft versucht, was in Kämpfe ausgeartet ist, auch meine Bereiterin hat das nicht in den Griff gekriegt, mir wars dann irgendwann zu gefährlich und ich bin dann immer abgestiegen, hab ihn an der Stelle vorbeigeführt und bin weitergeritten, alles gut. Über die Jahre hat sich das verloren, hat er jetzt schon jahrelang nicht mehr gemacht.

    Jetzt fängt er vor der Kutsche damit an. Gestern war es eine Bank und ein Papierkorb auf der linken Wegseite. Ok, eine neue Runde, kannte er nicht, das ist aber bei ihm kein Problem, wir fahren oft neue Runden und er geht normaler weise durch dick und dünn, egal wie blöd oder schwierig das Gelände ist. Ich habe gestern bei den ersten Anzeichen von ihm energisch mit Peitsche und Stimme vorwärts getrieben und vermehrt die linke Leine angenommen. Hat ihn nicht die Bohne interessiert, er hat gebremst und nach rechts weggedreht, runter vom Weg in den Acker. Ich habe einfach nur noch irgendwie die Leinen angenommen, jedenfalls standen wir bzw. mein Pferd saß dann seitlich von mir im Acker. Zum Glück war da kein Graben und Gott sei Dank ist er ja einer, der dann nicht irgendie rumstrampelt, er saß da einfach und hat gewartet, dass jemand kommt und den Knoten auflöst. Ich bin dann unter gutem Festhalten der Leinen runter, vor zu ihm und habe ihn nach vorne angeführt. Er hat zwar geschnaubt wie ein Elch, hat sich aber brav an der Stelle vorbeiführen lassen. Bin dann problemlos wieder rauf und konnte weiterfahren. Das letzte Mal, bei dem mir genau das gleiche passiert ist, wars ein Pony vor einem Sulky, das uns entgegenkam. die Situation hat sich dann gelöst, weil der Mann vom Sulky abgestiegen ist, dann war alles gut.

    Er reagiert in diesen Situationen einfach nicht auf die Peitsche; oder vielleicht treibe ich falsch? Ich weiß nicht. Vielleicht hätte ich rechts mehr nachgeben sollen? Das geht trotz seiner Ansage immer so schnell, ich kann in dem Moment immer nur irgendwie reagieren.

    Was meint Ihr dazu, hätte ich da überhaupt eine Chance gehabt, dieses Ausweichen zu verhindern?

    Grüße

  • Es ist ja schon geschehen, da würde ich die Situation sein lassen. Ändern im Nachhinein geht nicht mehr.

    Ich würde aber für weitere Fahrten einen Beifahrer empfehlen der im Notfall vorne mitlaufen kann noch bevor es zum Wegspringen kommt.


    Sind die Augen ok?

    „Habe Mut, deinen eigenen Verstand zu gebrauchen.“

    Immanuel Kant

  • Spontan kommt mir in den Sinn,

    Wenn du erst die Leinen annimmst, wenn ihr schon auf dem Feld seit, ist das zu spät.

    Das Pferd war nicht an den Hilfen und anstelle linke Leine aufnehmen so dass er dir dann über die rechte Schulter wegdrückt. Links als äussere Begrenzung nehmen und rechts ganz leichte Stellung geben. Dann muss er das ungeheuer nicht mehr anschauen

    und zu guter Letzt, entweder ein Reiter der voraus reitet oder aber ein Beifahrer mitnehmen, wenn das Pferd stockt, anhalten, Beifahrer nach vorne schicken, Pferd vorbeiführen und Beifahrer wieder rauf. Oder Reiter mit Pferd, das an allem vorbeiläuft, so lernt er sich an den Schweif zu hängen.


    Pferde die Umdrehen oder rückwärts drängeln, finde ich am Wagen höchst gefährlich.



    Und was ich gelernt habe, such dir ein Profi, der euch hilft, bevor es eskaliert und so richtig gefährlich wird.

  • Ich habe Mühe zu verstehen, wie er nach rechts wegdrehen kann, wenn du mit der linken Leine entgegen hälst? Mit was für einem Gebiss fährst du? mit einem gebrochenen oder einer Stange? und wie ist die Leine verschnallt? Im Schaumring oder weiter unten?


    Wenn mein Pferd ein ungrades Mal auf etwas stösst, das ihn beeindruckt, dann hält er an. Wenn ich dann sofort vorwärts drängen würde, so wird er ziemlich grantig. Ich habe gelernt, dass er die Situation kurz anschauen will, und wenn ich dann so nach 30 Sekunden wieder vorwärts treibe, marschiert er ohne Problem weiter. Offensichtlich reicht diese kurze Pause, dass er beurteilen kann, dass die Situation ungefährlich ist.

  • Unser Pony lässt sich auch noch oft von unbekannten Dingen beeindrucken. Da muss in der Regel noch der Beifahrer absteigen und am Kopf mitlaufen. Sind wir am Gruselobjekt vorbei, darf der wieder rauf.

    Haben wir Diskussionen wo es lang gehen soll (weil er z.B. der Meinung ist, dass man nach dem Fahren auf dem Stoppelacker direkt zum Stall könnte und nicht noch eine Runde um die Koppeln drehen muss), nutze ich die Bremse der Voderachse sobald er wenden möchte (Beifahrer steht hinten auf der Marathonmix). So kann der kleine Dickkopf die Vorderachse nicht drehen. Der Weg geht also nur nach vorne. Da muss man allerdings sehr flott reagieren und die Bremse wieder rechtzeitig loslassen wenn er nach vorne anzieht - bzw. betätigen wenn er wenden will... So lässt er sich ganz gut überreden.

  • Hallo,


    meine Empfehlung wäre, die Sache per Fahren vom Boden ohne Kutsche zu klären. Gerne absichtlich "schreckliche pferdefressende Monster" aufsuchen, im Trailparcours etc. üben, langsam die Anforderungen steigern. Das ist sicher und effektiv, aber nicht unbedingt eine super-schnelle Lösung.


    Meine Erfahrung ist, dass umdrehen etc. durch geschickte Hilfengebung zwar abzumildern ist, aber nicht völlig zu verhindern ist.

    Man kann es aber schaffen, dem Pferd ausreichend Sicherheit und Vertrauen zu geben, dass es im Zweifel z.B. abwartet oder sich im Extremfall kontrolliert in eine andere Richtung fahren lässt, wenn der Fahrer entscheidet, dass das Monster voraus zu übel ist.


    Führen durch den Beifahrer ist m.E. eine Krücke, kann man mal machen bevor etwas anbrennt, wirklich sicher ist es aber nicht. Erstens ist man meistens zu langsam, zweitens hat der Beifahrer im Zweifel recht wenig Chancen.


    Zum Schluss: Wenn man ein Pferd hat, war im Zweifel nach "Rückwärts" reagiert: Einen Wagen fahren, der ein gutartiges Fahrverhalten hat und nicht leicht kippt. Im Sulky z.B. sehe ich das ganz gelassen. Da kann ein Pferd ruhig mal rückwärts gehen oder umdrehen oder Bekanntschaft mit dem Graben machen, bis ich da in Platznot komme, muss schon arg viel passieren.


    Gruß Tina

  • Mein Pferd macht das leider 1x pro Jahr auch in Situationen, wo sich Menschen nicht bewegen und auch nicht sprechen. Meist machen die Menschen das sogar mit Absicht, weil sie „das Pferd nicht erschrecken wollen“. Da hatte ich schon die absurdesten Situationen. Und bei solchen Kandidaten hilft halt auch ansprechen nicht. Oder jemand kniet mit Kopfhörern vor seinem Zaun, um ihn zu streichen.


    Ich empfinde das als sehr gefährlich. Zumal es bei meinem Pferd wirklich in Panik geschieht. Meine früheren Bestrebungen waren immer, das Drehen zu verhindern. Die Reaktion war dann allerdings ein völlig unkontrolliert rückwärts springendes Pferd, was ich noch viel gefährlicher finde, als wenn er dreht und dann im Vorwärtsgang wieder lenkbar und direkt wieder ansprechbar wird. Außerdem bewegen sich die Leute dann vor Schreck meist doch, was sie wieder „zum Menschen macht.“


    Beifahrer vorschicken finde ich ebenfalls sehr gefährlich, weil meiner immer über links dreht, und ich mir vorstelle, dass der Beifahrer schlimmstenfalls auf dem Weg nach vorne mit den Anzen weggemäht wird. Außerdem würde er in einer echten Angstsituation niemandem außer mir glauben, dass man da wirklich vorbei gehen kann.


    Ich würde ihn mit nichts anderem als einem Einachser fahren, und es passiert wirklich sehr selten (eigentlich nur im Fellwechsel), aber ein Patentrezept hab ich hierfür auch noch nicht.

    Edited 2 times, last by Labeo ().

  • Siro : wenn links die "Gefahr" lauert, wird sich das Pferd nach links stellen, die rechte Schulter rausdrücken und über diese nach rechts wegbrechen...wenn du da links gegenhälst, verschärfst du das Problem nur...also wie Mikado schrieb, leichte Rechtstellung, dann kommt die rechte Schulter wieder "rein" und das Pferd kann nicht über diese weglaufen... LG

    Nur Narren und Jecken reiten (fahren) Schecken!! :tongue:

  • Ich habe Mühe zu verstehen, wie er nach rechts wegdrehen kann, wenn du mit der linken Leine entgegen hälst? Mit was für einem Gebiss fährst du? mit einem gebrochenen oder einer Stange? und wie ist die Leine verschnallt? Im Schaumring oder weiter unten?


    Wenn mein Pferd ein ungrades Mal auf etwas stösst, das ihn beeindruckt, dann hält er an. Wenn ich dann sofort vorwärts drängen würde, so wird er ziemlich grantig. Ich habe gelernt, dass er die Situation kurz anschauen will, und wenn ich dann so nach 30 Sekunden wieder vorwärts treibe, marschiert er ohne Problem weiter. Offensichtlich reicht diese kurze Pause, dass er beurteilen kann, dass die Situation ungefährlich ist.

    Naja er ist clever (cleverer als ich anscheinend), er schiebt über die Schulter nach rechts und geht dabei zwei Tritte rückwärts und ein klein bisschen in die Knie und schon stimmt das Leinenmaß nicht mehr. Das mit dem Stehen lassen habe ich - unterm Sattel - auch schon probiert. Klappt manchmal, aber waren auch schon seeehhr lange gestanden und ich bin letztlich dann doch abgestiegen.

  • Siro : wenn links die "Gefahr" lauert, wird sich das Pferd nach links stellen, die rechte Schulter rausdrücken und über diese nach rechts wegbrechen...wenn du da links gegenhälst, verschärfst du das Problem nur...also wie Mikado schrieb, leichte Rechtstellung, dann kommt die rechte Schulter wieder "rein" und das Pferd kann nicht über diese weglaufen... LG

    Das habe ich noch nicht probiert, weil meine Fahrlehrerin mir das genau anders rum gesagt hat. Klar beim Reiten kann man das auch über Schulterherein versuchen, vor dem Wagen meint meine Trainerin geht das nicht, weil man das rechts-abwenden dann erst noch fördert.

  • Unser Pony lässt sich auch noch oft von unbekannten Dingen beeindrucken. Da muss in der Regel noch der Beifahrer absteigen und am Kopf mitlaufen. Sind wir am Gruselobjekt vorbei, darf der wieder rauf.

    Haben wir Diskussionen wo es lang gehen soll (weil er z.B. der Meinung ist, dass man nach dem Fahren auf dem Stoppelacker direkt zum Stall könnte und nicht noch eine Runde um die Koppeln drehen muss), nutze ich die Bremse der Voderachse sobald er wenden möchte (Beifahrer steht hinten auf der Marathonmix). So kann der kleine Dickkopf die Vorderachse nicht drehen. Der Weg geht also nur nach vorne. Da muss man allerdings sehr flott reagieren und die Bremse wieder rechtzeitig loslassen wenn er nach vorne anzieht - bzw. betätigen wenn er wenden will... So lässt er sich ganz gut überreden.


    Ähm, jetzt muss ich mal blöd fragen: ich bin noch nie mit einem Einachser gefahren und kann das nicht beurteilen, aber was bitte ist der Vorteil zu einem Zweiachser? Ich lese das oft, und frage mich warum alle von Sulkys / Gigs so begeistert sind. Ich fahre mit einem Marathon/Trainingswagen, weil mir die Einachser immer so kippelig erscheinen, und man sitzt da so arg tief, also ich weiß nicht, wenn ich damit bei uns rumfahre, ob das so gut geht....also für Ponys finde ich das ja nett, aber meiner ist ein 780 kg Teil....sind Einachser sicherer zu fahren? Bitte um Aufklärung. Danke :/

  • Ähm, jetzt muss ich mal blöd fragen: ich bin noch nie mit einem Einachser gefahren und kann das nicht beurteilen, aber was bitte ist der Vorteil zu einem Zweiachser? Ich lese das oft, und frage mich warum alle von Sulkys / Gigs so begeistert sind. Ich fahre mit einem Marathon/Trainingswagen, weil mir die Einachser immer so kippelig erscheinen, und man sitzt da so arg tief, also ich weiß nicht, wenn ich damit bei uns rumfahre, ob das so gut geht....also für Ponys finde ich das ja nett, aber meiner ist ein 780 kg Teil....sind Einachser sicherer zu fahren? Bitte um Aufklärung. Danke :/

  • Beim Einachser ist die Schere fest mit dem Wagen verbunden, was bei einem Wendemanöver den großen Vorteil hat, daaa der Wagen automatisch mitdreht und es nicht dazu kommen kann, dass plötzlich das Pferd parallel zum Wagen steht und diesen dann beim Anziehen leucht umwerfen kann.

    Suns always shine :)

  • Also, mein erster Gedanke ist auch: Wenn links "Gefahr", leichte Stellung nach rechts, linke Leine stehen lassen, (wie der äußere Zügel beim Reiten) und rechts energisch vorwärts treibende Peitschenhilfe. Beide Leinen müssen ran, eine einseitige Hilfe gibt dem Pferd immer die Möglichkeit sich zu entziehen.

    Bei meinem Fahrabzeichen habe ich gelernt: in Situationen wo das Pferd guckig wird, frühzeitig VORWÄRTS zu fahren. Also mit der oben genannten Technik im Trab dran vorbei. Bei mir funzt das bisher, sobald ich antrabe, wird mein Pony durchlässiger.

    Und AUFPASSEN! Ich bin neulich von der Kutsche gefallen, war nur ein Plums, aber das ging sowas von schnell, weil ich unaufmerksam war und Ponylein gescheut hat. Wir waren in der Dämmerung unterwegs und Pony war trotz ihres weisen Alters ziemlich "ON". Beim zweiten Mal habe ich es rechtzeitig bemerkt und aus der 180° Wendung, die mich zuvor vom Bock geschmissen hatte, wurde immerhin nur ein Seitwärts- Hopser.

    Sitzen die Leinengriffe bei dir, um möglichst schnell das Leinenmaß zu verkürzen? Sonst "Trockenübungen" machen!

    Über Einachser vs. Zweiachser und hohe oder tiefe Sitzposition wurde hier schon viel geschrieben. Ich bin auch überzeugte Einachser- Fahrerin, gerade weil ich viel alleine unterwegs bin (und ich sitze zudem gerne tief).

    Du schreibst 780kg- Kaliber....

    Das alles was jetzt kommt ist nur ein Gedanke, ich kann völlig daneben liegen... Also:

    Ich als Frau wollte sowas nicht fahren... Ich kann dein Geschlecht anhand deines Profils nicht herausfinden. Also, mal ganz ohne Vorurteile, es gibt auch Frauen mit Händen wie Kohlenschaufeln und der Masse und Kraft eines Stiers, aber kannst du dieses Pferd denn verarbeiten? Ich bin nicht für Reiten und Fahren mit Kraft, aber wenn der Bursche auch beim Reiten so ist und Du und die Bereiterin chancenlos sind, drängt sich mir die Frage auf, ob er nicht im Grunde seines Herzens gerne mal auf diese starke körperliche Überlegenheit setzt und dann einfach auf stur schaltet. Ggf. sollte er dann mal von einem guten aber kräftigen Fahrer in die Spur gestellt werden. Oder eben, der Vorschlag kam hier schon, mit entsprechendem Gebiss, was aber vorsichtig begonnen werden sollte, damit das Pferd begreift, dass es nun mit stärkerer Einwirkung zu rechnen hat, wenn es verweigert.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Auch beim Rückwärts kann sich der Wagen nicht verkanten und kippen, da es ja keine Drehkranzbremse gibt.

    Optimismus ist bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf den höchsten Berg zu steigen und "Scheiß Götter" zu rufen. (frei nach Terry Pratchet)

  • Das hier über Einachser Gesagte beschränkt sich nicht auf Ponies. Und tief sitzen muß man auf einem Einachser beileibe nicht.

    Du bräuchtest nur einen Deinem Pferd gemäßen Einachser - gibt es. Eine Warnung vorab - diese Wagen können eine körperliche Herausforderung beim Anspannen bilden, weil sie z. T. sehr schwer sind. Man fährt definitiv gut und sicher damit - wenn der Wagen gut ist.


    Vielleicht darf ich noch etwas ergänzen? Wenn Du rechtzeitig merkst, was kommt, kannst Du dann schon Maßnahmen ergreifen. Hier hat in einer solchen Situation ein mehrmaliges Üben mit Stehenbleiben weit vor der Gefahr, ein bißchen weitergehen, usw. geholfen. Irgendwann war dann die Angst besiegt und wir konnten dort gefahrlos fahren. Die Methode "Vorwärts" war im speziellen Fall übrigens leider nicht erfolgreich - das Gespann ist einmal die Böschung heruntergefahren (und anschließend wieder hinauf:-;)

    Edited once, last by Ardennerin ().

  • und wie ging es dann weiter ? nach dem Fall ......

    Vor uns war ein Stück Damwild auf den Weg gesprungen. Pony machte in Nullkommanix eine 180° Kehre. Ich bin nach rechts runter geplumst, neben den Wagen, ich hatte die Leinen zum Glück fest in der linken Hand behalten. Sogar die Pitsche noch in der Rechten. Scheint ein Fahrer- Syndrom zu sein: Niemals loslassen! Pony stand also. Ich habe mich mächtig gewundert, wie schnell das ging und dass ich unten lag, bevor ich etwas gemerkt hatte. Ich bin wieder aufgestiegen, habe in die ursprüngliche Richtung gewendet und bin weiter gefahren. Und habe ab da aufgepasst wie ein Schießhund. Pony blieb sehr "wachsam" und versuchte das unvorhergesehen und ohne Damwild eine Zeit später nochmal, aber als ich das dann verhindern konnte, war das Thema durch. Seitdem denke ich aber ernsthaft über die Sicherheit meiner Mini- Kutsche nach. Bzw. über die Kombi mit mir....Das Wägelchen selbst steht fest mit beiden Rädern auf dem Boden, aber meine zusammengefaltete Sitzposition gibt mir nur sehr wenig Sicherheit, weil ich mich "mit den Knien an den Ohren" verdammt schlecht irgendwie abstützen kann. Ich fahre jetzt oft wie im Sulky, mit den Füssen vorne oben auf der Bracke, links und rechts.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

    Edited once, last by Shettyfreak ().

  • Shettyfreak,

    Wenn du so zusammengeklappt sitzt, frag ich mich sowieso wie bequem das sein kann.

    Auf meinem modifizierten Maiersulky hab ich es sehr bequem, Hüpfer nach li/re, weil auf einmal etwas am Waldrand steht, habe ich immer unbeschadet überstanden. Komplett umdrehen, auf die Idee kommen beide Ponys nicht.


    FredIF

    Bleib beim 4 Rad Wagen, wenn der denn passt. Ich habe mir jetzt auch noch einen Marathon bestellt. Die leichte Freizeitwagonette war nichts. Aber ein guter Wagen, der eine breite Spurbreite hat, nicht zu hoher Schwerpunkt usw usw. eben ein sicherer Wagen, bietet viel Komfort wo ein 2 Achser nicht unbedingt bietet. Und man muss in meinen Augen auch eine Gig mit Sulky unterscheiden.

    Ich habe unterdessen sicher auch das Thema, dass mein Sulky und ich zusammen, einfach nur lächerlich sind vom Gewicht her, dafür kann ich damit super schön Dressur Fahren, die müssen sich ja damit nicht anstrengen.

  • Gar nicht bequem, aber ich fahre ein- bis zwei Mal pro Woche ca. 1,5 Stunden und meine Tochter auch. Das ist für alle auszuhalten und das Pony selbst läuft gut damit. Ich hatte bisher auch noch keine 180° Wendung.... Aber ich war zuvor total abgelenkt und überhaupt nicht bei der Sache. Ich hatte mich umgedreht zu meiner kleinen Tochter, die hinter mir her ritt. Sie hatte da grade eine Diskussion mit ihrem Pony, weil es nicht da her wollte, wo es sollte. Mein Zugtier bekam die Diskussion natürlich mit und das Damwild ließ die Situation dann eskalieren. Bis auf eine fiese Schürfwunde am Handballen und ein paar Kratzer an der Schulter war aber alles gut. Es war ein absoluter Fahrfehler.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)