Paddock befestigen ohne Paddockplatten

    • Paddock befestigen ohne Paddockplatten

      Nachdem ich zu diesem Thema nur uralte Beiträge gefunden habe, die nicht ganz passen, eröffne ich hierzu mal einen neuen Thread.

      Wir wollen im Frühjahr, sobald es die Wetterverhältnisse zulassen, unseren Auslauf befestigen. Der kleine Paddock direkt am Stall ist seit Jahren aufgeschottert und trocken, nun soll der große Allwetter Auslauf befestigt werden.

      Es handelt sich insgesamt um eine Fläche von gut 20x60m (vielleicht ein paar Meter mehr). Ob wir die ganze Fläche oder nur die untere Hälfte, also 20x30m befestigen, hängt nicht zuletzt von den Kosten ab.

      Paddockplatten kommen nicht in Frage, da mein Budget bei ca. 10.000€ liegt. Mehr ist mir die Sache einfach nicht wert.

      Da der Untergrund unseres Auslaufs aus wasserundurchlässigem, schwerem Lehmboden besteht (wir haben kein Grundwasser, unter dem Lehmboden kommt Felsgestein), haben wir geplant ca. 40cm auszuheben (den Aushub können wir vor Ort entsorgen), 20cm groben Schotter auszubringen, dann 5cm Trennschicht und oben drauf 15cm Sand.

      Nun stellt sich natürlich die Frage, welcher Sand (Material/Sorte, Körnung, Feinanteile etc.) als Tretschicht am besten geeignet ist. Natürlich wäre es schön, wenn ich auf dem Auslauf auch mal longieren könnte. Dann könnte ich mir die Fahrerei in die Halle künftig sparen. Regelmäßig reiten möchte ich auf dem Auslauf nicht.

      Desweiteren sollte die Tretschicht möglichst staubarm sein, auch bei anhaltend trockenem Wetter. Ich möchte nicht dauernd wässern müssen, das verursacht noch mehr Arbeit und laufende Kosten.

      Kantenberundet zwecks Huffreundlichkeit ist Voraussetzung. Zu tief sollte der Sand aus Rücksicht auf Sehnen, Bänder und Gelenke auch nicht sein.

      Welche Erfahrungen habt ihr mit welchem Typ Sand gemacht? Welche Körnung habt ihr verwendet?

      Wer von euch hat ein Hackschnitzel / Sand Gemisch? Seid ihr zufrieden? Wie haltbar ist das Gemisch?

      Bitte keine Hinweise auf Baugenehmigungen etc. Das kläre ich alles vor Ort mit der zuständigen Gemeinde, dem Bürgermeister und dem Bauamt.

      Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte. Bitte erzählt mir auch, wenn ihr mit einer bestimmten Kombination eine Bauchlandung gemacht habt. Ich muss den gleichen Fehler ja nicht auch machen ;)
    • Habe mir einen Reit-/Fahrplatz gebaut mit 30x60 m. Gelände hat natürliches Gefälle von ca. 40 cm auf die Länge. Untergrund sehr lehmhaltig. Die Erdschicht von ca. 10cm wurde abgestossen. Darauf kam eine Schicht Sand mit Körnung 0/2 (ca. 160 To). Das ergibt eine Tretschicht von etwa 5 cm. (Deine 15 cm Sand zum Fahren sind zuviel, das wird mühsam für's Pferd. Wenn du bei dir 40 cm Lehmboden ausheben willst ergibt das fast automatisch ein Schwimmbecken wenn's kein Gefälle hat! ).
      Mehr habe ich nicht gemacht und das hält nun schon 10 Jahre. Zweimal im Jahr wird der Platz behandelt mit Unkrautvernichter.

      renatus
    • Danke für Deine Antwort, leider geht sie komplett am Thema vorbei.

      Ich möchte keinen Reit-/Fahrplatz bauen, sondern einen Paddock befestigen, auf dem meine Pferde bereits seit 6 Jahren 24/7 leben. Der Untergrund besteht aus Lehm und hat sich durch die intensive Nutzung zusätzlich verdichtet.

      Ich habe einen großen 40x100 Wiesenfahrplatz und der bleibt Wiese ;)
    • Die 15 cm starke Tretschicht ist (aus eigener Erfahrung) zu dick. Jeden Tag dort die hineingetretenen Äppel zu suchen macht keinen Spaß. Maximal 5 cm sind ausreichend. In welcher Form hast Du die Trennschicht geplant?
      Es gibt hochfeste Kunststoffgitter von der Rolle, nennt sich „Geogitter“. So etwas würde ich in Betracht ziehen und das auf einer Versuchsfläche unter Realbedingungen testen.
      Die Tretschicht habe ich immer mit — hier in Norddeutschland haben wir jede Menge billigen Sand, genannt Füllsand 0-3 mm, ist kiesiges Zeug mit mehr oder weniger Lehmanteil — Füllsand hergestellt. Die Lehm- und Feinanteile werden vom Regen relativ schnell ausgewaschen, dann hat man so etwas wie gewaschenen Kies oder Flußsand.
      Die Idee mit dem Schotter als untere Schicht finde ich sehr gut, die Hauptsache ist, daß Sickerwasser auch irgendwohin abfließen kann und die Hinterlassenschaften der Pferde dieses Sickerwasser nicht zu stark belasten...

      Ich baue mir gerade einen Paddock, der wird aber mit Rasengittersteinen aus Beton ausgelegt und darauf kommt die Tretschicht aus Füllsand mit nur 2-3 cm Stärke. Meine beiden Dicken wiegen auch um die 850-900 kg. Der Aufbau ist wie im Straßenbau üblich: Frostschutzschicht aus Füllsand, darauf Kiestragschicht 0-32mm, abgedeckt mit Filtervlies. Darauf die Rasengitter, die mit Filterkies wegen der Durchlässigkeit, befüllt werden. Das würde aber Dein Budget sprengen.
    • Den von Dir geplanten Unteneinbau der Tragschicht macht man so eigentlich nicht mehr. Gerade bei undurchlässigen Böden hat man den Badewanneneffekt, da sich das Wasser in der Tragschicht anstaut. Selbst eine evtl. vorhandene Drainage setzt sich nach einigen Jahren zu. Solchen Wannenaufbau macht man nur noch bei Reitplätzen mit Ebbe- Flutsystemen. Dann allerdings mit Teichfolie als Sperrschicht.

      Offenbar planst Du eine geschüttete Trennschicht z.B. aus Betonrecycling oder Asphaltfräsgut? Lass die Finger davon! Sowohl Betonrecycling als auch Fräsgut sind schadstoffbelastet und müssen später evtl. als Sondermüll wieder entsorgt werden ( Asbest und PAK ). Ich würde einen Obenaufbau machen. d.h. die Tragschicht wird direkt auf den bestehenden Oberboden aufgebracht. Der Unterboden sollte so vorbereitet werden ( evtl. aufschütten und verdichten), dass ein Gefälle von ca. 0,5 - 1% zu den Seiten vorhanden ist. Bei lehmigen Unterböden ist schon ein Trennvlies zwischen Unterboden und Tragschicht erforderlich, damit die Tragschicht nicht mit den Jahren in den Unterboden eingetreten wird. Passendes Trennvlies kostet ca. 1,25 bis 1,50 € den m². Es reicht dann eine Tragschicht von ca. 10 Stärke. Darauf würde dann wieder ein Trennvlies und ( eigentlich ) Paddockplatten kommen, die dann mit ca. 5 cm Überdeckung mit der Tretschicht verfüllt werden. Wenn Du aus Kostengründen auf die Paddockplatten verzichten musst, dann sollte die Tretschicht aber ca. 10cm Stärke haben, da die Pferde sonst das Trennvlies sehr schnell wieder freilegen und durchtreten würden. Der Aufbau sollte an den Seiten ca. 1m größer als die Umzäunung des Paddock sein. Falls das austretende Sickerwasser nicht auf angrenzende Flächen laufen darf, muss umlaufend noch ein Drainagegraben mit Ableitung des anfallenden Sickerwassers angelegt werden.

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    • Nannerl schrieb:

      Danke für Deine Antwort, leider geht sie komplett am Thema vorbei.
      Mir ist jetzt nicht ganz klar was hier am Thema vorbei geht. Du beschreibst eine Dreischicht-Bauweise für deinen geplanten "befestigten" Paddock. Im Prinzip der Bauweise sind Paddock und Reitplatz identisch (oder auch ein Tennissandplatz), Nur Art und Stärke der Tretschicht können anders sein (und natürlich der jeweilige Verwendungszweck). Was habe ich hier also falsch verstanden?

      renatus
    • Ich wohne in einem Gebiet mit vielen Steinbrüchen, hier gibt's exzellenten Schotter für relativ wenig Geld in unterschiedlichen Sortierungen.

      Selbst kantengerundeter Quarzsand ist halbwegs bezahlbar, weil ebenfalls wenige Kilometer entfernt große Vorkommen sind.
      Mir kommt kein Sand mit Lehm- und Feinanteilen auf den Paddock, denn wenn die ausgewaschen werden - wo wirds hingewaschen? In meinen Unterbau und der setzt sich dann zu...

      Mir kommt auch nix in den Paddock, was ich hinterher als Sondermüll wieder umständlich entsorgen muss. Deswegen auch keine Zuschlagstoffe.

      Ich hab gestern mit ner Baufirma bei uns gesprochen und 20cm Schotter Tagschicht, Trennvlies & gute 10cm Sand als Tretschicht angefragt. Mal sehen, was das Vergnügen in der Variante kostet.

      Die Anregung mit dem Aufbau ist gut, damit man am Ende keine Badewanne hat. Ich besprech das mal mit unserem Bau Unternehmer.
    • renatus schrieb:

      Nannerl schrieb:

      Danke für Deine Antwort, leider geht sie komplett am Thema vorbei.
      Mir ist jetzt nicht ganz klar was hier am Thema vorbei geht. Du beschreibst eine Dreischicht-Bauweise für deinen geplanten "befestigten" Paddock. Im Prinzip der Bauweise sind Paddock und Reitplatz identisch (oder auch ein Tennissandplatz), Nur Art und Stärke der Tretschicht können anders sein (und natürlich der jeweilige Verwendungszweck). Was habe ich hier also falsch verstanden?
      renatus

      Die Bauweise Deines Reitplatzes ist für unseren Paddock völlig ungeeignet. Unsere Pferde laufen auf der Fläche das ganze Jahr 24/7 rum.
      Weißt Du wie der Paddock in einem Jahr aussieht, wenn ich den so bauen würde, wie Deinen Fahrplatz? Bisschen abschieben und ein bisschen Sand drauf, dann habe ich allerspätestens ein Jahr später wieder den gleichen Zustand wie jetzt.

      Falsch verstanden hast Du den Grad der Belastung. Ein Fahrplatz wird doch beileibe nicht so intensiv genutzt, wie ein ganzjähriger Auslauf, der 24/7 zugänglich ist. Und entsprechend der Belastung muss halt auch gebaut werden.