Wenn nur noch Beten hilft - oder der Fahresel ist immer zuverlässig

  • Ich habe diese kleine Anekdote auf Anregung von Drosendorfer in einen eigenen Beitrag verschoben.

    Auch Esel haben ihre weißen Kaninchen. Eines davon heißt: Lieber vom LKW überrollt werden als auf etwas Metallisches, wie Gullidecke oder Abdeckbleche zu treten.

    Aber gerade dieses weiße Kaninchen hat mich mit Bennie seinerzeit mal gerettet - vor Blamage oder Schlimmerem.

    Lachen erlaubt; Kritik muss nicht, bei dieser Geschichte, die gut 30 Jahre zurück liegt.

    Mein Benny lief brav vor dem ungebremsten kleinen Tafelwagen - ohne Hintergeschirr (Was ist das?) - Bei uns ist ja alles mehr oder weniger flach. - Alles?

    Da ist ein Berg , der heißt Hoher Timp in Sichtweite meines Grundstücks. Am Berg gab es ein Loch, entstanden durch Kiesabbau. Und weil man in der DDR alles gebrauchen konnte, fand sich auch eine Nachnutzung für das Loch - als Müllkippe. Entrümpelung war dran. Also Eselchen eingespannt, Gerümpel aufgeladen, Mutter dazu und auf ging es. Rauf den Berg, abgeladen, runter den Berg.

    Ihr ahnt, was kommt. ich dachte, das bisschen Wagen hält Eselchen mit der Schere. - tat er nicht. Der Wagen schob, Eselchen trabte, galoppierte. Beim Versuch, ihn zu "zügeln" fiel auch noch das zusammengestümperte Kopfstück auseinander.

    Jetzt ging es in Schussfahrt zwar nicht nach San Remo aber immerhin ins Dorf den Berg runter, Mutter hinten drauf. Ich betete nur noch, dass Eselchen wenigstens Spur hält und wir nicht im Graben oder der an der Böschung landen und umkippen.

    Es klingt sicher komisch aber meine Angst vor der Blamage war ungleich größer, als die zu verunfallen. Die Aussicht, unter dem Feixen der Bauern die Kurve nicht zu kriegen und direkt in den Dorfkrug zu scheppern ..., für lange Zeit Dorfgespräch zu werden...

    Das Dorf kam - und damit das nächste Problem. Die Straße kreuzte die mit Metallgittern abgedeckte Unterführung des Straßengrabens der Dorfstraße. Schon auf der Hinfahrt hatte ich meine liebe Not, Bennie darüber zu zwingen.

    In meinem Kopf liefen Filmfetzen ab: Wird Bennie uns links oder rechts der gedeckten Rinne mitten im Dorf in den Graben kippen - unter dem Gelächter der Dörfler?


    Das Blech kam - und Bennie zog die Vierbeinbremse. Da rüber? - Alleine? - Niemals. Eselchen stand. Ich guckte mich vorsichtig um. Niemand hatte uns gesehen und es bleib mir erspart, auf Jahre die Lachnummer des Dorfes zu werden.

  • ^^^^^^

    Ich liebe solche (alten) Geschichten!

    Zum Glück ist nichts passiert, aber gerade über solche Geschichten kann man später am besten lachen...

    Edited 2 times, last by Kibu ().

  • ganz ohne Beten:

    Ihr wißt ich fahr ehr mit Rindern, wir sind also unterwegs um im Nachbarort eine Ladung Karotten abzuholen. Das Team im Joch mit einem alten, hölzernen Ackerwagen, so einen den man mit wenigen Handgriffen zerlegen und zusammen bauen kann damit er in der Scheune keinen Platz wegnimmt. Schon lange stört mich der Lärm, die eisenbereiften Räder gehen ja noch, aber die Bretter scheppern, klappern und krachen. Wir haben also vorher ein bißchen nachgedacht und einen Teil der Bretter zusammengeschraubt. Es ist ein heißer Tag und das Team ist mit mir auf dem Rückweg, 2 Schaufeln voll vom Hoflader haben den Wagen bis zum Rand mit Karotten gefüllt. Wie immer laufe ich voran und meditiere so vor mich hin. Meine Rinder kennen die Strecke, also reden wir ned viel. Toll, denke ich, das hat was gebracht mit den Brettern. Es ist kaum noch was zu hören. Warum uns das nicht ehr eingefallen ist? Dauernd dieser Lärm! Prima Idee! Naja, das Gewicht der Karotten lastet jetzt auch auf den Brettern. Richtig gut, daß der Wagen bis oben voll ist. Ganz leise ist er so. Man hört fast gar nichts mehr von ihm. Herrlich diese Ruhe. Man hört wirklich nicht´s mehr von ihm. Gar nicht's. Gar nichts?? Hä?? Ich dreh mich um und sehe mein Team wie es hinter mir her läuft, ohne Wagen, und die Luft anhält damit ich auch ja nicht merke, daß wir den Anhang so etwa 1km weiter hinten verloren haben. Die Rinder, die mich sonst auf jede Kleinigkeit deutlich hinweisen, haben nichts gesagt, als der Karabiner aufging und der Wagen einfach zurückblieb.

    Glück im Unglück: die Strecke ist absolut eben, das gute Stück stand da, mitten auf dem Weg und hat gewartet bis wir wieder zurück waren und neu eingewiedet uns wieder auf den Heimweg machten.

    Was ich gelernt hab?

    Es schadet nix, ab und an einen Blick nach hinten zu werfen ...

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    Es ist keine Option, den Nazis und Völkischen nun einfach das Feld zu überlassen, weil sie gewaltvoller sind. Es ist auch keine Option, sie zu umwerben und zu verharmlosen und dann jedes Mal wieder überrascht zu sein, wenn sie schießen. Max Czollek 2019

  • Wie ist der festgemacht, dass man den Wagen einfach so verlieren kann?
    Richtige Schlitzohren.

  • Wie ist der festgemacht, dass man den Wagen einfach so verlieren kann?

    beim amerikanischen Halsjoch funktioniert kein Jochnagel, es war ein Feuerwehrkarabiner; jetzt ist da zusätzlich eine Kette ... und alle nasenlang mein Blick

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    Es ist keine Option, den Nazis und Völkischen nun einfach das Feld zu überlassen, weil sie gewaltvoller sind. Es ist auch keine Option, sie zu umwerben und zu verharmlosen und dann jedes Mal wieder überrascht zu sein, wenn sie schießen. Max Czollek 2019