Heupreise 2018-2019

  • Hallo

    spyder

    ist Österreich auch von der Trockenheit betroffen?

    Süddeutschland hatte ja ausreichend Niederschläge.

    Wenn ein Haflingergestüt vom Ausland zukaufen muss?

    Dann hat er die letzten Jahre was falsch gemacht????????


    Ich habe vor ca 5 Jahren einem Pferdehändler einen Lkw Heu

    von mir für 15 € je Rb geladen,

    allerdings ist dieser Preis für mich nicht Kostendeckend.


    Daher habe ich dann lieber eine Wiese von einem Landwirt

    der daneben lag mitmähen lassen, Kostenlos.

    Selbst dieses Jahr noch 2 Ha.


    Hier in Unterfranken ist auf den Wiesen nach dem 1. Schnitt

    kaum noch was gewachsen, nichts zum mähen.

    Die Mutterkuhhalter müssen hier schon seit Wochen zufüttern.


    Die Landwirte (Viehhalter) hier bei uns kaufen kein Heu zu?

    Die kaufen sofern Sie nicht selbst Körnermais als Reserve haben,

    Körnermais zum Häckseln ab Feld.


    So hier im Ort, wurde 2 Tage gehäckselt, Mais vom Schweinehalter.


    Unser Milchviehhalter (80Kühe) sät jedes Jahr 10Ha Körnermais,

    so ca 3-4 Ha stehen noch zum dreschen, dessen Silos sind voll.


    Der Heupreis ist in den letzten 20 Jahren ständig gefallen,

    bedingt durch die Staatlichen Kulap Programme.

    Zu DM Zeiten habe ich selbst 70 Mark je Rb bezahlt (Schimmelig),

    wäre für Pferde nichts gewesen.

    Ich wäre über einen Abnehmer jedes Jahr froh (30-40 € je Rb)

    MfG

  • Warum gibt man Heu für 15 € / RB ( wobei RB ein ganz weiter Begriff ist ) ab wenn die Kosten nicht gedeckt werden ? Warum verlangt man dann nicht mehr ?


    Hier bei uns (südlich Donau ) wird derzeit Mais gehächselt und in Rundballen gepresst , das soll in den Norden gehen.

    Man stellt sich so 70- 85 € pro Ballen vor , ab Hof , also zuzüglich Transport .

  • ich habe meinen Heuvorrat mit dem 1 Schnitt erledigt, einen 2 Schnitt gibt es auf Grund der Trockenheit nicht. jetzt stehen die Pferde auf den Wiesen und suchen sich das raus , was sie noch verwerten können. Da Pferde Steppentiere sind kommen sie damit eigentlich gut klar, sind ein leichtfuttriger Schwarzwälder und ein Warmblut. Beide machen einen zufriedenen Eindruck.

    Milchviehhaltern empfehle ich die Nutzung des normalerweise auf dem Acker klein gehächselten Rübenblatts als Silage. in vergangenen Zeiten war dies ein regelmässiges Futter für Rindvieh.

    wir müssen lernen mit dem was kommt umzugehen und nicht nach Subventionen rufen, denn von Geld wird das Vieh, egal welches nicht satt.

    :thumbsup: Freude ist da, wo auch Pferde sich wohlfühlen


    HeiBo

  • wir müssen lernen mit dem was kommt umzugehen und nicht nach Subventionen rufen, denn von Geld wird das Vieh, egal welches nicht satt.

    Also dem ditmarscher Kohlbauern mit deutlich über 1.000.000 € Verlust 2018 wird mit den 8,-€/ha auch nicht so wirklich geholfen, der verzichtet direkt auf die Beantragung….(gäb knapp 4000,-€ Subvention nur um mal Blick auf die Relationen zu haben). mfg Kirsten

  • Also dem ditmarscher Kohlbauern mit deutlich über 1.000.000 € Verlust 2018 wird mit den 8,-€/ha auch nicht so wirklich geholfen, der verzichtet direkt auf die Beantragung….(gäb knapp 4000,-€ Subvention nur um mal Blick auf die Relationen zu haben). mfg Kirsten

    bis der Antrag ausgefüllt ist hat er vermutlich mehr in seinem Betrieb erwirtschaftet wenn er sich in der Zeit um Alternativen kümmert

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)

  • Ich glaube die Bauern, die wirklich Tiere zu versorgen haben, sind echt ganz arm dran zur Zeit. Profitieren tun die, die Futtermittel erzeugen, Getreide anbauen etc. und das verkaufen. Ich kenne so einige Betriebe bei uns im Umkreis, die ein paar Heuwiesen haben, vielleicht noch den einen oder anderen Acker, aber die Tierhaltung schon längst aufgegeben haben. Diese Betriebe stehen wesentlich besser da, machen ggf. derzeit sogar einen richtigen Reibach. Die Tierhalter aber, haben sowieso die Daumenschrauben angelegt bekommen. Als Beispiel möchte ich da die neue Düngeverordnung nennen. Da musste ggf. groß investiert werden, in neue Mistplatten, zusätzliche Güllelager und wasserdichte Silos...etc. pp. Und es ist auch nicht damit getan, Tiere zur Schlachtung zu verkaufen - und das zu Spottpreisen - es fehlt nun einmal auch der Ertrag aus dem geschlachteten Tier. Eine tote Kuh kann weder ein Kalb zur Welt bringen noch Milch erzeugen.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Beitrag ist OT


    Ich hätte gern @Shettyfreaks Beitrag geliked, aber es geht (wieder einmal) nicht.

    Deshalb auf diese Weise.


    Ich weiß nicht, an welchen Stellschrauben man vernünftigerweise drehen soll, um dieses Ungleichgewicht wieder etwas aufzufangen. Der Weg in die industrielle Tierproduktion, den man seit Jahrzehnten zwecks Deckelung der Kosten und des Arbeitsaufwandes betreibt, scheint mir kurz vor dem Ende zu sein.


    Und ehe hier der Aufschrei der Betroffenen kommt - ich persönlich glaube keine Sekunde, daß irgendein Mensch mit diesem System richtig glücklich und zufrieden ist und unterstelle also niemandem einen extremen Hang zur Tierquälerei oder was dergleichen Ängste jetzt ausgelöst werden könnten. Es ist sine ira et studio. Ich glaube, das System fährt vor die Wand und es wäre gut, dagegen etwas zu tun. Für alle.


    Die Ardennerin

  • und unterstelle also niemandem einen extremen Hang zur Tierquälerei oder was dergleichen Ängste jetzt ausgelöst werden könnten.

    ich kann nur einem optimal gehaltenen Tier eine optimale Leistung abverlangen, das hat sich schon rumgesprochen in der Landwirtschaft

    das gilt im übrigen auch für Pferde ...

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
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  • Hm zeno .... die Praxis sieht trotzdem anders aus...

    Die Haltungsbedingungen z.b. für Milchvieh haben sich sicher enorm verbessert. Da sind die Schrecken der Anbindehaltung im Finsterstall sicherlich zum Großteil vorüber. Aber schau dir mal eine konventionelle Bullenmast an oder eine Schweinemast. Oder die Haltung von Zuchtsauen. Natürlich tut sich da an jeder Stelle etwas, trotzdem.... Ich will das nicht zerpflücken, aber "optimal" bedeutet nicht automatisch artgemäß und nicht frei von Qualen. Ich will damit nicht sagen, dass Bauern aus Lust und Laune Tiere so halten und ihnen gewisse Dinge antun. Sie tun dies, um am Markt bestehen zu können.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • hab ich was davon gesagt, daß es überall gut ist? ist es das denn im Pferdebereich?

    aber wer sich nicht um optimale Haltungsbedingungen bemüht, schneidet sich ins eigene Fleisch

    und ja, optimal ist für mich auch artgerecht


    meilenweit weg vom Thema :wacko:

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)

  • Ich glaube die Bauern, die wirklich Tiere zu versorgen haben, sind echt ganz arm dran zur Zeit. Profitieren tun die, die Futtermittel erzeugen, Getreide anbauen etc. und das verkaufen. Ich kenne so einige Betriebe bei uns im Umkreis, die ein paar Heuwiesen haben, vielleicht noch den einen oder anderen Acker, aber die Tierhaltung schon längst aufgegeben haben. Diese Betriebe stehen wesentlich besser da, machen ggf. derzeit sogar einen richtigen Reibach.

    Ich habe keine Ahnung was du unter Reibach verstehst , aber reich wird von diesem Preisanstieg eher keiner. Das Getreide ist etwas nach oben gegangen , aber sehr überschaubar . Der Kö-Mais ebenso , da sind wir bei 10,5 oder 11 € nass , das ist wenig mehr als die letzten Jahre .

    Heu und Stroh mag am meisten angezogen haben , ja . Aber davon haben die meisten nicht zu viel abzugeben .


    Hier bei uns gibts ein paar die es mit Silomais in Ballen versuchen , ok da ist die ganze Verfahrenstechnik schon irrsinnig teuer . Bin gespannt ob die den anbringen .

    Ich hatte meine Mais auch inseriert , aber es war keine Nachfrage . Das mich schwer gewundert .

  • Hallo

    wir haben heute eine Wiese geprest von der wir in den Vohjahren über 200 Öhmdballen haten heute wahren es 25.


    Im Heu war es noch ganz gut mit 80 % also unsere Pferde haben genug, das Öhmd verkaufen wir immer und auch Stroh sowie die übrigen Heuballen. Morgen wird eine weitere Wiese geprest die bringt normal so bisle über 100 ballen wird aber wohl mehr bringen als die größere Wiese von heute da sie am Kocher ligt und auch weil da viele Bäume stehen so das sie viel schatten hat.

    Morgen mähe ich noch eine Obstbaumwise. Ich habe generell etwas weniger Ertrag beim 2ten Schnit da ich den Ersten recht spät mache.


    LG Manuel

    Zitat Ralf Zauner: " Kannst Du schon mit Pferden arbeiten?

    Oder musst Du noch Traktor fahren?"

    (11.06.1965-22.10.2015)


    Unsere HP : ....kochertaler-fuhrhalterei.de


    Einmal editiert, zuletzt von DoktorBig ()

  • Ich habe bei einer befreundeten norwegischen Züchterin nachgefragt:

    In "normalen" Zeiten zahlen sie 575 €/Tonne inklusive Steuer - in diesem Jahr wären sie bereit, deutlich mehr zu bezahlen, wenn sie denn etwas bekämen ... soviel zur Wirtschaftlichkeit.


    Diese Preise sind durchaus plausibel: Norwegen hat nur sehr wenig landwitschaftlich nutzbare Flächen- und die werden fast ausschließlich für die Lebensmittelproduktion verwendet.

    Viehfutter - vor allem Heu- wird dort nur auf wenigen Flächen und in kleinen Mengen produziert, vor allem von Selbstversorgern für den eigenen Bedarf. Die Menge reicht aber auch in guten Jahren bei weitem nicht aus, so dass immer große Mengen importiert werden müssen.

    Norwegen importiert landwirtschaftliche Erzeugnisse für schlappe 50 Mio Euro - allein aus Deutschland !

    Quelle

  • Das mag schon sein , aber das kann ja nur im Hobbybereich sein . Wenn ich Vieh mäste oder Milch produziere dann brauch ich ne Wirtschaftlichkeit . Die ist bei den Preisen , da brauch ich gar nicht rechen , nicht gegeben .

  • Norwegen ist in seinen Produkten sehr teuer, das wird bestimmt eingerechnet.

    Richtig. :]

    Insgesamt ist die Landwirtschaft dort erheblich anders organisiert als in der EU ( an der die Norweger auch kein Interesse haben ).

    Die Betriebe sind fast ausschließlich kleine Nebenerwerbshöfe, die vom Staat weitgehend gefördert werden. Fleisch- und Milchpreise werden staatlich gestützt und festgelegt und sind verhältnismäßig hoch.

    Den Norwegern ist es wichtig, in ihrer Lebensmittelproduktion so autark wie möglich zu sein, deshalb haben sie sich vom Weltmarkt " losgelöst".

    Es scheint zu funktionieren: in diesem interessantenBericht von 2009 kann man einige Einblicke in das System finden.