Distanz und Leistung

  • https://www.sueddeutsche.de/sp…-nierenversagen-1.4136718


    vielleicht sollte man da (wie früher bei den Distanzfahrten) einen Passus einbringen, daß nur solche Pferde gewinnen können, die auch am nächsten Tag noch eine passable Leistung (Dressur?) dranhängen können

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    "Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt."

    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • d.h. wenn sie bis dahin nicht gestorben oder in der Klinik sind! Das Problem sind nicht die Pferde sondern die Reiter.

    Gruß FRITZ

  • Heisst das, dass die drei Schreiber den Teilnehmern der Starnbergersee-Rundfahrt vorwerfen, ihre Tiere übermässig beansprucht zu haben?

  • nein, das heißt daß man bei dem Distanzreiten in den USA einiges hätte anders machen müssen; bei so vielen Ausfällen wär es vermutlich besser gewesen, das Rennen wegen dem Wetter gar nicht erst zu starten

    und ja, übertriebenen Ehrgeiz müssen die Tiere ausbaden


    die Starnberger Rundumfahrt ist doch völlig anders konzipiert

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


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    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Was hat die hier in einem anderen Beitrag vorgestellte und beschriebene Starnbergersee-Rundfahrt mit den hier (siehe obiger Link) Geschehnissen der Weltreiterspiele zu tun ?

    Ein totes Pferd, zudem sind mehr als die Hälfte der gestarteten Tiere in der Klinik - das ganze Ausmaß des katastrophalen Distanzreitens im Rahmen der Weltreiterspiele in Tryon (USA) kommt erst allmählich ans Licht.

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Ich glaube, Siro hat sich nur verklickt und wähnte sich im falschen Thread ;-)


    ich denke, das Problem im Distanzsport liegt in seiner Natur: Ganz grob geht es ja hier nur um "Strecke machen" - egal wie.

    Offensichtlich reichen die tierärtzlichen Kontrollen nicht aus, um eine Gesundheitsgefärdung bei einem Großteil der Starter zu verhindern.


    Sicherlich waren in Tryon die äußeren Umstände ungünstig - aber die Ratlosigkeit beim Veranstalter , wie darauf angemessen zu reagieren ist, zeigt mir, dass dieser Sport noch völlig unausgereift ist und deshalb nicht auf einer solchen Bühne ( Weltreiterspiele) stattfinden darf.


    In der der Vielseitigkeit gab es über viele Jahrzehnte ähnliche Probleme, die man aber doch recht gut in den Griff bekommen hat.

    Ob das auch in der Distanz möglich ist? Ich zweifle daran, denn mE ist die Abgeforderte Leistung schlicht nicht artgerecht, bzw sprengt die Grenze dessen, was ein Pferdekörper dauerhaft leisten kann.

  • Ich glaube, Siro hat sich nur verklickt und wähnte sich im falschen Thread

    Richtig, ich habe zwei Dinge durcheinander gebracht, ich entschuldige mich für mein Versehen

  • "Den Sieg über das Wohl des Pferdes stellen" tun doch gewiss nicht nur Distanzreiter.

    Traurig sowas!

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Hallo,


    der Distanzsport in seiner ursprünglichen, traditionellen Form, wie er z.B. in Deutschland und in den USA ausgeübt wird, ist ein pferdegerechter und eher riskioarmer Sport. Das lange Laufen in der Natur hält das Pferd körperlich und geistig fit, ist vielseitig und macht vielen Pferden -soweit man das beurteilen kann- Spaß. Die Kilometerleistungen erscheinen Außenstehenden oft unglaublich hoch, allerdings sind die Distanzen nicht das Problem. Bis 160 km sind mit einem entsprechend trainierten Pferd möglich, ohne dass man dem Pferd Schäden zufügt. Das Problem liegt an gänzlich anderer Stelle: In den letzten 15-20 Jahren wurde der (internationale) Sport z.T. von Menschen aus den UAE "gekauft" und verkam in Folge zu einem Sumpf aus finanziellen Abhängigkeiten, Korruption, Doping und nicht pferderechtem Reiten. Typisch ist insbesondere, dass nicht mehr "im Gelände" geritten wird, sondern eher ein Flachrennen auf weitgehend angelegten Wegen durchgeführt wird. Statt durchdachtem, taktischem Reiten (mit Rücksicht auf den Partner Pferd, mit dem man gerne 10 Jahre oder länger auf der Strecke sein möchte) eher "gegen die Strecke" als gegen die Mitreiter, wird bei diesen Veranstaltungen einfach extrem schnell geritten, volles Risiko. DAS ist es, was das Risiko für die Pferde so hoch macht, hinzu kommt noch Doping in großem Ausmaß. Auch die Veranstaltung bei den Weltreiterspielen wurde von dem einschlägigen Sponsor "Meydan" finanziert.


    Das Distanzreiten bzw fahren, was wir hier in Deutschland betreiben, ist eine völlig andere Sache als die "Meydan-Distanzrennen".Bei unseren Ritten hier in D gibt es sehr durchdachte Tierarztkontrollen, wo mögliche Probleme oder Überforderung sehr früh erkannt werden. Und ja: Überforderung oder sonstige gefährliche Situationen kann man anhand der überprüften Parameter mit großer Sicherheit erkennen. (Wenn das nicht klappt, WILL man es nicht sehen (Korruption) oder wird betrogen (Doping etc.) ).

    Es wird so geritten oder gefahren, so dass man mit einem fitten Pferd ins Ziel kommt, und nunja, auch nicht so schnell und nicht auf "Sieg" um jeden Preis. Zu gewinnen gibts mal einen Eimer oder nen Hufkratzer.... Die Geschwindigkeiten liegen üblicherweise bei 10-16 km/h. 90% der Pferde beenden die Ritte gesund und fit in der Wertung, die Pferde die ausscheiden haben bis auf seltene Ausnahmefälle nur kleine Probleme. (die ein paar Stunden oder Tage später wieder i.O. sind).Distanzreiten und Fahren wie wir es hier betreiben ist m.E. eine ziemlich risikoarme Sportart mit dem Pferd. Was bleibt sind sehr seltene Unglücksfälle (Stürze/Pferd ausgebrochen/durchgegangen...), wie sie auf jedem Wanderritt auch passieren können. In den letzten 10 Jahren gab es in D auf Distanzritten 4 Todesfälle: 2x Pferd nachts ausgebrochen und durchgegangen, 1x ein schwerer Sturz einen Abhang runter nachdem Pferd und Reiter von der Strecke abkamen und ein Pferd, welches sich im ruhigen Trab so unglücklich verletzte, dass es eingeschläfert werden musste. Soetwas kann immer und überall passieren: Letztes Jahr fiel bei einem Volksritt über vielleicht 10 km ein Pferd einfach auf der Strecke tot um.


    Mein Shetty ist bisher fast 1000 km auf Distanzritten gelaufen, längste Strecke bisher 90 km. Immer fit, immer mit Spaß. Er zieht nur 80 kg bei einem Körpergewicht von 150 kg, steil bergauf oder in sehr tiefem Boden nur den leeren Sulky. Überfordert ist der Kleine sicher nicht, ich habe ihn langsam aufgebaut und systematisch traniert. Und dank des vielen Trainings ist er fit und schlank und nicht rehegefährdet.

  • danke für Dein Hintergrundwissen!

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    "Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt."

    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Ich muss sagen, mich beeindrucken solche Leistungen. Habe nur nicht entsprechendes Pferd. Er liebt es zwar laaange Weg vom Stall zu sein(30-40km zur Zeit), aber er will sich vieles auch ansehen. Daher würden wir die Zeiten nicht schaffen für Distanzfahrten. Interessanterweise werden wir aber bei uns im Stall etwas als verrückt bezeichnet, da viele 18km schon als „langer Ausritt“ bezeichnen. Aber ich denke heute unterschätzt man schon deutlich die Leistungen der Pferde. Und ich muss zugeben: wir haben auch noch spielraum nach oben? Motiviert dieser Beitrag. Muss mich einfach mal nach einem leichteren Wagen umsehen.

  • .., da viele 18km schon als „langer Ausritt“ bezeichnen.

    Seit das Pferd für die einen zum Sportgerät und für andere zum Kuscheltier verkommen ist, und es nur noch wenige als Arbeitskameraden ansehen, ist die Auffassung von seiner Leistungsfähigkleit und -bereitschaft verändert, um nicht zu sagen: verloren gegangen.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Da Stimme ich Herrn Nemitz gerne zu, jedoch ( aber sagt man nicht, sagt mein Fahrlehrer:)) müssen ein Teil der Fahrer ihr Geld mit Nichtpferdearbeit verdienen und so fehlt oft die Zeit, leider.

    Wenn wir in Rente sind wird hoffentlich alles anders.

  • Punkt ist mM einfach der das Pferd ein Ausdauerläufer mit geringerer Grundgeschwindigkeit ist. ich find 10 km/h für meine Pony und mich schon bißle hoch, schön wären für uns bestimmt 8km/h oder so, aaber siehe Grundberuf usw die umstände sind wie sie sind, es muss bei mir halt eben oft einfach Strecke gemacht werden, weil Hänger kaputt/andersweitig unterwegs bzw mir die zeit fehlt. Wenn ich merk, dass die Pony das nicht mehr hinbekommen (Pony ist mind. 22-eher 27 reel-) dann werden wir halt nur noch angepaßt und langsam und ohne Veranstaltungen unterwegs sein. mfg Kirsten

  • Mich wundert das die Leute von Peta nach dem Zeitungsbericht nicht Sturm gelaufen sind. Für die sind solche Zeitungsberichte ja leider ein gefundenes Fressen. Man muss ja heutzutage immer mehr aufpassen wo man was schreibt oder wo etwas über einen geschrieben wird.

  • Ich meinte in meinem Beitrag in erster Linie den internationalen Distanzsport, diese Aussage ist aber beim Editieren verloren gegangen :pinch:

    Denn solche Horrormeldungen , wie sie regelmäßig von "der großen Bühne" kommen, hört man von den nationalen Veranstaltungen nicht.

    Deshalb, greenorest und alle hier , die das auch machen: Ihr wart nicht gemeint:*


    "Den Sieg über das Wohl des Pferdes stellen" tun doch gewiss nicht nur Distanzreiter.

    Richtig, aber die Zeitspanne, in dem die Leistung abverlangt wird, ist in anderen Sparten wesentlich kürzer, so dass Überforderungen besser kompensiert werden können.

    Punkt ist mM einfach der das Pferd ein Ausdauerläufer mit geringerer Grundgeschwindigkeit ist.

    Ja, das ist auch mein Gedanke. Hinzu kommt das ( körperliche) Bedürfnis einer gleichmäßigen, zeitintensiven Futteraufnahme von relativ energiearmer Nahrung.

    Das kann bei großen Distanzen gar nicht gewährleistet werden- die Schwelle zu Stoffwechselproblematiken ist mE deshalb sehr niedrig - und genau das zeigte sich ja auch in Tryon: Nierenprobleme, Elektrolytmangel, Myopathien...


    Eine Distanz von 120 oder sogar 160 km bedeutet, dass das Pferd 8 bis 10 Stunden auf der Strecke sein muss, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h - also hauptsächlich Trab. Das erscheint mir selbst bei bestem Training grenzwertig...


    Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es bei diesen "gehobenen" Distanzrennen über lange Strecken keine Mindestzeit- das wäre aber mE das einzige Instrument, mit dem man den Sport pferdefreundlicher gestalten könnte.

  • Seit das Pferd für die einen zum Sportgerät und für andere zum Kuscheltier verkommen ist, und es nur noch wenige als Arbeitskameraden ansehen, ist die Auffassung von seiner Leistungsfähigkleit und -bereitschaft verändert, um nicht zu sagen: verloren gegangen.


    A. Nemitz


    Wie wahr, wie wahr!


    Deshalb bin ich froh um


    Er liebt es zwar laaange Weg vom Stall zu sein(30-40km zur Zeit), aber er will sich vieles auch ansehen. Daher würden wir die Zeiten nicht schaffen für Distanzfahrten. [...] Und ich muss zugeben: wir haben auch noch spielraum nach oben? Motiviert dieser Beitrag. Muss mich einfach mal nach einem leichteren Wagen umsehen.


    Mit meinem Shetty habe ich das geschafft - meinem Kaltblut traut das aber niemand zu. Die wenigen, die hier gefahren werden und die ich kenne, geben stets nach der Hälfte der Strecke auf, so daß ich schon ganz mutlos war. Wenn es also so ist, wie Modus berichtet, muß ich mich im nächsten Jahr ernsthaft an die Arbeit machen. Wenn ich den Winter gut überstehe.


    Die Ardennerin

  • Ardennerin Bei meinem Racker brauchte es anfangs einfach geduld; der braucht immer seine 60 min bis er überhaupt mal freiwillig, rund und geschmeidig läuft. Erst dann ist er wirklich „betriebsbereit“?.


    Meine ehemalige Rb hatte immer ihre Nerv verloren- aber sie hatte ihn einfach nie wirklich länger als 50 min gearbeitet. Und dass mag er gar nicht.


    Er will für den Mensch was tun- auch kein Wunder: ist ja auch ein „Arbeitstier“. Er ist am zufriedensten, wenn wir stundenlang/tagelang unterwegs sind? Auch wenn wir an Geschwindigkeit def. keine Rekorde brechen.


    Je kürzer die Zeit: desto unmotivierter mein Pferd. Musste ich auch erst lernen. Ich plagte mich nämlich auch einst, weil er Niiiiiiee laufen wollte. Vorallem nie zum

    Stall zurück. Dass es daran lag, dass er meeeehr wollte/brauchte.... hatte ich mir damals nie überlegt. Wieso auch? Er ging ja damals nicht freiwillig?


    Seit wir wandern ist er happy?

  • Danke für Deinen Bericht, Modus!


    Vielleicht sollte ich wirklich nicht nur an Reiten oder Fahren denken, wenn ich mein Pferd auslasten will, sondern einfach auch einmal wandern. Danuta trägt dann das nötige Gepäck:-;


    Wegen der Geschwindigkeit - auch wir werden gern von Spaziergängern überholt, wenn wir unterwegs sind. Alles muß begutachtet werden.


    Die Ardennerin

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