Militäranspannung

  • Hallo,

    möchte mal ein Bild aus der Heeresdienstvorschrift über die korrekte Lage des Brustblattgeschirrs 25 mit Umgang einstellen. Hier kann man genau die anatomisch richtige Lage von Brustblatt und Umgang sehen. Auch die einzelnen Teile des Brustblattgzeschirrs 25 sind gut zu erkennen.

  • Hallo Schwolli, bei dem Bild ist die Zuglinie extrem stark gebrochen ... wurde das im Militär wirklich so proklamiert??

    Pferde schonend war eine Anspannung wie diese sicher nicht

  • Ja das ist die Original Darstellung aus der HDV . Man darf allerdings bei der Zuglinie nicht vergessen das die Vorderachse keine Feste Verbindung zur Hinterachse hatte. Und die Ortscheide sehr hoch lagen mit fester Sprengwaage. Was aus der vorhergehenden Darstellung nicht hervorgeht . Im Einsatz hier mal ein Bild zur Zuglinie!!!

  • Ja,souris das ist schon ein Thema aber dazu die Brustblätter sind ca 12 cm breit die heutigen liegen bei 8 bis 10 cm bei einer solchen Breite ist es immer ein Problem mit der richtigen Lage zwischen Buggelenk und Luftröhre. Deswegen gibts ja heute auch die anatomischen Brustblätter um das Buggelenk frei zu halten und eine optimalere Lage am Pferd zu erhalten. Aber interessant ist auch das das beim Militär verwendete Brustblatt bei Millionen von Pferden im Einsatz war und täglich im Gebrauch ohne das es Hinweise gibt die auf ein Problem diesbezüglich hinweisen. Und die Pferde ja gebrauchsfähig erhalten blieben. Anbei noch ein Bild zum Thema Brustblatt im Einsatz. Interessant ist auch das fahren ohne Blendklappen an den Zaumzeugen obwohl mit Achenbachleine und nach Achenbach gefahren wurde.

  • Ich denke man muss auch die unterschiedlichen Zielsetzungen sehen:

    Die geschwungenen Brustblätter sollen ja beim Turnier an leichten Wagen eine möglichst schöne Trittfolge und Schwung in der Bewegung unterstützen.

    Beim Militär war es wichtig schwere Lasten mit unterschiedlichsten Tieren zu bewegen. Die letzte Nuance eines fein federnden Trittes war nicht gefragt.

    die breiten Brustblätter verhinderten aber ein Wundfahren, da die Auflage sehr groß war.

    Mit einem Miltärbrustblatt wird wohl niemand auf eine Dressurturnier gehen wollen und kaum jemand mit einem geschwungene 8cm Brustblättchen einen Pflug durch den Acker ziehen.

    Grüße

    florian

  • durch die Lage auf den Schultergelenken wurde ein weites Vorgreifen der Gliedmaße bei jedem Schritt verhindert; man kann auch heute noch bei Pflügemeisterschaften sehen, wie unter schwerem Zug das Brustblatt den vorderen Brustbereich förmlich einzwängt; das hat meiner Meinung nach nichts mit Schwung zu tun, das behindert!

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    Es ist keine Option, den Nazis und Völkischen nun einfach das Feld zu überlassen, weil sie gewaltvoller sind. Es ist auch keine Option, sie zu umwerben und zu verharmlosen und dann jedes Mal wieder überrascht zu sein, wenn sie schießen. Max Czollek 2019

  • Ich glaube, da hast du etwas nicht verstanden. Im schweren Zug geht es nicht um Schwung und weites Ausgreifen, sondern darum, die Beine in den Boden zu rammen und alles Gewicht ins Geschirr zu legen. Das geht mit Brustblatt nur, wenn es auf knöchernen Strukturen aufliegt. Kummt wäre natürlich besser, aber die variable Anpaßbarkeit hatte beim Militär eben Vorrang. Die freie Schulter ist dagegen im flotten leichten Zug vor der Kutsche wichtig.

  • Ja genau, diese breiten Brustblätter sind so aufgebaut das der Riemen in der Mitte zwischen Buggelenk und Halsriemen zum liegen kam. Dieser Riemen war auf dem breiten gefaltetem Leder aufgenäht. Und dieses Unter Leder war ein ganz besonders gegerbtes Großes Leder. welches naß zusammengefaltet wurde damit es keine Falten oder Unebenheiten bildet und ohne Naht war. Dadurch konnte es an den kritischen Stellen an denen es am Pferd war nicht scheuern und war doch Relativ breit. Die heutigen Brustblätter sind meistens mit Filz Einlage und dünnem Lederumnäht auf das dann der Riemen mit den Strangschnallen aufgenäht wird und haben in der Regel dann auch Nähte an der Innenseite.

  • ich sehe nur wie sich mit Brustblatt das Auffußen verändert weil das Schultergelenk nicht gerade vorgeführt werden kann.

    wenn das nach innen wegdrückt - und das tut es im Brustblatt wie es in der Zeichnung oben dargestellt ist weil kein anderer Weg bleibt - dann fangen die Füße unten das nach außen schwingen an, statt gerade vorgeführt zu werden.

    ist das wirklich gewollt?


    diese breiten Brustblätter sind so aufgebaut das der Riemen in der Mitte zwischen Buggelenk und Halsriemen zum liegen kam.

    das ist der Plan; das ist aber nicht das was die Zeichnung als "anatomisch korrekt" zeigt

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    Es ist keine Option, den Nazis und Völkischen nun einfach das Feld zu überlassen, weil sie gewaltvoller sind. Es ist auch keine Option, sie zu umwerben und zu verharmlosen und dann jedes Mal wieder überrascht zu sein, wenn sie schießen. Max Czollek 2019

  • ja das ist halt so ne Sache mit Zeichnungen mir ging es eigentlich mehr um die historische Darstellung. Das an der Zeichnung das eine oder andere nicht korrekt ist, ist unbestritten aber das ist auch bei den heutigen Zeichnungen der FN nicht anders. Drum hab ich ja das Bild noch eingestellt damit man sieht was gewollt und angestrebt und in der Praxis üblich war. Hier gehen die Beine nach korrekt nach vorne und das ist nur möglich wenn das Brustblatt nicht das Buggelenk behindert.

  • Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass an der Zeichnung irgend etwas falsch ist. Wir kennen es heute anders, aber wie soll ein schwerer Karren aus dem Dreck gezogen werden, wenn das Brustblatt gen Kehle rutscht?
    Das Brustblatt für mein aller erstes Geschirr in DDR_Zeiten, gefertigt von unserem örtlichen Sattler hatte auch so ein gefaltetes Brustblatt ohne jede Naht.

    Kürzlich konnte ich von einer Bekannten ein Geschirr mit gefaltetem Brustblatt kaufen, gefertigt vom selben Sattler.
    Ich habe auch noch ein gefaltetes Brustblatt mit Strängen aus einem Stück - ein- und zweispännig zu fahren.

  • die Kehle ist knapp unterm Kopf, wenns bis dahin rutscht ist eh alles verkehrt

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    Es ist keine Option, den Nazis und Völkischen nun einfach das Feld zu überlassen, weil sie gewaltvoller sind. Es ist auch keine Option, sie zu umwerben und zu verharmlosen und dann jedes Mal wieder überrascht zu sein, wenn sie schießen. Max Czollek 2019

  • Ich tendiere zu Zenos Ansicht. Das Argument mit der knöchernen Auflage finde ich durchaus bedenkenswert, aber in diesem Fall bilden die Knochen ein Gelenk, d. h. die Auflage dort ist eher instabil nach meinem Verständnis, weil sich in der Bewegung die Lage der Knochen zueinander ändert. Das Problem der richtigen Lage des Brustblatts ist ja bei kleineren Ponies noch einmal wichtiger, da dort meist ganz wenig Platz ist.


    Man hört oft das Argument, daß ein sehr hoch verschnalltes Brustblatt - ich mache das so - die Atmung nicht beeinträchtigen kann, da die Luftröhre sehr weit oben gen Halskamm sitzt. Ich müßte dazu noch einmal eine anatomische Zeichnung anschauen. Tatsache ist, daß mein Shetty sich nicht beklagt und wenn es etwas schwerer zu ziehen hat, den Kopf in die typische Zughaltung senkt.


    Wäre mir die Zeichnung nicht bekannt, hätte ich alles etwa 10 cm höher verschnallt - auch das Hintergeschirr sitzt ziemlich tief, so daß das möglich wäre. (Ich habe übrigens so ein Militärgeschirr, allerdings die Schweizer Variante, habe es aber in der Praxis noch nie richtig eingesetzt, nur aufprobiert. Natürlich nicht auf dem Shetty.)

  • Hallo, möchte mal zur Diskussion über das sachgemässe anschirren Auszug aus " Der Dienstunterricht im Heere" Ausgabe für den Kanonier der bespannten Batterie zitieren. Seite 246 : Das Brustblatt liegt richtig, wenn seine untere Kante mit dem Bug- oder Schultergelenk des Pferdes abschneidet.Die innere Fläche des Brustblattes muß möglichst gleichmäßig am Pferdekörper anliegen.

    Der UMGANG ist so zu verpassen. dass er hinten eine Handbreit unter den Sitzbeinhöckern liegt und dasss man bei straffen Tauen ( Stränge) mit der Faust zwischen Umgang und Muskulatur des Oberschenkels durchfahren kann.Das Pferd darf in der freien Bewegung der Gliedmaßen niemals behindert werden.

    Das gilt auch für das Fahren vom Sattel sowie vom Bock


  • Danke, schwolli!

    Wenn man sich jetzt Text und Zeichnung ansieht - paßt meiner bescheidenen Ansicht die Zeichnung nicht zum Text oder wie siehst Du das?

  • Naja, das ist immer so eine Sache mit Bildern und Zeichnungen.

    Mit Bild kann man sich etwas besser vorstellen und zuordnen und durch eine Beschreibung wird es eindeutiger definiert.


    Lg