Zwei mal zwei - und ein Schloß dabei ...

  • Und so eine Reise machen wir fast jede Woche, bieten unsere Gespanne auch für Selbstfahrer an. Hier in Oberbayern haben wir das Glück, schon von der Geschichte und der Siedlungsweise her fast unendlich viele Wege, Feldwege, Forstwege zur Verfügung zu haben und diese nach der Bayrischen Verfassung und dem Bayr. Naturschutzgesetz auch befahren zu können. Dazu finden sich in den Dörfern, wo wir übernachten, immer noch genügend Höfe, z.T. mit aufgelassenen Kuhställen, wo wir mit den Pferden übernachten können. Für Futter sorgt entweder der Stallbesitzer oder wir liefern es vorher aus. So gut wie nie sind wir in Reitställen mit Boxen,


    Natürlich müssen die Pferde dafür auch Anbindehaltung gewohnt sein, das ist leider etwas, wofür sich immer weniger Pferdebesitzer begeistern können; ich halte das für einen wichtigen Teil der Pferderziehung.


    Dass wir uns hier recht verstehen: Naürlich ist Boxenhaltung oder auch Offenstallhaltung die artgerechte Lösung; doch sollten Pferde auch gelernt haben, mal ein oder zwei Nächte angebunden zu stehen. (Was nach 50 Km Tagesleistung sicher auch leicht fällt)).


    A. Nemitz

    A. Nemitz

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  • Eine Frage am Rande: Wie übt man die Anbindehaltung am Besten? Einfach mal in der Box über Nacht anbinden? Gibt es da irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen, wie lang, wie hoch etc. , am Halfter, oder Halsriemen? Man hat ja schon oft davon gehört, daß sich Pferde am Halfter verfangen haben und elendiglich gestorben sind.
    Gruß FRITZ

  • Ich kenne das mit Halfter und einem Strick, mit Holzklotz dran als Gewicht, der durch einen Ring läuft. Durch das Gewicht bleibt der Strick straff, kann das Pferd nicht darüber treten.

  • Warum über Nacht ? Das würd ich erstmal tagsüber probieren , es sei denn das Pferd ist nachts überwacht über Kamera .

    Ist es eigentlich noch erlaubt vom Gesetz her ? Ich hab aber kein Problem damit wenn Pferde die viel arbeiten da mal angebunden werden .

    Zum anbinden nimmt man Holzkugeln die am Ende des Anbindestricks verknotet sind , der Strick läuft durch einen (festen ) Ring , ca auf Buggelenkshöhe , die Kugel hält den Strick auf Spannung . So ist das Verfangen mit dem Bein oder dem Kopf nicht unmöglich , aber die Gefahr doch deutlich gesenkt .


    Für ein oder zwei Pferde würde ich einen mobilen Weidezaun aufstellen , auch das müssen die Pferde gewöhnt sein , anderenfalls hat man ein sehr müdes Pferd am nächsten Tag .

  • ich hab jahrelang die Pony beim Umkoppeln an Bäume gebunden je nach Situation bis 4 h mit Flugverkehr...

    Dann früher als die Arbeiter alle noch keinen FS hatten, immer das Shette im Taxiverkehr so bis zu 4 h mit Kutsche an li+re Doppelpfahl.

    So 2-3 h müssen meine auch heut öfter mal wo rumstehen, was die aber die bishe rohne Magengeschqwürd und Stress gut überlebt haben. Bisher auf Veranstaltungen hatten wir immer die 3 an die Heckklappe gebunden, ich persönlich find das für die Tiere deutlich stressfreier als ein E-Paddock, aber ich wart enur noch drauf das das Ärger gibt, dass E-Paddock ist bereits mit dabei, aufbauen tue ich das nur bei Zuviel Mensch damit die Tiere ihre Ruhe haben, angebunden bleiben die in unbekannter Umgebung trotzdem.

    mfg Kirsten

  • Das würd ich erstmal tagsüber probieren ,


    Für ein oder zwei Pferde würde ich einen mobilen Weidezaun aufstellen ,

    Natürlich übt man das bei den ersten Malen am Tage unter Aufsicht.


    Den mobilen Weidezaun mag nicht jeder Gastgeber in seinem Garten.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

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  • was die aber die bishe rohne Magengeschqwürd und Stress gut überlebt haben.

    das weisst du warum so genau ? Macht du hernach immer eine Magenspiegelung ?


    Sowas kann sehr lange unentdeckt sein , viele Pferde laufen haben sowas ständig und keiner merkt es .

    Schwer bzw aufwendig festzustellen , im Grunde nur mit Spiegelung .

    Auch die Therapie ist sehr teuer und dauert lange .

    Aber das weisst du ja als Dr.med.vet.

  • Da hast recht, man sieht nur vor und nicht rein, aber wenn ich permanent tief entspannt stehende schlafende Pony seh, die weder vermehrt gähnen noch sonst irgendwie sich auffällig Richtung Magen verhalten, dann nehm ich einfach mal an das da nichts ist. mfg Kirsten

  • Das mit der Kugel am Ende des Stricks der durch einen Ring an der Wand führt kenne ich, z.B. aus ungar. Gestüten. Ich bezweifle aber, ob bei der angesprochenen Unterbringung bei ehem. Bauern das im Stall vorhanden ist. Kann sich ein derart angebundenes Pferd nachts hinlegen? Es ist m.E. auch ein grosser Unterschied, ob ich das Pferd für ein paar Stunden anbinde oder eben unbeaufsichtigt eine ganze Nacht.

    Gruß FRITZ

  • Ich hatte noch über 15 Jahre Pferde angebunden im Ständer stehen. Sowohl mit Halfter, aber überwiegend mit Halsriemen und eher langer Kette. Und ja, die haben sich auch mal rum gedreht und sind dabei mit einem Vorderbein über die Anbindekette gestiegen. Die haben aber sehr schnell gelernt, wie es auch wieder rückwärts geht ...

    Man sollte da auch nicht gleich in Hysterie verfallen und meinen das arme Pferde käme zu Schaden wenn ...

    Ich würde aber auch nicht jedes Pferd in einem Ständer anbinden und schon gar nicht unbeobachtet sich selbst überlassen. Bei so bekloppten Rassböcken da kann man nie wissen was da eine/r so anstellt, wenn er/sie sich in eine gewisse "Zwangssituation" verfängt ... ???

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)