Französisches oder englisches Kumt? Zugleistung?

  • Ich fahre mit meinen Geschirren (engl. Kumt mit Strohstopfung) nun über 200.000 Km. Da ist noch kein einziges Kumt kaputtgegangen. Natürlich reibt sich hier und dort das Leder auf (z.B. durch die Leinen, die am Oberleder reiben), ein guter Geschirrsattler repariert das.


    Im Vergleich mit dem Marathonkumt ist das englische auch für schweren Zug weit überlegen.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

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  • und sieht viel schöner aus!

    Optimismus ist bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf den höchsten Berg zu steigen und "Scheiß Götter" zu rufen. (frei nach Terry Pratchet)

  • Liebe Billie, ich würde die Frage der Zugfestigkeit nicht nur am Geschirr, also Brustblatt gegen Kumt, festmachen. Ist das in Deinem Avatar die Kutsche um die es geht? Sie scheint nicht gerade ein leichtes Gefährt zu sein. Wenn man von der Höhe des Bocksitzes aus geht, ist sie m.E. für wesentlich größere Pferde gedacht. Wie schwer ist die Kutsche? Wie groß ist Deine Stute? Das Verhältnis von Kutsche zu Pferd muss stimmen.


    Gruß FRITZ

  • Meine Ponystute hat keine sehr hohe Zugleistung

    Ich habe mich durch die Diskussion um das von Billie angeregte Problem durchgelesen. Im Wesentlichen wird um das Problem dikutiert, welcher Kummet oder Brustblatt besser ist. Mich würde aber interessieren, was das eigentliche Problem ist. Was heisst "das Pony hat keine sehr hohe Zugleistung"? Bleibt es stehen, wenn es bergauf geht? Geht es am Wagen nur sehr langsam? Wir drückt sich das "keine sehr hohe Zugleistung aus"?

  • Hallo,

    meiner Erfahrung nach gibt es bei den Marathonkummeten einen entscheidenden Nachteil: Der Winkel zwishen "Kummet" und der Strangschnalle ist unveränderbar.

    Bei einem normalen Kummet ist der Strangstutzen mit der Öse in der Zugkrampe am Kummetbügel beweglich. Wenn ich also mit einem Marathonkummet heute den Fahrplatz abschleppen will und morgen an eine Kutsche anspanne, so habe ich ja volkommen unterschiedliche Zugwinkel. Und dem kann das Marathonkummet nicht gerecht werde. Ich habe schon Pferde mit ganz extremen Scheuerstellen am Mähnenkamm gesehen als Folge dieser Problematik, und die waren nur an einer Kutsche angespannt.


    Das sollte man bei der Anschaffung eines solchen Geschirres beachten. Grüße an alle Götz

    Jeder Bayer braucht en Shire.....Und mancher Hesse auch!!!

  • Nee mein Profilbild ist nicht meine Kutsche und auch nicht das Pferd um das es geht. War die Kutsche beim Lehrgang fürs FA4 mit meiner spanierstute. Meine trainingskutsche zu Hause ist viel leichter.


    Das mit der zugfestigkeit: wenn es etwas schwerer wird (zb sandig) wird sie zappelig oder „schwankt“ also geht nicht gerade vorwärts. Ist definitiv eine trainingsfrage, und ich glaube wir sind auch auf einem guten Weg, aber ich möchte das Gefühl haben ihr auch bisschen mehr Gewicht auf der Kutsche zumuten zu können....

    Gestern hat sie total gelassen und gleichmäßig gezogen, aber ich war auch allein auf der Kutsche...

    ich denke ich bin weder auf der Suche nach Ursachen noch bitte ich um Trainingstipps, da ich denke, dass das auf die Entfernung wenig Sinn macht.

    Meine Hoffnung war einfach zu den Vorteilen von franz und engl Kumt in Bezug auf Zugleistung was zu hören, und dazu gab es interessante Beiträge... und dafür nochmals vielen lieben Dank!!!

  • Hallo,

    meiner Erfahrung nach gibt es bei den Marathonkummeten einen entscheidenden Nachteil: Der Winkel zwishen "Kummet" und der Strangschnalle ist unveränderbar.

    Bei einem normalen Kummet ist der Strangstutzen mit der Öse in der Zugkrampe am Kummetbügel beweglich. Wenn ich also mit einem Marathonkummet heute den Fahrplatz abschleppen will und morgen an eine Kutsche anspanne, so habe ich ja volkommen unterschiedliche Zugwinkel. Und dem kann das Marathonkummet nicht gerecht werde. Ich habe schon Pferde mit ganz extremen Scheuerstellen am Mähnenkamm gesehen als Folge dieser Problematik, und die waren nur an einer Kutsche angespannt.


    Das sollte man bei der Anschaffung eines solchen Geschirres beachten. Grüße an alle Götz

    Es gibt Combi-Marathon-Kumte, bei denen die Strangschnallen auch separat in ringe eingeschnallt werden

  • Du bist doch eigentlich schon gut ausgerüstet. Ein Brustblatt für die Kutsche und ein Arbeitskumt für den schweren Zug.

    Sollten beide nicht gut passen und es steht ein Neukaufen (gebraucht oder neu) an, stellt sich die Frage.

    Wir standen damals vor dem Problem unser Brustblatt und Kumte passten nicht mehr, wegen Kaliberwechsel. Da wir nicht vorhatten Traditionskutschen zu fahren und wir hauptsächlich Kutschefahren und ein bisschen Ackerarbeit machen wollten, keine Turnierambitionen haben, haben wir uns für ein Marathon Kumt entschieden.

    Ausschlaggebend war, dass es vielseitig einsetzbar war, die Kraft besser verteilt als ein Brustblatt und auch bei einem Pferdewechsel weiter verwendet werden kann. Wir wollten nur ein Geschirr kaufen, dafür gute Qualität und Service!

    Wir haben uns einige Marathonkumte angesehen und langjährige Fahrer um Rat gefragt. Für unser Einsatzgebiet wurde uns damals von einem Englischkumt abgeraten, obwohl sie sehr schick aussehen.

    Abraten würde ich dringen vor Katalogware.

    Heute sind wir sehr zufrieden mit unserem Geschirr, der Service der Sattlerei ist sehr gut, zuverlässig und schnell, ist auch wichtig. Jedoch gehört unser Geschirr auch nicht in die Kategorie preisgünstig. Aber wir konnten dafür das Thema Geschirr komplett abhaken und haben Ruhe.

  • Ich würde weder noch! Sondern wenn ein leichtes Kumt, dann ein passendes und verstellbares Amish Geschirr nehmen.

    Weil verstellbar, weil Vorteil von der Anpassbarkeit, weil je nach Modell auch für den schweren Zug gedacht.


    Ich habe eine Marathonkumt zu Hause rumliegen, ich meinte immer wie toll die sind. Die Ponys ziehen mit einem geschwungenen Brustblatt unterdessen besser als mit dem Marathonkumt. Das Marathonkumt hat mehr Auflagefläche aber irgendwie bekomm ich keines so zu liegen, dass die grössere Auflagefläche wirklich ein Vorteil wäre.

  • daggi das ist meiner situation recht ähnlich. das Brustblattgeschirr ist so nicht ganz turniertauglich, und das arbeitskumt passt nur sehr dick gepolstert, deshalb möchte ich etwas Neues kaufen. Aber ich habe jetzt nicht verstanden warum man euch vom engl Kumt abgeraten hat.

    würde ja gerne mal ein marathonkumt ausprobieren aber da schon kaufen so schwierig ist, habe ich auch dazu noch nichts gefunden


    Mikado das scheint vielen so zu gehen, sodass der Vorteil „Anpassbarkeit“ irgendwie nicht ganz stimmt...

    Aber gibt es Amish Geschirre die für dressurfahren etc geeignet ist? Ich kenne nur die schweren arbeitsgeschirre

  • Aber ich habe jetzt nicht verstanden warum man euch vom engl Kumt abgeraten hat.

    Keine Verstellmöglichkeit! Und ich wollte mit so einem schicken Englischen Kumt nicht auf den Acker oder ins Holz gehen. Wie gesagt, wir haben keinerlei Turnierambitionen.

    Würden wir Turnierambitionen haben, dann Brustblatt und Arbeitskumt.

    Aber das ist alles Ansichtssache.



  • Aber gibt es Amish Geschirre die für dressurfahren etc geeignet ist? Ich kenne nur die schweren arbeitsgeschirre

    Ja gibt es, sie nennen es Buggy-Harness.

    Das sind leichte Geschirre, das Kumt gleicht dem Englischen, ist aber verstellbar. So habe ich es zumindest in Amerika gesehen.

    Hat mir noch gut gefallen.


    Ich selbst fahre unterdessen eh nur noch mit Biothane und geschwungene Brustblätter. Mein Ledergeschirr hängt schon lange ungebraucht rum.

  • Ich denke immer, das geschwungene Brustblätter weitgehend Augenwischerei sind aus Gründen der Physik. Unter Zugbelastung wird aus der Auflagefläche ein kleiner belasteter Streifen, denn die Zugrichtung macht den Schwung nicht mit.

  • darum darf man geschwungene brustblätter nur mit einem gut sitzendem sprungriemen fahren ;-)

    Habt ihr da in Deutschland eine entsprechende (Turnier-) Vorschrift zu dieser Art von Brustblatt?

    Ich meine, wenn ein Einspänner mit passendem Hintergeschirr gefahren wird, ist ein Sprungriemen mehr oder weniger nutzlos.


    renatus

  • nein, es gibt dazu keine vorschrift....hier muss ja sogar mit hintergeschirr und schlagriemen der einspänner gefahren werden


    aber wenn ich bei einem geschwungenem brustblatt den sprungriemen benutze, und der dann auch ordentlich sitzt, verhindere ich das hochklappen von dem brustblatt und somit das nur noch über die dünne kante gezogen wird

  • .hier muss ja sogar mit hintergeschirr und schlagriemen der einspänner gefahren werden

    Stimmt das? Das erstaunt mich. Im schweizerischen Reglement steht, dass ein Schlagriemen erlaubt ist.