Unmotiviertes Pony

  • Nachdem unsere Tochter inzwischen zum Shetty reiten zu groß ist und sie nun lieber auf unserem Tinker reitet, dachte ich, das kleine Fellkneul braucht Beschäftigung, damit es nicht platzt... also werde ich mit ihm fahren. Die Stute ist 15 Jahre, gefahren und geritten, aber bei uns vor allem geritten, nur selten eingespannt im Gig. Es ist ne Art von Engergie-Spar-Pony, die macht nur, was unbedingt nötig ist und testet das oft aus. Da fehlt meiner Tochter wohl die Konsequenz sich durchzusetzen, wenn eine Freundin von ihr geritten ist, ging Pony viel besser - aber die hat sich auch gleich immer mit der Gerte durchgesetzt bei Widerwilligkeiten. Jetzt bin ich ein paar mal gefahren, aber die Motivation vorm Gig war nicht sehr groß. Ich hab ihr dann eben mit der Peitsche angetrieben, bei leicht touchieren kam garnichts, also habe ich die Stärke gesteigert bis die gewünschte Reaktion kam. Allerdings hielt das nicht lange vor, also wieder treiben usw.

    Kennt ihr das auch ? Das Pony ist fit, macht auf der Koppel auf dicke Hose, jagt die Großen umher. Wie oft bzw stark setzt ihr die Peitsche zum treiben ein ? Soll ich dem mal auf einer längeren Ausfahrt klar machen was Sache ist ?

  • Soll ich dem mal auf einer längeren Ausfahrt klar machen was Sache ist ?

    Das macht dem Pony bestimmt keinen Spaß und dessen Motivation und Wille ist dann ganz weg .


    Passt das Geschirr ? Passt der Gig ? läuft alles leicht ? Hufschutz ?

    Will Pony nicht alleine sein ?

    Da kann soviel sein das hier ja keiner sieht .


    Langsam aufbauen ,Pony muß auch Freude an der Arbeit haben oder willst Du jeden Schritt

    mit der Peitsche rauskitzeln müßen ?

    Da es mit anderen Kumpels Spaß hat ,wäre es eine Option wenn jemand mitreitet ?

    oder vorneweg um das Pony "mitzuziehen "

  • Geschirr und Gig passen, rollt auch richtig leicht. Sie läuft schon immer barhuf und hat damit keine Probleme, auch gibt es genug gute Wege ohne Splitt uns Asphalt.

    Bei meiner Tochter ging sie ohne Probleme alleine raus - aber ich werde mal probieren wie es klappt, wenn sie auf dem Tinker voraus reitet

  • Zuerst würd ich mal genauer beäugen, obs überhaupt laufen kann. Auf Kopple dicke Hose und jahrelang ungearbeitet, kann durchaus Aua-Füße auf Schotter haben....

    Dann würd ich mir die Dame vermehrt am Boden vorknöpfen, also zuerst mal ganz genau feststellen welche peitschenlänge für Boden und kutsch benötigt wird und da dann entsprechend aufrüsten. Shetty ist nicht Shetty, welches Stm?

    Mal ein Bild angespannt bitte.

    Annahme es will sich ohne Probleme rein vor der Arbeit drücken...(relativ ungewöhnlich für Shetty, würd ich bißle nach Stm einsortieren, außerdem hats vermutlich überhaupt noch gelernt das Arbeit Spaß macht): An der Kutsch nicht ganz einfach zu korrigieren, weil du sehr wahrscheinlich nicht treffen kannst mit der peitsch. nhemen wir mal es handelt sich um 95 cm+Cavaletti, da ist dein Platz zum treffen mit Glück eine Fläche von 15*10 cm, triffst du da überhaupt? wieviel Prozent deines Schlages kommen am Pony an wieviel nimmt Geschirr und Wagen weg? Ehe man sich mit einem Pony anlegt steht zuerst Üben für Mensch auf dem Plan.


    Pony will nicht laufen, weil es nicht begriffen hat, dass laufen Spaß macht. Deine Chancen dadran via Pietsch vom Bock was zu ändern sind relativ begrenzt. Nachdem alles andere (Schlechtes geschirr, falschtarierter EInachser <- sachen die Shetty an sich eh nur selten melden bzw stören, beschlag) ausgeschlossen wurd, geht es dann ans arbeiten: Fahren vom Boden, laufen am Fahrrad, Führen. Solltest du an einen Hund drankommen, wär das sehr gut, ich mach sehr viel mit Hund, der sozusagen das Pony "zieht". "Pony lauft besser, wenn tochter mitreiterin hat" deutet schon an, dass da die Psyche vom Pony nicht nur Arbeit überflüssig findet, sondern es auch viel lieber mit Gesellschaft unterwegs wäre: Anbinden an andere Kutsche, Mitlaufen beim Ausreiten, mitnehmen zur Familienwanderung.

    Beim fahren vom Boden kannst du von unten hinten kommend am Bauchnabel treffen, da bringt deutlichst mehr Tempo und länger als irgendwelche ungezielten Hiebe auf die Kruppe, wo man bei manchen Tiere das Gefühl hat die polstern vor Treffer nochmal zusätzlich mit ihrem Schweif ab.

    Tempo in ein Shetty bekommst auf den letzten metern heimwärts, also du führst vernünftig (also mit dem Richtigen Zubehör in der richtigen Position von zu haus in relativ hohem Tempo weg, soweit wie deine Konzentration langt (da sind anfangs Strecken deutlich kleiner 500 m!!)) und drehst dann, Positionswechsel in FvB und nun mit Schmackes heimwärts (treiben mit der Pitsch von unten hinten, Hauptsache, die Strecke wird fleißig und ruhig gelaufen, also Schritt gute 5 km/h (es reichen da echt die knapp 500 m eher weniger). Wichtig sind viele kleinere Einheiten, damit gefestigt wird, sobald der mensch hintere ist gibt es tempo.

    Parallel dazu laufprogramm als Handpony, nachlaufepony.

    ich fahre viel Ebike, weil ich damit so langsam fahren kann, dass ich Pony sauber im Maximaltempo Schritt geführt bekomm, mit normalem Fahrrad kam ich da öfter ins Straucheln. Fleiß und tempo und Ausdauer kommt aus dem Schritt. hier gibt es bei Menschsorgen (also konzentration alle, kraft alle) Trab, gearbeitet wird im Schritt.

    Längere Ausfahrt um Shetty ans Laufen zu bringen ist eher murks, weil die dir die Kraft und Ausdauer genauso fehlt wie dem. Wie es wär es denn in den ferien mit einem Shettywanderausflug? Neue Gegend erkunden ohne Zeitdruck, führen richtig ist weniger anstrengend dauerhaft als vor der Kutsch auf tempo zu achten. und sobald sich Shetty geführt nur noch ziehen lässt, gibts nochmal korrekt 100 m tiptop gelaufen und anschließend fallen alle ins gras und picknicken mal zusammen. nach paar tagen kennt man sich besser und weiß auch den jeweils anderen einzuschätzen.

    mfg Kirsten

    ich hatte den Winter 92 cm ohne Arbeitswillen, insofern sind mir die treffsorgen bei großem Mensch geläufig, Pony lauft jetzt sozusagen seine 1. Saison und ist bereits viiiel sensibler auf Stimme+Pitsch geworden erste Tunierteilnahmen und ofahrten sind möglich (also so, dass alle beteiligten Spaß haben!!), aaber ich seh dieses Pony eigentlich auf Distanz vom typ her, dies wird allerdings noch 1-2 Jährle dauern, kommen jetzt mal die ersten Strecken über 1 km, wo vernünftig fleißig ohne nachtreiben aus sich selbst raus gelaufen wird, da hast du also Langzeitprojekt am Bein!!!

    Edited once, last by Bennyblue ().

  • Stm hat die kleine Kugel 101cm, Sie stand nicht wirklich lange ohne Beschäftigung, entweder war meine Tochter aktiv oder ihre Freundin, letzte Monate aber nicht mehr so regelmäßig.

    Ich werde dann mal Runden ohne Gig vom Boden aus auf dem Platz/Koppel mit ihr fahren und schauen ob es da dann besser wird.

    So kurze Wanderausflüge hören sich gut an, werde ich dann auch probieren. Beim seitlich führen kommt man ja mit ner Gerte eh viel zielsicherer ran.

    An meiner Treffergenauigkeit werde ich arbeiten, kann sicher nicht schaden ;-).

  • Ist Pony denn nur bummelig im Schritt oder will es gar nicht? Bleibt es an Steigungen stehen und versucht sich wirklich "zu drücken" oder wird es nur langsamer? Meine Stuten sind beide im Schritt sehr bummelig unterwegs, vernünftiger Schritt ist bei uns auch nur auf dem Heimweg möglich. Ich habe aber z.B. nie das Problem, dass sich Pony nicht antraben lässt und auch Galöppchen machen die immer gerne! Am Berg arbeiten die ruhig weiter, bleiben nie stehen. Bloß das Grundtempo könnte auch hier echt besser sein. Wie ist das denn bei euch? Vielleicht hast du ja auch einen schrittschwachen Kandidaten?! Ich versuche von Zuhause weg viel zu traben, also nicht Dauerlauf, sondern immer mal wieder, auch mal Galopp, wenn Ponylein warm ist. Und nach Hause rollt es dann von ganz alleine, auch im Schritt.

    Noch eine andere Sache, die etwas schräg klingen mag und vielleicht schlagen ganz Viele hier auch jetzt die Hände überm Kopf zusammen: Ich gebe meinen Faultieren auch gerne Hafer. Nicht viel, vielleicht 200ml am Tag. Und auch nur, zur Heufütterung, nicht bei Weidegang und wenn die wirklich in Arbeit stehen. Die Motivation steigt dann enorm. Das ist wie Doping, muss man aber auch abbauen. Da Hafer auch viel Energie liefert, hatte ich überlegt, es vielleicht auch mal mit Soja oder Luzerne zu versuchen ich kann dazu aber noch keine Erfahrungswerte berichten. Ich denke, gerade die Kleinen sind durch das karge Futter, was die meistens bekommen (überständige Weide + extra spät geschnittenes Heu) u. U. Eiweiß- mäßig unterversorgt, Energie- mäßig aber leider immer noch überversorgt. Meine Ponys sind leider wie sehr viele von den Zwergen immer mehr oder weniger dick bis fett. Vor allem auch jetzt wieder, nach Hitzeperiode/Heuernte und dadurch Wärme- und Zeit- bedingt kaum Abreit. Aber dick heißt nicht, dass die Kraft haben. Mit jedem Kilo zu viel werden die fauler. Die besten Konditionsbedingungen habe ich, wenn die halbwegs schlank sind, ohne Pelz und mit Hafer. Meine schieben auch jetzt schon wieder Winterfell und das merke ich auch sofort an der Motivation.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Die Tipps von Bennyblue sind alle super, nur was das Stockmass mit der Arbeitswilligkeit bei Shettys zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht so ganz.

    Ich kenne und kannte ziemlich viele Shettys und deren Grösse ist für die Arbeitswilligkeit und Motivation genauso wenig relevant wie die Farbe der Tiere.


    Wir hatten bei unserem Shettymix-Wallach (füs Protokoll: Stockmass 107 cm ;)) vor 20 Jahren ein ähnliches Problem. Der kam heruntergewirtschaftet, schon damals 18 Jahre alt, via Händler aus einer Reitschule zu uns und hatte wirklich null Bock auf Arbeiten. Spazieren/Reiten mit hängendem Kopf und Trab ging nur mit sehr viel Einsatz der führenden/reitenden Person und nach 5-10 Metern wars das auch schon. Also wirklich ein Härtefall in dieser Hinsicht.

    Wir konnten ihm die Freude an der Arbeit wieder geben, hauptsächlich durchs Fahren selbst. Das war was ganz Neues für ihn und er hatte per se Spass daran, also gings schon etwas bergauf. Die Bewegungsfreude haben wir dann so wieder hingekriegt, indem wir ins nach Hause rennen lassen haben - irgendwie klappte es dann auch von Zuhause weg etwas flotter. Diese Methode ist jedoch sehr mit Vorsicht zu geniessen, wenn noch Kinder mit dem Tier umgehen. Unser Ponymix wurde übrigens dann doch noch zu einem flotten Fahrpony und geniesst mittlerweile, 37 Jahre alt, seinen Ruhestand mit regelmässigen Spaziergängen und zu seiner Freude gelegentlich noch Mini-Runden an der Kutsche. Da ist er jeweils kaum zu bremsen :)


    Im Falle von deinem Pony, Zottelfuss würde ich wohl erst einmal für vernünftigen Hufschutz sorgen und schauen, ob es dann besser wird. Oft ist das ein grosses Problem, gerade bei Weideponys. Ebenfalls unterschätzt wird der Effekt von regelmässiger, konsequenter Arbeit. Ich würde das Pony wirklich täglich arbeiten, egal welches Wetter, und wenn es nur ein kleiner Spaziergang ist. Gerade die kurzen Spaziergänge, und seien es nur 10 Minuten, dafür in anständigem Schritt, sind sehr wertvoll.

  • Mir kommt es so vor, wie wenn es sich gerne um alles drückt, das in Arbeit ausarten könnte. Meine Tochter hat das wohl hingenommen und nicht durchgegriffen, bei ihrer Freundin klappte es besser, es brauchte aber immer erst einen ordentliche "Ansage" zum Beginn des Ausritts und den ersten Widersätzlichkeiten. Jetzt meint das Pony wohl, man kann sich vor allem drücken. Bei der ersten kleinen Steigung blieb es stehen und es brauchte schon deutliche treibende Hilfen um weiterzugehen.

    Mit dem Hafer könnte ich mal probieren, beim Tinker hab ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass der dann wie nen Pulverfass drauf war, und wehe er wurde mal bisschen weniger gearbeitet...

    Nach Hause rennen lassen ist so nen Ding - ich habe da bisschen Respekt, dass sich das dann als "normal" einbürgert und es sich dann nicht mehr regulieren lässte auf dem nach-Haus-Weg.

  • Wegen dem Stockmaß hab ich zwar nur relativ dürftige Erfahrungen <95 cm Stm (also nicht mit Rainy Erfahrungsschatz zu vergleichen), aber generell find ich je Kleiner je pfeffriger und arbeitswilliger von der Basis her, wenn die nicht "wollen" dann sinds bisher bei mir immer Ausbildungsfehler gewesen. Aaaber bei 1,10 m gibts beides, zumindest bei dem typ den ich bevorzuge hat sich ganz klar auch noch keiner freiwillig überarbeitet. Arbeitsfähig ohne End, aber nicht unbedingt dieses freiwillig sofort anbietend. mfg Kirsten

  • Wegen dem Stockmaß hab ich zwar nur relativ dürftige Erfahrungen <95 cm Stm (also nicht mit Rainy Erfahrungsschatz zu vergleichen), aber generell find ich je Kleiner je pfeffriger und arbeitswilliger von der Basis her, wenn die nicht "wollen" dann sinds bisher bei mir immer Ausbildungsfehler gewesen. Aaaber bei 1,10 m gibts beides, zumindest bei dem typ den ich bevorzuge hat sich ganz klar auch noch keiner freiwillig überarbeitet. Arbeitsfähig ohne End, aber nicht unbedingt dieses freiwillig sofort anbietend. mfg Kirsten

    Hm, der Kleinste ist bei mir tatsächlich der Arbeitswilligste :) der Zweitkleinste lässt sich dann eher wieder bitten. Die Classics und grösseren Shettys in meinem Bekanntenkreis sind dann ebenfalls ganz unterschiedlich, da gibts auch beides, Raketen und Schlaftabletten.

    Kann es sein, dass das ev. auch davon kommt, dass man auf die grösseren Ponys eher mal Kinder loslässt, während die Kleinen eher uninteressant sind, da nicht reitbar? Ich hatte mal einen Minishetty, der auch eher unwillig war - der wurde komplett von Kindern vermurkst. Mein anderer "Grosser" (Stm. 97, ehemaliges Privat-Kinderreitpony) ist auch eher vom gemütlichen Typ. Bei Kindern ist halt immer die Gefahr, dass wenn man sie einfach machen lässt, das Pony oft machen kann, was es will, und es kriegt trotzdem hin und wieder mal - unbeabsichtigt oder aus purer emotionaler Schwankung - eine Breitseite ab. Wenn ich nur schon daran denke, wie meine Nichte (6 J?) auf meinen armen Shettyopa eingetreten hat, weil das Pony nicht so wollte, wie sie es im Sinn hatte - dabei hat sie völlig widersprüngliche Signale gesendet, der arme Kerl hat einfach nur sein Bestes gegeben und wurde trotzdem verprügelt (ich habs nur zufällig gesehen, da ich sonst zum Kinderreiten nie mit war; hab sie anschliessend heruntergeholt und das Pony wurde von da an als pensioniert erklärt, Kinderreiten muss mit ebenfalls Ü30 echt nicht mehr sein, wenn die Kiddies ihre Emotionen nicht im Griff haben). Da würde ich auch zum Verweigerer.


    Zottelfuss Klingt fast so, als wäre dein Pony noch nicht ganz zugfest. Ich würde einfach weitermachen, normal treiben wenn nötig, nachgeben, Pausen, viel (verbale) Belohnung, auch mal verschnaufen lassen. Mit der Routine wird das besser.

  • Gibt man bei den kleinen generell die treibende Hilfe von unten ? Ich glaube mich zu erinnern, dass damals bei den Grosspferden es links und rechts auf die Kruppe gab. Der Lehrer damals empfahl auch nicht 20 mal touchieren sondern 2-3 mal mit Schmackes, dann wäre das besser geklärt.

  • Der Lehrer damals empfahl auch nicht 20 mal touchieren sondern 2-3 mal mit Schmackes, dann wäre das besser geklärt.

    Manchmal ist das so dann auch für immer geklärt und das Pony ist verstört und erst recht "unmotiviert ".

    Dann hat sich die Fahrerei für immer erledigt .


    "Draufhauen lößt keine Probleme sondern schafft erst welche !"


    Ich kann mir nicht vorstellen das ein "guter " Fahrlehrer treibende Hilfen auf die Kruppe gibt .

    Da hast Du was falsch verstanden ,oder der Fahrlehrer war nicht gut .


    Bei Deiner Fragestellung denke ich mal das ein gutes Fachbuch

    oder jemand mit Wissen / Können gut wäre ,den Du dabei hast oder vor Ort fragen kannst .


    Wenn Du langfristig was erreichen willst nimm die Tipps an , versuche das Pony erstmal ohne Kutsche dran zu motivieren.

    abwechslungsreiche Spaziergänge ,kurze Lerneinheiten ,viel Loben ,alles machen damit das Pony auch Spaß dran hat .

  • Dieses Forum eignet sich gut zum Nachlesen, ich rate dir zu: Üben der Peitschenhilfe

    überhaupt Ausbildung zum Fahrpferd ist recht ergiebig,100%stillstehen usw sind alles sehr gute Themenbereiche.


    zb Fahrkurs war bei mir praktisch überall seichter Murks, außer bei Spezialsachen wie hysterisches Innenpony auf dem Zirkel zum halsfallen lassen oder temporeduzierung zu bekommen, sowas konnte mein FL, der war an den Leinen dreimal besser als ich, aber Peitsche, Kutschtechnik, Geschirrverpassen war der sozusagen eine glatte Null.


    Dier Schwierigkeit beim Shetty liegt an deren Winzigkeit, so Großpferd sind erstens recht zahm (so freundlich wie die jede Bewegung Mensch und sei die noch so falsch korrekt interpretieren!!) und bieten reichlichst trefferfläche. das Sprunggelenk eines Minis in 8m Distanz zu treffen ist eine Kunst, die nur extrem selten beherrscht wird, meistens wird doch planlos zentrifugiert.


    Zum Treffen mit kraft, gehört wie gesagt zuerst die Zielgenauigkeit und dann kommt es auch auf das Pony an, Vorgeschichtler weise oft sozusagen Hornhaut auf, da machste mit kraft nicht mehr viel. Ich hatte zb einen alten Haffi, dem Pitsch schnuppe war, wenn man den zum schnellen räumen Hauptverkehrsknotenpunkt animieren musste, hat man wesentlich besser grad mit paar ketten geklimpert, da wurd der alte Herr dann ungewohnt flott.


    mfg Kirsten


    Achso, auf die Kruppe hab ich noch recht selten geschlagen, da paßt die Peitschenlänge dann gröblich nicht.

    Im Sommerfell kann man gut vom Bock aus das jeweilige Hinterbein, welches weiter vorgehen soll, pinseln/streicheln mit der peitsch, ist recht effizient auch bei den Pferden, welche seitlich schon gut "Hornhaut" haben.

    Edited 2 times, last by Bennyblue ().

  • Peitschenhilfe auf Kruppe habe ich ebenfalls nicht gelernt. Bei uns wurden die Pferde seitlich hinter dem Baucgurt angetickt ... wenn Stimme nicht ausgereicht hat.

    Mit unserem Shetty nutze ich die Peitsche (im Sulky eine längere Gerte) auch mal zum Einrahmen wenn er mal zu sehr nach Rechts oder Links drängt und ich nicht so viel mit den Leinen korrigieren möchte. Lege dann die Peitsche an die entsprechende Seite und kitzle auch mal etwas.

    Um die HH etwas fleißiger zu machen ticke ich unter dem Umgang die HH an und lobe ganz dolle wenn er sich mehr ins Zeug legt.

    Ich glaube sowieso, dass man mit Lob und Freude besser motiviert.

    Haue gibt es nur sehr dosiert als Strafe, wenn der kleine Stinker seine Giftige Seite zeigt. Aber wie gesagt nur sehr dosiert weil das sonst ins Gegenteil umschlägt und er zu Kämpfen beginnt. Dann hat keiner mehr Spass.

  • Also nach Hause rennen lassen würde ich nie, außer, man kann mit Schmackes an der Einfahrt vorbei weiterfahren. Im Gegenteil. a) aus erzieherischen Gründen ist mehr als fleißiger Schritt heimzu nicht erlaubt (Spezis fangen an zu tölten) und b) soll Pferd möglichst trocken nach Hause kommen.
    Petschenhilfen sind so ein Kapitel für sich. Einerseits macht man gerade mit sensiblen Pferden ausgiebige Desensibilisierungsübungen, um ihm beizubringen, dass Berührung reaktionslos zu dulden ist, andererseits soll es plötzlich wissen, dass Berührung an einer bestimmten Stelle dawai, dawai bedeutet? Irgend wann in der Ausbildung wird man ihm zeigen müssen, was man erwartet und wird mal deutlicher werden müssen. Wichtig ist, die erwünschte Reaktion a) auch rauszulassen und nicht ängstlich gegenzuhalten b) das Ganze mit Stimmhilfe zu verbinden und c) sofort zu loben, auch wenn es jetzt deutlich schneller läuft als beabsichtigt.
    Ein Schrittmacher ist zwar erst mal nützlich, löst aber das Problem nicht. ein Pferd, das man nicht alleine reiten oder fahren kann, kann man im Grunde überhaupt nicht reiten oder fahren. da hockt man blos drauf.
    Wenn gesundheitlich alles abgeklärt ist und ein Pferd so gar keinen natürlichen Vorwärtsdrang zeigt, würde ich auch etwas Hafer füttern und das Pferd vor der Arbeit ein paar Stunden aufstallen. Auslauf gibt es nach der Arbeit.

  • Hallo,


    es gibt natürlich unterschiedliche Pferdetemperamente, unterschiedliche Leistungsfähigkeit usw. Extrem phlegmatische Exemplare gibt es auch, die sind aber relativ selten. Die meisten "faulen" Pferde sind es aufgrund falscher Ausbildung und Hilfengebung.


    Zunächst sollte man überprüfen, ob das Pferd grundsätzlich (gesundheitlich) fit ist und in der Lage, zu laufen. Wenn ja, das Training überprüfen. Nicht falsch verstehen, Kinderponys haben leider oft keine sinnvolle Ausbildung genossen. So manches Exemplar lernt hier vor allem, sich der Arbeit zu entziehen.


    Als nächstes die Ausbildung überprüfen: Eindeutige treibende Hilfen mit dem Pony vereinbaren, ein konstantes, vernünftiges Tempo vereinbaren (ein Tacho ist eine sehr wertvolle Hilfe!). Falls das Pony von selbst langsamer wird:

    freundlich berühren

    warten auf richtige Reaktion und loben

    falls nicht:, berühren,

    warten auf richtige Reaktion und loben

    nachdrücklich berühren (so dass eine Reaktion kommt)

    (Die Leinen müssen immer weit genug nachgeben, damit das Pferd die Reaktion nach vorwärts ungestört ausführen kann, auch wenn es zu Beginn mal ein bisschen viel Vorwärts ist)

    Je konsequenter und fairer man hier ist, desto schneller wird das Pferd richtig reagieren und vernünftig vorwärts laufen. Damit meine ich ein Pferd, das von selbst die gewählte Gangart motiviert beibehält und nicht sofort, wenn der Fahrer aufhört zu treiben, stehen bleibt. Das Grundtempo hängt vom Individuum ab.

    Da weder Pferd noch Mensch sich stundenlang konzentrieren können: Lieber kurz und knackig üben, mit viel Abwechslung. Übergänge, Schlangenlinien, spannende Umgebungen, andere Pferde, aus Pferdesicht lohnende Ziele (Pausen z.B. auf einer saftigen Wiese). Auch hilft es oft, mal fremdes Gelände aufzusuchen und bloß nicht ständig die gleiche Hausrunde zu drehen.


    Schließlich wichtig: NIEMALSNICHT dauertreiben. Bei 99.9% aller faulen Pferde sehe ich Reiter oder Fahrer dauertreiben. Damit stumpft man ein Pony total ab und niemand hat mehr Spaß.


    Zur Peitschenhilfe: Beim kleinen Shetty "geht" das manchmal nicht so regelgerecht, da je nach Wagen und Pony dort, wo man nach Lehrbuch treiben sollte, leider die Anzen oder das Selett im Weg sind. Das ist aber eigentlich egal, dann treibt man eben an anderer Stelle, ja, notfalls halt auch mal auf der Kruppe (aber Achtung: kann ggf. Ausschlagen provozieren, muss vorher geklärt werden). So manches mal eignet sich eine ganz normale Dressurgerte besser für präzise Hilfengebung als eine Fahrpeitsche.


    Gruß Tina

    Edited 2 times, last by greenorest ().

  • Ich habe schon paar mal ohne Gig vom Boden aus geübt. Anfangs läuft sie normal, wird dann aber schnell langsamer. Habe dann ganz piano treibende Hilfe gegeben und gesteigert, bis die Reaktion kam, dann gleich gelobt. Bei den ersten Malen brauchte es nen deutlichen Klatscher, wurde aber immer besser und sie hat auf leichtere Hilfen reagiert. Ich werde momentan am Boden/Platz weitermachen, bevor ich anspanne.

    Das mit dem explodieren kenne ich vom reiten - hatte früher Reitbeteiligungen auf verschiedenen Pferden - manche reagieren auf kleinste Hilfen, die würden explodieren wenn man die Gerte einsetzt, andere ignorieren den Schenkel und reagieren erst auf energischen Gerteneinsatz

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!