Kastration älteres Pony - Erfahrungen gesucht

    • Kastration älteres Pony - Erfahrungen gesucht

      Hat jemand Erfahrungen gemacht mit der Kastration von älteren Hengsten? Wie lange dauert es bis sich das Verhalten ändert, bzw. wird das Hengstverhalten überhaupt weniger? Mit welchen Komplikationen (physisch und psychisch) muss man rechnen?
      Der Hintergrund: ich kann einen ca. 18 Jahre alten Minishetty übernehmen, aber es besteht der Verdacht dass er Hengst oder Klopphengst ist. Ich kenne das Pony (flüchtig), habe ihm vor vielen Jahren Aufhalftern und Hufe geben beigebracht. Jetzt muss der Besitzer ihn abgeben. Einen Hengst kann ich nicht zu meinen Eseln stellen, das würde die älteste Stute (ca. 30) nicht vertragen. Ich muss realistisch zum Wohl meiner Tiere entscheiden, aber ich mag das Pony und für eine Vermittlung hat er wohl sehr schlechte Aussichten. ;(
      Oder interessiert sich hier jemand für den kleinen Schwarzen? Ich gebe gern mehr Infos per PN (Konversation).
    • Ich habe vor einigen Jahren einen alten Ponyhengst (ca. 30 Jahre) von einem Pferdehändler rausgekauft. Da ich eine Einstellerstute habe, hatte ich ihn zunächst getrennt untergebracht....in der 2. Nacht ist er halb über den Metallzaun geklettert und hing dann fest. Zum Glück konnte ich ihn befreien und ihm war nicht passiert. Er versuchte dann sofort, einen Wallach von mir zu verdreschen...aber auf energische Ansprache ließ er sich dann händeln, kam wieder in seinen Offenstallbereich und er hat nie wieder versucht, über den Zaun zu klettern. Nach einigen Wochen konnte ich ihn dann legen lassen -ging vorher wegen der massiven Fliegenplage überhaupt nicht. Es ging alles ohne Probleme über die Bühne und nach drei weiteren Monaten konnte er dann in die gemischte Herde.
      Ich muss aber dazu sagen, als dann wieder der Zaun zwischen ihm und den anderen war, war er trotzdem sehr brav. Die Stute stand meist bei ihm am Zaun und die beiden haben sich bekritzelt, die Wallache blieben dem Bereich eher fern. Ich konnte die Stute oder auch den Hengst wegführen, war alles kein Problem. Das war ein echt tolles Pony...leider hat ihm das unerzogene Pferd einer Einstellerin durch einen Huftritt das Bein gebrochen, so dass er eingeschläfert werden musste. Nach der Kastration war er so ein sozialverträgliches Pferd, so was hab ich selten gesehen.
    • Hallo,ich habe einen 12 jährigen Shettyklopphengst übernommen.Durch sein asoziales Benehmen wurde er zum Wanderpokal.
      Nach der Op kam schon ein wesentlich ruhigeres Pony aus der Klinik.Heute steht er entspannt mit 10 anderen Ponies auf der Weide.
      Viele Grüße
      Andrea
    • Ben war jahrelang Deckhengst bis vor 5 Jahren (glaub der ist 14) und nach Kastration dann bei OM noch halbes jahr in der Männertruppe, dann hab ich ihn gehohlt und er hat hier beide Stuten kräftig gedeckt genau 1 Rosse lang (und das war megadringned von den Stuten her, die haben da irgendwie ihr Verhältnis geregelt) und seitdem ist völlige Ruh. Ben ist als Pferd generell ein verträglich lieber, der allein durch seine Ruhe/Dominanz schon für Ordnung sorgt. Mit Moritz nachbar wurd das sofort nette Kumpelfreundschaft, obwohl Moritz hengstiger ist und bestimmt auch spät kastriert wurd. mfg Kirsten
    • Hallo,

      wie und ob sich das Hengstverhalten eines spät gelegten Wallachs legt, ist unterschiedlich. Die allermeisten, die ich kenne, wurden aber sehr viel sozialkompatibler und braver. Manchmal geht es ganz schnell (wenige Wochen) , in anderen Fällen dauert es länger (~1 Jahr) und leider sind manche auch als Wallach nicht mehr in eine Herde zu integrieren.
      Gruß Tina
    • Wir hatten einen spät gelegten Wallach (gelegt mit 4,5 Jahren - mit knapp 5 Jahren haben wir ihn gekauft), wir haben es in 3 Jahren nicht geschafft, ihn in unsere Offenstallherde zu integrieren.
      Er hat es nicht unterlassen, die Stuten zu decken und die anderen Wallache anzugreifen. Die Lösung hieß Dauermedikation für die Stuten mit Regumate, um die Rosse zu unterdrücken und strikte Separierung von den anderen Wallachen.

      Da das für uns kein Zustand war, haben wir ihn schlussendlich verkauft.

      Im Zuge der Recherche zum Verhalten unseres Wallachs bin ich auf die Geschichten von zig Wallachen in unserem weiteren Bekanntenkreis und in Berichten meines Tierarztes gestoßen, die in einer gemischten Herden nicht gehalten werden können.

      Ich würde heute keinen Wallach mehr kaufen, der nicht schon vorher in einem Offenstall in gemischter Herde absolut verhaltensunauffällig gehalten wurde. Und das Risiko einer evtl. notwendigen Kastration eines Kryptorchiden würde ich mir schon gar nicht antun.
    • Ich habe meinen Nachwuchs als Hengst gekauft und direkt kastrieren lassen. Er war 6. Sicherheitshalber in der Klinik. Das war im Januar. Hat bestimmt 3 Monate gedauert aber mittlerweile ist er ein braver. Steht allerdings auch nur mit einem Wallach zusammen
      Optimismus ist bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf den höchsten Berg zu steigen und "Scheiß Götter" zu rufen. (frei nach Terry Pratchet)
    • Also wenn das Tier generell ein Sozialkrüppel ist, dann wohl nur OM in der Lage da was dran zu ändern, idr läßt sich das Muster bißle dämpfen über Arbeit, aber einmal Sozialkrüppel bleibt auch einer. Und Ben hier mag kastriert sein, aber ich würd einen Hengst nicht anders händeln und seine Herde wird sich nicht verändern und wenn dann nur um sorgfältig ausgesuchtes Tier.
      Nell ist aus Boxenhaltung + viel Arbeit gekommen und arg rangnieder. In den letzten 5 Jahren hat sie in höherem Alter noch mäßig pferdisch gelernt und akut über anspannen und den neuen Job so selbstbewußt, dass sie die Endposition Herde verläßt. Ein kleines Wunder, konnte ich so noch nie beobachten. mfg Kirsten
    • Zwischenlösung ist gefunden. Der Mini ist in einer Shetty-Wallach/Hengst-Gruppe untergekommen und wird demnächst gelegt. Ob er auf Dauer dort bleiben kann steht noch nicht fest, aber man kann erstmal gucken, wie er sich als Wallach entwickelt. :)
      Vielleicht werde ich irgendwann doch noch Pony-Besitzerin und -Fahrerin ...