Alternativen zum Einsatz von Heu (z. B. in Zeiten der Futterknappheit)

  • Hafer ist da auch etwas "spezieller" wie die anderen, bei uns überwiegend gebauten Getreidearten Gerste, Roggen u. Weizen.

    Da der Hafer, von der Spitze der Rispen her sehr ungleichmäßig abreift, viele Halme zum Reifezeitpunkt der Körner aber noch nicht abgestorben sondern oft sogar noch teilweise grün sind, das Haferstroh zäher ist, kann man mit seiner Ernte auch schon mal etwas zuwarten, denn der Körnerausfall ist geringer wie bei anderem Getreide.

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • hab in einem Buch von 1901 etwas über einer Esparsette als Pferdefutter gelesen. Diese Pflanze soll auf den schlechtesten Böden gedeihen. Speziell auf kalkhaltigen Verwitterungsböden mit metertiefen Wurzeln. Nach 9-12 Jahren soll sie den Acker mit Humus und Boden bereichert haben. Die Pferde bekamen sie nur und konnten schwerste Arbeiten leisten. Der Samen soll linsengross sein. Ich persönlich kenne diese Pflanze nicht, ist hier jemand dabei der sie kennt?

    :thumbsup: Freude ist da, wo auch Pferde sich wohlfühlen


    HeiBo

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Esparsetten


    "Esparsetten waren wichtige und sehr nahrhafte Futterpflanzen für schwer arbeitende Pferde in der europäischen Landwirtschaft."


    danke für den Hinweis

    http://www.orgprints.org/9630/1/9630_Neuhoff_Vortrag.pdf

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)

    2 Mal editiert, zuletzt von zeno ()

  • guten Tag,

    ich hab Esparsette mal im lückigen Grünland ausgesät. Sie brauchte bei uns lang bis sie sich etabliert hatte. In Reinsaat ist sie mengenmäßig der Luzerne unterlegen.

    Interessant ist die Pflanze im Zusammenhang mit der Endoparasitenkontrolle. Hier gibt es in der Schweiz und in Frankreich bereits interessante Erfahrungen bei Schafen.

    Sicher eine spannden Pflanze, die am geeigneten Standort eine gute Ergänzung darstellen kann.

    Grüße

    Florian

  • Wie in Wikipedia richtigerweise ausgedrückt, handelt es sich auch bei dieser Pflanze um eine Art mit mehreren Varietäten.


    So schreibt Krafft-Fruwirth in seiner Pflanzenbaulehr über sie (auszugweise) :


    Die angebaute Esparsette (Esper, Espar, Hasen-, Schild-, oder Katzenkopf, Süß-, Ewiger-, Spanischer-, oder Türkischer- Klee)

    - 0,3 bis 0,6 m Wuchshöhe, Fremdbestäubung durch "Hummeln" (ähnlich wie beim Rotklee).

    Die gemeine oder einschürige Esparestte und die nach dem Schnitt rascher treibende, nach "Steblers" Versuchen aber nicht ertragreichere zwei- und dreischürige Esparsette wird in Mittel und Westeuropa bis zum 67° nördlicher Breite angebaut; die dürftigere Bergesparsette in Kalkgebirgen wild vorkommend. Das Wurzelvermögen der Esparsetten ist noch größer als das der Luzerne.

    Unter den Herkünften wird die französiche wenig geschätzt, viel Pimpernelle, geringere Lebensdauer; geschätzt die mährische-, und nach "Stebler" als langlebig die Pfälzer-, Schwarzwälder-, und die elsässer Esparsette.

    Die Esparsette dauert zwar meist nur 3 bis 6, aber auch 5 bis 15 Jahre aus; ihre Reproduktionskraft ist nicht so groß wie jene der Luzerne, sie gibt gewöhnlich nur einen Schnitt und eine Weide. Sie gedeiht am vorzüglichsten und hält am längsten auf tiefgründigem, kalkhaltigem Boden aus. Sie ist aber nahezu die einzige Futterpflanze, die noch auf trockenem, felsigem Boden fortkommt, sobald nur die Wurzeln in Klüfte und Risse eindringen können. Solche und Geröllböden können, wenn Kalk vorhanden ist, mit Esparsette gut genutzt werden. Meist wird sie auf Kalk-, Kreide- und Mergelböden angebaut (Kalk-Klee, Klee des Kalkes). Ausgeschlossen sind seichtgründige Böden; auf Torf und kaltem Lehmboden kommt sie nur schlecht fort. An das Klima stellt sie keine besonderen Ansprüche. Frost und Dürre verträgt sie gut, Nässe nicht.

    Kultur und Stellung in der Fruchtfolge sind die selben wie bei der Luzerne.

    Gleich dieser wird sie in eigenen Esparsetterotationen oder auf eigenen Futterfeldern gebaut. Wo sie nicht gut fortkommt, benutzt man sie nur durch zwei Jahre; sie erhält dann in der Fruchtfolge dieselbe Stellung wie Kleegras. Bei Esparsettemüdigkeit kann sie erst nach 10 - 12 Jahren auf das selbe Feld wiederkehren. Die Esparsette hinterlässt das Feld in gutem Zustand und ist daher eine gute Vorfrucht für Winterhalmfrucht, Raps, Mais. Die Esparestte verlangt gut zubereiteten, tief gelockerten Boden, weshalb sie am besten nach gedüngten Hackfrüchten gebaut wird. Sie verträgt jedoch auch die Folge nach Halmfrüchten. Sie braucht keine N-Zufuhr, soll aber bei Anlage und später, in ähnlicher Weise wie die Luzerne mit P + K gedüngt werden.

    Die Reinsaat kommt selten vor, weil sie im ersten Jahr gewöhnlich geringen Ertrag abwirft. Häufiger wird im Frühjahr unter dünn gesäte, am besten grün abgenommene Sommerung gebaut, oder, wenn jenes zu trocken ist, zur Sicherung des Ankeimens schon im Herbst queer über die Wintergetreidereihen 15 - 30 cm weit gedrillt.

    Breit-: 170 - 240, Drillsaat 100 bis 200 Kg unenthülster Samen für 1 Ha. Die Esparsette wird 2,5 bis 6 cm tief untergebracht; enthülster Samen , der gleichmäßiger keimt, und um 30 - 40 % dünner gesät wird, nur 2 bis 4 cm.

    Im Aussaatjahr ist das abweiden mit Schafen zu unterlassen, weil die junge Esparsette leicht beschädigt wird. Erst ältere Esparsettenschläge können ohne Gefahr abgehütet werden.

    Im Frühjahr ist der Boden zwischen den Pflanzen mit der Egge zu lockern; Vergrasung- wird so wie bei der Luzerne bekämpft, veranlasst, wenn stärker zum Umbruch.

    Der erste, oft einzige Schnitt wird, wenn bei der Mehrzahl der Pflanzen die Blüten der Ährenmitte voll geöffnet sind, Ende Mai, Anfang Juni genommen.

    Neben Esparsette muß auch anderes Futter gebaut werden, weil der erste Schnitt zur Fütterung nicht ausreicht. Sie ist daher nur dort zu bauen, meist mit Gras gemischt, wo Luzerne nicht mehr wie 35 dz vom Ha abwirft.

    Der erste Schnitt und die Weide geben 20 bis 45, bis 50 dz, auf kräftigem Boden 40 bis 80 dz Heu. Heugewinnung ist sehr beliebt, so wie bei Luzerne auf Kleereitern, aber mit geringerem verlust an Blättchen, durzuführen.

    Zur Samengewinnung wird auf einem reinen, drei bis vierjährigen Esparsettenfeld ein Unkrautfreier Teil stehengelassen. Der Samen reift Inder Ähre von unten nach oben und wird nach Ende Juli mit der Hand abgestreift, oder es werden die Pflanzen, wenn die Untersten Samen reif sind, in Schwaden gemäht, nach einigen Tagen der Trocknung auf Tüchern mit dem Flegel abgeklopft oder eingefahren und zu Hause gedroschen.


    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Wir haben gestern den ersten Ballen Maissilage geöffnet. Die Tiere nehmen es sehr unterschiedlich an. Von kategorischer Ablehnung bis hin zu "drauf stürzen" haben wir alles dabei. Es ist aber vornehmlich für die Rinder gedacht. Die Pferde bekommen es nur in Kleinstmengen angeboten und wie sollte es anders sein: Die , die es nötig hätten mögen es nicht und die anderen könnten sich rundum den Bauch voll schlagen. So muss ich nun zur Fütterung separieren, wenn ich das Zeugs geben will. Das Leben könnte so schön einfach sein, wenn man keine Araber hätte....

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Ähm, also nachdem ich den Gewinner der deutschen Distanzfahrerei 2018, der ein reinrassiger Hannoveraner sei, nach genauerem Beobachten Bewegungsablauf/tempo bei der Sieltec Open als Traber tituliert hab, vermut ich mal das man auch mit dem deutschen WB es nicht simpel hat.....mfg Kirsten