Wanderfahrt 2016 - Vom Harz an die Ostsee

    • Wanderfahrt 2016 - Vom Harz an die Ostsee

      Letzten Sommer machten wir uns auf den Weg, unsere Tour von 2009 -von der Pfalz in den Harz- weiterzuführen. Damals waren wir zu Pferde unterwegs, diesmal sollte es per Kutsche sein.

      Mit von der Partie: die Pferde Uraja und Locksley, der Hund Amadeo, mein Mann Ulli und meine zwei Kinder Sera und Lenzo.

      Ausrüstung: geklebte Duplos als Hufschutz, Sieltec-Geschirr, Jagdwagen der Fa. Kiebele.


      Viel Spaß beim "Mitreisen".



      Donnerstag, 4.August 2016


      Wir fahren mit der Kutsche die erste Tour in den Harz. Dank elendigen Verkehrs sind wir erst kurz vor 22 Uhr bei meinen Schwiegereltern. Sera und ich essen kurz was und düsen dann in Höchsttempo (ohne Anhänger) wieder gen Heimat, gegen 02:30 liegen wir im Bett.



      Freitag, 5. August 2016


      Letzte Erledigungen und Näharbeiten (Überzüge für unsere Self-Inflater), Briefing des Nachbarn bezüglich Versorung der zurückbleibenden Jungs.



      Samstag, 6. August 2016


      Restliche Ausrüstung im Auto und Pferdehänger verstauen, Jungs auf die neue Koppel verfrachten, Raja und Lockse einladen und dann geht es über Hockenheim vorbei bei Krämer (ein paar Reflektor-Utensilien zur Vervollständigung der Ausrüstung besorgen) nach Düna. Wir kommen gut durch, sind aber trotzdem erst gegen 18 Uhr bei SchwieMus Geburtstagsfeier (nach Abstellen von Pferden und Hänger in Düna), geduscht und gestylt in 15 min sind wir pünktlich zum Essen feierbereit.



      Sonntag, 7.August 2016


      Eine kleine Ausfahrt mit zwei Kutschen, unsere Pferdegastgeber begleiten unser Gespann. Wird nur eine gemütliche Runde im Schritt und Trab von rund 15 km. Duplos sitzen super, Pferde laufen.
      Anschließend bepacken wir die Kutsche und nehmen das Gespann (Auto und Pferdehänger) mit nach Eisdorf, wo es von Finncha abgeholt wird (Rückholer und Notfallfahrzeug).



      Montag, 8. August 2016


      Mein Schwiegervater fährt uns nach Düna, schließlich sind wir seit gestern autolos; geplanter Start unserer Fahrt ist 10:30 Uhr.
      Wir verstauen die letzten Sachen auf die Kutsche, während Uraja und Locksley zufrieden ihren Hafer mümmeln.
      Um kurz vor halb elf ist tatsächlich alles an seinem Platz, die Pferde eingespannt und wir somit startbereit.






      Zunächst fahren wir durch Düna hinauf und von dort hinaus aufs Feld,





      dort müssen wir auch gleich ein Feld andersherum umfahren, als geplant.
      Kurz darauf ist bei Beiersfelde der Weg durch den Wald durch eine Schranke versperrt, wir fahren parallel übers Feld und treffen dabei einen fleißigen Fußgänger, mit dem wir uns während des weiteren gemeinsamen Weges sehr nett unterhalten. Er wünscht uns zum Abschied ein gutes Gelingen unseres Vorhabens und walkt in die andere Richtung von dannen.


      Nach Querung der B 241 wollen wir bis Föste durch den Wald, hinter einem Kalkwerk






      wird dieses Vorhaben aber durch einen auf dem Weg platzierten Felsbrocken durchkreuzt, also geht es auf der Bundesstraße, die aber mäßig befahren ist, weiter.






      Pünktlich zur Kaffeezeit treffen wir zur Pause in Eisdorf ein, erste Reparaturarbeiten an einem Fliegenohr werden fällig, dank Schwiegermutters gut ausgerüstetem Nähkasten kann mein Nähzeug im Gepäck bleiben.


      Blick auf Förste



      Vorbei am Ursprung der Grafenquelle (Harzer Minaralwasser)



      Eisdorf



      Durch Eisdorf



      Tor für uns geöffnet



      Flicken bei Kaffee und Kuchen



      Dieses Flugzeug steht in dem Vorgarten, seit ich Ulli kenne. Ursprünglich sah man es sehr gut, wenn man nach Eisdorf hineinfuhr, mittlerweile ist der Blick darauf leider durch Neubauten verborgen.




      Von Eisdorf aus geht es durch Willensen wieder hinauf in den Wald, hinter Stauffenburg erkennen wir Reitwege aus unserer Zeit hier (vor 20 Jahren).


      Willensen




      Das Wetter ist recht frisch, aber freundlich, die Pferde genießen die Temperaturen und Uraja ist sichtlich im Reisefieber und dominiert aufmerksam das Tempo.



      Vorharzer Landschaft



      Ulli: "Sowas bauen wir uns auch aufs Gründstück"....



      Effektive Bergaufhilfe....







      Auch das kommt vor....immer wieder eine gern genommen Trinkmöglichkeit der Vierbeiner....










      Wo immer es geht, „surfen“ die Kinder auf ihren Longboards hinterher und lassen sich an der eigens dafür entworfenen Zugvorrichtung von der Kutsche ziehen.
      Kurz vor Kirchberg verlassen wir den Wald und unterfahren die B 243.
      Eigentlich wollen wir uns danach am Harzrand entlangschlängeln, queren hinter Münchehof die Straße und fahren nach Passieren einer Anrufschranke






      Für alle, die sowas noch nie gesehen haben....(auch wenn es quasi vor der Haustür liegt, gelle, Whis?!)




      den bewaldeten Hügeln entgegen, bis eine unpassierbare Fußgängerbrücke unser Vorhaben stoppt.

      Gibts schon einspurige Kutschen???




      Lenzo klärt auf, ob ein Weiterkommen an anderer Stelle möglich ist, keine Chance.
      Also noch einmal durch die Anrufschranke zurück und in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde entlang der B242 durch Herrhausen nach Seesen, verbotenerweise auf dem deutlich verkehrsärmeren Fahrradweg.






      Da wir früher hier gewohnt haben, ist der heutige Tag sozusagen ein Heimspiel, vielen Anweisungen des Navi´s folgen wir nicht.
      Als wir an einer Apotheke vorbeikommen, springt Ulli kurz hinein, um eine Augensalbe für Amadeo, der mit tränenden und leicht geröteten Augen kämpft, zu ergattern. Wir warten indes auf einer nahe gelegenen Haltebucht und bringen damit den Verkehr wohl etwas durcheinander.
      Während wir noch dort stehen, braust ein Auto vor uns auf die Bucht und heraus springt...:Whiskers!
      Kurz geschwätzt, man sieht sich ja gleich am heutigen Etappenziel, welches wir auch tatsächlich etwas später erreichen, nachdem wir erstmal vorbeigefahren sind und durch rufende und winkende Menschen zur Umkehr aufgefordert wurden.
      Ein wenig Zeit haben wir allerdings noch an einer Tankstelle zwecks Überprüfung des Reifenluftdrucks investiert, was auch dringend nötig war.


      Lufttanken



      Letztes Stück Bundesstraße



      Die Pferde dürfen auf den Reitplatz und machen sich dort über die grasbewachsenen Ecken her (das war auch Sinn der Sache), das angebotene Heu interessiert sie zunächst nicht sonderlich.
      Eine gemütliche Runde hat sich zum sehr vielseitig und liebevoll hergerichteten Abendessen versammelt, wir fühlen uns gleich alle sehr wohl und finden endlos viele Gesprächsthemen.
      Amadeo zeigt sich äußerst begeistert vom Stallkater und spurtet höflichkeitheischend hin, was dieser undankbare Kerl mit einem gezielten krallenbewehrten Pfotenhieb quittiert. Das sitzt und Amads Respekt ist ihm sicher. Später kommt der unhöfliche Hund wieder zu nah, aber der Kater muss ihn nur mit einer leichten Ohrfeige und eingezogenen Krallen an den von ihm gewünschten Abstand erinnern.
      Amadeo fühlt sich danach sichtlich unwohl, ist seine Decke doch genau unter dem Regal positioniert worden, in dem der Kater genüßlich Quartier bezogen hat.



      Erzieherischer Gastgeber




      Zur Übernachtung werden wir zu Whis nach Hause kutschiert, Herr Whis und Ulli müssen ärgerlicherweise zurück zum Stall, unsere elektronische Nachladestation holen, ansonsten wären wir am nächsten Tag sämtlicher moderner Hilfsmittel beraubt (und unmoderne wie Karte haben wir nicht dabei).
      Lange sitzen wir noch und quatschen, während Kinder und Hund sich in ihre Betten zurückgezogen haben.


      Bilanz des Tages: 42,5 km mit einem Fahrt-Durchschnitt von 6,4 km/h.

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    • Wanderfahrt 2016 - Vom Harz an die Ostsee

      Dienstag, 09.August 2016



      Ein mondänes Frühstück erwartet uns, so viel kann man gar nicht essen, was Familie Whis uns da aufgetischt hat. Lecker!
      Wir fahren heute erst gegen mittag sehr spät ab.
      Aber ich musste schließlich noch T.avanas Menschenauge und ihre Hufe begutachten. Viel Verbesserungspotential. Bei Gelegenheit hoffe ich Hand anlegen zu können.
      Whis begleitet uns samt der hübschen Vollblüterin an der Hand ein ganzes Stück, diese findet die ganze Angelegenheit höchst lästig, sind doch diese lahmen Kutschzossen völlig unter ihrem Niveau.
      Die „surfenden“ Kinder ignoriert sie gekonnt und gelangweilt. Ein tolles Pferd!






      Doch der Abschied naht und Whis überlässt uns unserem weiteren Schicksal.


      Entlang der B 82 schlängeln wir uns in Richtung Goslar.





















      Cool




      Kutschen-Boarden












      Uraja nach wie vor hochmotiviert, Lockse macht seine Arbeit, mehr aber auch nicht.


      Einen kurzen Schrecken gibt es auf dem langen schönen Weg am Harzrand entlang: Uraja tickt auf einmal vorne rechts stark.Sofort bremse ich in den Schritt, warte ein paar Meter und trabe das Gespann erneut an, alles wieder gut. Puuh, kurz vertreten!


      Der arme Hund, mal wieder völlig unterbeschäftigt....


      youtu.be/RrAgEuunnV4



      Wir haben Hunger und Kaffedurst. Ich befrage mein Hightech-Navi und so verlassen wir vor Langelsheim die eigentliche Route.
      Kurz vor dem Ort machen wir einen Zwangs-Halt, Locksley hat eine blutende Verletzung am rechten hinteren Kronrand. Schnell ist der Übeltäter gefunden: eine der Spax-Schrauben, die ich zur Sicherheit in die Duplos gedreht hatte. Lockse streift sich hinten minimal und der Kopf der Schraube war nicht sauber versenkt, so dass er bei jedem Schritt mit dem Metall am anderen Fuß entlangstriff. Werkzeug hervorgekramt und Spax entfernt, sehr abenteuerlich in halber Anspannung (heißt: Lockse von der Kutsche getrennt und um 90 ° gedreht, da er ja linkes Pferd ist).
      Irgendwo bei dieser Pause lasse ich meine Handschuhe liegen, war ich doch der Meinung, sie in der Kutsche verstaut zu haben und suche vor Ort nicht danach. Später ärgere ich mich darüber, die Dinger waren sozusagen neu. Ich durchsuche die Kutsche erneut, nichts zu finden. Muss ich wohl auf der Heimfahrt nochmal hier vorbeigucken.
      Danach geht es zum örtlichen Supermarkt mit angegliederter Backfiliale und unsere Gelüste können befriedigt werden.









      Westlich umfahren wir Goslar. Die Kinder nutzen jeden Meter zum Longboarden, nach einigen gefährlichen Vorfällen haben wir böse Eltern nämlich beschlossen, dass die Boards ab Beuchte nicht mehr im Gepäck bleiben und in unser dort geparktes Auto umsteigen.










































      Mal wieder ist ein Weg nicht befahrbar: hinter Immenrode müsste eigentlich ein Weg übers Feld nach Weddingen führen, den Eingang erkennt man höchstens mit viel Fantasie und dieser führt sehr steil eine Wiese hinauf.
      Ich versuche es trotzdem und muntere die Pferde zu einem äußerst flotten Tempo auf, breche aber nach wenigen Metern ab. Nicht zu schaffen mit dem Gewicht bei der Steigung.
      Langsam dirigiere ich die Pferde etwas rückwärts, bis genug Platz zum Wenden ist, Ulli sichert derweil von hinten gegen den Verkehr.
      Wir müssen das Übel in Kauf nehmen und an der Straße die paar Kilometer nach Weddingen zurücklegen.
      Dann endlich erreichen wir





      Und werden kurze Zeit später von und bei Finncha in Empfang genommen






      In Beuchte dürfen die Pferde auf eine Wiese, wir machen es uns bei Finncha gemütlich, genießen eine leckere Erdnusssuppe von Alina (welche wegen mütterlichem Fehlkaufs eine Cashewsuppe war, was dem Geschmack aber keinen Abbruch getan hat), packen noch ein wenig um (von der Kutsche ins Auto und umgekehrt) und legen uns ein letztes Mal für unbestimmte Zeit in richtige Betten.


      Bilanz des Tages: 39,7 km in einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 6,3 km/h.
    • Wanderfahrt 2016 - Vom Harz an die Ostsee

      Mittwoch, 10.August 2016


      Der Wecker klingelt früh um 06:00 Uhr, schließlich haben wir eine mächtig lange Etappe von voraussichtlich 60 km zu bewältigen, dazu wollen wir so früh dort ankommen, dass sich das Grillen beim Kollegen auch lohnt.
      Nach einem stärkenden Frühstück hole ich die Pferde, die wir komfortabel am Pferdehänger anbinden und fertigmachen können.






      Und tatsächlich gelingt uns die Abfahrt nur 15 min. verspätet um 08:15 Uhr.






      Uraja wirkt etwas steif aber sehr motiviert, Lockse, naja, lassen wir das...
      Zunächst queren wir hinter Lengde die Autobahn und richten uns dann gen Norden und Braunschweig aus, welches wir östlich umgehen wollen.


      Frühe Müllwerker. Gutes Training fürs pferdige Nervenkostüm.











      Ich fordere die Pferde zu einem Trab auf und bemerke bei Uraja eine leichte Taktunreinheit. Ein paar Tritte, dann wieder nichts...weiß nicht, was ich davon halten soll, am gleichen Bein, wie gestern die paar Meter, vorne rechts.
      In Folge traben wir immer wieder ein Stück, halten Uraja im Auge, die immer mal wieder kurze untaktmäßige Abschnitte zeigt.
      Wir beschließen, sie bis zur nächsten Station mitzunehmen, dort einen Pausentag einzulegen und dann eine Entscheidung zum weiteren Verlauf zu treffen.
      Aus Zeitgründen traben wir so oft, im Hinblick auf Uraja aber auch so kurz wie möglich.
      Langsam tickt sie sich ein und ich treffe die traurige Entscheidung, sie abholen zu lassen.
      Mittlerweile zieht sie selber nicht nur die Kutsche nicht, sie lässt sich übers Hintergeschirr auch noch ein wenig von Locksley mitziehen. Ohne sie hätte er wohl weniger zu arbeiten.
      Also Telefonat mit Finncha und Vereinbarung eines Treffpunktes, den wir in etwas zeitgleich erreichen müssten, ein weiteres Telefonat mit unserem Startpunkt, ob Uraja dort bleiben kann. Wenigstens das läuft alles reibungslos.
      Die Laune sinkt merklich, müssen wir nun an Tag drei schon einen Mitstreiter aufgeben, das wechselhafte Wetter mit Wind und immer wiederkehrendem Niesel trägt nicht zur Aufheiterung bei. Uns ist kalt.



      Wetterschutz der Kids. Darunter kann man bestens mit dem Handy daddeln....




      Die letzten zweispännig gefahrenen Meter




      Nach km 25 diesen Tages erreichen wir Wendessen bei Wolfenbüttel, kurz nach uns trifft auch Finncha mit dem Hänger ein. Beide Pferde werden ausgespannt, die Deichsel durch die Einspännerschere ersetzt,







      bei Uraja mache ich noch die Duplos runter, schließlich benötigt sie diese für ihren Harzurlaub nicht.



      Uraja schon reisefertig....




      Wir spannen Locksley wieder ein






      und ich mache mich ans Verladen, wo ich mit Widerstand rechne, schließlich mag die Trulla es gar nicht, wenn sie ohne ihren Kumpel losfahren soll.
      Aber nichtsdergleichen, kein hyterisches Geplärre und Gemeuter beim Einsteigen, nein, sie freut sich über das eingehängte Heunetz und die Trockenheit und ist ganz flott und lautlos drinne, als hätte sie Sorge, ich könnte es mir ansonsten anders überlegen. Verräterin!







      Ein kurzer Drücker an meine Schwester und dann flott losgetrabt, nicht das Lockse auf dumme Ideen kommt. Er merkt gleich, dass er keine pferdige Gesellschaft mehr hat und ruft wiehernd nach Uraja, lässt sich aber artig von ihr weg dirigieren.






      Wenige Meter später stelle ich fest, dass wir in die falsche Richtung gestartet sind. Mist, ich muss zurück und am Standplatz des mit Uraja besetzten Hängers vorbei, ob das gut geht...
      Wir pirschen uns über eine Nebenstraße zurück, schielen auf den Parkplatz, die Sorge war unbegründet, das Gespann ist bereits weg und auf dem Weg gen Süden.
      Locksley ist den ganzen Tag unglücklich, ruft in regelmäßigen Abständen, brummelt alles und jeden an, er tut mir leid, aber erklären, dass dieser Zustand nur vorübergehend ist, kann ich ihm nicht.
      Wir finden einen kleinen Bäcker, langsam ist auch die Sonne wieder rausgekommen und wir können die Regenausrüstung verstauen, frisch bleibt es aber weiterhin.





      Bei dieser Gelegenheit drehen wir auch bei dem anderen hinteren Duplo die Spaxschrauben raus, bevor auch da noch etwas passiert.







      Durch Spaxsschraube verursachte Verletzung



      Den erhofften Nutzen bringen sie eh nicht (bessere Haltbarkeit der Schweißverbindung zwischen Duplo und Klebelaschen), denn die Verschweißung hält bombig und lässt keine Lücken erkennen.
      Der Länge der heutigen Etappe und der recht dicht besiedelten Gegend um Braunschweig ist es geschuldet, dass wir recht viel Straße fahren, für Locksley gut, da die Kutsche auf Asphalt natürlich viel leichter rollt



      Brückenquerung auf dem Fahrradstreifen...passt genau





      Immer schön nach den Regeln der StVO
















      Hund findet es doof, bei soviel Straße wird er zum Verbleib auf der Kutsche verdonnert






      Landschaftlich wird es erst wieder ansprechend, als wir verbotenerweise in ein „Für Zugtiergespanne und Kfz gesperrt“es Landschaftsschutzgebiet einfahren.







      Es ist nunmal der direkte Weg, eine Umgehung würde unwahrscheinlich viel Zeit kosten, also durch.
      Ich muntere Locksley zu einem sehr flotten Trab auf, damit wir möglichst schnell den verbotenen Ort wieder verlassen können.
      Gleich dahinter kommen wir an einer Bahnschranke zum Stehen.






      Die Schranke bleibt lange geschlossen, diesmal eine reguläre und nicht zum Anrufen, insgesamt drei Züge passieren den Übergang, bis wir darüber dürfen. Locksley steht und lässt ungerührt die Güterzüge vor seiner Nase durchbrettern.







      Weiter gehts....












      An einem Gewässerlauf wird Wasser für unser Zugtier geschöpft, das es dankbar annimmt.


      Wegen der Kandarenanzüge klappt das vom Boden nicht so gut....



      Also her mit dem Personal!



      Die letzten Meter nördlich von Wolfsburg ziehen sich unwahrscheinlich hin, wir laufen sehr viel, um Locksley zu entlasten und motivieren.














      Die Strapazen machen sich bezahlt, wir erreichen früher als angemeldet gegen 18:15 Uhr unser Quartier in Groß Brunsrode.
      Nachdem wir unser Schlaflager in einer Ecke der derzeit als Maschinenparkplatz genutzten Reithalle errichtet ist und ich zwei Laschen an Lockses hinterem Duplo nachgeklebt habe, ist auch schon Reinhard da, um uns zum Grillen abzuholen.
      Wir verbringen einen wunderschönen geselligen Abend bei Reinhard und Marion und werden zu später Stunde wieder auf den Hof zurückgefahren.


      Streckenlänge: 61,2 km mit Durchschnitt in Fahrt 7,6 km/h
    • Hallo,vielen Dank für deinen ausführlichen Reisebericht.Besonders gut hat mir gefallen,daß eure

      Kinder dabei waren.Leider wollten unsere nie mit,dafür alle Anderen aus dem Dorf.

      Die Pudelkopfbilder auf dem Kutschbock,fand ich sehr lustig.Insgeamt ein toller Bericht von euch!

      Danke dafür und Grüße aus dem stürmischen Nordhessen :-]
    • @Skjoni + Zeno: Sehr gerne.

      @Ingvar: Hach die Kinder. Die waren sich einig, dass es zu ertragen war, aber dieses Jahr sollten wir lieber eine Motorradtour machen.
      Sie haben sich aber wirklich wacker geschlagen. Für die heutige Jugend aber wohl eindeutig zu wenig Action....

      @Gentille: Geht gleich weiter...
    • Wanderfahrt 2016 - Vom Harz an die Ostsee

      Donnerstag, 11. August 2016



      Unser Nachtlager in der Reit-/Maschinenhalle











      Locksley hat nicht sehr gut geschlafen. Er wollte die Box nicht betreten, war ihm zu ungewohnt, dunkel, klein...lieber blieb er auf dem Paddockstück davor, was aber keinen Platz zum Liegen bot. Dazu trauert er sicher auch noch seiner Gefährtin hinterher.



      Locksleys Unterkunft






      In den nächsten beiden Tagen wollen wir insgesamt „nur“ ca. 55 km schaffen, also können wir heute eine ruhige Fahrt und gemütlich kurze Etappe ansetzen.
      Unsere Gastgeberin hat uns Kaffee hingestellt und belegte Brötchen im Übermaß, dazu einen Liter frisch gemolkener und eiskalt gestellter Milch. Mmmmmhhh!!!
      Der Herr Gastgeber gesellt sich zwischen seinen Stallarbeiten zu uns, „schnorrt“ eine Tassse Kaffee und ein Brötchen....“Tut mir leid, ich habe mir einen Kaffee genommen, das hat meine Frau ja schließlich für Sie gemacht“. Wir geben es ihm sowas von gerne ab!!!
      Er erzählt viel Interessantes von der alltäglichen Arbeit, auf diesem Hof wird die Feldarbeit, soweit es die Zeit zulässt, noch mit Pferden gemacht. Alte Bilder, alte Geschichten...ich könnte ihm ewig zuhören, dieses Leben, was in heutigen schnelllebigen Zeiten einfach nicht mehr möglich ist.
      Zum Abschied gibt er uns noch einen halben Zack Hafer aus eigener Ernte mit(natürlich vom Vorjahr, frisch ist nix für Pferde). Ein halber Sack bedeutet in diesem Fall gut 20 kg.
      Wir möchten gerne bezahlen, für alles und für noch mehr. Dies wird beleidigt abgewunken.
      Gastgeber mir Herz und Seele!!!
      Hervorragend gestärkt und für die Weiterfahrt versorgt machen wir uns in aller Gemütlichkeit auf den Weg. Nach dem Gewaltmarsch gestern hat sich Locksley zwei kürzere Etappen redlich verdient.


      Abfahrt






      Nach 15 km denken wir sogar kurz über ein Ende der heutigen Etappe nach, als wir an einem nett aussehenden Stall vorbeikommen. Aber das wäre doch etwas arg wenig und würde die morgigen Fahrt auf ein Muss von 40 km hochschrauben. Also weiter.












      Selbst geklauter Zwischensnack....brrrr, waren die sauer!!!




      Autostadt Wolfsburg





      In Weyhausen






      finden wir einen Supermarkt mit allem, was wir benötigen: Bäcker, Geldautomaten etc.
      Lockse wartet geduldig jeweils mit einem von uns im Wechsel auf dem belebten Parkplatz, immer wieder sprechen uns Passanten an und staunen. Teilweise über den Pudel („wir haben auch zwei Großpudel“).





      Kurz nach der Weiterfahrt fängt es an zu regnen und wird für den Rest der Tages sehr wechselhaft. Trotzdem genießen wir die beginnende Heidelandschaft mit einem Wechsel aus Sandwegen, Feldern und kleinen Wäldchen.







      Nervig wird dann schließlich doch noch die Quartiersuche: in Jembke entdecken wir große Koppeln und suchen den dazugehörigen Stall, den wir im Ort finden. Da das große Tor für die Durchfahrt verschlossen ist, warte ich mit Pferd, Kindern und Kutsche auf dem danebenliegenden Wendehammer mit Bushaltestelle, Ulli geht verhandeln.


      Warten




      Locksley verliert aus lauter Langeweile einen riesengroßen Haufen Pferdeäppel.


      Es regnet sich ein, und wir warten gute 30 min., ehe Ulli wieder auftaucht. Er guckt etwas angesäuert und schüttelt den Kopf. Kurz berichtet er, dass ihn eine ältere Dame in Empfang genommen und die Anlage gezeigt hat, um dann am Ende der Führung zu erklären, dass sie ja nicht über den Kopf ihrer Tochter als eigentliche Chefin hinwegentscheiden könnte, ob wir bleiben könnten. Wir dürften aber ruhig hineinfahren und das Pferd abspannen. Ulli lehnt dankend ab. Beim Gedanken daran, Locksley erst in den verdienten Ruheabend zu schicken und bei späterer Ablehung erneut anzuspannen, die einzig richtige Entscheidung. Immerhin hat er zwei Anlaufadressen bekommen. Lockses Haufen lassen wir ganz frech liegen, meine Finger sind klamm und Ulli hat zu nichts weniger Lust, als nochmal um eine Schubkarre anzufragen.
      Ich tippe die näher gelegene Adresse ins Navi und folge den Anweisungen die vielbefahrene Ausfallstraße. Die gesuchte Adresse liegt mitten an der Hauptstraße, hinter mir eine lange Autoschlange, vor mir der Gegenverkehr. Keine Möglichkeit, zu halten.
      Ich lasse Ulli schnell von der Kutsche abspringen und trabe zum Dorfende, wo ein eigener Fahrradweg beginnt und wir die Autos nicht länger behindern.
      Der Regen nimmt zu, igitt. Ich entdecke, dass der Fahrradweg auf der Gegenseite unter mehreren großen und weit ausladenden Bäumen hindurchführt und wechsle bei der nächsten Lücke im Verkehr flott die Seite. Da stehen wir nun halbwegs geschützt, Locksley döst.
      Warten!
      Plötzlich höre ich hinter mir eine Stimme: „Nicht erschrecken, nur ein Fahrradfahrer“, ein Mann mit Fahrrad will sich an der Kutsche vorbeiquetschen und winkt ab, als ich ihm versichere, zur Seite fahren zu können. Als er auf meiner Höhe ist, stellt er fest: „Sie suchen Quartier? Dann steht ihr Mann gerade bei meiner Frau. Das kriegen wir schon hin“.
      Unser Gastgeber für diese Nacht!!
      Wir bekommen Unterkunft auf dem Hof, der hinter dem Ortsausgang liegt. Dort wohnen im Winter einige Pferde drin, derzeit aber nur ein paar Ziegen und Schweine, die die Nacht aber in eigenen Schuppen verbringen. Der Hof besteht nur aus Stall- und Scheunengebäuden, einem kleinen Aufenthaltsraum und diversen Koppeln. Locksley bekommt die Box gleich neben dem Eingang









      Stroh und Heu wird großzügig herbeigeschafft, uns wird die Wasserpumpe erklärt und wir dürfen unser Lager in einer Box unserer Wahl errichten





      (alle Boxen waren leergeräumt, hier wurde nicht wie so oft der Mist vom Frühjahr im Herbst weiterbewohnt).



      Die Kutsche darf trocken in der Scheune stehen




      Nachdem wir unsere "Betten" gemacht haben, bringen wir Locksley noch auf ein Stück gut bewachsene Wiese







      und versorgen uns selber mit einem Döner im Ort, bevor wir uns von Lockses beruhigenden Kaugeräuschen in den Schlaf säuseln lassen.


      Briefkasten unserer Gastgeber



      25 km in durchschnittlichen 6 km/h
    • Wanderfahrt 2016 - Vom Harz an die Ostsee

      Freitag, 12. August 2016


      Unser Frühstück richten wir uns in dem kleinen Stübchen, unser Gastgeber schaut vorbei, ob wir noch etwas brauchen können und das Pferd gut versorgt ist.


      Rustikaler Küchendienst




      Wir sind alle gut ausgeruht und brechen unter dem freundlichen Himmel recht zuversichtlich auf, doch bereits bei Durchfahrt des Tores kommt der Regen zurück, wir fackeln nicht lange und rüsten mit Regendecke und Ponchos auf. Das miese Wetter soll sich auch den ganzen Tag nicht bessern.


      Regenwetterlaune




      Blumenkübel mal anders...oder....was ein altes Fahrrad alles kann.




      Wieder haben wir die Heide zu durchfahren, was uns gut vorankommen lässt. Dort gibt es recht viele Wege, die nur die Fahrstreifen betoniert haben und in der Mitte einen Grünstreifen freilassen. Optimales Geläuf also für einen Einspänner!






      In Tülau finden wir auf der Suche nach einem Bäcker (Kaffeedurst!!) immerhin einen Metzger,













      als Pausenplatz suchen wir einen Grünstreifen neben einem Maisfeld aus, wo sich immerhin Locksley den Bauch vollschlagen und wir (ohne Kaffee) die „Heidepeitschen“ vom Metzger verspeisen können, dazu Kekse aus unserem Vorrat für genau solche bäckerarmen Gelegenheiten.






      Unterwegs










      Bewässerungs-/ Düngerolle (etwas gruselig, meint Lockse






      Wir erreichen die ehemalige innerdeutsche Grenze im Landkreis Salzwedel.











      Das Navi führt uns durch ein Mühlengelände, dessen Durchfahrt durch eine riesige Landmaschine blockiert wird.
      Ulli sucht das Gespräch und erfährt, dass eine Durchfahrt nicht möglich sei. Also nicht wegen der Maschine, die würde man gerne wegfahren, aber es gäbe lediglich einen Pfad, der im Nirgendwo ende. Da hat das Navi wohl Wunschdenken geäußert....










      Wir müssen über einen ziemlich großen Umweg umrouten und kämpfen uns nach „Grenzübertritt“ durch zum Teil ziemlich unwegsame Pfade mit gutem Mückenbefall, was nach ungeplanten Zusatzkilometern richtig nervt.





      Baumschmuck...?!




      Mal wieder ein Sackgassenweg
      youtu.be/uESJ4T_M17k


      Gegen 19 Uhr haben wir es geschafft und erreichen die Wanderreitstation in Neuenstall.










      Lockse bekommt eine riesengroße Koppel, wir dürfen uns einen Platz für unsere Zelte suchen und genießen fließend und vor allem warmes Wasser im „Waschhaus“.
      Der Abend klingt gemütlich am Lagerfeuer mit Suppenterrine und Salat aus.
      Strecke wurde doch unwesentlich länger als vorgehabt....


      38 km in durchschnittlichen 6,9 km/h
    • Wanderfahrt 2016 - Vom Harz an die Ostsee

      Samstag, 13. August 2016


      Ich mache noch ein paar schöne Bilder von unserer Unterkunft und dem Muli unseres Gastgebers.


      Zeltplatz







      Plumpsklo



      Waschhaus


      Von außen



      von innen (sogar mit Sauna...)







      Kaltblut-Muli




      Guten Morgen, Locksley






      Der Zeltabbau geht noch nicht so flüssig vonstatten, aber trotzdem können wir um 10:20 Uhr starten.
      Locksley ist ungeduldig und will los, sobald er eingespannt ist. Er scheint so langsam seinen Takt zu finden und Kondition aufzubauen.


      Ulli hat ja bei JEDEM Schaf eine Heidschnucke vermutet (schlielich waren wir in der Heide), dies hier ist glaub ich tatsächlich eine.....




      Relikt aus längst vergangenen Zeiten




      Schöne Wege....



      Miese Wege



      Auch das gibt es doppelt (wenn auch in anderer Schreibweise...)





      Wir kaufen in Salzwedel ein...






      Durchfahrt Salzwedel





















      ...und müssen wenig später an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen wieder einen Umweg in Kauf nehmen. Wir sehen es mittlerweile sportlich und der Mehrweg hält sich auch in Grenzen.











      Landkreiswechsel





      Die Feldlandschaften sind hier riesig. Auf einem Feld entdecken wir zwei Vögel in weiter Ferne, die sich im Wechsel laut schreiend Avancen machen, wir können sie als Kraniche identifizieren und können sie lange nicht mehr vergessen.







      Beim letzten Ballen war wohl das Stroh aus.....




      Den Kindern wird langweilig, wir vertreiben uns die Zeit mit Singspielen und grölen mit Hilfe des Handys immer wieder neue Lieder in die Landschaft.



      Endlose Felder und Wiesen
      youtu.be/3xnSbnUve5o



      Als wir uns am späten Nachmittag einer Ortschaft nähern, begegnet uns ein ungleiches Paar: ein junger Mann auf einem Ponysulky und ein Mädel reitend auf einem Großpferd nebenher.
      Wir grüßen und fragen um eine Übernachtungsmöglichkeit.


      Zielort für heute




      Empfangskomitee (noch nicht ganz am Zielhof)





      Von Pascal erhalten wir eine astreine Wegbeschreibung, die uns zum Hof seiner Familie führt, und so finden wir uns am frühen Abend auf dem








      wieder.



      Die Familie stammt ursprünglich aus dem Münchner Raum und hat sich hier mit einer ganzen Tiersammlung niedergelassen, zu den kuriosesten gehören sicher der zahme Kakadu und die gescheckten Esel, außerdem etliche Hunde und natürlich Pferde. Der Abend wird recht lang bei den herzlichen Leuten mit vielen Geschichten. Unser Nachtlager fällt nicht ganz so glücklich aus: da im Haus umgebaut wird, dürfen wir uns im Heulager niederlassen.







      Erst nachdem alles eingerichtet ist, wird uns bewusst, dass wir unter einem Bewegungsmelder liegen. So wird die Nachtruhe im minutentakt gestört, wenn das Licht dank einer kleinen Bewegung angeht. Aber egal, sowas bleibt in Erinnerung.


      43,1 km in durchschnittlichen 6,8 km/h
    • Tolle Reise, also Longboards dürfen hier auch nie fehlen und der Anbick der stur auf ihre handys fixierten kiddies währned draußen so feine Landschaft zu sehen wäre ist mir auch zu vertraut!! Puuh, Pferdsausfall hatten wir bisher noch nie, aber solche Touren fahren wir auch nie, zwar mal 3 tage a 30-40 km, aber nie länger. und nur von Haus aus startend beginnt Urlaub schneller und stressfreier. mfg Kirsten
    • @Igel: :D

      @Skjoni: Die Länge der Strecke ist ja nicht das Entscheidende, sondern einfach, sich auf den Weg zu machen. Und 20 km sind doch schon was!

      @Jakob: Gerne. Kommen noch mehr.

      @Nemitz: Naja, begeistern ist jetzt vielleicht das falsche Wort, aber sie haben es ertragen und im Laufe der Tage auch ihre Gedanken entschleunigt. Dieses Jahr müssen wir aber mit den Motorrädern los, nochmal Kutsche streiken sie....versteh ich gar nicht :tongue:

      @Stallknecht: Geht gleich weiter....

      @gentille: Danke :)