Wanderfahrt-Neuling: welche Strecke ist vertretbar?

  • Hallo zusammen,

    ich bin momentan an der Planung zu meiner ersten Wanderfahrt im Zweispänner mit meinen Minis. Nun fehlt mir eigentlich nur noch die Information welche Strecke man hier realistisch verlangen kann wenn das Gelände völlig eben ist. Die Wege sind unterschiedlich - von Asphalt bis Waldweg. Hufschuhe haben beide auf allen 4en. Und im Notfall gibts immer noch Taxi für den Beifahrer und der holt dann den Hänger.

    Ansonsten laufen die Mädels regelmäßig 1-2 Std im Schritt, Trab und Galopp.

    Wenn noch Info´s fehlen sagt mir bitte Bescheid. Ansonsten freue ich mich über Antworten ;)

    klein - aber oho!

  • Wie viele Tage wollt ihr unterwegs sein? Bei längeren Touren kann man die Pferde unterwegs trainieren, d.h. man fängt mit vielleicht 20km Tagesleistung an und steigert dann nach der Kondition.
    Wenn nur 1 Tag geplant ist, kann man auch mal an die Grenzen gehen und eine längere Tagesleistung fordern.
    Wenn ihr über mehrere Tage von Anfang an eine höhere Leistung fordern wollt, solltet ihr schon mal halbe Tage üben.
    Mit Minis habe ich keine Erfahrung, denke aber, dass die nicht weniger leisten als Größere. Dennoch würde ich anraten, nicht mehr als 30 - 40 km pro Tag zu planen, wenn es erholsam bleiben soll. Es hängt auch von der Wegebeschaffenheit ab.
    Mit Hufschuhen würde ich so etwas nicht angehen. Die Gefahr, dass doch etwas scheuert oder die Gelenke fehlbelastet werden, es bei Ermüdung zum Streichen kommt, wäre mir zu groß.
    Wenn ihr nur 3-4 Tage unterwegs seid, würde ich barfuß laufen lassen, evtl, bei längeren Asphaltstrecken mal für eine Stunde Schuhe anziehen. Mit den Wanderreitpferden sind wir bis zu einer Woche ohne Hufschutz unterwegs, wenn mehr geplant ist, mit Kunststoffbeschlag.

  • Für den Anfang solltet Ihr um die 20 km Tagesleistung planen und dann gucken, wie gut die Minis damit klar kommen. Danach kann man dann langsam steigern, wobei ich mehr als 30 km schon sportlich finde. Beim Wanderfahren / Wanderreiten ist man normalerweise fast durchgehend im Schritt unterwegs, was beim Mini nicht so viele km/h macht.

    In unbekanntem Gelände kann man sich leicht mal verfahren und dann sind flott fünf Kilometer mehr auf dem Tacho als geplant, dafür sollte dann die Kondition noch reichen. Also nicht "auf dem letzten Sprit" unterwegs sein.

    Mit Schuhen habe ich noch nie Probleme gehabt, weder im Alltag noch auf Wandertouren. Waren kürzlich noch knapp 70 km in drei Tagen unterwegs inkl. 1000 HM allein rauf und die Schuhe haben bombig gehalten und nicht gescheuert. Passendes, gut sitzendes Schuhwerk ist die Voraussetzung. Gerade wenn die Ponys Hufschutz benötigen, würde ich niemals ohne losziehen und eine Belastungsrehe provozieren.

    Suns always shine :)

  • Für den Anfang solltet Ihr um die 20 km Tagesleistung planen und dann gucken, wie gut die Minis damit klar kommen. Danach kann man dann langsam steigern, wobei ich mehr als 30 km schon sportlich finde. Beim Wanderfahren / Wanderreiten ist man normalerweise fast durchgehend im Schritt unterwegs, was beim Mini nicht so viele km/h macht.

    In unbekanntem Gelände kann man sich leicht mal verfahren und dann sind flott fünf Kilometer mehr auf dem Tacho als geplant, dafür sollte dann die Kondition noch reichen. Also nicht "auf dem letzten Sprit" unterwegs sein.

    Mit Schuhen habe ich noch nie Probleme gehabt, weder im Alltag noch auf Wandertouren. Waren kürzlich noch knapp 70 km in drei Tagen unterwegs inkl. 1000 HM allein rauf und die Schuhe haben bombig gehalten und nicht gescheuert. Passendes, gut sitzendes Schuhwerk ist die Voraussetzung. Gerade wenn die Ponys Hufschutz benötigen, würde ich niemals ohne losziehen und eine Belastungsrehe provozieren.

    Im Ernst? Wir waren immer flott unterwegs, im Trab und auch mal im Galopp. Natürlich gibt es auch viel Schritt- und Führstrecken, aber überwiegend Schritt bedeutet auch länger unterwegs zu sein. Das ist sehr ermüdend für die Pferde. Ich denke, ob das mit den Hufschuhen geht, hängt sehr von korrekter Hufstellung ab.

  • Ja, ist mein Ernst, Wanderreiten / Fahren ist ja kein Distanzrennen ;)


    Korrekte Hufstellung setze ich genauso voraus wie passendes Schuhwerk. Wenn die Stellung falsch ist , hilft auch kein Eisen. Dann ist die Belastung nur nicht im Hufbereich, sondern in den Gelenken darüber.

    Suns always shine :)

  • Wanderreittechnisch waren wir viel unterwegs, davon - je nach Strecke - größtenteils im Schritt, ab und an mal Trab. Davon viel gelaufen, meistens 1h geritten, 1h gelaufen usw. 30km halte ich für realistisch, mehr würde ich nur planen, wenn ich die Strecke gut kenne. Sonst macht es schnell keinen Spaß mehr, Mehrkilometer bekommt man schneller zam als einem lieb ist. Unser Maximum waren an einem Tag 55km und da hatte keiner mehr Bock. Da haben wir aber auch für eine Alpenüberquerung trainiert, dass hatte nicht mehr so viel mit entspannt Wanderreiten zu tun.


    Also je nach hhm, bei flacher Strecke 30km, bei vielen hhm gerne nur die Hälfte, wobei wir da Wege gegangen sind, die mit Kutsche nie im Leben funktionieren würden.

    Und wenn schon...

  • Hallo Nalica,

    Da ich auch ein Wanderfahrabzeichen besitze kann ich dir, aus der Sicht des Wanderfahrers was dazu sagen.

    grundsätzlich hängt die zu fahrende Strecke von mehreren Faktoren ab. folgendes ist dabei zu berücksichtigen ;Trainingszustand der Pferde; zu transportierendes Gewicht; die Strecke flach oder steil bzw hügelig auch das Wetter,die geplante Gesamtstrecke Tagesfahrt oder mehrwöchige Fahrt etc.

    So kann es sein das in berigem Gelände mit entsprechenden Steigungen und GEFÄLLE nicht mehr als 5 - 10 km pro Tag zu fahren ist während im hügeligen oder Flachland durchaus mehr also 30 - 50 km zu fahren sind. abhängig ist auch ob es sich um Tagestouren also Wochendtouren handelt.Wobei bei längeren Fahrten mit kürzeren Strecken ca 30 km begonnen wird und man sich langsam steigern kann bis zu 50 km Tagesleistung.

    also ich wollte dir nur vermitteln das es keine verbindliche Streckenangabe geben kann. Als grober Richtwert sind die 30 km schon okay! Das gleiche gilt auch im Grundsatz fürs Wanderreiten.

  • Beim Wanderfahren ist man ja nicht auf der Flucht?☹️.

    Der Weg ist das Ziel.

    Abgedroschener Spruch, aber er trifft’s doch immer.

    Und wenn man früher am Ziel ist, kann man Land und Leute kennenlernen, die man auf der Strecke verpasst hat.

    Das fanden wir immer besonders schön.

    Ich habe, als wir noch Wanderfahrten und Ritte gemacht haben, die Pferde jeden 2. Tag bewegt, große Strecken im Trab, Berge im Schritt und lockerer Galopp auf der Ebene, wenn ich reitend unterwegs war.

    Schwitzen dürfen sie, klatschnass sein, nicht.


    Auf der Wanderfahrt dann Trab und Schritt. Und die Beifahrer dürfen auch mal absteigen und laufen. Durch die Ortschaften immer im Schritt, damit wir auch in die Gärten schauen können.

    Was mich immer erstaunt hat, wenn wir mit der Kutsche unterwegs waren, waren die Leute total nett, reitend habe ich das nicht so empfunden.

  • Sind es richtige minis?

    welche größe haben sie denn?


    mein 110 cm shetty geht bei wanderfahrten max 30 km am tag, mit den andern größeren pferden zusammen.


    35-45 km am tag sind im buch auf +/-165cm "gulasch" gerechnet. nicht für minis.


    wir haben beim Wanden ohne pferde einen dackelgroßen hund dabei- der läuft lieber 30 km mit als in seiner karre zu fahren.

    gut ist das allerdings nicht für ihn. daher wird er mittlerweile bei km 10 zwangseingewiesen oder abgohlt.


    ich würde gerne mehr von dir und deinem wanderfahren lesen.

    habe selbst auch schon 2000 km mit meiner maus wandergefahren.

    Images

    und ich bin keine "karteileiche" ;-) nur manchmal länger beim shetty


    Mit Tieren kann man reden,sind ja keine Menschen (Adriano Celentano).

    Edited once, last by rala ().

  • ich denk es soll ja Spaß machen, da wär mir kürzere Tour und dafür abends nochmal an See oder Eisdiele wesentlich lieber. Zur Zeit unserer großen Touren ging es immer darum möglichst schnell zum Ziel zu kommen, meistens 28-40 km gegen die Uhr, also 10km/h bei 1,3-1,4fachem Eigengewicht dran mit Hügels in 3,5-4 h gelaufen...schön ist definfitv anders und mit Urlaub war das nu eher nicht zu vergleichen, trotzdem eine gute Zeit gewesen. Wir sind immer 30-40 km zu einem Event hin , dann Event und tagsdrauf retour, also Sa abend hin, so ofahrt in Pusemuckel, mo abend/nacht retour. ich hab aber 1,10 m Shetten und nix mini und angenehm entspannend und schön wäre doppelte Zeit für die Fahrstrecke gewesen, also morgens mal 2-3 Stündle und abends nochmal 3-4 h....mfg Kirsten

  • wir planen idR mit um die 25km ...und meist sinds abends dann doch wieder 30. bis 36 war schon alles dabei und wir wiohnen doch relativ hügelig.

    ich gucke, was ich selbst im zweifel zu fuß laufen kann, dass der Isi seinen 50kg Sulky plus gepäck zu Fuß bewegt bekommt, stell ich trotz seiner 26 jahre nicht groß in frage). Auch das meist mitlaufene Minishetty von 86cm hat sich bislang nicht über unsere strecken beschwert, auch der läuft mit sulky und fahrer drauf, auch dieser fahrer hat wenig probleme damit, auf sehr steilen passagen zu führen.


    ist beim zweispänner evtl nicht ganz so einfach umzusetzen.


    hast du nen Tacho an der Kutsch? Bei uns hat sich zwei Stunden fahren, 30-60min Pause (je nach Gelände, Futterangebot, Wetter, Laune) im wechsel ganz gut bewährt. wenn du weißt, was du so in zwei stunden schaffst, könnte auch das ein netter anhaltspunkt sein, was die kilometerleistung angeht.


    ansonsten: erste wanderfahrt als mini-fahrt planen und dann ausdehnen. meine erste Tour waren 21km hin, 24 km am folgetag zurück, unterwegs viiiiele grasepausen, selbst im gras gelegen und einfach entspannt. URLAUB!!! - und ich war ganz stolz, dass wir das geschafft hatten. bis mich eine befreundete Distanzreiterin fragte: und was hast du den restlichen Tag gemacht? ich mein, da warst du doch nach zwei Stunden am ziel??

  • Hier hänge ich mich doch mal an, ich habe geplant, dieses Jahr mal die ersten Touren zu starten, ob im Einspänner oder Zweispänner mal sehen, aber vermutlich erst zum Herbst hin. Geplant sind so 25km/Tag über meine Reitlehrerin rein in den Spreewald und zurück. Einfach mal langsam ranpirschen.


    Hat hier jemand für so eine Tour mal seinen eigentlich Barhufer mit Duplos versorgt? Oder Kunststoffklebeeisen? Glaube, mein Spanier hätte dann trotz toller Barhufe soviel Abrieb, das ist mir zuviel. Der andere läuft eh auf Eisen.


    Was haltet ihr denn

  • Wie viele Tagesstrecken sind geplant?
    Also meine Araber sind immer barhuf gegangen. Nur ür Wanderritte habe ich immer mit Kunststoff beschlagen. Ich habe reinen Kunststoff (keine Duplos) vorgezogen, weil der Hufmechanismus voll erhalten bleibt, die Gleiteigenschaften vergleichbar und das Gewicht minimal ist. Für die einmalige Aktion ist Nageln vertretbar. Kleben würde ich nur, wenn dauerhaft Hufschutz nötig wäre.
    Die Pferde sind prima damit klar gekommen. Auf jeden Fall Beschlagswerkzeug mitnehmen und euch einweisen lassen.

  • Ach so: Spreewald. Waren wir auch mal. Es war furchtbar mit Kriebelmücken für Mensch und Tier. Packt einen 5l-Kanister Fliegenschutz ein.

  • ich fahr wanderdfahrten mit hufschuhe und hatte kürzlich für ne woche urlaub auswärts mit kunststoffbeschlägen beklebt. gehen tut beides

  • kaidan : dann spreche ich mal mit meinem Schmied, was er da vorschlägt.

    Ja fliegendecken sind Pflicht, wir wohnen ja schon Grenze spreewald (OSL).

    Ich überlege ob ich erstmal testweise nur eine 2-Tages-tour mache und wenn das gut geht dann wären Heimat - Vetschau-Lübben-Luckau-heimat maximal geplant dieses Jahr. Immer so 20-25km/etappe

  • lungomare sagteoben:

    was ich selbst im zweifel zu fuß laufen kann

    >>>>also ich kann beurkundet 50km am stück laufen.hihi- mein pony sicher nicht!


    wir planen idR mit um die 25km ...und meist sinds abends dann doch wieder 30. bis 36

    >>>> für anstieg kannst du nochmal 1 km pro 100m anstieg dazu rechnen.


    hast du nen Tacho an der Kutsch?

    >>> reiterapp, gpsiesapp, oder iwatch können die strecke aufzeichen- tacho war gestern.


    befreundete Distanzreiterin fragte: und was hast du den restlichen Tag gemacht? ich mein, da warst du doch nach zwei Stunden am ziel??

    >>> genau bei einem 155cm araber wundert mich diese aussage nicht.

    riosin sagte oben:

    Hat hier jemand für so eine Tour mal seinen eigentlich Barhufer mit Duplos versorgt? Oder Kunststoffklebeeisen?

    >>TK horseschuhe sind top.pro schuh 125euro und brauchst du nur wenn es nötig ist somit halten die bis dein pferd nicht mehr geritten wird.


    foto auf ner wanderfahrt

  • aha. ja dann. ich finde tacho sehr praktisch, wenn ich mal eben schnell aufs tempo gucken will oder wissen will, wie weit wir bereits gefahren sind. jaa, langstrecke läuft dann auch das handynavi mit, aber daheim schalt ich nciht jedes mal den Tracker ein. dann bin ich doch gern "von gestern" :P


    und dass lauftier pferd ohne besondere last keine 50km schafft, wage ich mal zu bezweifeln. ich schribe das oben, weil ich teilweise den kompletten Tag mitlaufe - und meinem 26 jährige Pony durchaus zutraue, dass es eher weiter läuft, als ich. mit 40 km hab ich auch keine schmerzen.

  • Na ja, da hat die Distanzreiterin noch nie einen Wanderritt gemacht. Ich habe mit meinen VArabern beides betrieben und ich kann die sagen, zumindest für den Reiter ist eine gleiche Kilometerzahl zumindest für den Reiter wanderreitend viel anstrengender, eben weil man erheblich länger unterwegs ist.
    Wir waren immer mit voller Ausrüstung für mehrere Tage auf dem Pferd unterwegs.
    Beim Distanzritt ist die Strecke markiert, man hat nichts dabei. Da schruppt man 40km leicht in 2 Stunden runter. Wobei ca. 1 Stunde warmreiten ja auch noch dazu kommt.
    Auf dem Wanderritt fängt der Tag mit Packen an. Dann läßt man die Pferde sich langsam einlaufen. Wir haben nie Strecken vorher abgefahren, also geht auch viel Zeit mit der Orientierung im Gelände drauf. Gegebenenfalls Badepause oder lecker Mittag essen, etwas Gegend gucken, mit Leuten reden. Trotzdem sind wir zwischendurch auch mal flott getrabt.