Einschläfern oder ????

  • Ich greife hier einfach mal das Thema auf ,

    weil ich dieses Jahr auch vor der Frage stehe was das Beste für meine 2 Pferde ist .

    Pferd alt und Pony krank ,beide werden dieses Jahr "gehen " müßen .

    Bisher hatte ich mit Einschläfern bei Pferden,Hunden und Katzen kein Problem,

    es ging immer sehr schnell .

    Denke mal das ist oft der eigene Kopf der sich zu viele Gedanken darum macht.

    Man / frau möchte halt das "Beste " für sein Tier.

    Dem Tier dürfte es egal sein .

    Tiere leben im Jetzt und denken nicht an morgen oder den Tod .


    Das einzige das ich mir nie vorstellen könnte wäre meine Tiere wegzugeben :

    "In gute Hände, unreitbar , soll noch ein schönes Leben haben "ect. wie es halt in sooo vielen Anzeigen steht .

    Das ist nur ein verschieben oft für das eigene Gewissen und das Tier leidet meistens darunter mM.

  • ob Einschläfern oder erschiessen ist eine persönliche Ansichtssache, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Dies gehört schon in die Überlegung bei der Anschaffung eines Tieres, genauso wie der TA normalerweise bei der Medikation fragen sollte, ob das Tier für die Schlachtung, weiter Verwendung, vorgesehen wird.

    ist eine gern aufgeschobene Überlegung, aber sie kann urplötzlich kommen.

    :thumbsup: Freude ist da, wo auch Pferde sich wohlfühlen


    HeiBo

  • Ich denk bei Pferd ist es ein Abwägen der Gesamtsituation: Sobald der Kreislauf belastet ist zb Hochsommer, würd ich immer den Schuß wählen. Pferd sind ja mit dem Menschen vertraut und ausgebildet, da ist das korrekte Ansetzen eines Bolzenschußapparates kein Thema normalerweise. Bis jetzt hab ich bei Pferd Abweichungen von der optimalsten Schußstelle nur im Bereich von maximal 1, 5 cm gefunden. Deshalb geht das Tier idr wie gefällt zu Boden, jetzt kommt der unschöne Teil für den Besitzer, wie fällt es? meistens frontal aufs Gesicht und dann zur Seite bißle kann man den Sturz noch am Halfter beeinflußen, so dass Pferd im Optimalfall platt auf der rechten Seite liegt und man nun gut stechen kann, dabei wird mit scharfen Messer auf höhe Buggelenk ungefähr 10 cm lang in der Drosselrinne der Hals eröffnet und das Blut wird mit relativ hohem Druck aus dem Körper gepumpt (Pferd hat 7% des KGW als Blut, also 20-50 l je nach Größe). Optimal ist nach bereits 30 Sekunden ab Stich soviel Blut draußen, dass der Tod eintritt, wobei der Körper durchaus noch 5 Minuten "gefährlich" aufgrund von Muskelzuckungen bleiben kann. Der Schuß betäubt nur, es ist durchaus möglich, dass ein "nur" geschossenes Tier später nochmal hochkommt, weil die Atemfunktion nicht dauerhaft aussetzt (theoretisch schießt man durch die Schädeldecke ins Atemzentrum). Beim Stechen kommt beim Pferd sozusagen negativ hinzu, dass man ja auf Kopple oder so schießt und idr nicht die Möglichkeit hat auf grund der Tiergröße dieses nach Stich korrekt aufzuhängen um einen möglichst schnelle und komplette Ausblutung zu erreichen, deshalb sollte der Stich gut sitzen. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit mit Lanze zu stechen, dh es wird nach Schuß kurz geschnitten, das Blut jedoch im rausströmen von der Lanze komplett aufgefangen und gleichzeitig auch rausgesaugt. Ist also sauber und erhöht die Sicherheit.


    Beim EInschläfern wird das Tier zuerst betäubt, was ich via Medikamentengabe relativ gut steuern kann, dh im Optimalfall legt sich das Tier noch relativ kontrolliert und langsam selber ab um dann via Medigabe immer tiefer einzuschlafen. Nun wird das Medikament gewechselt und zwar auf Embutramid und dieses wird schnell und im Schuß in die Vene gedrückt. Normalerweise wird vorm Einschläfern eine Braunüle in die Drosselvene gesetzt und über die ist idr eine problemlose sichere Medikamentengabe möglich. Tierärztliche Erfahrung wird bei der Anfangsbetäubung benötigt, dass das Tier noch kontrolliert sich ablegen kann.

    Und hier liegt nu die Kruks des Verfahrens beim Pferd (bei Hund oder Katz hab ich sowas bisher nicht in dieser Form erlebt), als Lauftier ist das Herzkreislaufsystem im Stand/Schritt sozusagen in Ruhe. Das Medikament ist jedoch stark venenreizend logisch: es soll ja ein dauerhaftes Aussetzen der Herzfunktion bewirken. Wenn nun also das Medikament zuerst die Vene zersetzt bevor es im Herz ankommt, dann werden die Schmerzen für das Tier so stark sein, dass die Betäubung überdeckt wird und es unschön und gefährlich für alle Beteiligten wird und es bleibt zu hoffen, dass der TA unerschrocken genug ist um reichlichst nachzudosieren egal was. ich bin schon eine Weile raus aus dem Metier, kann sein, dass es neue andere Medikamente gibt, aber auch da wird es ab und an Fälle geben, wo die Herzleistung nicht ausreicht um das Medikament rechtzeitig an seinen Wirkort zu transportieren.


    Mich haben viele angeschrieben, weil sie für ihre Tiere ein Schießen bevorzugen würden, sich der TA aber weigert. Der weigert sich nicht ohne Grund, weil es Stechen Können/Kaltblütigkeit erfordert, der bessere Ansprechpartner dafür ist der Kopfschlächter/Metzger, der optimalerweise im Schlachthof mit Großvieh arbeitet. Wie es heutzutage mit der rechtlichen Seite genau aussieht bin ich leider überfragt, da wär es gut, wenn hier nochmal jemand anderes diese Seite betrachten könnte. Tatsache ist jedoch, dass nur noch ein sehr sehr geringer Anteil Pferd heut schlachtbar ist laut Paß, bei Pony liegt der Anteil deutlich <10%, dh reguläres Schlachten dürfte bald komplett wegfallen. Viele Pensionsställe nehmen nur noch Nichtschlachtpferde auf, weil sonst ja der Stallbesitzer ein völlig untragbares Risiko auf sich nimmt. Wir konnten früher mit den Tieren ganz "normal" in den Schlachthof laufen, selber den Kopf halten beim Schuß und der Körper wurde noch sinnig entsorgt. Ich schätz sowas ist heut nicht mehr möglich.


    mfg Kirsten

    Edited once, last by Bennyblue ().

  • Unser TA sagt, wenn das Pferd noch laufen kann, ab zum Schlachter (ein TA verdient normalerweise damit auch Geld). Das wäre für das Pferd die sanfteste Lösung.

    Schießen anderswo ist hier nicht üblich.

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Jeverson, du besitzt ein KB, wo es Schlachten noch am ehesten auch heut möglich ist.


    Bei einem Ponywert von 30,- -80,-€ wird kein Paß (Paßerstellungskosten bis 80,-€!!) in time ausgestellt--->Pony sind heutzutage nur noch in Ausnahmefällen schlachtbar.


    Reitpferd stehen in Pensionställen, dort werden idr nur Nichtschlachttiere aufgenommen, weil der Stallbetreiber haftet, wenn der Tierbesitzer unerlaubterweise Medikamente einsetzt. Welcher Stallbetreiber kann dies bei zb 50 Einstellern kontrollieren???


    mfg Kirsten

  • Ebutramid

    T61 heißt im übrigen Embutramid und nicht Ebutramid (wird in dubiosen Foren häufig falsch geschrieben und deshalb sollte man sein Wissen nicht im Internet zusammensuchen ) und wird für Pferde (hoffentlich) von keinem richtigen Tierarzt mehr eingesetzt. Ein Tierarzt sollte übrigens Begriffe wie Sedierung, Narkose und Betäubung ( Lokalanästhesie ) auseinanderhalten können. Mir läuft gerade ein kalter Schauer über den Rücken wenn ich das hier so lese.


    Ein qualifizierter Tierarzt wird alleine aus Gründen der Unfallverhütung und zur Schonung der Nerven der Besitzer keine Sturzinjektion mehr machen, wie es früher einmal üblich war. Der Todeskampf kann dann u.U. mehrere Minuten dauern und ist nicht schön mit anzusehen. Eine verantwortungsvolle Euthanasie eines Pferdes läuft über eine Sedierung, dann Einleitung einer Narkose mit geregeltem Ablegen des Pferdes, vertiefen der Narkose und letztendlich Gabe der letalen Dosis des entsprechenden Euthanasiemittels. Das Pferd wacht aus einer sehr tiefen Narkose einfach nicht mehr auf. Der ganze Vorgang dauert ca. 15 min., geht ohne jeden Todeskampf und unschöne Bilder ab und ist auch für alte bzw. keislaufkranke Pferde sehr gut anzuwenden. Sucht euch einfach einen fähigen Tierarzt und besprecht das vorher mit Ihm. Die Kosten liegen bei ca. 300,-- € zzgl. der Gebühren für die Entsorgung ( die Entsorgung zahlt aber normalerweise die Tierseuchenkasse, bei der ja jedes Pferde gemeldet sein sollte).

  • drosendorfer

    Die Sache hat, neben der schon diskutierten Aspekten, noch eine praktische Seite. Wenn Du Dir sowohl Einschläfern als auch Schlachten grundsätzlich vorstellen kannst, solltest Du die Seite mit dem Schlachten praktisch vorab klären - haben Deine Schlachtpferdstatus und sind gesund, kannst Du sie theoretisch in den nächsten Schlachthof bringen (lassen). Falls nein, brauchst Du einen triftigen Grund für die Schlachtung - es läßt sich sicher einer finden - und Dein Schlachter braucht einen Ort zum Schlachten. In seinen Betriebsräumen darf er nur zur Schlachtung vorgesehene Tiere schlachten. Also bleibt in der Praxis Hof/Wiese, etc. Und die Blutlache. Und die Frage der "Entsorgung". Hast Du da zufriedenstellende Lösungen gefunden, brauchst Du noch einen zuverlässigen Schlachter, der zum gewünschten Zeitpunkt kommt.


    Hier habe ich das Glück, daß die Schlächterin gerade hinter dem nächsten Berg wohnt, ihr Handwerk versteht und im Zweifelsfall kommt. Wenn immer es irgendwie geht, werde ich schlachten bzw. töten lassen.


    Vorbereitung ist alles - im Akutfall wirst Du kaum Nerven und Kraft dazu haben.


    PS. "Nächster Schlachthof" - hier ist das zum Glück der Betrieb der Pferdeschlachterei, den ich von innen kenne und für gut befunden habe. In den nächsten EU-Schlachthof oder gar weiter käme bei mir kein Pferd, weil der letzte Weg nicht mit unnötigen Ängsten, Schmerzen und Streß beladen sein soll.

  • Ich bin mal so frei und nehme die von Bennyblue gestartete Konversation hier rein, da ich nicht hinter den Kulissen flüstern möchte:

    Aha, ein narkotisiertes Pferd legt sich also ab? Weißt, mir ist das nicht so wichtig die exakte Begriffsdefinition zwischen Sedierung, Betäubung und Narkose, aber dir, Heiliger Unfehlbarer sollte da auch kein Fehler passieren, schon gar nicht bei deinen insgesamt unhöflichen Tonfall. mfg Kirsten


    Ich habe geschrieben:

    dann Einleitung einer Narkose mit geregeltem Ablegen des Pferdes

    Offenbar fehlt doch jede tiermedizinische Grundbildung. Natürlich wird das Pferd bei der Einleitung der Narkose geregelt abgelegt. Die Sedierung ist eine Standnarkose. Ein Tierarzt sollte das doch aber alles Wissen, oder?


    Zum Tonfall:

    Ich glaube kaum das jemand der seit Jahren in diesem Forum in Kindersprache schreibt über ein abgeschlossenes Hochschulstudium inkl. Doktortitel verfügt. Sorry, aber meine Meinung!

  • Lawirant : glauben ist bekanntlich Kirchenrecht


    und Kirsten hat wenigsten den Arsch in der Hose zu beschreiben was abgeht in beiden Fällen


    und hier in meiner Gegend wird auch immer noch T61 genommen

    und auch hier in meinem Bundesland wird die Entsorgung nicht von der Tierseuchenkasse übernommen, sondern muss selber gezahlt werden


    so viel dazu

  • Ich sehe jetzt gar keine Vorteile im "vergiften" von Pferden. Der Schuss ist sofort wirksam und wenn das Pferd nicht zur Schlachtung (Lebensmittel oder Hundefutter) genutzt wird, ist ein entbluten auch nicht notwendig, da im Gegensatz zur elektrischen Betaeubung bei Schweinen und Schafen, der Schuss (mit Bolzen oder Kugel) endgueltig ist und sie nicht wieder zu Bewusstsein kommen.

    Bei uns haben die kleinen Schlachthaeuser keine Lizenz fuer Pferde, so werden die Pferde vielfach zu Hundefutter verarbeitet. Geschossen werden alle mit Kugel (.22 Mag), da nicht alle Pferde halfterfuehrig sind, und wie von Bennyblue beschrieben fallen sie vorwaerts und das steht man besser 2 Meter weg.

  • Das einzige das ich mir nie vorstellen könnte wäre meine Tiere wegzugeben :

    "In gute Hände, unreitbar , soll noch ein schönes Leben haben "ect. wie es halt in sooo vielen Anzeigen steht .

    Das ist nur ein verschieben oft für das eigene Gewissen und das Tier leidet meistens darunter mM.


    Rein aus Interesse an dieser interessanten Frage...


    Hältst Du es grundsätzlich für besser, Tiere, die eigentlich noch gut leben könnten, töten zu lassen aus Sorge um eine von Dir nicht mehr zu beeinflussende Zukunft? Wie ist da Deine Position?


    Da wäre auf einer Seite die Lebensfreude des betroffenen Tieres, auf der anderen Seite die realistische Einschätzung der Chancen, einen selbstlosen Halter zu finden, der genügend Mittel aufwendet, um ein eingeschränktes Tier ordentlich zu unterhalten. Ganz zu schweigen von der Frage, ob wir eigentlich berechtigt sind, über Tiere zu befinden als seien es Einrichtungsgegenstände.


    Freue mich auf Deine Meinung.

  • Ardennerin : Du hast zwar drossendorfer gefragt, aber ich habe hier in Kanada so meine Beobachtungen gemacht. Die meisten Kanadier wuerden nie Pferdefleisch essen und praktisch 100% des bankwuerdigen Pferdefleisch geht in den export. Viele Pferde die hier nicht gebraucht/gewollt sind stehen irgendwo herum in einem desolaten Zustand. Ich habe Pferde gesehen, deren ihre Hufe machten eine volle umdrehung.

    Das gleiche mit den ausgewilderten Pferden, die das Gras so tief abfressen, dass die Wapiti-Hirsche nichts zu fressen haben. Fuer Jahre wurde eine gewisse Zahl freigegeben zum Einfangen, welche dann zum Schlachthof gebracht wurden. Die Tierschuetzler haben dann einen Aufstand gemacht, und die Pferde wurden dann zur "Adoption" freigegeben, Die Pferde landeten am Schluss dann doch beim Schlachter weil Leute doch nicht mit den Pferden zurecht kamen. Auf ausgewilderten Schweinen hats ein Kopfgeld, auf Pferden nicht weil die eine ganze Armee von Armchairwarriors hinter sich haben, die alles emotinell, aber nichts logisch begruenden.


    Wer in der Meinung ist, der Mensch hat nicht das Recht ueber ein Leben eines Tieres zu entscheiden, der sollte auch keine halten und keine tierischen Erzeugnisse verwenden.

  • Hallo, hier meine Meinung zum Thema:


    Für mich ist der Gedanke uneträglich , dass mein geliebtes Pferd, das jahrelang für mich und mit mir gearbeitet hat nach dem Einschläfern mit einer Seilwinde in einen stinkenden LKW gezerrt wird und mit 5 aufgedunsenen Kühen, 15 blau angelaufenen Schweinen die vielleicht schon aufgeplatzt sind und was weiß ich noch für Tieren in der TBA in eine Grube gekippt wird.

    Da halte ich den Weg zu einem ordentlich arbeitenden Schlachter für den besseren. Das heißt für mich aber auch, das ich bis zur letzten Sekunde bei meinem Pferd bleibe, das bin ich ihm einfach schuldig. Das dazu natürlich die Eitragung im Pferdepass entsprechend sein muss ist klar.


    Götz

    Jeder Bayer braucht en Shire.....Und mancher Hesse auch!!!

  • Wir haben bis jetzt 2 eigene Pferde einschläfern lassen und unter den gegebenen Umständen würde ich wieder so handeln.


    Grundsätzlich glaube ich, dass schießen/schlachten schneller geht, weil das Gehirn zuerst ausgeschaltet ist und dann der Körper, beim einschläfern ist es genau anders herum. Wir haben eine sehr gute Tierärztin, der ich vertraue, kenne auch einen guten Metzger, der mittlerweile leider in Rente ist, der hier schon viele Pferde geschossen hat. Würde ich zum entsprechenden Zeitpunkt jemanden haben, dem ich vertraue und der schießt, würde ich den Weg vorziehen, muss aber ehrlich sagen, nach dem Schuss müsste ich gehen. Aber dann hätte das Pferd auch nichts mehr davon, dass ich bleibe. Weg fahren würde ich kein Pferd, das ist in meinen Augen unnötiger Stress, denn in den meisten Fällen ist der Schritt ja erst da, wenn schon deutliche Gebrechen vorliegen. Für uns ging dieser Weg allerdings nicht, weil es organisatorisch nicht funktioniert hat.


    Solange es geht, bleiben meine Pferde Schlachtpferde, um mir alle Wege offen zu halten. Müsste ich umtragen lassen, wäre das eben so.


    Wir sind jetzt 2x den Weg des Einschläferns gegangen und beim ersten mal hatte ich wirklich Angst davor, weil die Stute körperlich, abgesehen von einem Bein, was nicht mehr zu retten war, fit war und sie sich auch vom Kopf her noch nicht aufgegeben hatte. Aber ein Lauftier auf 3 Beinen geht einfach nicht. Unsere Tierärztin hat mir die Angst genommen und ihr Versprechen gehalten. Es gab keine schlimmen Bilder, sediert, Narkose, kontrolliert abgelegt, Narkose vertieft, das finale Mittel, ein tiefer Atemzug und es war vorbei. Bei der zweiten Stute, die wir letztes Jahr einschläfern mussten, weil sie einen Schlaganfall oder ähnliches hatte, lief es ähnlich ab, auch wenn das Ablegen länger gedauert hat. Beim zweiten Mal war ich ruhiger, weil ich wusste, was kommt und das Vertrauen in unsere Tierärztin hatte, dass sie es genauso macht wie bei meiner Stute 5 Jahre vorher. Und ich bin überzeugt, die Pferde merken ihren Menschen an, wenn sie ruhig sind und auf das vertrauen, was dann passiert. Deshalb mag ich nicht urteilen, was der bessere Weg ist, jeder so, wie er es für richtig hält. Ich weiß aber, dass ich bis zum Ende bei meinen Tieren bleibe, das haben sie verdient.


    Um die Frage von oben zu beantworten, nein, ich würde kein altes Pferd in eine ungewisse Zukunft schicken, das hat es nicht verdient. Genauso sieht es bei unserem Wallach aus, auch wenn er nicht alt ist, hat er bei den Vorbesitzern Unfälle verursacht und ist durch sein Auge eingeschränkt. Wir wissen das zu händeln, dadurch ist er weder eine Gefahr, doch ist er groß eingeschränkt, wir wissen aber auch, wie schnell es bei ihm umschlägt und gefährlich wird, wenn man nicht weiß damit umzugehen. Deshalb bleibt er bis zum Ende bei uns. Auch wenn das Ende hoffentlich nich viele viele Jahre hin ist, sind wir uns dem bewusst. Wir waren uns bei Anschaffung unserer Tiere klar, dass sie Lebensstellung bei uns haben, aber letztendlich wissen, was irgendwann mal kommt, kann keiner. Anders sieht es mit meiner Stute aus, die ist gesund, gefährdet niemanden, für die würde man ein gutes Zuhause finden ohne ihr oder jemand anderem gegenüber ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

  • Hältst Du es grundsätzlich für besser, Tiere, die eigentlich noch gut leben könnten, töten zu lassen aus Sorge um eine von Dir nicht mehr zu beeinflussende Zukunft? Wie ist da Deine Position?


    Da wäre auf einer Seite die Lebensfreude des betroffenen Tieres, auf der anderen Seite die realistische Einschätzung der Chancen, einen selbstlosen Halter zu finden, der genügend Mittel aufwendet, um ein eingeschränktes Tier ordentlich zu unterhalten.

    Meine Stute ist jetzt fast 30 Jahre und hat eine schöne ,lange Zeit gehabt.

    Wir haben sie als 2 jährige gekauft und in Eigenregie gehalten .

    Sie ist Nichtschlachter .


    Wenn der Halter nach Jahren selber nicht bereit ist seinem Pferd einen schönen Lebensabend zu geben,

    kann er das auch von niemand anders erwarten .

    Gibt es so viele "Selbstlose " oder suchen manche eben nur einen Dummen der sich um den nutzlosen Gaul kümmert ?

    Damit Platz und Geld für was Junges da ist .

    Kann auch sein das solche Pferde weiterverkauft werden oder in Verleihställen enden .

  • Für mich ist der Gedanke uneträglich , dass mein geliebtes Pferd, das jahrelang für mich und mit mir gearbeitet hat nach dem Einschläfern mit einer Seilwinde in einen stinkenden LKW gezerrt wird und mit 5 aufgedunsenen Kühen, 15 blau angelaufenen Schweinen die vielleicht schon aufgeplatzt sind und was weiß ich noch für Tieren in der TBA in eine Grube gekippt wird.

    Ja , das ist aber Menschlich gedacht und dem Pferd egal.

    Ich war immer beim Einschläfern dabei und mein Mann war dann beim Abtransport dabei .

    Hier wird das nicht mit Seilwinde gemacht ,sondern Pferd wird auf eine Plattform gerollt

    die dann hochgefahren , ob und was da schon auf dem LKW ist sieht man nicht .

  • Ich habe schon Pferde im Schlachthof schlachten lassen und auch zuhause einschläfern lassen. Die Pferde im Schlachthof (1x Ataxie, einmal unbeherrschbare Angst/hätte laut Linda Tellington-Jones schon 5 Jahre früher sterben müssen) sind dort in Ruhe aufgenommen worden, ohne Angst in den Schlachtraum gegangen, sind nach dem Bolzenschuss auf die Seite gefallen und ich habe danach den Raum verlassen. Alles ganz in Ruhe und mit freundlichen Schlachtern.

    Beim Einschläfern habe ich es 2x erlebt, dass es eine halbe Stunde dauerte und die Pferde erst nach weiteren Spritzen u.a. ins Herz sterben konnten. Beide Male ist keine Sedierung erfolgt, wie ich es kenne, sondern die Pferde stürzten vor und hatten, obwohl ich es beim zweiten Mal gewünscht habe, keine Infusion zum Nachspritzen. Da mir Menschen erzählt haben, was sie alles mitbekommen haben, als sie bewusstlos auf der Intensivstation lagen, war es für mich fürchterlich.

    Aus dieser Erfahrung würde ich meine Pferde lieber schlachten lassen. Allerdings muss ich mir wegen meiner älteren Stute Gedanken zu diesem Thema machen, was ich mache, wenn sie nicht mehr transportfähig ist.

    Bei dem einen eingeschläferten Pferd mussten wir wegen Pfingsten im übrigen 4 Tage bei warmem Wetter auf den Abtransport warten und unser Stall ist direkt neben dem Wohnhaus.

  • Bei dem einen eingeschläferten Pferd mussten wir wegen Pfingsten im übrigen 4 Tage bei warmem Wetter auf den Abtransport warten und unser Stall ist direkt neben dem Wohnhaus.

    die Zeiten wo die Tierkörperbeseitigung die toten Tiere innerhalb von 24 Stunden abholen mußte (Seuchengefahr) sind vorbei; zum einen weil es idR inzwischen Monopol-Betriebe sind, zum anderen weil sich die Gesetzeslage geändert hat ...


    Meine Tiere gehen zum Metzger meines Vertrauens, der hat kein Schlachtband im Kreuz und alles muß schnell gehen, sondern der nimmt sich die Zeit für einen guten Ansatz des Bolzenschußgeräts. Ja, auch da bringt der Abschied Emotionen hoch, wäre schlimm wenn es nicht so wäre ...


    Sollte mein Tier nicht mehr transportfähig sein, würde ich es einschläfern.

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    Es ist keine Option, den Nazis und Völkischen nun einfach das Feld zu überlassen, weil sie gewaltvoller sind. Es ist auch keine Option, sie zu umwerben und zu verharmlosen und dann jedes Mal wieder überrascht zu sein, wenn sie schießen. Max Czollek 2019

  • IBeide Male ist keine Sedierung erfolgt, wie ich es kenne, sondern die Pferde stürzten vor und hatten, obwohl ich es beim zweiten Mal gewünscht habe, keine Infusion zum Nachspritzen. Da mir Menschen erzählt haben, was sie alles mitbekommen haben, als sie bewusstlos auf der Intensivstation lagen, war es für mich fürchterlich.

    Ich habe bisher glücklicherweise noch kein Pferd einschläfern lassen müssen. Allerdings ein Schaf - und auch da: T61 ins Herz, ohne weitere Umstände. Ich bin nicht gefragt worden und hätte diesem Verfahren nie zugestimmt. Fürs nächste Mal bin ich gewarnt. Deshalb - Vorbereitung, Vorbereitung, Vorbereitung.


    Es gibt immer noch genug Dinge, die man dann nicht mehr beeinflussen kann.


    Rossknecht , drosendorfer

    Danke für eure Antworten zu meiner Frage.

  • und Kirsten hat wenigsten den Arsch in der Hose zu beschreiben was abgeht in beiden Fällen

    Und ich habe beschrieben wie eine verantwortungsvolle Euthanasie hier "abgeht". Das es offenbar bei Bennyblue ganz anders abgeht sollte einem vielleicht zu denken geben.


    Zum Thema schlachten: das kann ja jeder halten wie er will, aber ich kenne kaum ein Pferd das aus gesundheitlichen Gründen erlöst wurde, das nicht bis zum Stehkragen mit Phenylbutazon oder schlimmerem vollgepumpt war. Egal ob Schlachtpferd oder nicht und die Schlachter interessiert es einen Dreck, Hauptsache (wenn überhaupt nachgefragt wird) als Schlachtpferd eingetragen. Dann mal guten Appetit.