Starkes Kotwasser

  • Die Strohpellets frisst er nicht.

    Im Grunde genommen ist es egal woher das Pferd das Weizenstroh bezieht , ob aus den Pellets oder der Futtervorlage , ich denke das hat man verstanden was ich zum Ausdruck bringen wollte .


    Ich möchte auch nicht behaupten dass es dann weg ist, aber ein Versuch wäre es wert denn das liegt schon nahe . Um herauszufinden was das Kotwasser auslöst , wird es immer ein Probieren mehrerer Möglichkeiten sein . So sehe ich das jedenfalls .

    Denke eher nicht dass es die Banane ist , aber eine Banane ist kein Pferdefutter . Deshalb würde ich auch die Banane weg lassen , als Versuch . Auch das vorverdaute Futter würde ich weglassen , auch als Versuch ... also nicht einen Tag , sondern mind zwei Wochen . Gras Heu und Hafer ist das natürlichste Pferdefutter , wobei ich jetzt das Pferd und die Begebenheiten nicht kenne . Grundsätzlich ( nicht für diesen Fall ) wird zu viel Kraftfutter gefüttert .


    Richtiges Stroh geht leider nicht - hatte ich diesen Winter nochmal ausprobiert und habe zum Dank wieder ein hustendes Pferd und ordentliche Tiearztrechnung erhalten. ;(

    Für wirkliche Problempferde gibt es auch andere staubfreie Alternativen als Einstreu , z B Torf . offensichtlich wird dein Pferd in einer Box gehalten , schon mal über einen Offenstall / Bewegungsstall oder einfach eine Weide mit Unterstand nachgedacht ?

    Ich hab schon mehrere Pferde mit solcher Vorgeschichte aufgenommen , bei den meisten war das alles bald kein Thema mehr . Nicht böse gemeint , aber Hustenpferde , oder Pferde mit Husten , das sind i d R Haltungs , manchmal auch Fütterungsfehler im hier und jetzt , oder aber auch in der Vergangenheit (evtl beim Vorbesitzer ).

  • Ich musste auch direkt daran denken was Ardennerin schreibt, die Chefs haben auch oft mächtig viel Stress. Das sollte man niemals unterschätzen!

    Interessant an dem Cavallo Artikel fand ich den Punkt "Bewegungsmangel". (Ganz allgemein, nicht speziell in diesem Fall) Da wäre ich nicht drauf gekommen.

    Aber wenn sich bei @Kibus Pferd in den letzten Monaten nichts verändert hat außer der Fütterung, dann wird es wohl die Fütterung sein.

    Stallwechsel wie Kasparow es vorschlägt, habe ich auch schon gedacht. Schwieriges Thema...

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Hallo, ich hatte auch einen Kotwasserkandidaten...bei ihm war es stressbedingt...vlt da mal überprüfen, ob was sein könnte...bei meinem war es die Herde...er lebte in einer größeren Gruppe und war der kleine Chef im Ring...das hat ihn innerlich sehr gestresst...war mir zu dem Zeitpunkt aber nicht bewusst...er hatte eigentlich immer Kotwasser, mal mehr mal weniger...dann mussten wir den Stall wechseln und er war nur noch ein, später zwei Pferden zusammen...innerhalb einer Woche hatte sich das Kotwasserthema erledigt, obwohl die Fütterung gleich blieb...aktuell hat er es wieder, weil ich ihn abtrennen musste...also Stress, zack Kotwasser wieder da...

    Nur Narren und Jecken reiten (fahren) Schecken!! :tongue:

  • Unsere Pferde stehen den halben Tag auf Koppel (dann möchte der Herr auch gerne wieder rein) und dann in Offenboxen - also an der frischel Luft.

    Stallwechsel kommt nicht in Frage, da wir in Punkto Pferdehaltung (nicht in Punkto Bequemlichkeit) im großen Umkreis wirklich einen super Stall haben und sehr viel selbst bestimmen können (Futter, Weidegang, ...).


    Laut Tierarzt kommt es bei Pferden im Alter oft vor , dass diese Zipperlein wie z.B. Allergien entwickeln. Der Stall befindet sich eben nicht im Taunus, sondern am Frankfurter Stadtrand.

    Stress ... :/Ich glaube es eigentlich eher nicht.

    Zur Einstreu kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ich bin damit sehr zufrieden. Staubt nicht, gut zu lagern, erdähnlicher Untergrund (wenn die Pellets sich aufgelöst haben), geruchsbindend und die früher gelegentlich auftretende leichte Strahlfäule gehört der Vergangenheit an.

    Weizenstroh also nicht als Heuzusatz anbieten - habe ich verstanden - lasse ich wieder und warte aufs Haferstroh.


    Seit 2 Tagen scheint sich das Problem auch wieder zu relativieren. Wir haben anderes Heu, und das Kotwasser ist fast weg. :thumbsup:

    Ich werde nachhaken ob unser Bauer mir einen Ballen reservieren würde.


    Nochmal vielen Dank für eure vielen Vorschläge! Einiges werde ich ausprobieren.

  • -Off Topic-

    Strahlfäule kommt ursächlich nicht von nasser Einstreu. Diese kann das natürlich ungünstig beeinflussen, aber die Ursachen liegen woanders. Ganz oben auf der Liste dieser Ursachen steht da der Bewegungsmangel.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Wollte eigentlich nichts mehr dazuschreiben weil sich manche Herrschaften immer aufregen wenn ich so viel schreibe, bin aber jetzt gezwungen .


    Stallwechsel habe ich nicht gemeint vom Müller zu Mayer , sonder von Box zu Offenstall o. ä. , das kann ja im gleichen Betrieb sein


    Dass Pferde wieder rein wollen hört man oft , das ist auch klar , weil die Begebenheiten nicht für 24/7 ausgelegt sind , z b fehlender Unterstand , Wasseraufnahme , Futter , Reize z verweilen usw .

    Auch hört man oft "meiner ist ein Boxenpferd " ------> kein Pferd ist ein Boxenpferd , die fühlen sich draussen alle wohler wenn die Begebenheiten stimmen, auch der , der schon 20 Jahre in der Box verbracht hat .


    Zur Strohpelletseinstreu : Das natürlichste un beste ist Stroh . Weil die Pellets aus Stroh sind habe ich da gar nichts dagegen . Umwelttechnisch gesehen wird halt viel Energie in die Herstellung gejagt , das ist aber auch das einzig schlechte . Soweit alles gut wenn zu 100 % sicher gestellt ist dass er davon wirklich nichts frisst (wegen evtl stärker belastetem Strohrohstoff für die Pellets ) .


    Wer weiss das schon ? Nachts wenn alles andere aufgebraucht ist ???

  • Ganz oben auf der Liste dieser Ursachen steht da der Bewegungsmangel.

    Danke, dass das mal jemand erwähnt. Soviele von den hier im Forum angesprochenen Gesundheitsproblemen kenne ich bei meinen Pferden nicht. Und ich bin kein ausgebildeter Pferdewirt, sodass das wohl weniger auf meiner Pflegeweise beruht. Aber Bewegung haben meine Rösser wahrhaftig, es sind schlicht bis zu 6000 Km pro Jahr. Meine Tierarztrechnung beschränkt sich auf die Tetanuns- und die Influenzaimpfung. Und gelegentlich eine Wurmkur.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Das Kotwasser von Bewegungsmangel kommen kann, kann ich bestätigen. Als mein Mann unser Shetty regelmäßig 4 x die Woche gefahren ist, war das Kotwasser weg. Seit dem Unfall meines Mannes fahre ich Elvis nicht und das Kotwasser hat wieder leicht angefangen. Longieren usw. reicht hier nicht aus. Es muss "richtige" Bewegung sein

  • -Off Topic-

    Strahlfäule kommt ursächlich nicht von nasser Einstreu. Diese kann das natürlich ungünstig beeinflussen, aber die Ursachen liegen woanders. Ganz oben auf der Liste dieser Ursachen steht da der Bewegungsmangel.

    Nässe alleine sicher nicht , ich denke an lange Regenperioden auf der Weide , da ist nix .

    Aber wenn ein Pferd ständig im eigenen Siff (Mist urin ) steht , dann begünstigt das m . M. wohl Huffäule /Strahlfäule , gibt ja so Boxensäue .

    Wenn die dann noch ne Besi haben die die Hufe nach dem Reiten immer sauber auskratzt , dann kann der Siff gleich da hin wo er am meisten Schaden anrichten kann .

    In so einem Fall ist es besser den Hallensand im Huf zu belassen . Das ist , in diesem Fall , der Gesundheit förderlich.

    Wie immer, nur meine Meinung.

  • Dass Pferde wieder rein wollen hört man oft , das ist auch klar , weil die Begebenheiten nicht für 24/7 ausgelegt sind , z b fehlender Unterstand , Wasseraufnahme , Futter , Reize z verweilen usw .

    Auch hört man oft "meiner ist ein Boxenpferd " ------> kein Pferd ist ein Boxenpferd , die fühlen sich draussen alle wohler wenn die Begebenheiten stimmen, auch der , der schon 20 Jahre in der Box verbracht hat .

    Hin und wieder gehört diese Wahrheit ausgesprochen.


    Was die Bewertung von Stroheinstreu anbelangt, kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein.

    Ein Vorteil des pelletierten Strohs ist die durchgemachte Entstaubung - gerade für Pferde mit Lungenproblemen ist das eine enorme Erleichterung. Nichts gegen Stroh - aber es gibt Fälle, da ist Stroh eben nicht das Beste.

  • Natürlich habt ihr Recht.

    Mein Traum wäre ein Paddocktrail mit innen liegender Weidefläche, verschiedenen Untergründen, gerne ein Hügel dabei und einen Wassergraben für die Pferde zum Hindurchgehen und Planschen und einem Unterstand. Immer wieder Bäume als Schattenspender und das in kleiner Gruppe (4-6 Tiere).

    Die Offenställe die in unserer Umgebung angeboten werden sind mir mit viel zu viel Pferden bestückt und das macht vielen Pferden großen Stress.


    Wir haben unsere Koppel etwas an Paddocktrail angelehnt (Rundweg mit innen liegender Koppel). Wir haben auch ein paar Bäume auf der Koppel, womit wir schon eine Ausnahme im Stall sind, denn es gibt nur etwa 5 Koppeln mit schattenspendenden Bäumen.

    Einen Unterstand dürfen wir nicht aufstellen. . Aber vielleicht ändert sich das ja irgendwann... Schön wärs ja. Das Geld würde ich mir glatt noch aus den Rippen schneiden ;)

    Leider ist nicht überall der Platz für die ideale Pferdehaltung vorhanden. Man kann aber ganz gute Kompromisse schließen.

    ... Jedenfalls bei uns ...

  • Ich kann dich gut verstehen, Kibu .

    Als Einsteller hat man halt nicht alle Möglichkeiten dieser Welt.

    Noch einmal zum Thema Strahlfäule: Zweiter Hochrisikofaktor: Falsche Hufbearbeitung oder falscher Beschlag (Zwanghufe).

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Wir bauen aktuell bzw. bereits seit ca. einem Jahr unseren Stall zum Paddocktrail um (irgendwie ist man da nie fertig :rolleyes:) und komischerweise gab es am Anfang auch Stimmen, die dagegen waren und überzeugt werden mussten. Die Vorteile liegen aber klar auf der Hand, die Pferde haben auch beträchtliche Tageslaufleistungen (hab irgendwas von bis zu 20 km im Kopf, die per gps-Tracker gemessen wurden).


    Klar, überall kann man das nicht realisieren, und als Einsteller hat man leider eh wenig Entscheidungsmöglichkeiten bzw. muss seinen Stall auch nach anderen Kriterien auswählen, aber für die Pferde wäre es schon wünschenswert, wenn es immer mehr solcher Ställe geben würde!

  • Eine Paddocktrail- oder auch eine gängige Offenstallhaltung bedeutet für Pferde in Pensionsställen mit der entsprechenden Fluktuation, oftmals super- viel Stress.

    Ich finde diese Art der Haltung eigentlich nur für private, kleine Haltergemeinschaften und Kleingruppen von Pferden (4-6) ideal. Für normale Pensionsställe halte ich eine Box für jedes Pferd für die Winternächte, eine große Matschwiese oder genügend große Ausläufe mit Rauhfutterangebot für die Wintertage (ebenfalls in Kleingruppen!) für wesentlich besser. "So viel wie möglich draußen" sollte dabei die Devise sein, also die hellen Tagesstunden. Im Frühling, Sommer, Herbst 24/7 "Freigang", auf großen, interessanten Weiden mit Schatten spendenden Bäumen und mit der Möglichkeit, die Pferde bei großer Hitze oder bei Insektenplage auch mal tagsüber stundenweise aufzustallen. Auf solchen Weiden kann man dann bei Bedarf auch zufüttern.

    Dem ganzen Paddocktrail- Gedöns stehe ich skeptisch gegenüber. Wie gesagt: Für gängige Pensionsställe! Und in jedem Fall ist es besser als 24h Einzelhaft in der dunklen Tiefbox!!! Dennoch: Es mag funktionieren, aber wenn man schon die Pferde mit Hufschutz ausstatten muss, weil sie sich auf den stark abrasiven Pfaden die Hufe völlig platt laufen, komme ich ins Grübeln. Dabei sehe ich nicht das Maß an Bewegung als kritisch an, sondern die suboptimalen Böden, sowie das Maß an Stress, weil die Pferde doch in irgendeiner Weise räumlich stark eingegrenzt und unnatürlich dicht gedrängt werden oder ständig durch Engpässe müssen.

    Wir basteln hier auch seit Jahren an unserem Offenstall und es ist wirklich nicht einfach, allen Pferden gerecht zu werden und dabei noch die Bedürfnisse der Menschen mit zu berücksichtigen. Und sobald man nur eine kleine Sache verändert, kann sich das ganze System komplett umstrukturieren und man steht plötzlich vor Problemen, mit denen man zuvor niemals gerechnet hätte.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

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  • Ich find für mich als Pferdsnutzer eine Box ziemlich optimal (ich selber hab aber Offenstall mit Kopplehaltung kombiniert) und ja ich sehe die Fluktuation in Pensionställen als erschwerende Bedingung und grad bei den heutigen Nichtschlachtpferden den hohen Anteil an asozialen/unsozialen, nicht gruppenfähigen Pferden. Für rangnieder, alt oder vollgearbeitet (hier sinkt der Halterstress, weil keine 1000 Deckenrennerei benötigt) senkt Box deutlich den Stress.

    mfg Kirsten

  • Natürlich habt ihr Recht.

    Mein Traum wäre ein Paddocktrail mit innen liegender Weidefläche, verschiedenen Untergründen, gerne ein Hügel dabei und einen Wassergraben für die Pferde zum Hindurchgehen und Planschen und einem Unterstand. Immer wieder Bäume als Schattenspender und das in kleiner Gruppe (4-6 Tiere).

    Die Offenställe die in unserer Umgebung angeboten werden sind mir mit viel zu viel Pferden bestückt und das macht vielen Pferden großen Stress.

    Ich habe Dich in keiner Weise kritisieren wollen, denn ich kenne die Beschränkungen sowohl in Pensionsställen als auch in Eigenregie-Haltung - die sind dann von anderer Art. Meine eigene Haltung ist nicht am Optimum, aber ich arbeite daran:-; genau wie Du.


    Hier wird es wahrscheinlich nicht in Richtung Paddocktrail gehen, aber in jedem Fall möchte ich einen strukturierten Auslauf statt der üblichen Paddock-/Weidewüste.

  • Ich, bzw. meine Pferde, haben schon in sehr vielen unterschiedlichen Ställen/Weiden Erfahrungen gesammelt.

    Einen sehr wichtigen Punkt (wie schon genannt) finde ich die Herdenkonstellation, bzw. ob sich das Pferd schnell und entspannt integrieren kann und sich wohlfühlt.

    Da hilft nämlich der tollste Offenstall nichts, wenn das Pferd nur Stress hat.


    Einige Jahre lebte mein Pferd in einem fantastischen Paddocktrail. Ich hab es nicht gemessen, aber ich bin überzeugt, dass sie niemals 20 km am Tag gelaufen ist. Wer wirklich viel Bewegung hatte war ich.

    Am Tag des "Weidedienstes" war man jeweils 2,5 h unterwegs, um abzuäppeln, das Wasser am einen Ende aufzufüllen und die Heunetze am anderen. In der Zeit wär ich lieber geritten. Das war dann auch der Grund zu wechseln.

  • Alles gut. Fühle mich nicht angegriffen.

    Ich wollte nur sagen, dass die Ideale Pferdehaltung oft nicht möglich ist und man Kompromisse eingehen muss - fürs Pferd und oft auch für sich selbst.

    Ich finde es schon gut wenn man sich Gedanken macht wie man in seinem vorhandenen Rahmen das Beste für seine lieben Vierbeiner raus holt. Und da gibt es sicher unterschiedliche Ideale. Hinzu kommt, dass auch die Pferde unterschiedlich sind. Womit der Eine glücklich ist, kommt das nächste Pferd vielleicht gar nicht klar.

  • I

    Einige Jahre lebte mein Pferd in einem fantastischen Paddocktrail. Ich hab es nicht gemessen, aber ich bin überzeugt, dass sie niemals 20 km am Tag gelaufen ist. Wer wirklich viel Bewegung hatte war ich.

    Am Tag des "Weidedienstes" war man jeweils 2,5 h unterwegs, um abzuäppeln, das Wasser am einen Ende aufzufüllen und die Heunetze am anderen. In der Zeit wär ich lieber geritten. Das war dann auch der Grund zu wechseln.


    Genau das ist der Grund, warum es hier keinen Paddocktrail gibt - arbeitstechnisch hier nicht darstellbar, von anderen Dingen ganz zu schweigen.