Ergebnisse: Internationalen Starnberger-See-Rundfahrt 2018 über 75 km (gesamt 10 Std. / davon 2 Std. Pause)

  • Eine rundum gelungene Veranstaltung:

    Internationale Starnberger-See-Rundfahrt für Pferde und Kutschen (nur alle fünf Jahre)


    Von 33 gemeldeten Gespannen gingen schlußendlich 31 Teilnehmer an den Start am Samstag, den 15. September:

    20 Zweispänner, 1 Dreispänner (Einhornanspannung), 9 Vierspänner und sogar 1 Sechsspänner mit Isländer.

    30 Teilnehmer erreichten das Ziel. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien.

    Veranstalter dieser Rundfahrt mit Kutschen und Pferden ist - seit 1983 - der Reit- und Fahrverein

    Weilheimer Pferdefreunde e.V. Sie findet nur alle fünf Jahre statt.


    INTERNATIONALE STARNBERGER-SEE-RUNDFAHRT 2018 SAMSTAG, 15.SEPTEMBER 2018. Hier die Ergebnisse:


    Sieger Kat. Zweispänner

    1.Eva-Maria Dimmling aus Rehau mit ihren Huzulen

    2.Axel Geide aus Horka/Sachsen mit Sächs. Warmblut

    3.Jasmin Langenmayr aus Kempten mit Freiberger


    Sieger Kat. Mehrspänner

    1.Hans Nehr aus Weilheim-Lichtenau mit einem Anglo-Araber und poln./holländ. Schimmeln

    2.André Blatter aus Eschert im Kanton Bern/Schweiz mit Freiberger

    3.Anette von Gleichstein-Haarmann aus Magnetsried mit Fjordpferden (auch Norweger genannt)


    Konditionspreis dito: Hans Nehr aus Weilheim (siehe oben)

    Der begehrte Stilpreis: Eva-Maria Dimmling aus Rehau (sie erhielt den Bildband ‘Schweizer Kutschenbau’ von Andrés Furger)


    Besonders zufrieden und erfreut über den unfallfreien Verlauf der Veranstaltung war das Organisationsteam der

    Weilheimer Pferdefreunde e.V.: Peter Schröfl (2.Vorstand), Andrea Schröfl, Jörg Schneider, Hans-Peter Junginger (Pressesprecher),

    Michael Lutze, Alfons Niedermair und Frieder Welz.


    text: h.-p. junginger

    foto/s: bernd beykirch

    Einmal editiert, zuletzt von felix003 ()

  • Es war eine absolut bestens organisierte Veranstaltung, das Wetter spielte mit, sogar ideal für die Pferde. Die Wege waren wunderbar ausgesucht, selbst ich als Einheimischer, der einige Male den Starnberger See umrundet hatte, kam mehrmals durch einige mir völlig unbekannte Dörfer. Die Stimmung war entspannt und fröhlich, das Rahmenprogramm passte ausgezeichnet.


    EINE GELUNGENE VERANSTALTUNG!


    DANKE.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Zu was "Mülltonnen" nicht alles gut sein können ... :tongue:

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • so bleibt er uns wenigstens über Umwege erhalten .

    Randbemerkung - nicht zum weiter Diskutieren gedacht !


    Warum ist er bloß nicht mehr hier mit dabei ..... ??? :?:

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Mal ne kritische Frage: Sind 75 km an einem Tag nicht etwas zuviel für die meisten Pferde? Offensichtlich ja nicht, ich wundere mich halt, daß von 31 Startern sogar 30 angekommen sind. Sind das alles 100% auf Langstrecken trainierte Gespanne. Ich würde meinem Pferd max. 50 km am Tag zumuten und das ist durchaus gut konditioniert. Vielleicht kann "Altmeister Nemitz" etwas dazu sagen.

    Das soll jetzt nicht gegen diese Traditionsveranstaltung gerichtet sein sondern ist mehr allgemein gemeint.

    Gruß FRITZ

    PS: Hab gerade gesehen, daß in dem Thread zu Distanzritten bei den Weltreiterspielen in den USA dies verknüpft wird. Ich möchte klarstellen, daß das eine ganz andere Geschichte ist. Hier geht es nicht um Geschwindigkeit.

    Einmal editiert, zuletzt von FritzS ()

  • Ja, das Training für diese Starnberger Seerundfahrt lag auch mir etwas im Magen; ich bin allein mit dem Vierspänner, wenn ich auf Reisen gehe, kommt beim Vierspänner ein ehem. Fahrschüler oder sonstiger Freund mit oder ein zweiter Fahrer fährt auch einen der Zweispänner. Diesmal half mir bei Training ein Freund, der gerade Urlaub hatte, als Beifahrer für eine Woche aus.


    So sind meine Pferde schon durch die Reisen zu den Königsschlössern (Gesamtdistanz knapp 200 Km) grundtrainiert. Die Tagesstrecken liegen hier bei max. 48 Km.

    Für diese Leistungen füttere ich täglich 2x je 1-2 Kg ganzen Hafer.


    Wenn wir in die Toskana oder über die Alpen gehen, liegen die Tagesstrecken zwischen 35 und 60 Km, allerdings z.T. mit gewaltigen Höhenunterschieden und Steigungen und Gefällen bis zu 25 %.

    Für diese Leistungen füttere ich täglich 2x je 3 Kg ganzen Hafer.


    Wenn ich keine gewerblichen Touren habe, fahre ich mind. 1 Zweispänner jeden Tag zwischen 2 und 3 Stunden.

    Für diese Leistungen füttere ich täglich 2x je 1 Kg ganzen Hafer.


    Ich fahre viele Steigungen im Schritt und bilde mir ein, so den Pferden die erforderlich Fitness beizubringen.


    Futter: Kein Industriefutter, nur ganzen Hafer, den "dünneren" Pferden gebe ich noch 1 Kg Maisbruch dazu.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Mal ne kritische Frage: Sind 75 km an einem Tag nicht etwas zuviel für die meisten Pferde?

    Ich war erstaunt, wie, außer einigen Friesengespannen, die übrigen Pferde die Strecke gemeistert haben. Besonders Freibergergespanne, die ja eigentlich leichte Kaltblüter sind, haben die 75 Km sehr gut überstanden.


    Wenn man dann nach den Trainingsmethoden der Freiberger fragt: "2-3x je Woche 2-3 Stunden gefahren."


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Die Gespanne (egal ob Zweispänner oder Mehrspänner) bei der Internat. Starnberger-See-Rundfahrt werden von Tierärzten kontrolliert. Die erste Messung (Puls und Atmung; auf Temperatur wie bei der Vielseitig wird verzichtet; ausser Verdacht auf Krankheit) ist in Gut Buchhof nach Starnberg/Leutstetten (d.h. bei 20 -24 km); die zweite Messung nach der Ikahöhe bei den Deixlfurter Weihern kurz vor dem Ziel (etwa bei 66 - 70 km); die Werte bei der 2.Messung waren fast alle besser wie bei der ersten Messung. Die Pferde bekommen die 'dritte' Luft' - sag ich immer. Allerdings eben nur die trainierten Pferde. Ausser vielleicht 2 - 3 Gespanne waren alle in einer wirklich ausgezeichneter Verfassung. Und genau die Teilnehmer lagen bei den Tierarztwerten vorne, die auch wirklich trainiert hatten (Beispiele: Hans Nehr vierspännigr fährt fast jeden Tag; Bettina Schreiner zweispännig war überall schon da, wo ich hinkam. Auf die Frage: 'Was machst Du da?' sagte sie' ich trainiere für die Starnberger!' nur so geht's und so macht es auch Spass. Die Pferde wurden nicht überfordert und müssen jetzt wieder langsam abtrainiert werden!

  • Ausnahmsweise eine Blick hinter die Kulissen - nur und ausschließlich Konditionswerte:

    Hier die trainierten, konditionsstarken Gespanne:


    Mehrspännig 1.Messung und 2.Messung / Durchschnittswerte / Punktzahl / Equidenpässe vorh.

    Hans Nehr vierspännig 130/108,5 50/50 Pkt. gesamt 100 Pkt.

    Andreas Nemitz vierspännig 142/152 48/42 Pkt. gesamt 90 Pkt.

    Eugen Hander vierspännig 157/150,5 43/43 Pkt. gesamt 86 Pkt. usw.


    Zweispännig 1.Messung und 2.Messung / Durchschnittswerte / Punktzahlen / Equidenpässe vorh.

    Bettina Schreiner zweispännig 134/144 49/46 Pkt. gesamt 95 Pkt.

    Herbert Mayer zweispännig 160/137 41/48 Pkt. gesamt 89 Pkt.

    Axel Geide zweispännig 156/148 44/45 Pkt. gesamt 89 Pkt.

    Jasmin Langenmayr zweispännig 158/140 42/47 Pkt. gesamt 89 Pkt. usw.


    Die Tierärzte geben sich nämlich eine wirklich große Mühe - so fair wie möglich - die Leistung der Gespanne vergleichbar einzuordnen!

    Natürlich können die äußeren Gegebenheiten nicht auch noch ins Kalkül gezogen werden. Das Wetter war aber diesmal besonders pferdefreundlich!

    Durchschnittswerte über 200 sind bedenklich - kamen auch 3 - 4 mal vor - aber schnelle Regeneration (klar Rassetypisch/Friesen bzw. Kaltblutpferde oder zu viel Personen auf zu schwerem Wagen)

  • Mal ne kritische Frage: Sind 75 km an einem Tag nicht etwas zuviel für die meisten Pferde?

    Das war auch mir - schon in der Ankündigung zur Veranstaltung als "sehr hoch" aufgefallen, ich hatte aber damals irgend wie nicht die rechte Muse mich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

    Aber wie die Kommentare und die tierärztlichen Gespannkontrollen ergeben haben, waren wohl die meisten Pferde in einer guten Verfassung. Das freut wohl einen jeden rechten Pferdemann/Frau :)

    Ich freue mich auch für jede-n, der seiner Freizeitgestaltung so nachgehen kann, so daß eine / solche Veranstaltung(en) immer wieder so stattfinden kann / können.


    Und Altmeister Nemitz auch von meiner Seite aus von hier alles gute für diese Reise und vielleicht wieder einen netten Bericht über das erlebte und gesehene ..... :-]

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Hallo,


    75 km sind eine Distanz, für die man eigentlich jedes gesunde Pferd problemlos trainieren kann. Ausnahmen mögen Pferde sein, die einfach keinen Laufwillen haben und solche mit extrem ineffizientem Bewegungsablauf. Je nach Rasse ist man nicht superschnell, aber z.B. schwerere Pferde, Ponys usw. laufen das problemlos. Voraussetzung ist ein systematischer Aufbau über Jahre, damit der Bewegungsapparat stabil genug ist (die Herz-Kreislauf-Kondition kann man viel schneller aufbauen - aber ein "Schnelltraining" ist sehr riskant für die langfristige Gesunderhaltung). Ich fahre mit meinem Shetty Tagesetappen bis 90 km (bisher) und auch Mehrtagesfahrten 65-65-65-25 km... Ohne Probleme, ohne Überforderung. Mit ca. 200-300 g Hafer, Gras, Heu und Wasser :-) Im Training: Ein paar Körner Hafer, Heu, Gras... (So bekommt ein Shetty eine sportliche Figur :D). Nächstes WE wollen wir wieder auf die Strecke: 70 km sind das Ziel, wenn der Winter nicht zu früh kommt will ich Ende Okt. nochmal 82 km gehen.



    Beim Fahren ist zudem - wenn man einen eher leichten Zug hat - die Belastung fürs Pferd niedriger als beim Reiten. Am "leichtesten" ist die Distanz sicher mit einem leichten Einspänner zu bewältigen, da man hier 100% auf das eine Pferd eingehen kann (Tempowahl etc.) und auch die Zugleistung vermutlich am geringsten ist. (Die üblichen Wagen für Mehrspänner sind pro Pferd immer deutlich schwerer als z.B. ein Sulky, hinzu kommt, dass die Arbeitsteilung im Mehrspänner nie ganz perfekt ist)


    Gruß Tina

  • felix003 :


    wäre es möglich zum Vergleich noch Werte der schlechter bzw. der am schlechtesten trainierten Pferde zu bekommen? Natürlich ohne jede Namensnennung der Besitzer. Nur das man mal einen direkten Vergleich der Werte hat.