Bitte um Tipps zur Anspannung

  • Hallo liebe Forengemeinde,

    ich habe mir nun endlich einen "neuen" Einachser gekauft (Thema: "Gig kann nicht austariert werden") - einen 19 Jahre alten Softrunner von Sawa!

    Eigentlich zu klein für mein Pferd, aber Herr Schmid hat mir tolle Tipps zur Einstellung gegeben und die erste Ausfahrt heute war einfach fantastisch!


    Ich hoffe nun aber noch auf ein paar Optimierungsvorschläge:

    Insbesondere:

    das Hintergeschirr gefällt mir noch nicht. Ich hab es nach der Fahrt schon tiefer geschnallt, aber eine möglichst gerade Linie wird durch die tiefe Lage der Anzen nicht möglich sein.


    Die Anzen sind etwas knapp. Beim aufhalten bergab sind nur wenige Zentimeter zwischen Ortscheid und Hinterbein. Weiter vor kann ich aber nicht anspannen, dann passt das mit dem Bügel für die Tragösen nicht.


    Ich weiß, die Tragösen sind für einen Zweiachser gedacht. Aber die Anzen können sich darin frei bewegen (nach oben) und der 2. Bauchgurt ist locker verschnallt. Warum also unbedingt austauschen?


    Vielen Dank schonmal für eure Tipps!


    Silke

  • Hallo Silke, willkommen im Forum. Ich hoffe, wir können Dir helfen. Ich fahre auch einen Softrunner und bin sehr zufrieden damit. Zuerst, die Gig ist eigentlich wirklich zu klein für Dein Pferd. Die Bocksitzhöhe sollte nicht mehr als 25-30 cm weniger sein als das Stockmass. Vielleicht könnte man größere Räder montieren, Platz genug zu den Kotflügeln wäre ja genügend.

    Meiner Ansicht nach sind die Anzen gerade noch lang genug, solang im Zug mind. 40 - 50 cm Platz ist. Da Dein Hintergeschirr schlecht verschnallt ist, rutscht natürlich bergab alles nach vorn und das Pferd kommt zu nahe ans Ortscheit. Das liegt zum einen daran, daß die Aufhalteösen zu weit hinten sitzen. Dagegen hilft, den Aufhalteriemen vorne in die Anzenöse mit einzuschnallen oder eine neue Öse etwa in der Mitte dazwischen anzubringen, die gibts im Baumarkt (s. Bilder). Ausserdem bin ich ein strikter Gegner der Wickeltechnik beim Aufhalteriemen, bis sich da der Riemen strafft gehen schon 10 cm verloren. Das Aufhalten muss direkt erfolgen.

    Auf dem letzten Bild ist der Unterschied zu sehen (der untere Riemen ist nur zum Vergleich). Hier ist auch ein Selett mit festen Tragösen zu sehen, das ich gelegntlich benütze. Solange die Tragösen viel Spiel haben ist dagegen nichts einzuwenden wenn man auf ebenen Strassen bzw. Wegen fährt.

    Gruß FRITZ

    Edited once, last by FritzS ().

  • Hallo Fritz,

    das hatte ich mir auch schon überlegt, den Aufhalteriemen in die Anzenöse mit einzuschnallen - das werd ich bei nächsten Mal probieren.

    Vielen Dank!

  • Müsste das ganze Selett getauscht werden, um bewegliche Tragösen befestigen zu können?

    Bei meinem ist nur ein fester Bauchgurt dran. In den Riemen werden die metallenen Tragösen eingeschnall und diese dann lose um den Bauch verschnallt. Gibt es da eine bewegliche Alternative zu?

  • Wenn du die Rückhalter Ösen nicht anschweissen kannst/willst, empfehle ich dir den Rückhalter vorne bei der Anze dort wor die Tragaugen sind einzuschnallen. Mache ich bei meinen Ponys auch, so funktioniert das super.

    Beim neuen Sulky habe ich schon von Anfang an die Rückhalter Ösen viel weiter vorne gewünscht.


    Beim Selett, durchgehender Tragriemen ist vor allem bei den Grossen sinnvoll.

  • Vielfach ist reicht es, den Bauchgurt zu tauschen, oder ein zweiter Rieimen fuer die Tragoesen.

    Der Grund warum die Rueckhalteriemen gewickelt warden ist, dass keine hohen belastungen auf die Schnalle kommen. Riemen reissen eigentlich immer bei der Schnalle.


  • Hallo und vielen Dank nochmals für eure Antworten,

    das Hintergeschirr habe ich angepasst und bin mit dem Aufhalten jetzt eigentlich zufrieden.

    Ein neues Selett mit beweglichen Tragriemen und -ösen ist gekauft und wird bei der nächsten Ausfahrt ausprobiert.

    Ich bin jetzt das 2.Mal gefahren, diesmal allerdings alleine und war mit dem Geschaukele/Wippen im Trab nicht so zufrieden. Hier im Forum habe ich unterschiedliche Tipps gefunden: wenn Einachser komplett austariert "greift" das Antinicksystem nicht, muss aber auch nicht, weil die Anzen ja schweben und aber auch: das Antinicksystem braucht etwas Gewicht in den Tragaugen damit die Gig ruhig fährt.

    Hab ich das so richtig verstanden?

    Da ich keine Kurbel und keine verschiebbare Sitzbank habe, suche ich nach einer unkomplizierten Möglichkeit zwischen Mit und Ohne Beifahrer zu wechseln.

    Meine Idee:

    Einstellung mit Beifahrer optimieren (fand ich allerdings schon super bei der ersten Fahrt) und ohne Beifahrer Gewicht mitnehmen.


    Habt ihr noch andere Ideen?

    Und sollte ich versuchen, komplett auszutarieren oder lieber das Antinicksystem nutzen (mit etwas Gewicht auf dem Selett)?


    Vielen Dank im Voraus für Eure Erfahrungen!


    Silke

  • Ich tendiere dazu eine vorhandene Anzenfederung auch zu nutzen, was heißt Gewicht auf dem Selett (nur halt eben bei Shetten ist immer noch nur ein bruchteil des gewichtes den Karren mit Schwerpunkt hinter Achs ohne Zuladung aufs Selett bringen kann).

    Versuch auch hier genau zu lesen wer was schreibt, also hat der Erfahrung mit deinem Wagen und deinem Stockmaß. oft wird Anzenfederung oder nicht durcheinandergeschmissen! Ferner ist die differenz Sieltec und leder gewaltig ebenfalls die Auswirkung beider geschirrsorten auf die tarierung massiv. Wenn ich meine Schlemmer im Anzengelenk im Stand verändert bekomm ist recht tariert, dh heiß aber bei weitem nicht, dass ich mit Turnen da vorn in tragaugenöse was angehoben bekomm. mfg Kirsten

  • Hallo Silke, für die Funktion der Anzenfederung sollte etwas Gewicht auf den Tragösen liegen. Du scheinst ein älteres SAWA Modell zu besitzen, die neueren haben immer Sitzverstellung und Kurbel an der Anzenfederung, damit geht die Umstellung von alleine Fahren und mit Beifahrer Fahren ganz schnell. Ich muss z.B. mit Beifahrer den Bocksitz ganz nach vorne schieben. Wie man das ohne Verstellmöglichkeit machen könnte weiss ich jetzt nicht, evtl. ein KIssen im Rücken benützen o.ä. Wenn Du Dein neues Selett ausprobierst, kanst Du ja auch ein wenig mit der Höhe der Tragaugen spielen, vielleicht passt es ja irgendwie.

    Gruß FRITZ

  • Vielen Dank!

    Alles klar, also versuch ich erst gar nicht ne Schwebe zu erreichen. Sondern Ziel ist ruhiges Fahren.

    Ja, die (oderder???) Gig ist 19 Jahre alt.

    Tarieren ist nur durch Verstellen der Sitzbank in der Höhe (mühsames Gefriemel) und Höhe der Tragaugen möglich.

    Ich bin gespannt: -)

  • Ich hatte auch mal eine Sawa Gig für mein Fjordstute. Bei mir gab es aber auch die Möglichkeit Fahrer und Beifahrersitz getrennt voneinander zu verstellen.

    Ich hatte die Gig so eingestellt, dass ein ganz leichtes Gewicht in den Tragaugen ist.

    Das reichte aus damit das Antinicksystem greift.

    Meinen Fahrersitz habe ich mir so eingestellt, dass es für mich passt, ich einen entspannten Beinwinkel habe und ich die Bremse nutzen kann.

    Den Beifahrersitz habe ich dann genutzt um weiter auszutarieren. Der wurde dann nur noch verstellt, wenn der Beifahrer mal schwerer oder leichter war. Feinjustierung habe ich über die Kurbel gemacht. Das ging ganz gut.

    Einmal eingestellt brauchte ich da kaum nochmal bei. Irgendwann wusste ich auch wieviel Rasten der Beifahrersitz nach vorne oder hinten verstellt werden musste, um es ans Gewicht anzupassen.

    Einen Einachser austarieren dauert etwas und erfordert Geduld.

  • Also ein leichtes Gewicht hab ich schon in den Tragaugen auch wenn ich alleine fahre. Ich hatte bisher ja ein Selett mit feststehende Tragaugen, da merk ich sofort, ob sich die Anzen heben.

    Aber dennoch wippt/schaukelt mir die Gig zu sehr.

    Oder muss generell mehr Gewicht in die Gig, damit sie schwerer ist und die Schwingungen durch das Antinicksystem aufgefangen werden können und nicht einfach nur weitergeleitet werden???


    Nein kann ja nicht sein, sonst hätte jeder, der ohne Beifahrer fährt das Problem...

    ??

  • Ich bin nur einmal alleine gefahren, sonst nur mit Beifahrer. Ich hätte die Balance aber komplett neu einstellen müssen, hätte ich es regelmäßig vor gehabt. Haben doch immerhin 70kg plötzlich gefehlt.

    Wenn es richtig eingestellt ist, und alles zueinander passt macht es Spaß. Ich habe mir aber für meine Classics bewusst einen 2 Achser gekauft, weil ich darauf keine Lust mehr hatte.

  • Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Gig ohne Beifahrer sozusagen "untergewichtig" ist und daher stark schwingt. Dann würde ich aber nicht nur das Antinicksystem "verdächtigen". Es wäre ja auch möglich, dass die Federung (also die unter der Sitzbank) für dein alleiniges Gewicht zu straff ist und der Wagen somit dazu neigt, sich etwas aufzuschaukeln. Ggf. kannst du diese auch weicher einstellen....?

    Bei einer Gig hat man halt grundsätzlich das Problem, dass alles ein Zusammenspiel ist, angefangen mit der Größe und dem Gebäude des Pferdes bis hin zur Größe und Gebäude des Fahrers. Veränderst du irgendwo eine Kleinigkeit, wirkt sich das sofort aus und das Fahrzeug verhält sich anders.

    Ich hatte auch mal das Problem mit einer Delvos. Ich alleine war viel zu mickrig für diesen Wagen in Kombi mit meinem Pony. Die Delvos schaukelte sich nicht auf, die war dafür viel zu schwer, aber sie gab bei jeder Gelegenheit starken Druck aufs Selett und war für mein Pony und mich einfach nicht einstellbar. Das glaube ich aber bei deiner SAWA nicht, das ist ja wirklich kein Trümmer! Nimm doch mal einen Beifahrer mit und schau mal, ob sie dann schon ruhiger liegt.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Also die erste Testfahrt mit 2 Personen war ein Traum! Daher würde ich sagen, das passt schon mal. Geschwebt sind die Anzen nicht, aber sie schienen mir nicht komplett unbeweglich in den Tragaugen zu hängen. Also das ist schon ganz gut so.

    Daher tendiere ich fast dazu, einfach immer zusätzlich Gewicht mitzunehmen wenn ich alleine fahre.

    Die Feder unter dem Sitz habe ich auf Anraten von Herrn Schmid (Firma Sawa) ganz hochgestellt, da mein Pferd eher zu groß für das Gig ist.

    Das ist natürlich auch noch mal ne Möglichkeit, zu verstellen.


    Das Problem ist halt, dass es zwei Ziele gibt: wenig Gewicht auf dem Selett aber auch ruhiges Fahren ohne Gewippe.

    Und dafür hat man jetzt die Feder unter dem Sitz, die Höhe der Tragaugen und das Gewicht auf der Sitzbank...

    Morgen teste ich wieder. Ich bin gespannt.

  • So die dritte Testfahrt ist gemacht.

    Trotz 25 kg neben mir auf der Rückbank schaukelt es zu sehr.

    Wenn ich mich vor lehne, wird es noch mehr (logisch - wenn mehr Gewicht auf der Feder des Antinicksystem liegt, federt sie mehr).

    Wenn ich mich zurück lehne, ist es etwas besser, aber mir wird etwas mulmig von dem Geschaukele:wacko:.


    Also stelle ich jetzt als nächsten Schritt die Feder der Sitzbank wieder runter und hoffe, dass dann auch die "Stoßdämpfer" etwas fester werden und mehr Gewicht nach hinten (und damit weg vom Antinicksystem) kommt.

  • Meint ihr, die Zugstränge sind zu lang?

    Ich fand, sie haben ganz schön geschlackert. Oder rollt der Wagen so leicht?


    Und gibt es einen Trick beim anspannen mit beweglichen Tragösen? Wenn die eine Anze eingeschnallt ist hängt das Gewicht für einen Moment dann schief am Selett, der Trageriemen rutscht "bis Anschlag" durch bis ich dann auf der anderen Seite die zweite Anze fest hab...


    Danke!l

  • Hallo Silke,

    ich fahre eine Hannoveraner Stute mit einer GIG, diese hat 32" Räder. Der Bocksitz liegt in etwa auf Kruppenhöhe.

    Die Schere liegt fast waagerecht. Das Ortscheid liegt ca. 15cm tiefer als der Anschnallpunkt am Kumt.

    Mit dieser Geometrie funktioniert auch mein Anti-Nicksystem (Eigenbau: Gelenk mit Feder am hinteren Ende der Schere. Das durchrutschen des Bauchriemens beim Anspannen verhindert eine Betonplatte ca.12kg hinten an die GIG gehängt. (Vor dem Losfahren entfernen)

    mfg

    Heinz