Wiese entmisten - brauchbare manuelle Verfahren(sweisen)

  • Ich sammle keinen Mist von der Wiese ein, wenn ich ihn später wieder auf die selbige ausfahren soll. Wenn die Haufen zu viel und groß werden kommt die Wiesenschleppe zum Einsatz. Habe trotzdem kein Problem mit Parasitendruck.

    Genau so (ähnlich) verfahre ich seit weit über dreißig Jahren.

    Ein Teil der Flächen ist eh Mähweide, da kommen die Pferde meist erst nach der Heuernte zur Beweidung drauf. Auf den, wenn möglich(?), früh zum Anweiden verwendeten Flächen wird nach Möglichkeit ein später Heu / Grummetschnitt gemacht. So ist nach Möglichkeit ein weitgehender Wechsel zwischen Weide- und Dürrheunutzung gegeben. Der Wintermist wird als gut verrotteter Dünger wieder wechselnd auf die Flächen aufgebracht. Mineralische Düngung erfolgt mit Fingerspitzen ...

    Nach der Beweidung werden die Gailstellen und alles, was sonst noch so nötig ist mit dem Schlegelmulcher kleingemacht und nach Bedarf auch evtl. noch überschleppt ...

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Nach der Beweidung werden die Gailstellen und alles, was sonst noch so nötig ist mit dem Schlegelmulcher kleingemacht und nach Bedarf auch evtl. noch überschleppt ...

    Normalerweise machen wir das auch so. Aber in diesem Sommer sind die Mädels am Stall geblieben, da auf den Weiden nach der Heuernte nichts nachgewachsen ist. Auf der kleinen Fläche ( 4000m² ) muß man halt was machen, wenn da dauergeschissen wird.

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Mit etwas Vernunft zur eigenen Kraft-Arbeitsschonung ,gibt man auf üppigen Weiden immer nur soviel Weide frei was an einen Tag abgefressen werden kann,auf abgefressenen Flächen + die Tagesweide lässt es sich sehr leicht einsammeln und die versperrte Fläche bleibt verschont.

    Korrekt Spyder, so machen wer es auch. Der Vorteil, ist es wird nicht vertrampelt... Wenn vorne aufgemacht wird, wird hinten irgendwann wieder zugemacht, damit es schneller nachwachsen kann.


    Gruß Jakob

    :] " Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten." :]

  • Wir haben Partnerbeweidung mit Dexter- Rindern. Der Ablauf unserer Weidenutzung ist folgender: Zuerst dürfen die Rinder auf die Flächen und erst wenn das Fette weg ist, kommen die Pferde drauf. Dadurch ist die Fläche gleichmäßig kurz und man könnte den Pferdedung dann absammeln, was wir aber nicht tun. Zur Pflege wird dann noch geschleppt oder gemulcht. Für unsere Wahrnehmung ist dann eine gewisse Zeit nach dem Schleppen/Mulchen der Mist nicht mehr erkennbar. Dann darf das Gras wieder wachsen und der Kreislauf geht von Neuem los. Unsere Pferde fressen trotz allem nicht in diesen "ehemaligen" Geilstellen, diese werden immer nur als Toilette benutzt.

    Durch das Schleppen/Mulchen wird der Dung zerschlagen und kann natürlich besser verrotten und ist für die Pflanzen wieder verfügbar, anstatt dass sie darunter ersticken. Ich denke, auch einige Parasiten werden dadurch zunächst mechanisch abgetötet. Wenn dann noch im Sommer bei Hitze und Trockenheit die Fläche richtig gut austrocknet, ist eigentlich eine gute Hygienisierung vonstatten gegangen. Zusätzlich Kalken wir regelmäßig. Das geht aber in dieser Form nur dort, wo die Flächen gut befahrbar sind.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Wir haben Partnerbeweidung mit Dexter- Rindern.

    Das ist bestimmt eine der besten Möglichkeiten zur Weidepflege.:-) bei minimalem Maschineneinsatz.


    Was mich im Zusammenhang mit Pflegeschnitt/Mulchen noch interessiert - im Moment sense ich von Hand. Das ist zwar ein bißchen aufwendig, aber mit gutem Handwerkszeug und Übung bewältigbar. Den Schnitt reche ich wohl oder übel zum Kompostieren zusammen, damit er mir nicht die nachwachsenden Pflanzen erdrückt. Ein manuelles Mulchverfahren kenne ich gar nicht. Was ist denn die traditionell bewährte Methode zur Weidepflege nach Abweiden?


    Die Ardennerin

  • Wir Mulchen natürlich nicht manuell, ich wüsste auch nicht, dass es sowas gibt.

    Traditionell...hm...Abschleppen vielleicht? Das ging auch mit Pferd oder Ochse.

    Die alten Bauern, die früher noch mit Pferden gearbeitet haben, erzählten mir, dass die Arbeitspferde gar nicht auf die Wiesen kamen. Die standen im Stall und bekamen Heu, Stroh und Hafer. Weidegang gab es nicht, es mag Ausnahmen gegeben haben. Auf den Wiesen standen in aller Regel nur die Rinder und die haben halt nicht die Eigenschaft, eine Wiese so einseitig zu nutzen und verkrauten zu lassen. Irgendwie geht Rinderdung auch besser "kaputt", als Pferdeäppel...

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Wir Mulchen natürlich nicht manuell, ich wüsste auch nicht, dass es sowas gibt.

    :-)) Das hatte ich auch nicht vermutet. Aber eine Frage ans erfahrene Publikum hier hat schon Einiges zutage gefördert, woran ich im Lebtag nicht gedacht hatte.


    Und wahrscheinlich muß man in Betracht ziehen, daß die Pferde entweder gar nicht (in eurer Gegend wohl) oder nur sehr, sehr wenig (hier) auf die Weide kamen. Wenn, dann nach den Rindern. Und nach der Arbeit. Der meiste Dünger wurde wahrscheinlich vor Ort abgeliefert.


    Die Ardennerin

  • ...mit dem spindelmäher kommt man dem schlegelmulcher schon näher, allerdings wesentlich schonender. docbig mäht so seine wiesen sauber und zwar manuell (...also quasy manuel :-) ...) und angenehm l e i s e.

    ...da gibt es von ihm auch filme, frage ihn mal...