Altes Warmblut päppeln

  • Ich mache bei meinen Ponys um diese Jahreszeit den Unterboden nackig und den Hals, so eine Mischung aus Irish- Schur und Trace- Schur. Das viele Fell ist eher eine Belastung, als ein warmes Mäntelchen. Die Kleinen muss ich dabei nicht einmal anbinden. Sie stehen da und rühren sich nicht vom Fleck während der Schur, weil die so dankbar sind, von diesem Pelz befreit zu werden. Ich bin davon überzeugt, dass die Wohlfühltemperatur meiner Shettys im Winterfell so zwischen -10 bis -30°C liegt. Das haben wir hier aber äußerst selten. Die Schur wiederhole ich über den Winter mehrfach, wenn es grade mal milder und trocken ist, kommt die Wolle wieder runter. Ich habe auch mal versucht, das enorme Fellwachtum durch frühzeitiges Eindecken in den Griff zu bekommen, zwecklos! Meine Beiden sind schon etwas älter, 18 und 21 Jahre. Die sind erst im Juni komplett ausgehaart und Ende August schieben die schon neues Winterfell.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • In meinem ersten Stall gab es einen Stallmeister, der mit dem Krieg aus Ostpreußen zu uns geschwemmt worden war und bei uns auch als Reitlehrer gearbeitet hat. Der hat seiner alten (Ex-)Zuchtstute ordentlich Malzbier über den Hafer gekippt, damit sie im Winter nicht zu arg abbaute. Hat darauf geschworen und das Tier hat die drei Winter, in denen ich in dem Stall war, wunderbar durchgehalten, ohne Gewicht zu verlieren.

    Wahrscheinlich darf man das heutzutage mit all den Futteranalysen und "das und das ist aber wegen dem und dem schädlich für's Pferd" nicht mehr. Wär der Wallach aber meiner, würde ich es geben, nachdem die Zähne und Würmer kontrolliert worden wären.

  • Das Warmblut ist schon lange kein Notfall mehr.


    Er wird z. Zt. täglich dreimal mit meiner "Energiemischung" gefüttert und bedient sich nebenher noch tüchtig aus der Heuraufe. Ich stelle kaum noch Einschränkungen beim Fressen fest, solange er ungestört und auf großer Fläche sein Futter aufnehmen kann. Ich habe über zwei Monate Spurenelemente intensiv zugeführt - das Fell ist seidig, die Schuppen verschwunden. Die Rippen sind immer noch etwas mehr spürbar als es wünschenswert ist, aber Aufpäppeln braucht seine Zeit.


    Als besonders starken Energielieferanten habe ich lediglich (Lein-)Öl eingesetzt. Jetzt in der Höchstdosis von 200 ml/d. Er scheint es ausgezeichnet zu vertragen.


    Er hatte sich sehr gescheuert und als das nicht besser wurde, habe ich ihn einmal mit Butox-Lösung behandelt. Das hat ihm Ruhe verschafft; die Löcher im Fell wachsen langsam zu.


    Die Ardennerin


    ... die inzwischen davon ausgeht, daß sie lediglich die Auswirkungen einer gravierenden Fehlernährung aufgefangen hat. Natürlich sind da die normalen Alterswehwehchen, aber ansonsten macht er einen topfitten Eindruck.

  • Hallo Ardennerin,

    da mir die alten Pferde und ihre anspruchsvolle Fütterung seit 5 Jahren ein tägliches Anliegen sind, teile ich mal meine Erfahrung mit

    Bei mir sind es zwei Araber mit je 31 Jahren die beide keine oder nur noch Reste von ihren Zähnen haben.

    Der Wallach bekommt 3xtgl eine Mischung aus 1kg Heucobs, 1kg Luzernecobs, 1kg Rübenschnitzel aufgeweicht in der 2fachen Menge an Wasser. Gras könnte er auch aufnehmen verweigert er aber. Mit dieser Fütterung hat er ein Gewicht von 570-600kg. für seine Rasse eigentlich schon zu dick aber der Besitzer möchte ihn nicht dünner haben.

    Der gleichalte Hengst dazu bekommt 4x tgl. 1,2 kg Heucobs,1 kg Luzernecobs, 1,2 kg Maiscobs, 0,3kg Sojaschrot, 0.3kg getreidefreies Mash. dazu 1Flasche Malzbier.. Der Hengst hat nur ein Gewicht von 430 kg also etwas untergewichtig. Auch der Hengst kann Gras aufnehmen dreht es aufgrund fehlender Zähne jedoch nur zu Röllchen die er dann wieder ausspuckt. Die Zähne werden regelmäßig soweit möglich kontrolliert/behandelt. Die Pferde stehen nicht direkt zusammen, sondern nur nebeneinander also hat jedes Pferd genug Zeit in Ruhe zu fressen.

    Die einzige Erklärung für das Untergewicht des Hengstes ist das in der Nähe einige Stuten stehen die in regelmäßigen Abständen rossig sind was dann den Hengst davon abhält zu fressen.

  • Hallo, conny.rider ,


    danke für Deinen Beitrag!


    Ich sehe, daß Du weißt, wovon Du sprichst. Deine Fütterung ist ja noch aufwendiger als meine und das will schon etwas heißen:-; Gegen Besitzerwünsche und seien sie noch so unvernünftig, kommt man auf die Dauer nicht an.


    Bei mir hat sich wider alle Erwartungen das Öl als Energielieferant bestens bewährt - solltest Du noch überlegen, wie Du den Hengst etwas auffüttern kannst.


    Die Ardennerin

  • Hallo ardennerin,

    ja stimmt Öl hilft gut bekommt der Hengst auch hatte ich nur vergessen zu erwähnen.

    Zwischendurch mag er ja auch gut fressen, nur wenn die Stuten rossen ist das mühsam aufgefütterte schnell wieder futsch.

    Eine Haltungsänderung ist aber auch nicht möglich.

    Schönen Tag