Ausbalancieren von Einachsern

    • Mir sagt das Video nicht viel. Seltsam ist, dass die Stränge so weit oben verlaufen, normalerweise sollten die unter den Anzen sein. Vielleicht ist das eine spezielle englische* Art der Anspannung. Man müsste mal ein Bild von der Seite sehen.
      Gruß FRITZ

      Edit: * Nach Anschauen weiterer Videos der Verfasserin. Da auf der rechten Strassenseite gefahren wird, kann es nicht England sein.

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    • Hallo, @Fritz,

      ich glaube, das hat mit der Kombination von a) niedriger Anspannhöhe und b) Lage des Ortscheites zu tun. M. W. ist die Kraftübertragung ideal, wenn die Stränge bodenparallel vom Brustblatt zum Ortscheit gehen.

      Mir ist kein zwingender Grund bekannt, warum die Anzen über den Strängen liegen müssen. Falls ich da etwas nicht verstanden habe, bitte ich um Aufklärung.

      @zeno
      Danke fürs Einstellen!

      Es grüßt mit Hü und Hott
      Die Ardennerin
    • Ardennerin schrieb:

      Hallo, @Fritz,

      ich glaube, das hat mit der Kombination von a) niedriger Anspannhöhe und b) Lage des Ortscheites zu tun. M. W. ist die Kraftübertragung ideal, wenn die Stränge bodenparallel vom Brustblatt zum Ortscheit gehen.
      .....
      Jetzt habe ich auch ein Verständnisproblem. Die Anspannhöhe kann ja nicht niedrig sein, sonst würden die Stränge ja unter den Anzen verlaufen (wie bei unseren Standard-Anspannungen).
      Damit die Stränge wie im Video verlaufen, müsste je nach Pferdegrösse das Ortscheit auf ca. 70 bis 110 cm Höhe liegen! (oder die Anzen sind unter Nabenhöhe angebracht?!).
      Eine seitliche Aufnahme des Gespanns wäre in der Tat hilfreich.

      renatus
    • @daggi!
      Im 2. Film wird mit einen 2 Achser gefahren .Vom 1 Achser sieht man sehr wenig was für uns von Bedeutung sein kann ausser grobe Stränge.Man kann die Balance ja mit dem höher,tiefer schnallen der Scherenträger erreichen ,oder mit der verstellbaren Sitzverschiebung zum Schwerpunkt über der Achse.Muss bei jeder Fahrt ,ob 1oder 2 Personen das Gefährt belasten,eingestellt werden .

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von spyder ()

    • @daggi: Danke für den Hinweis auf die anderen Videos. Dort ist auch das vollständige Video der TE zu sehen. Da sieht man auch, daß es sich um eine Gig mit sehr großen Rädern handelt und das Ortscheit deshalb auch sehr hoch.
      @Ardennerin: Normalerweise wird das Ortscheit ja unter den Anzen angebracht, deshalb müssen die Stränge irgendwann auch darunter kommen. Auf dem Video-Ausschnit aus Post 1 sieht es aber so aus als ob die Stränge fast in Höhe des Hintergeschirrs verlaufen, das wäre ungewöhnlich. Vielleicht ist aber alles nur eine Frage der Kameraperspektive.
      Bodenparallel vom Brustblatt zum Ortscheit geht vielleicht noch bei Minishetties, bei Großpferden sicher nicht mehr.
      Gruß FRITZ
    • FritzS schrieb:

      Auf dem Video-Ausschnit aus Post 1 sieht es aber so aus als ob die Stränge fast in Höhe des Hintergeschirrs verlaufen, das wäre ungewöhnlich. Vielleicht ist aber alles nur eine Frage der Kameraperspektive.
      Bodenparallel vom Brustblatt zum Ortscheit geht vielleicht noch bei Minishetties, bei Großpferden sicher nicht mehr.
      Gruß FRITZ

      Ich bin keine Anspannfundamentalistin, aber die Kraftübertragung ist in diesem Falle optimal. Früher hatten die Carts wesentlich größere Räder und auf historischen Abbildungen sieht man diese Strangführung manchmal. Raddurchmesser = Widerristhöhe. In der Tat für ein Großpferd... Heute sind die Wagen anders und mir hat keiner erklärt, warum. Möglicherweise würden die Räder dann in sich zu schwer werden und/oder wir hätten ein Preisproblem.

      Hier eine Abbildung einer historischen Gig:
      de.wikipedia.org/wiki/Datei:31…-1900059Bert-de-Mooij.jpg

      @renatus
      Danke für den Hinweis - möglicherweise gebrauche ich den Begriff "Anspannhöhe" falsch. Ich meinte damit den Abstand zwischen Boden und Schere in Höhe der Scherenträger.

      Es grüßt mit Hü und Hott
      Die Ardennerin

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    • Ardennerin schrieb:

      Ich bin keine Anspannfundamentalistin, aber die Kraftübertragung ist in diesem Falle optimal. Früher hatten die Carts wesentlich größere Räder und auf historischen Abbildungen sieht man diese Strangführung manchmal. Raddurchmesser = Widerristhöhe. In der Tat für ein Großpferd... Heute sind die Wagen anders und mir hat keiner erklärt, warum.
      noch optimaler wär, wenn die Kraftübertragung direkt an der Achse ansetzen würde ;) zB. als Pulley-System
      mir hats auch keiner erklärt, schwacher Versteh-Versuch: weil die Wege besser wurden konnte man darauf verzichten?
      http://www.spiegel.de/sptv/spiegeltv/tv-doku-ueber-zivilcourage-hinschauen-statt-weglaufen-a-1149258.html
    • Die Radgrösse dürfte tatsächlich mit den besseren Strassen in Zusammenhang stehen. Mit grossen Rädern können Hindernisse besser überwunden werden, mit kleinen Rädern ist eine Kutsche aber wendiger unterwegs. Als Vergleich kann man auch die Entwicklung vom frühen Hochrad zum heutigen Fahrrad herbei ziehen.

      renatus
    • renatus schrieb:

      Die Radgrösse dürfte tatsächlich mit den besseren Strassen in Zusammenhang stehen. Mit grossen Rädern können Hindernisse besser überwunden werden, mit kleinen Rädern ist eine Kutsche aber wendiger unterwegs.

      Und wie erklärt sich dann die russische Anspannung mit extrem kleinen Wagen? Gute Straßenverhältnisse in Russland werden sicher nicht der Grund für die kleinen Wagen sein.

    • Alle russischen Wagen und Schlitten sind extrem klein, z.T. kann man nur rittlings darauf sitzen. Es sind sehr wohl die Straßenverhältnisse: Im Winter der tiefe Schnee, im Frühjahr der endlose Schlamm, (unsere Väter/Großväter /Urgroßväter können davon in zwei Rußlandfeldzügen ein trauriges Lied singen), im Sommer der tiefe Sand/Staub, im Herbst wieder der Schlamm und im Winter der Schnee. Kleinste Wagen/Schlitten mit tiefem Schwerpunkt sollten das Umwerfen verhindern.
      Wie auf dem Bild zu sehen: Der Zugpunkt von Anzen und Strängen auf Achshöhe (oder auch direkt von der Achse) sollte helfen, nicht stecken zu bleiben.

      A. Nemitz
    • Momentmal, ich hab Verständnissorgen: Also sehr schlechte Wege = winziges Gefährt, soweit logisch. Aber warum dann winzige Räders? Nur wegen dem tieferem Schwerpunkt? So nach dem Motto die Löcher sind eh so groß, dass eher Kutsch als Einzelrad versumpft? mfg Kirsten
    • Auch in Russland gab es verschiedene Pferdegrößen und nicht jeder konnte sich immer das perfekte Equipment lesten- vielleicht war diese Kutsche eigentlich für ein Kleineres gedacht?!
      (Nicht jedes alte Foto muss zwingend beispielhaft für die perfekte historische Anspannung sein- eine dicke Brieftasche hatten nur sehr Wenige , die breite Masse benutzte, was eben da war...)

      An dem Bild oben finde ich interessant, dass es scheinbar keine Stränge gibt sondern direkt über die Londen mit dem Bügelkumt gezogen wird. Auch sind die Londen scheinbar direkt an der Vorderachse befestigt- das ist bei tiefen Boden ganz sicher von Vorteil ;)
      Ich vermute, dass das Pferd bei diesem Zugwinkel den Wagen aus dem Schlamm regelrecht heben kann...
    • jeverson schrieb:

      Überall da, wo es weich ist, so daß die Räder einsinken, lassen sich breitere besser ziehen.
      Würde ich so nicht behaupten .
      Breitere Räder haben auch höheren Rollwiderstand.
      In manchen Gegenden gibt es auch die richtig dünnen " Sandschneider ".

      Warum und wieso die früher so unterschiedlich gebaut haben ?
      Vielleicht auch aus Modegründen ?
      Autos ( die Kutschen von heute ) haben auch manches wo kaum einer weiß
      ob das wirklich brauchbar ,sinnvoll und gut ist .