Radlager Nachstellen

  • Die alten Gleitlager brauchen alle ein gewisses axiales Spiel, damit sie nicht klemmen. Der Radsturz sorgt dafür, das die Büchse immer am achsseitigen Bund anläuft und die dort sitzende Lederdichtung ständig unter Druck und damit dicht hält.


    Stärkeres Spiel deutet darauf hin, das die Lederdichtung verschlissen ist und ersetzt werden muß. Deren Kontrolle und die Versorgung der Achse mit frischem zähem Öl gehört zu den regelmäßig (wie oft, daran muß man durch Kontrolle in länger werdenden Intervalle rausfinden, ca. 50 km ist ein guter Startwert) durchzuführenden Wartungsarbeiten. Ich würde dringend dazu raten, diese Wartungsarbeiten vor dem ersten Einsatz durchzuführen. Fehlendes Öl führt zur Beschädigung der Achse, Fett, das immer wieder fälschlicherweise verwendet wird, führt zum gleichen Ergebnis.
    Der Dreck um die Ölkappe deutet ferner darauf hin, das die Lederdichtung der Ölkappe fehlt oder beschädigt ist.


    Zur Wartung den Wagen aufbocken, die Ömutter entfernen. Auf der Achse befindet sich die Achsmutter, die je nach Achsenbauart gekontert ist oder aber auch durch Splint gesichert sein kann. Diese lösen und das Rad abziehen. Achsstummel und Büchse säubern, auch die Nut auf dem Achsstummel und die Ölkammer in der Büchse reinigen. Die Lederdichtung kontrollieren und ggfs ersetzen (nach dem alten Muster aus starkem Leder schneiden, vor dem Einbau in Öl einlegen). Dann zähes (Getriebe-)öl in die Ölkammer und auch über die Ölnut geben und das Rad wieder aufstecken. Die Radmutter auf Anschlag aufschrauben und dann ca. eine viertel bis halbe Umdrehung zurückdrehen. Kontern oder sichern. Etwas Öl in die Ölmutter füllen und diese samt ihrer Dichtung aufschrauben.

  • Die Angaben die "Buggyfahrer "gemacht hat, klingen sehr professionell und ich möchte sie in keinster Weise anzweifeln. Das nur, damit kein Missverständnis entsteht.


    Jetzt meine Frage an den Fachmann : Warum führt die Verwendung von Fett ,welches ja die Lager der stärksten und schwersten Maschinen vor starkem Verschleiß schützt, zu Lagerschäden?question.png ???


    roper

  • Ein Grund ist, dass das Öl die Lederdichtungen aufquellen und damit dicht werden läßt, das passiert bei Fett nicht.
    Es ist hier sehr wohl nach dem Achsentyp zu unterscheiden; Buggyfahrer hat, gem. dem eingestellten Bild, die Schmierung für Patent- und Halbpatentachsen beschrieben.


    Es gibt andere Achsentypen wie z.B. Stummelachse (Fett) oder Schmierachsen (Wagenschmiere).


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Ganz einfach,wenn Dichtringe/Lederscheiben nicht mehr dichten und das Fett /Öl kann austreten kann, eben wegen Mangel an Schmiermittel eine Trockenreibung beginnt ,die Achse/Buchse einen Abriebschaden erleidet.Darum sollte jeder Fahrer bei jeder Fahrt eine Achsspielkontrolle machen.Ganz einfach die Räder wackeln lassen und man fühlt wie viel Spiel vorhanden ist .Wer fleissig fährt sollte mind.jede Woche prüfen .


    Gruss von Spyder.

  • Die Angaben die "Buggyfahrer "gemacht hat, klingen sehr professionell und ich möchte sie in keinster Weise anzweifeln. Das nur, damit kein Missverständnis entsteht.


    Jetzt meine Frage an den Fachmann : Warum führt die Verwendung von Fett ,welches ja die Lager der stärksten und schwersten Maschinen vor starkem Verschleiß schützt, zu Lagerschäden?question.png ???


    roper


    Das liegt vor allem an der Dicke des Schmierspaltes in den Ölachsen (um eine solche handelt es sich hier mit großer Wahrscheinlichkeit, Kennzeichen ist die Ölmutter). Dieser ist recht genau gearbeitet, es gibt kaum spürbares Kippspiel in den Lagern. Wird der Schmierstoff nun aus dem Lagerspalt verdrängt, was durch den hohen Druck im unteren Teil des Lagers ständig passiert, kann Fett aufgrund seiner steifen Konsistenz nicht mehr nachfließen. Das Lager läuft trocken und verschleißt. hier habe ich Bilder vom Inneren einer Ölachse eingestellt. Man erkennt schön die Verteilnut, die immer wieder frisches Öl aus der Ölkammer und der Ölmutter in das Lager fördert.


    Fett oder Schmierachsen sind anders konstruiert und haben ein sehr viel größeres Lagerspiel. Durch das Gewicht des Wagens liegt die Achse exzentrisch in der Büchse, der obere größere Spalt dient als Schmierstoffdepot, aus dem die drehende Achse immer wieder Fett mit in die belasteten Zonen mitnimmt. Da die Fettmenge begrenzt ist, muss häufiger nachgeschmiert werden.

  • Hallo,
    hätte ich nicht gedacht, daß sich soviele Leute zu Wort melden. Herzlichen Dank. :)


    Ich glaube aber da kommt gar kein Oel rein, ich habe keine Oelschraube sondern nur einen Schmiernippel. Da muß ich dann mal weiter sehen, jeden falls Herzlichen Dank.


    LG
    Friesenfahrer

  • Bei historischen Wagen mit nachgerüsteten Scheibenbremsen werden normalerweise die Achsen auf moderne Kegelrollenlager umgebaut worden sein oder es wurden gleich neue Achsen verwendet. Alte Achsen lassen sich nur selten so spielfrei einstellen, das eine Scheibenbremse auf Dauer zuverlässig funktioniert. Die relativ moderne Ölkappe mit der Revisionsbohrung deutet auch darauf hin, das zumindest die Achsstummel und Buchsen oder die ganzen Achsen ersetzt worden sind.

  • Schmiernippel ist nichts, was zu einem historischen Fahrzeug passen würde. Möglich, das bei der Montage der Scheibenbremse hier "nachgebessert" wurde, was für dem Fall, das es sich um eine Ölachse handelt (was wahrscheinlich ist), trotzdem zu Schäden führen wird.
    Eine Ölmutter (keine Ölschraube) ist da, das ist die dicke Mesiingmutter, die das Lager nach vorne abschließt. Diese sollte hohl sein und als Öldepot dienen.


    Ziehe das Rad mal von der Achse und stelle mal Bilder vom Inneren ein, dann kann man mehr sagen...

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