Stute steht separat - ist das artgerecht?

  • Jetzt hab ich mal eine ganz andere Frage:

    Meine Stute steht seit einiger Zeit separat, d.h. durch eine Stromlitze von den anderen (3 junge und hengstige Wallache) getrennt.

    Stundenweise ist ein Pony bei ihr, welches sie aber gar nicht richtig leiden mag. Zum weiden muss sie ein gutes Stück weg von den anderen, das tut sie auch.

    Sichtkontakt und schnuppern geht, aber mehr auch nicht.


    Ist diese Haltung akzeptabel?

    Oder sollte ich meine Wünsche an den Stall (Entfernung und Ausreitgelände) hintenan stellen und den Stall wechseln?

  • Hallo,


    meiner Meinung nach ist eine solche Haltung nicht optimal - abgesehen von den ganz wenigen Ausnahmefällen, wo ein Pferd tatsächlich völlig unverträglich ist.

    Wenn "nur" die Herde nicht harmoniert, würde ich dazu raten, in einen Stall umzuziehen, in dem dein Pferd ihm sympatische Gesellschaft findet. Dies ist für das Wohlbefinden des Pferdes, seine Ausgeglichenheit und Gesundheit meiner Erfahrung nach sehr wichtig.


    Gruß Tina

  • Ich würde mein Pferd so dauerhaft nicht halten.

    Wobei nur du einschätzen kannst wie wichtig deiner Stute bessere Sozialkontakte sind.

  • Na ja, 3 frischkastrierte noch hengstige Wallach könnten als Gesellschaft Stuti durchaus ihre tücken haben....vielleicht Stuti mal 3-6 Monate in Urlaub schicken, ist jetzt einfach generell ne blöde zeit. meine rossen heftigst im Frühjahr, übers Jahr kaum und frischkastriert ist eh murks, kann durchaus noch 6 Monate dauern bis die Wallache "durch" sind, irgendwann werden die ja dann auch mal gearbeitet werden oder?

    Mein asoziales Pony muss mehrfach im Jahr bei Lehrgängen allein heimwärts bleiben, früher hab ich mich sehr bemüht Gesellschaft zu organisieren, heut arbeite ich die bißle mehr und fertig. 2019 bleiben alle von uns obB allein auf kopple zurück wenn die anderen geholt werden (meine Zäune sind ein Witz). dein Pferd ist ja nicht allein und die Situation liest nicht als dauerhaft, sondern halt 1 Jahr so. entweder bei genügend zeit/Engagement was beistellen was genehm ist zb Stutjährling oder so in der Art oder ist halt so, Pferd überlebt es bestimmt. mfg Kirsten

  • Die Wallache sind alle schon länger krastriert. Mit "jung" meine ich zwischen 4 und 7 Jahren.

    Sie stand erst mit einem Wallach zusammen - ein Herz und eine Seele.

    Dann kam der zweite und der erste wollte sie immer abschirmen vom anderen. Doof beim holen zwischen 2 Wallachen zu stehen, die die Stute am Strick für sich beanspruchen wollen.

    Das war mir dann auch zu gefährlich. Meine rosst zwar extrem, ist aber immer absolut brav. Das bringt mir aber auch nichts, wenn sie von einem der Wallache mit vollem Körpereinsatz weggedrängt wird und ich eben mittendrin stehe.

    Also mit bei den Wallachen will ich sie nicht mehr haben.


    Zufrieden scheint sie mir.

    Ich denke, ich belass die Situation noch etwas. Aber eine Dauerlösung ist mir das auch nicht.


    Danke euch

  • Bei Stuten wird dieses Thema nicht so häufig diskutiert, aber bei Hengsten. Bei ihnen ist ganz klar: Alleinhaltung über längere Zeit ist nicht artgerecht. Es sind 3 Wallache. Ist es nicht möglich, einen Wallach, der sich mit ihr besonders gut verträgt, zu ihr zu stellen?

  • Das wäre tatsächlich eine Idee.

    Wobei die zwei Wallachbesitzerinnen mit ihrer Jungs-WG sehr zufrieden sind. Versteh ich auch. Die kaspern und toben und laufen. Ich denke nicht, dass sich eine bereit erklären würde, einen zu meiner Stute zu stellen.

    Und andererseits - ich muss zugeben, ich will keinen von den dreien mehr bei ihr haben. Die sind einfach doch zuwenig berechenbar. Und ich hab oft meine Tochter mit, das ist mir zu heikel mittlerweile.

    Am besten wäre ja, das Pony fest zu ihr zu stellen. Das ist aber wiederum schwierig wegen der Zäune (es büxt überall aus) und da es kein Gras verträgt.


    Ich bin ehrlich - ich werd die Situation erstmal noch so belassen, weil ich es für mich gerade auch bequemer finde. ?(

  • Stehen die Pferde denn Zaun an Zaun (außer wenn sie zum Grasen geht)? Ist das ein Offenstall, oder kommt sie über Nacht in den Stall?

    Wenn sie Zaun an Zaun stehen, sehe ich da gar kein Problem. Wenn sogar stundenweise Gesellschaft mit Körperkontakt von dem Pony möglich ist. Sicher ist eine kleine Herde schöner, aber wenn sie nicht Jammert und zufrieden wirkt ...

    Bei uns im Stall steht auch ein alter Senior alleine auf der Koppel (zusätzlich zu all den Hengsten), weil er zu viel Stress mit einem weiteren Pferd auf der Koppel hat - und das nicht weil der Andere ihn aktiv stresst. Manchmal ist das Alleine Stehen die bessere Lösung - auch für die Psyche des Pferdes. Natürlich nur, wenn es dennoch Zaunkontakt zu anderen Pferden haben kann, oder nur wenige Meter von anderen Pferden entfernt ist (z.B. durch einen Koppelgang).


    LG Kiki

  • Ja sie stehen Zaun an Zaun und sie schnuffelt mit dem "ersten" Wallach.

    Es ist ein Offenstall und auch dort ist sie nur durch die Litze abgetrennt (kann also z.B. neben den anderen liegen).

    Das Pony ist zwar manchmal bei ihr, aber ich hab bisher nur beobachtet, dass sie es weg scheucht. Ich glaube, die hatten noch nie richtig Kontakt.


    Ich denke manchmal auch, dass eine Herde, die nicht harmoniert oder in der ein Pferd nicht so richtig aufgenommen wird sicher auch nicht schön ist. Und dass für manche Tiere da eine abgetrennte Haltung sicher angenehmer ist.


    Ja sie wirkt zufrieden. Aber sie ist eigentlich immer zufrieden. Daher ist der Eindruck irgendwie nicht aussagekräftig.


    Aber letztens hatte sie mal so über den Zaun geschaut und da bin ich ins Grübeln geraten...


    Danke für eure Ideen und Einschätzungen!

  • und halbtags wen dazu? den wallach, den sie gern mochte? also tagsüber oder nachts?


    Mein Pony steht seit 17 Jahren in der gleichen Herde, die geht aber im Sommer 24/7 auf Gras. sie hatte 2013 ne Rehe und verträgt Gras nur noch bedingt - nachts raus ist kein thema, 24/7 geht nicht. So stell ich sie nun morgens in ihren separaten Teil der Weide, wo sie heu frisst (leider nciht groß, so 4x25m) und lasse sie über Nacht zu den anderen. damit scheint sie sehr zufrieden, kommt morgens freiwillig und steht am eingang ihres Paddocks und flitzt abends fröhlich wieder zu den anderen raus. im inter, wenn alle zusammen im Offenstall stehen, ist sie eher genervt von den anderen. da stel ich sie dann mal stundenweise separat in den Longierzirkel, in sichtweite.m meist legt sie sich da ochmal in ruhe schlafen oder knuspert ihr heu.- und geht dann auch zufrieden wieder zurück.

  • Ja, es gibt auch Pferde, die regelrecht aufblühen wenn sie mal etwas Ruhe von der Herde haben.

    Mein erstes Pferd stand erst lange in einem großen Offenstall und musste dann aus beruflichen Gründen ( :-) ) in eine Boxenhaltung mit nur stundenweise Weidegang.

    Sie hat es genossen! Eine ganze Box für sich alleine - anfangs wollte sie kaum aufstehen weil sie endlich mal in Ruhe liegen konnte.


    Stundenweise steht eine kleine Ponystute bei ihr. Also keiner der Wallache. Und nachts ist ihre Weide zu. Aber sie stehen immer Zaun an Zaun. Aber wenn die drei Wallache auf ihrer Weide umherziehen kann sie halt nicht hinterher. Sehen tut sie die anderen immer.

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