Toskana — Five-in-hand Herbst 2017

    • Toskana — Five-in-hand Herbst 2017


      Montag, 18.09.2017

      Rabiat und rücksichtslos schellt der Wecker. Es ist stockfinster, nächtens um 3.30 Uhr. „Steh auf!“ drängelt er nochmal, „Steh endlich auf! Du wolltest es nicht anders.“ Ich schleiche mit halb geschlossenen Augen durch den Flur ins Bad, schlurfe in die Küche an die Kaffeemaschine, schnappe mir den fertigen Koffer und mache, daß ich aus dem Haus komm. Pst! Leise! Sonst wachen alle auf …
      Ich muß um 6.00 Uhr in Kerschlach sein, sonst verpaß ich den Anschluß. Der Verkehr hat Mitleid mit mir und ich bin zeitig genug da um dabei sein zu können, wie die 5 Pferde für die lange Reise verladen werden. Uns begleiten diesmal: Basylia, Czakker, Monti, Piast und Moritz, die meisten sind alte Hasen, kennen das Geschäft und die Toskana.
      Nach einem gemütlichen Frühstück brechen auch wir auf, den Weg nach Siena schon vorgezeichnet im Kopf. Der Sonnenaufgang läßt das Wettersteingebirge mit der Zugspitze in den schönsten Farben kräftig leuchten, der schon tief gefallene Schnee die ideale Projektionsfläche, rechts und links als Rahmen dunkel die Vorgebirge und oben ein strahlend blauer Himmel. Wollen wir wirklich weg?
      Nach Seefeld im Österreichischen wird‘s bewölkt und naß. Auf der Südseite des Brenners hat die Sonne für kurze Zeit das Sagen, leider ist schon beim Verlassen des Etschtales wieder alles grau in grau. Wir passieren Apfel-, Pfirsich-, Aprikosenbäume mit erntereifen Früchten dicht in rot, gelb, orange und grün geschmückt. Parallel zur Autobahn flirrt ein anderer Farbtupfer: ein Eichelhäher fliegt neben den Fahrzeugen, völlig unbeeindruckt von Lärm, Abgasen und Staub. Flach wie ein Brett ist die Po-Ebene mit vielen landwirtschaftlichen Betrieben, die offensichtlich aufgegeben wurden und deren alte Gebäude ihre Mauerruinen schief, bucklig und armselig wie auf einem Teller präsentieren. Wir sehen die ersten Feigenbäume, Palmen und Reisfelder, passieren die großen Industriegebiete von Verona, Mantua, Modena, Bologna und eilen weiter gen Süden. Wir kommen gut voran, aber als wir in der Toskana ankommen regnet es dicke, schwere Tropfen. Wie die freundlich-begeisterte Begrüßung durch eine feucht-schlabbrige Hundezunge, mitten übers Gesicht gesabbert. Was soll man davon halten?
      Die Pferde treffen unmittelbar nach uns ein, alles ist gut gegangen, auch sie hatten keine langen Aufenthalte. Ohne es zu merken haben wir sie irgendwo überholt. Wir führen sie in ihre geräumigen Boxen, wo ein fleißiger Geist schon alles hergerichtet hat und sie sich aufs Heu stürzen. Unser Abendessen findet in Siena statt, das Lokal sicher eins der besten. Wir ratschen noch lang und probieren uns quer durch den Nachtisch, da läßt sich der Regen leicht aushalten.




      :)
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    • Dienstag, 19.9.17, Siena und Umland

      Morgens versorgen wir unsere Pferde, wir waschen und polieren sie bis sie in der Sonne glänzen. „Es wurden Schimmel bestellt, also liefern wir keine Rappen.“ Und dann krieg ich richtig Fahrstunden bei Herrn Nemitz, die ganze Putzerei der Pferde war völlig umsonst. Das Fahrschul-Gefährt ist breit vor allem und lang: 6 Rückspiegel hat es und wenig Übersicht lassen es spannend werden auf diesen engen, buckligen, italienischen Straßen. Fragt nicht nach den PS, ich bin blond. Es ist unser Begleitfahrzeug, heißt Nissan, Namara Nissan und läßt sich trotz der Ausmaße auf den Landstraßen gut bewegen. Ich übe die neuen Dimensionen und die Jungs suchen unterdessen nach alten Wegen und alternativen Rastplätzen für unsere Pferdekutschenreise. Hin und wieder kommt mir eine Gegend bekannt vor. Wir fahren alles, von neu ausgebauter Autobahn bis völlig ausgewaschenen Feldweg, der das Umschalten auf den Vierradantrieb notwendig macht. Ein ehemaliges Lokal in der Macchia finden wir nur mit großer Mühe, weil es keine Hinweisschilder mehr gibt. Irgendwo hier muß es sein. Es war ursprünglich der Stall des Anwesens und man kann immer noch gut erkennen, wo Künstler sich an Wänden und Säulen mit Farbe und Mosaiksteinchen ausgetobt haben. Ein paar staubige Gläser und Flaschen erzählen von langen Nächten. Es muß einst eine tolle Atmosphäre gehabt haben. Schade, daß es nicht mehr ernsthaft bewirtschaftet wird. Zum Trost steckt uns die freudig Auskunft gebende Besitzerin Pfirsiche zu und fährt mit uns bis zum alten Unterstand auf der Koppel der Pferde. Wie der kleine Fiat das nur schafft auf dem abenteuerlichen Weg? Der ganze Hügel riecht nach Minze, ein unscheinbares Kraut mit kleinen lila Blüten verströmt diesen durchdringenden Duft. Schmecken tut es leider gar nicht. Ach, und da ist noch die Sache mit dem Autoschlüssel; was im ersten Moment wie eine geniale Erfindung anmutet schlägt überraschend ungewollte Kapriolen bei uns. Man braucht keinen Schlüssel mehr zum Anlassen des Fahrzeugs. Nur Knopf drücken und brumm. Solange der Schlüssel in der Hosentasche steckt, erkennt das Auto seinen gefühlten Meister. Noch finden wir das gut. Abends gibt es ein kurzes, heftiges Gewitter, dunkel, fast schwarz ist der Himmel, dann tut sich ein Regenbogen auf. Wunderschön sieht das aus, herrlich leuchtend die Farbpalette vor dem finsteren Hintergrund.





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    • Mittwoch, 20.9.17 Siena - Mulino delle Pile / Chiusdino

      Der erste richtige Kutschen-Fahrtag ist gleich ein ganz langer. Wir machen die Pferde noch vor dem Frühstück fertig, dann können sie – frisch geputzt und kontrolliert, ob alles in Ordnung ist - in Ruhe fressen. Normalerweise legen sie sich dabei nicht mehr hin und wir müssen nur noch aufschirren und anspannen. Ich habe Kofferdienst, das sollte aber kein Problem sein mit dem Navi und den ausgiebigen Fahrstunden von gestern. Weil ich nicht so recht warm werden kann mit der Idee den riesengroßen Anhänger auf diesen herausfordernden Wegen zu ziehen, haben wir diverse Pläne gemacht und wieder verworfen. Der Andrew ist eigentlich auf der Kutsche gefragt, der Moritz ist neu dabei und wir wollen erst einmal sehen wie er zurecht kommt.
      Wir starten gut und ich finde zwischen all den Koffern noch die Pfirsiche von gestern – zerdatscht. Der Nissan sollte mit einer Mistharke ausgeliefert werden, nur so kommt man bis in die Ecken der Ladefläche um Obstbrei, Kekse und Taschen herauszubekommen. Mein Weg trennt sich von dem der Kutsche gleich an der ersten Weggabelung. Gut schaut sie aus so von hinten. Die Italiener sind recht geduldige und durchaus zuvorkommende Autofahrer, immer wieder machen sie Platz oder fahren gar zurück, wenn auf den engen Straßen mit den vielen Windungen der Raum ausgeht. Überraschend schnell hab ich zum Hotel für die heutige Nacht gefunden. Siegesgewiss fahre ich gleich bis zur Rezeption vor – nur da ist keiner. Alle Türen stehen sperrangel weit offen, ich klopfe und rufe laut, niemand da. Ich warte eine halbe Stunde und vertrete mir dann die Beine im wunderschönen Garten. Das Gebäude war einmal eine Getreidemühle und der Bach zieht in einem flachen Bogen um das Grundstück. Ein Eldorado für Enten und Gänse. Ein paar Kücken laufen hinter ihren Mamas her und versuchen es ihr gleich zu tun beim Schwimmen, Sonnenbaden und Grasrupfen. Ich probiere nochmals die Rezeption, rufe bei der angegebenen Telefonnummer an. Ein Band antwortet, mir freundlich und bestimmt mitteilend, daß grad niemand da ist. Ach so, hätte ich fast nicht gemerkt. Eine Treppe führt links in die Eingeweide der Küche. Ich steige hinab und überlege, ob ich mir zu einem Kaffee verhelfen soll, die Eisbar plündern oder einen der an der Decke hängenden toskanischen Schweineschinken … Oben wischt die Putzfrau, spricht nur italienisch und davon nicht viel. Eins versteh ich, helfen kann sie nicht. Immerhin taucht etwa eine Stunde später ein Herr auf und nimmt sich der Sache an. Ich brauche die Koffer bloß in die Rezeption stellen, und ja sicher, 4 Zimmer sind reserviert und stehen bereit.
      Beruhigt fahre ich nach dem ungeplant langen Aufenthalt weiter zur Landwirtschaft, wo wir zum Mittagessen zusammenkommen wollen. Die Gebäude liegen oben auf einem Hügel, die Auffahrt ist beidseits mit schlanken, eleganten Säulenzypressen geschmückt. Weil ich im Hotel so lang gebraucht hab, beeile ich mich, man will ja das Mittagessen schließlich nicht versäumen. Nicht bedacht hab ich die lange Strecke für die Kutsche, die anderen werden noch fast 2 Stunden länger brauchen bis sie da sind. Ich hol mir einen Stuhl, setz mich in die Sonne, die Auffahrt fest im Blick, und fang an zu meditieren: es ist so ruhig, daß die Stille mit langen Fingern förmlich nach einem greift und die Gedanken im Hier und Jetzt festhält. Kein Verkehr, keine im Wind knatternden Fahnen, kein Blätterrauschen, kein Telefon, kein Radio, selbst die Gänse, die eben noch lauthals schnatternd allen Bewohnern meine Ankunft angekündigt haben, sind mucksmäuschenstill. Eine ihrer Federn torkelt im Gras. Eine kleine, vorwitzige Fliege unterbricht diesen seligen Zustand, sie kitzelt mich am Ellbogen. Bumms bin ich wach. Da, die Kutsche … Schön sieht das aus, mit dem Weiß der Schimmel zwischen dem dunklen Grün der Auffahrt. Ich springe auf zum standesgemäßen Empfang. Wir versorgen die Pferde und genießen eine prächtige Brotzeit auf der blätterüberdachten Veranda mit Spezialitäten der Toskana und Gaumentratzerln der Küchenchefin. Dann wechseln wir die Besatzung, der Andrew wird den Anhänger holen und ich mach auf Groom.
      Wir passieren San Galgano, die Kathedrale ohne Dach. Die Zisterzienser der Abtei haben um Schulden zu bezahlen das Bleidach der Kirche verkauft – vor etwa 500 Jahren. Hier steckt der Sage nach das Schwert Excalibur fest im Fels und wartet noch immer auf die erlösende Hand. Nach einer Dreiviertelstunde haben wir das Hotel erreicht, auf dem gepflegten Rasen machen wir mit dem Fünfspänner eine geschickte Kehrtwendung und entlassen den Gast. Es ist nochmal genauso weit bis zum Stall. Der ausgewaschene Weg läßt die Kutsche ächzen und stöhnen, unser Neuer, der Moritz, legt sich in die Sielen, daß sie knarren. Es scheint als wolle er die Arbeit der 3 Vorderpferde allein machen. Der Stall in Luriano ist groß genug, daß wir mitsamt der Kutsche einfahren und anfangen in der Stallgasse auszuspannen. Bis das letzte Pferd soweit ist, hat das erste schon die Heuballen entdeckt. Es denkt an seine Kollegen und schiebt denen auch Heu zwischen die Füße. Jetzt muß es schnell gehen, jedes Pferd in eine Box, angehängt und abgeschirrt. Im Wechsel geht es zur Dusche, die anderen können derweil Heu satt fressen.
      Als wir selber hungrig und mit Mist (-geruch selbstverständlich nur) an den Stiefeln im Hotel zurück sind, wird uns eröffnet, daß leider, leider doch nur 2 Zimmer zur Verfügung stehen. Aber oben im Dorf hätten sie 2 weitere organisiert. Wieder werfen wir alle Pläne über den Haufen, Essen zuerst zwischen den alten eisernen Geräten und Mühlsteinen zu Abend, fahren nochmal die holprige Strecke zum Stall damit unsere braven Vierbeiner ihr Kraftfutter bekommen, wieder zurück und in absoluter Dunkelheit hinter einem Lotsen her nach Chiusdino, einem klitzekleinen Dörflein oben auf einem Hügel plaziert wie der Sahnetupf auf dem Tortenstück. An der eingeschlagenen Straße steht unten ein Warnschild, für Busse gesperrt. Hmmm. Es geht empor, steil, hoch und höher, noch eine Kurve und wieder steiler, weiter und weiter bergan. Wir können Lichter in der Nacht zwischen den Bäumen blitzen sehen und stehen plötzlich auf der Hauptstraße des Ortes. Dumm nur, daß wir genau andersherum weiter müssen. Bis ich unser Schlachtschiff vor und zurück durch diese Kehrtwende gelotst habe warten etwa 5 Autos und schauen dem Schauspiel amüsiert zu. Mit einer Kutsche geht das einfacher. Jetzt sind es bloß noch 500m bis auf den Parkplatz. Wir haben unser heutiges Ziel erreicht – ach ja, der Schlüssel für Zimmer Nummer drei sperrt problemlos auch Nummer zwei. Ich schrecke einen Herrn aus dem Schlaf, ahne was er mißmutig brummt. Und um Mitternacht muß sich der Andrew noch mal anziehen und zum Auto begeben, dank unseres famosen Hosentaschen-Schlüssels ist das Fahrzeug nicht abgesperrt, das ausgerechnet macht es nicht automatisch.






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    • Donnerstag, 21.9.17 Luriano - Peruzzo

      Noch vor dem Frühstück kümmern wir uns um die Pferde. Das wird mit einer herrlichen Aussicht über das weite Tal im Sonnenaufgang belohnt als wir unser Hotel am Berg verlassen. Wir zählen ob noch alle Pferde da sind, kucken ob alles heil ist, wir füttern, putzen, duschen sie, schieben die Kutsche händisch ins Freie damit der Stall mit schwerem Gerät gemistet werden kann, Oskar, das Sattelschwein, begrüßt uns freundlich, ein Kumtkissen wird für den Moritz gebastelt mit Schnürsenkeln vom Vorarbeiter und anschließend fahren wir zur Mühle zurück. Der Weg ist nicht besser geworden. Tiefe, vom Regenwasser ausgewaschene und gegrabene Rinnen verlaufen kreuz und quer. Wo uns gestern nur ein tollpatschiger Igel im Scheinwerferlicht überrascht hat, kommt uns heute der gesamte Berufsverkehr der Gemeinde entgegen. Nur einmal noch müssen wir die Straße wieder zurück zum Stall fahren, jedem Schlagloch haben wir inzwischen persönlich die Hand geschüttelt, keins haben wir ausgelassen, da sind wir eisern. Wir starten gegen 10.00Uhr mit der Kutsche in Luriano und besuchen zuerst noch die Marquesa. Sie ist diejenige, die hier die Fäden in der Hand hält. Ihr uraltes Palazzo sitzt ganz oben am Hügel, hoch über den Stallungen, und kann mit einem wunderbaren Blick übers bucklige Land aufwarten. Eichenwälder so weit das Auge reicht. Ein zauberhaft romantischer Wunschbrunnen und ein paar Pferdeboxen mit blumenbepflanztem Roundpen vervollständigen das Stilleben vor dem Haus. Die alten Pfade kann man noch gut an ihren Resten auf den jetzigen Kieswegen ausmachen. Im Sand tauchen immer wieder in Reih und Glied verlegte Steine auf. Vor allem in Form von Randsteinen geben sich die alten Kurven zu erkennen. Jemand hat fleißig Holz gemacht, Bündel um Bündel liegt unten an der Straße zum Abholen bereit. Wir passieren den langen, zweigeteilten Brunnen, der früher zum Waschen gedient hat, eine kleine Kapelle und ein seit langem unbewohntes Hirtenhaus. Wir sind mit der Kutsche schon auf der asphaltierten Landstraße unterwegs und träumen von Knappen und Rittern bei so viel Mittelalter in aller Früh, als es hinter uns durchdringend und wiederholt hupt. So ein Depp, der kann doch eh grad nicht überholen. Oops, das ist ja der Andrew mit einer fremden Chauffeuse: ohne unseren besonderen Autoschlüssel kann er nicht weg, samt Anhänger nicht, und der Schlüssel steckt noch in der Jackentasche vom Chef. Keiner hat den Schlüssel in der Hand, keiner denkt an ihn. Macht nichts, dafür sind wir ganz modern und technisch auf dem aktuellen Stand. Lang sind wir heute nicht unterwegs, also keine Mittagspause; die Vorfreude auf Peruzzo ist eh viel zu groß und Pepe und seine Frau warten mit einem „kleinen“ Imbiss. Wir passieren Schafherden, deren vierbeinige Hirten ihre Arbeit so gut machen, daß es keine zweibeinigen braucht. Es geht steil bergab, 20% warnt das Straßenschild und überhaupt, Kurve an Kurve. Plötzlich stehen wir vor der Einfahrt, wir klingeln und das majestätische Tor öffnet sich von Geisterhand. Die Pferde kennen den Stall vermutlich noch vom Frühjahr, zumindest benehmen sie sich so und Moritz hat so einen seltsamen Blick, ganz verwundert schaut er, die Ohren auf seinen Hintern gerichtet. Ich bin sicher er lernt gerade die ersten Pferdelausfliegen seines Lebens kennen. Nach dem Begrüßungs-Imbiss kümmern wir uns um die Geschirre und stellen sicher, daß die Pferde genug Futter und Wasser haben. Zum Aufhübschen fürs Abendessen müssen wir am Auto vorbei, ein Fenster steht noch offen. Rein zufällig haben wir den Schlüssel auch zur Hand, also Knopf zum Anlassen gedrückt, Fenster automatisch hoch, Tür zu, Abschließen. Abschließen? Geht nicht! Egal wie oft wir die Tür auf und zu machen und am Schlüssel „Versperren“ drücken, es tut sich nichts. Schließlich kommt uns die rettende Idee: den Anlasser noch mal drücken, wie beim Computer über „Start“ nach „Aus“. Neumodischer Kram. Zum Abendessen gibt es diverse Gänge, das Hauptgericht, Geflügelbrust mit Orangentopping, gehört zu meinen Lieblingsspeisen. Die Kalorien laufen wir uns gleich danach ab: wir müssen zu unseren ausgelagerten ehemaligen Landarbeiter-Häuschen, im Dunkeln bergauf; klingt schlimmer als es ist, ein Firmament mit so vielen Sternen wie ich es von zu Hause nicht kenne entschädigt uns.






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    • Freitag, 22.9.17 Peruzzo

      Unser freier Tag – und der der Pferde. Wir essen, essen und essen. Zwischendrin grundreinigen wir das Geschirr und den großen Anhänger, füllen die Heusäcke für morgen, laufen über das scheinbar endlos große Gelände, entdecken bislang unbekannte Ecken, freunden uns mit der alten Maremmaner-Kuh an, nutzen die versteckte Waschmaschine und sitzen auf der Veranda vor unserem Haus. Da die kleinen, für die Gäste hergerichteten, ehemaligen Landarbeiter-Häuser weitläufig verstreut stehen herrscht herrliche Ruhe. Ich lese und genieße den Ausblick über das Tal. Hier unter dem Laubendach hängen einem die Trauben wortwörtlich bis in den Mund. Der Nach-Nachtisch von gestern abend, die leckeren, kleinen, unscheinbaren Weinbeeren, deren exorbitant intensiver Geschmack auf der Zunge förmlich explodiert ist, hier auf der Veranda wachsen die Reste. Ich dehne und strecke mich auf Zehenspitzen, damit ich ja jede einzelne Traube im Weinlaub des Schattendachs erreichen kann, göttlich! Übrigens, bevor ich drauf vergess: unter der ersten Stufe der steinernen Treppe die zu unserem Haus hier führt, wohnt eine der flink huschenden Eidechsen.






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    • Samstag, 23.9.17 Peruzzo - Bell'Aria

      Relativ gemütlich machen wir davon, die gesamte Kinderschar fährt hellauf begeistert auf der Kutsche vom Stall zum Haupthaus mit. Ob wir den Pepe nochmal erleben dürfen? Es geht ihm nicht wirklich gut ... Wir fahren den alten Fuhrweg bergab, zum anderen Eingang, zwischen den vielen Olivenbäumen durch, neben einer Korkeiche vorbei, an einem neu hergerichteten ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude entlang. Schmuck sieht das aus, richtig schön ist es geworden. Und mitten im Gelände, Blick ins Tal und auf hunderte Oliven und Kastanien, fernab von Stress und Lärm; hier hat es eine eigene Zeiteinteilung. Draußen passieren wir mehrmals die Bahnstrecke, durch alte Rundbogenbrücken geht der Weg. Mittags machen wir Picknick auf einem Privat-Gestüt. Bis wir ausspannen holen die Leute eine hübsche Stute mit ihrem aufgeregten Nachwuchs aus eben der Koppel, die unseren Pferden zur Pause dienen soll. Wir sitzen im Schatten der Bäume, kauen Salami, Pecorino und Focaccia, trinken Wein, äh Wasser, und bestaunen den schwarz lackierten Pflug im Vorgarten. Der war das letzte Mal auch schon zur Dekoration aufgestellt und hergerichtet. Überraschend elegant und klein ist er für hiesige Verhältnisse. Während wir schlemmen, schrottet ein Pferd die Vorderleine, den 3. und längsten Arm. Eine Ersatzleine ist im Anhänger – der steht leider schon am Stall für heute abend. Irgendwo in den unergründlichen Tiefen der Jagdbreak läßt sich eine stabile Kunststoffleine finden. Wir befestigen das Provisorium an der Schnalle und achten, zum Ausmessen auf dem Boden herum rutschend, peinlich genau auf die passende Länge. Ein Knoten markiert die Stelle. Derweilen hat der Gestütschef uns zu einer Runde Kaffee nach der Brotzeit eingeladen. Natürlich sagen wir nicht nein, aber dann gibt die Kaffeemaschine ihren Geist auf. Der Herr versucht alles, rüttelt daran, schlägt darauf, mosert alles was ihm so an italienischen Schimpfwörtern einfällt und stampft mit dem Fuß auf – nichts geht mehr. Ihm ist es oberpeinlich, wir werden es überleben, danken trotzdem für die sehr freundliche und wohlgemeinte Geste und fahren weiter. Ich durfte am Vormittag mit auf den Bock, heute nachmittag heißt es das Auto zum Stall bringen und vorher das Gepäck im hochherrschaftlichen Bell‘Aria abliefern. Da ich schon einmal hier war und wir neulich zum Üben alles abgefahren sind, ist das eine leicht Übung, das Navi weist die Richtung. Ich muß nur das Schlachtschiff durch das schmale Eingangstor navigieren, dort wo es unmittelbar in den Hof geht. Rechts und links vom Außenspiegel sind lockere 5cm Platz. Dann scharf links vor den 13 großen, tönernen Blumentöpfen mit den Hortensien und Geranien, das Faktotum und ich halten die Luft an und beide sind wir überrascht als es klappt; erlösendes Grinsen; es geht so gut, daß ich gleich weiter mit eng eingeschlagenen Vorderrädern bis auf den Parkplatz fahre. Die Dame des Hauses begrüßt mich herzlich und die hilfsbereiten Hotelboys schaffen die Koffer auf die Stuben. Ich bemühe mich sorgfältig, ja die Schlüssel der Zimmer auseinander zu halten, nur um später zu erfahren, daß keine entsprechenden Namen an den Türen vermerkt sind. Als nächstes eilig zum vertrakt engen Tor wieder hinaus, zum Stall. Immerhin haben sie seit dem letztenmal das "Einbahnstraße"-Schild entfernt, ich krieg immer Herzklopfen wenn mir der Pfeil entgegenkommt. Heinzelmännchen haben in unserer Pferdeunterkunft alle Boxen schon eingestreut und ich muß nur noch stacheliges, langhalmiges Heu vorlegen. Ohne Gabel. Man wird kreativ auf diesen Reisen. Das Heu fühlt sich an wie überständiges Gestrüpp, riecht herrlich aromatisch, wird gut und gern gefressen, hat allerdings ganze Lagen von Blättern mit dabei – von denen ich gern wüßte, ob es Stechapfelblätter sind. Nein, Luzerne-Heu ist dies nicht. Zum Tränken kann ich 2 Eimer vorbereiten, der Rest hängt noch unter der Kutsche. Ich warte und laufe zum Zeitvertreib um den Stall herum. Hier findet sich immer wilder Fenchel, auf den bin ich scharf. Die kleinen gelben Blüten und das frisch ausgetriebene Grün der Pflanze haben es mir angetan, sooo aromatisch auf der Zunge und in der Nase. Immer wieder lauf ich um das Gebäude, in der Ferne leises Schafblöken und Hundegebell. Ich lausche auf ein Posthornsignal oder Hufgetrappel – nichts. Ein paar Bienen und Hummeln sumsen herum, eine Grille mit feuerrotem Rücken hopst über den Weg, ein Landwirt mit seinem alten rot-rostigen Traktor tuckert heran und weil wir den Weg blockieren mit Anhänger und Wagen fährt er anders herum. Ob es der selbe ist wie vor fünf Jahren? Dann sind plötzlich bekannte Stimmen im Stall, ich hab sie nicht kommen hören, es gibt einen Hintereingang. Wir spannen aus und versorgen die Vierbeiner. Ich greif mir das benutzte Geschirr vom Picknick und den Besteckkasten: heute nacht bin ich Herrin über das gesamte Tafelsilber der Jagdbreak, es braucht dringend putzen.










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    • Sonntag, 24.9.17 Bell'Aria - Alberese

      Wir müssen früh los, die Strecke ist lang. Bis zum Nationalpark der Maremma ganz an der Küste draußen wollen wir kommen. Mittags speisen wir in Castellaccia, dem Weingut mit den beiden uralten Ochsenjochs an der Wand. Unsere Pferde sind getränkt – was für ein Anblick 5 weiße Pferdeköpfe zugleich in einem kleinen Brunnen aus Beton - und wir genießen die Sicht über den Pool hinweg ins Land. Wir haben unsere eigene Brotzeit mitgebracht, aber der Wein, der Kaffee und die Vorspeisen kommen vom Gut. Toastbrot mit Olivenöl, was für eine simple Werbung für das gute, selbstgemachte, unverbrämte Öl. Ein Dutzend Weinflaschen stehen auf dem Tisch, welche machen wir auf? Vor Jahren sind wir hier schon einmal von einem heftigen Gewitter überrascht worden, was unsere Verweildauer angenehm verlängert hat, auch für heute ist Unwetter angesagt – jetzt, zu Mittag eigentlich. Morgens, als wir gegen 6.30Uhr zum Stall sind, war es noch dunkel und Blitze in der Ferne hatten uns vermuten lassen, damit sei das Thema erledigt. Wir haben die ersten Pferde noch im Scheinwerfer-Licht des Nissan geputzt und bei Sonnenaufgang war der Spuk verschwunden. Erledigt? Nach der Mittagspause retten wir die Pferde aus Schwärmen von Fliegen, erstere froh, daß es weiter geht. Wir verlassen das Weingut am großen Heuhaufen vorbei und entdecken bald das Gelb vom Gran Ducale Palast auf der anderen Seite des Obrone-Tals. So weit weg ist es noch, daß wir es nur erkennen können, weil wir wissen nach was wir Ausschau halten. Kleine Eidechsen überall, und Schafe. So viele Herden habe ich noch nie gesehen. Zum großen Teil bewacht von den Maremma-Hunden, nur einmal steht ein Schäfer dabei. Das Land ist braun, völlig ausgetrocknet, sporadisch deutet sich ein zarter, neuer, grüner Flaum an, Wasser wäre hoch willkommen. Plötzlich entdecken wir die Wolkenwand, schwarz und bedrohlich schiebt sie sich von rechts übers Land. Noch steht eine Hügelkette zwischen uns und ihr. Immer wieder tragen Windböen den Ozongeruch des Gewitters vor sich her. Wir sind mitten in Olivenhainen, als uns das Unwetter einholt. Große Tropfen klatschen als Vorhut mächtig in den Staub. Wir ziehen unsere Jacken über, für die Ostfriesen-Nerze unter den Break-Sitzen ist es noch zu früh. Ich halte den Nemitzschen Regenmantel fest auf meinem Schoß, es war noch keine Zeit den grün lodenen Umhang anzuziehen. Unter der Brücke dann … derweilen hat es wieder aufgehört zu tropfen, obwohl die schwarze Wolke zum Greifen nah tief über uns hängt und inzwischen den ganzen Himmel verdeckt. Wir werden den direkten Weg nehmen, abkürzen, einfach auf der Straße bleiben, auch wenn wir dadurch immer wieder Autos von Ausflüglern zum Anhalten bringen. Platz wäre genug zum Vorbeifahren, aber sie werfen die Alarmanlage an, stellen sich mitten auf die Fahrbahn und müssen ein Photo von den Pferden machen. Ich lasse den Mantel nicht los, jede Wette, daß es sofort regnet wenn ich ihn wieder auf die Hinterbank lege. Wir schaffen es trockenen Fußes zum Stall. Ein heftiger Schauer hilft uns beim Abwaschen der Schweißspuren auf den letzten beiden Pferdekörpern. Was bleibt vom Abendessen in Erinnerung? Ein herrliches Wildschweinragout, kräftig gewürzt, Acqua-cotta (gekochtes Wasser), die ehemalige arme Leute Suppe der Toskana, und als Nachtisch die Christine, die plötzlich und überraschend in der Tür steht, in 8 Stunden durchgefahren von daheim. Wir erzählen und planen, verwerfen, ändern und planen nochmal und bis die Christine gegessen hat, sind wir schon wieder hungrig. Hinter uns steht ein Gerät mit Zitronensorbet, äh, ja, ein bißchen Alkohol hat‘s auch dabei. Wir bemühen uns selbst und zapfen die Leckererei, die Versuchung ist einfach zu groß.






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    • Montag, 25.9.17 Alberese

      Wir haben schon wieder einen freien Tag, den Pferden tut es gut, die ersten Spuren der langen Tagesetappen zeigen sich vor allem bei unserem Neuen. Außerdem gilt es die Hinterbremse der Break zu richten und die Werkstatt des Nationalparks ist immer hilfreich. Wir übernachten nicht mit den Gästen im Gran Ducale in Alberese – dort begrüßt mich übrigens der rot-gestreifte Gigolo vom letzten Jahr und tut so als ob er mich noch kennt – sondern wir nächtigen im großen Haus für die Angestellten des Nationalparks am Stall. Das hat seine Vorteile: Wir haben ein richtiges, riesengroßes Appartement mit uriger Küche und brauchen um im Stall nach dem Rechten zu sehen nur über die Straße. Christine und Andrew nutzen den Vormittag zum Ausreiten mit den Butteri. Die nehmen manchmal Gäste mit zum Arbeiten, also Herden checken, Köpfe und Beine zählen, Wasserstellen kontrollieren, Zäune abreiten, Fliegen fangen etc. Wie ich in den Stall geh zum Füttern treff ich sie morgens gerade noch beim Ausprobieren der Pferde. Der Esel liegt im Paddock, Seitenlage, ausgestreckt, und rührt sich nicht, eine Elster sitzt auf seinem Hinterbein. Ist er tot? Ich schau genau hin, in dem Moment läßt er sein langes Ohr in Zeitlupe zu Boden gleiten. Nein, er ist im Tiefschlaf und träumt. Wir fahren vormittags zum Zeitvertreib nach Talamone, parken am kleinen, von einer langen Mole geschützten Hafen und steigen durch die steilen, schmalen Gassen zum alten Wachturm hinauf. Was für eine perfekte Stelle um den Überblick zu behalten - zu Wasser und zu Land. Nach Mittag verteilt sich alles: wir können nach Grosseto ins - wie wir merken werden leider geschlossene - Etruskermuseum oder scharwenzeln in der Innenstadt dieser alten Provinzstadt, müssen u.a. die neuen Gäste dort abholen, sollten die kaputte Vorderleine zum Sattler bringen, oder einfach nur am Schreibtisch Bilder sortieren, … Eine liebevolle Hand hat ein verlockend aussehendes Pfund Kaffee-Pulver auf unserer Küchentheke hinterlassen. Ich versuche mit 5 alten, übriggebliebenen, feuchten Streichhölzern und einer ramponierten Reibefläche auf dem mir unbekannten Gasofen Espresso zu kochen. Ist der Gashahn überhaupt auf? Es zündet nicht, 4, nochmal, 3, frustriert, 2, ob das noch was wird mit dem frischen Kaffee? Dann entdecke ich die Elektroplatte. Das reicht sogar für zusätzlich Tee. Die vielen unser Haus passierenden Traktoren und Fahrzeuge erinnern daran, daß der Nationalpark eine richtige Landwirtschaft betreibt. Zum Abendessen gibt es diesen vorzüglichen Folienfisch, der mit Pilzen im eigenen Saft geschmort wird. Die 3 Gänge Vorspeisen sind köstlich, dem steht die Nachspeise in nichts nach. Als wir die Gäste danach zum Gran Ducale bringen läuft uns ein kleiner Silberfuchs über den Weg; er wird sie neugierig bis vor die Tür begleiten. Meine heißgeliebten Zitronen-Pomelos vom letzten Jahr sind noch nicht reif. Quietschgrün hängen sie an den Bäumen am Hintereingang des Palastes. Da kann ich noch lang warten ...




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    • Dienstag, 26.9.17 Parco Regionale della Maremma

      Wir freuen uns auf den Maremma Nationalpark, ein sehr vielseitiges Naturschutzgebiet an der Küste in der Toskana. Wir treffen die Gäste gegen 9.00Uhr in der Bar von Alberese zum Frühstück. "Nemitz" heißt das Zauberwort, wir bekommen alles und das umsonst, wenn wir es nur erwähnen. Der Termin läßt uns die nötige Zeit um im Stall die Pferde vorzubereiten. So eine leckere Kaki wie gestern hat es heute leider nicht, also Thunfisch-und-Tomaten-Sandwich. Der frisch gebrühte, duftende Espresso schmeckt an der morgendlichen Luft in der wärmenden Sonne doppelt gut. Die Einheimischen schlürfen nur einen kleinen Mokka bevor sie sich ins Tagesgeschäft stürzen. Das W-Lan, hier sonst zuverlässig Zugang zur großen weiten Welt bietend, läßt mich diesmal im Stich. Keine Verbindung. Schad, aber das soll uns nicht weiter aufhalten. Um 11.00Uhr sind wir fertig am Stall mit Anspannen; nebenan wird gerade eine Herde Maremma-Rinder von den Butteri in die Parzellen getrieben. Laute Zurufe und klappernde Holzgatter lassen unseren Pferden lange Hälse und spitze Ohren wachsen. Die Christine jauchzt schon den ganzen Morgen, weil sie mit einem eigenen Maremmano mitreiten kann. Unsere geplante Strecke wurde von der neuen Parkverwaltung ziemlich reglementiert, schade ist das, es gäbe so schöne, ruhige Ecken im Gelände. Dabei flirren nun laufend Radfahrer auf den engen Pfaden an Kutsche und Pferden vorbei. Überall hängen lange Plastikstreifen an den Ästen um den Radlern den Weg zu weisen. Das ist jetzt vielleicht „in“, schaut aber ziemlich greislig aus. Es war so trocken diesen Sommer, daß die Olivenwälder große rotbraune Flecken haben, alles Laub der sonst immergrünen Bäume ist dürr. Mittendrin klappert ein Eisen der Basylia. Während die Gäste auf der anderen Seite der Düne am Strand unterwegs sind, wird sie beschlagen. Sie ist ein bißchen hibbelig heute, liegt es an den Fliegen, den Radlern, weil sie ein Mädchen ist? Ich bleibe bei den Vorderpferden, eine helfende Gästin bei der Basylia, bis alles erledigt ist. Wir passieren auf unserer weiteren Fahrt ein Brautpaar, welches, das Gelände als Hintergrund nutzend, Hochzeitsbilder von sich machen läßt. Vor lauter Begeisterung über die Christine mit dem Maremmano vergißt der Photograph allerdings um seinen eigentlichen Auftrag und macht Bild um Bild von den beiden. Sie bleiben weit zurück, werden uns später aber einholen. Die bekannte Picknickstelle weit draußen am Leuchtturm, die haben wir für uns. Sogar die Insekten halten sich diesmal zurück, vermutlich hat ihnen der extrem trockene Sommer den Garaus gemacht. Jeder hat Mitleid mit dem armen Butteri Pferd, da steht es angebunden im Schatten und kriegt noch nicht mal was zum Fressen. Wir lernen, das ist so, weil sie beim Zaun richten oder anderen Arbeiten auch einfach einmal ruhig warten müssen, ohne betüddelt zu werden. Weiße Stippchen an den Beinen erinnern mich daran, daß hier Dasselfliegen auf der Suche nach Opfern sind. Wie ich so gebückt da stehe, um die Fliegeneier besser betrachten zu können, kommt schon eine von den dicken, behäbigen, haarigen Brummern und überlegt, ob noch mehr Eier Platz haben. So schwerfällig wie sie sich bewegt, für meine Kamera ist sie zu schnell. Unsere Pferde verschmähen das geschöpfte Wasser, keinen Tropfen wollen sie, tauchen nur kurz ein und rümpfen die Nase. Hmm, wir rätseln, vermutlich ist es heute zu salzhaltig hier am Meer. Den Wein brauchen wir selber, so müssen sie noch ein bißchen ausharren bis wir wieder zu Hause sind. Wir verpassen den Abzweig zu den Rinderherden und fahren direkt auf der Strasse zum Stall. Auto von hinten, Auto von hinten, Pferd von hinten … nein, doch nicht, egal wie sehr die Christine den Maremmano antreibt, er überholt uns nicht. Sancho Panza läßt grüßen. Weil der Andrew fährt sitzt Herr Nemitz ganz hinten zwischen den Gästen auf der hohen Bank – ein ungewohntes Bild.






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    • Mittwoch, 27.9.17 Alberese - Bell'Aria

      Von Alberese geht es heute zurück Richtung Siena. Die Kutschbesatzung ist verabschiedet und auf dem Weg. Wir bringen währenddessen den großen Anhänger zuerst zum Stall nach Campagnatico. Dort trauen wir unseren Augen nicht. Wo vor 3 Tagen noch nichts zu sehen war hat es jetzt Schwammerl im Kilo-Format: dick und behäbig sitzen sie mitten vor dem Stall im Gras und bieten sich ungeniert, fast aufdringlich an. Ob die essbar sind? Wir müssen weiter und packen als nächstes die Koffer sortiert in Bell'Aria in unsere herrschaftlichen, herrlichen Unterkünfte. Ein Teil kann vom altersschwachen Aufzug in den 2.Stock geschafft werden; was für ein Glück, denn die steile Treppe ist ziemlich schmal und geht ohne Absatz um die Ecken - mein Trolley füllt sie breitseits komplett aus. Wir kriegen Nachhilfe in Botanik von der Chefin des Hauses. Die seltsame Frucht im Hof ist „die Hand Buddhas“, eigentlich eine der ältesten Zitronenarten. Jeder kennt sie als Zitronat. Mittagsrast machen wir bei der Monika. Ihr kleines Lokal liegt strategisch günstig, zumal direkt neben einem Brunnen, wo die Pferde bleiben, fressen und saufen können. Der Kofferdienst ermöglicht Christine und mir ein Nickerchen auf Monika‘s Veranda vor dem Essen und danach eine extra Portion Eis um trotzdem noch vor der Kutsche in Bell‘Aria anzukommen. Wir überholen sie just, als sie auf einer langgezogenen Brücke den Ombrone überquert. Auto von hinten. Ich schnappe mir die Kamera um endlich einmal die Einfahrt der Kutsche von der Innenseite des verwinkelten Hoftores filmen zu können. So oft war ich schon dabei, aber erst heute fällt mir auf, wie sehr die Treppe zum örtlichen Gasthaus draußen vor der Tür im Weg umgeht. Sie nimmt fast die Hälfte der Einfahrt ein. Die kitzlige Maueröffnung zum herzöglichen Grundstück hat also noch einen Schlenker mehr als bislang gedacht. Danach muß man nämlich möglichst gerade durch den immer kleiner und niedriger werdenden Tordurchlass und noch bevor man den eigenen Kopf wieder hoch nehmen kann müssen die Pferde nach rechts gesteuert werden, sonst laufen sie gegen einen Mauerpfosten. Spätestens hier steht ein marmorner Gartentisch mit Bank und Stühlen und so bedarf es eines scharfen 90° Schwenks nach links in die lange, schmale Allee mit den Säulenzypressen, die letztendlich im Park den atemberaubenden Blick aufs Dorf freigibt. Kein Wunder, daß diese Einfahrt den Spitznamen „Fuhrmann‘s Albtraum“ trägt. Ich stehe also und suche nach der günstigsten Position, dem besten Licht und warte, warte, noch ein Weilchen, da kommen mir plötzlich unsere Gäste entgegen. Was nun? Sie waren am Dorfeingang abgestiegen und zu Fuß hochgelaufen. Hmm, die Kutsche fährt also gleich weiter zum Stall? Es gibt ja einige gute Gründe, das Risiko der verqueren Einfahrt nicht zu wagen. Ich zeige den Gästen also den weiteren Weg und geh voran. Kaum sind wir am Haupthaus, kommt unsere Kutsche doch. Hat diesmal nicht sein sollen, das mit dem Filmen.








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    • Donnerstag, 28.9.17 Bell'Aria - Castello di Argiano

      Alle Gäste sind aufgeregt, heute geht es durch den Ombrone. Herr Nemitz hat gestern abend mit dem Nissan den Wasserstand und die Furt noch geprüft – alles ok; mehr Probleme schien der weitere Weg gemacht zu haben, das Fahrzeug erzählt von viel Schlamm und tiefem Morast. Die Kutsche hat zwar weniger PS aber mehr Traktion, es sollte also funktionieren. Christine und ich machen Hintergrund, das bedeutet wir kaufen im klitzekleinen, ortsansässigen Supermarkt und beim überschwenglich grüßenden Metzger fürs Picknick ein, haben endlich die prickelnde Einfahrt der Kutsche ins Bell'Aria auf Zelluloid, schaun, daß das Gespann gut auf den Weg kommt, sammeln alle Koffer ein, holen das Geschirr und Besteck diesmal aus der Spülmaschine, fahren zurück zum Stall, polieren den auf Vordermann so gut es die heute knappe Zeit zuläßt, hängen den großen Anhänger an den Vierrad, und machen uns auf den schmalen Straßen auf nach Castello di Argiano.
      Ich fahre hinter dem Anhänger her und sehe rechts, wenn ein LKW entgegenkommt, nur wenige Zentimeter Abstand zur Leitplanke. Grusel. Auf den Feldwegen haben wir mehr Platz, da kommt uns keiner entgegen - meist. Zum Verteilen der Koffer in Argiano fehlt definitiv die Zeit, also Anhänger stehen lassen, alle Picknick-Utensilien in den Nissan geworfen, Tisch oben drauf und die halbe Strecke wieder zurück zum ausgemachten Platz am Ombrone. Erst im Auto erkennt man, wie weit es die Pferde eigentlich an so einem Tag wirklich schaffen - heute sind es "nur" 40km. Wir sind im Nissan locker eine Stunde unterwegs, eine Richtung. Wir wollen unbedingt vor der Kutsche am Picknick Platz ankommen, dann könnten wir nicht nur die Durchquerung in Bildern festhalten sondern auch das Mittagessen herrichten. Unsere Chancen stehen schlecht. Vor uns sind Pferdeäpfel in Spur auf der Straße. Neulich haben wir beim Hinterherfahren auf einer Brücke für die Pferde immerhin 15km/h gemessen. Die kleinen, kurvigen und hügeligen Straßen lassen auch für Fahrzeuge keine hohen Geschwindigkeiten zu. Wir beeilen uns trotzdem. Da, noch mehr Mist! Wir geben die Hoffnung nicht auf. Eine Kurve, eine Abzweigung, das Navi hilft hier nicht mehr, steht verzweifelt in freiem Gelände, eine weitere Kurve, ha, wir haben sie erreicht, weit vor uns kleppern die Pferde an einem Haus vorbei. Wir können sogar überholen - „Auto von hinten“ - und freuen uns. Zu früh. Wir versäumen eine Abzweigung und stehen plötzlich in einem kleinen landwirtschaftlichen Anwesen. Die Hunde schlagen an und kommen gelaufen, schneller als wir umdrehen können. Jaja, wir sind falsch hier, wir haben es begriffen. Die Zeit drängt, wieder zurück, neuer Versuch. Diesmal klappt es und wir finden die schmale, von großen Schlammlöchern unterbrochene Spur zur Ombrone-Furt. Das Wasser hat etwa Kniehöhe heute, das sollte wirklich gut zu schaffen sein. Keine Sandbänke die wir als Umweg nutzen müssen, einfach im Bogen hinüber auf die andere Seite. Das geht auch mit unserem Auto. Drüben am Rastplatz stellen wir alles fürs Picknick auf und haben noch nicht alle Tomaten geschnitten als die Kutsche am andern Ufer sichtbar wird. Sie verschwindet nochmals hinter Bäumen aber dann sind sie da. Wir lassen alles stehen und liegen, jetzt gibt es wichtigeres als rotes Gemüse. Wo sind unsere Kameras? Schnell! Wir laufen zum Ufer und fangen an Bilder zu machen.Toll sieht das aus wie die Pferde durch das Wasser platschen, es spritzt nach allen Seiten und die Basylia, die wasserscheue Maus, läßt sich nichts anmerken. Die Freude an der Szene ist nicht nur auf Seiten der Gäste. Nach dem Essen, als wir die Reste zusammenpacken, kommt ein Jäger zu Fuß mit seinem Trüffelhund auf dem Weg zum Fluß herunter. Der Hund stöbert die Trüffel auf – und mit der Schrotflinte erschießt der Jäger die dann. Wir sind albern. Die Gäste schleppen Wassereimer um Wassereimer, aber unsere Pferde verweigern das Nass. Während die Kutsche ihren weiteren Weg aufnimmt, packen wir die Überbleibsel ins Auto und freuen uns, daß wir noch einmal durchs Wasser dürfen. Wir erreichen Argiano und denken, wir brauchen nur Koffer zu verteilen; Falsch, ganz falsch! Der eine Gast ist eine Frau und kein Mann und manche Appartements haben zwar 2 gemütlich-kuschelige Zimmer aber nur ein Bad, eine "noname"-Position teilen sich 2 Leute und wir realisieren, daß mindestens ein Bett fehlt, jetzt wird es richtig chaotisch. Manche Koffer, die schon in den Räumen stehen, müssen wieder zurück, andere können noch nicht aufgestellt werden, weil die Zimmer anders verteilt werden müssen, wir hätten ganz gern die Gruppen einigermaßen beisammen gelassen. Außerdem suchen wir Koffer von 2 Leuten, bis uns einfällt, die fahren schon eine Weile im Anhänger mit, weil sie gerade nicht gebraucht werden, und just als die letzte Tasche ihren Platz gefunden hat tönt das Posthorn. Klassisch schaut das aus, wie sie da so die Einfahrt empor kommen, die drei Pferde vorn nehmen die ganze Wegbreite ein und spitzen die Ohren als sie uns sehen. Beim Ausspannen fällt uns die Kutsche auf: ihr Exterieur gleicht dem des Nissan: dicke, hellbeige, fette Lehmbatzen kleben überall faustdick und lassen den Wasserstrahl einfach abperlen. Wir schaben sie mit einem Unterlegkeil ab, bevor wir den Schlauch nochmal in die Hand nehmen. Beim Geschirrputzen kann ich dem Sonnenuntergang hinter den Weinbergen zusehen, der große Anhänger steht ideal geparkt. Das Abendessen findet in der zauberhaften, uralten, kleinen Kapelle statt. Im Dunkeln ist der Weg mit Insektenfackeln ausgeleuchtet. Die Speisen sind eine kulinarische Köstlichkeit, trotzdem muß die Tischdekoration leiden. Zu gut schmecken die roten Trauben die, mit Weinblättern zusammen, den Platz zwischen den silbernen Kerzenständern füllen. Helles Lachen tönt diesmal in dem Gemäuer, Gesang wird es erst morgen sein.













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      Daß der Ombrone übrigens auch anders kann, zeigt er hier in einer älteren Aufnahme. Der Fluß ist kurz und wenn es in den umliegenden Bergen regnet - und das tut es dann heftig - schwillt der Wasserstand schon mal auf die Schnelle stark an.
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    • Freitag, 29.9.17 Argiano

      In der Früh schaffe ich es glatt vor dem Andrew am Stall, einem geräumigen, luftigen, hellen Unterstand, zu sein. Vorsichtig späht ein weißer Pferdekopf hinter einem silbergrünen Olivenbaum hervor. Der Moritz ist es, er hat sich in der Nacht frei genommen und als er mich erkennt, wartet er darauf, daß ich ihn mitnehme. Hunger und Durst hat er sicher nicht. Eine Tonne voll Wasser und der ganze Olivenhain standen zu seiner Verfügung. Gekonnt, wie er den Karabiner am Führstrick aufmacht. Beim Frühstück am großen Tisch in der Orangerie stellen sich 2 Mitesser ein. Der eine schleicht sich von hinten langsam und leise zwischen unseren Ellbogen hindurch und wartet, tut abwesend beschäftigt, rückt 2 cm vor, wartet noch ein Weilchen, kuckt mit verlangenden Augen auf die Wurstplatte … bis wir den Kater vor die Tür setzen. Der andere hat eine ausgefeiltere Technik, er rollt sich auf einem freien Stuhl zusammen, stellt sich schlafend und uninteressiert. Wehe jemand nimmt ihn hoch, sofort entwickelt er sich zum schnurrenden Kuschelmonster, das auch einen Teil des Frühstücks begehrt. Später wird es richtig urlaubsmassig: ich sitze in der Sonne auf der Veranda, ein Lüftchen kühlt die Haut, der Computer steht vor mir, ich schreibe diese Zeilen und genieße den Ausblick: Hügel um Hügel ist vor mir ausgebreitet, Wälder, Felder, Oliven, Wein, Häuser mit Säulenzypressen, Feldwege mit einem einzelnen, Staub aufwirbelnden Auto, Stille – meist. Die italienische Luftwaffe probt, aber sie läßt sich Zeit. Nur sporadisch hallt der Donner ihrer Maschinen und ihr Schatten fällt aufs Land. Der Kaffee duftet ... Während die anderen zum Tagesausflug übergehen (romanische Kirche mit gregorianischen Gesängen), darf ich hierbleiben und fünf gerade sein lassen. Die gut ausgestattete Küche in unserem großzügigen Appartement bietet genug Möglichkeiten, nicht zu darben. Auf dem massiven Holztisch steht eine große Schale Obst, daneben eine Flasche Wein und 4 einladend funkelnde Gläser. Das und ein Päckchen mit Orangenplätzchen reicht zu Mittag. Wir warten genaugenommen auf Besseres: die Cardellini del Fontanino sollen heute abend wieder da sein – Gerüchteküche – und mit ihnen ein Fest von Delikatessen. Außerdem spechten wir auf unsere Ablösung. Jedes ankommende Auto wird beäugt. Die, welche genau wissen wo der Parkplatz ist, die können es nicht sein. Wir warten auf eins, daß sich vorsichtig die Auffahrt hoch tastet, aus Deutschland kommt, mit einem Forumsmitglied an Bord. Um 8Uhr abends, es ist schon eine Weile dunkel, die Kerzen und Fackeln flackern im Garten und verbreiten Citronella-Duft, beginnt das Festmahl in der mit Kandelabern und Kronleuchter erhellten kleinen Kapelle. Fast komme ich zu spät trotz aller Vorfreude. Ich finde einen freien Platz am oberen Ende der Tafel. Noch vor dem ersten Gang singen die Cardellini ein Lied. Alles bekannte Gesichter. Ein freundliches Nicken. Willkommen! Die Stimmen schweben im Raum, kein Vorhang dämpft sie, kein Quasseln stört. Genuss pur. Während wir uns durch die Vorspeisen kauen, geht das große, schwere, hölzerne Kirchenportal auf und unsere Ablösung huscht herein. Sie hat sich nicht verwirren lassen von den beiden Argianos. Das "Castello di Argiano" ist was anderes und selbstverständlich viel gemütlicher, romantischer wie das riesengroße, industriell aufgezogene, weiter vorn an der Straße liegende "Argiano". Ich mach es kurz: der Abend wird lang. Wir feiern die 50. Toskanafahrt des Herrn Nemitz. Die Kapelle hallt wider mit Lachen, Erzählen und Erklären in italienisch, deutsch, englisch, mit Gesang und Rufen; das alte Gemäuer ist heute wieder einmal voller Leben. Bevor uns der Chor verläßt, bringt er dem Chef noch ein extra Ständchen auf den Stufen vor dem Kirchentor. Wir stehen im Halbkreis im dunklen Garten und lauschen andächtig. Bevor wir später todmüde ins gerichtete, hoheitliche Bett fallen, wird noch eine widerstandsfähige, bayrische Lederhose einen Hintern retten. Die letzten Scherben klauben wir am nächsten Morgen auf.










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    • Samstag, 30.9.2017

      Unser letzter Tag, heute geht‘s mit dem Andrew wieder nach Hause. Wir wollen den Tross noch gut auf dem Weg sehen und helfen in der Früh zusammen. Bald ist alles erledigt und die Pferde mümmeln ihr Heu. Nach unserem Frühstück (braucht jemand Kopfweh-Tabletten?) wird angespannt, der Stab an die nächsten Helfer weitergereicht. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden wir den Trupp und wünschen weiterhin viel Freude und gute Fahrt!










      Vielleicht haben ja die anderen Forenmitglieder Lust dieses Tagebuch weiterzuführen?



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