Selbstmordrate unter Landwirten

    • Auch hierin Nrw gibt es viele (Milch)bauern, die in der Woche 70 -80 Std. arbeiten, und trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen und
      sich zum Dank dann noch als Umweltvernichter beschimpfen lassen müssen.
      Ich finde es beschämend, das sich diejenigen, die die Nahrungsgrundlage einer Nation herstellen, sich so vernglimpfen lassen müssen.
      Dazu kommt noch, das JEDER nach Naturschutz und Tierwohl schreit, aber 90 % der Bevölkerung( +,- 10% ) ihre Lebensmittel beim Discounter kauft ......
      und zu den Preisen kann kein Landwirt auf Dauer produzieren...

      Kollegialer und trauriger Gruß Katha
    • mora schrieb:

      Dazu kommt noch, das JEDER nach Naturschutz und Tierwohl schreit, aber 90 % der Bevölkerung( +,- 10% ) ihre Lebensmittel beim Discounter kauft
      Kann ich dir zustimmen, ist schon eine Heuchel Gesellschaft.

      Gruss
      :] " Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten." :]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von jakob ()

    • mora schrieb:

      aber 90 % der Bevölkerung( +,- 10% ) ihre Lebensmittel beim Discounter kauft ......
      Ja stimmt.
      Auch ich / wir kaufen im Supermarkt oder Discounter .

      Wobei die Endpreise für den Verbraucher fast überall gleich sind.
      zB. kostete 250 Gr.Butter vor einigen Wochen nur 79 cent .
      Jetzt kostet sie wieder 1,29 € ,
      was von den 50 cent kommt denn davon beim Landwirt an ?
      Nehme mal an: gar nix.
      sogenante Bauernmilch die teuer beworben wird mit netten Kühen
      auf der Blumenwiese und teuer verkauft wird ,was kommt davon beim Erzeuger an ?
      Tante Emma Läden gibt es nicht mehr.
      Zum nächsten Laden fahre ich 8 km, zu den Erzeugern hier ,sehr viel weiter.
      Und da kriegt man auch nicht alles was man braucht.
      Bei uns hat letztes Jahr auch der letzte Milcherzeuger im Dorf/ Umkreis aufgehört,
      allerdings aus Alters und Gesundheitsgründen.

      So traurig und schlimm es für die Landwirte ist, es ist nicht nur der Verbraucher schuld.
    • Das Leben an sich verändert sich massiv, und ich persönlich denk nicht, dass ein oder X Verbraucher, die den Discounter betreiken irgendetwas daran ändern. Generell fänd ichs nett, wenn es in der Bevölkerung eine gewisse Akzeptanz von Landwirtschaft gäben tät, statt das da in Ställe eingebrochen wird von Leuten, die in ihrem Leben noch nie gearbeitet haben und überhaupt nicht wissen was ne Überforderung bedeutet. Der Strom ist sauberund kommt aus der Streckdose, dass da Menschenleben dranhängt will keiner wissen. Biogasler verdienen gut, kennt zufällig irgendjemand irgendeinen, der den länger als 15 Jahre macht ohne ernsthafte gesundheitliche Schäden und gedenkt den im Jahr 16 noch ausführen zu können? Die Kuh ist lila, wie war das doch gleich???
      mfg Kirsten
    • Das Höfesterben ging in den 90érn los, ich weiß noch, wie ich auf Wanderritt über die Höfe in Richtung Nordsee war und bei so einigen verzweifelten Landwirten übernachtet hab. Zu klein, zu wenig technisiert und dann die Auflagen. Die wussten mit der Bürokratisierung nicht mehr ein noch aus - Volksschule, Landwirtschaft und dann gings nicht mehr weiter. Unmöglich. Zu klein, keine Chance gegen irgendwas.
      Doch worüber sollten sie sich aufregen? Man muss sich doch nur anpassen und flexibel sein. Es war doch alles bunt und super, die Rente wurde Früh. Aber sie wollten doch lieber gerne einfach weitermachen, aber eben nicht so... wies jetze inzwischen aussieht.

      Arbeit wird wohl grundsätzlich nicht mehr wert geschätzt? In allen Berufen, ob Polizei, Pilotin oder Krankenschwester. Da ist viel Meinungsmache, und Neid-Debatte. Wenn man keine Zeitung liest und kein TV glotzt, kommt man super klar. Ein Reißer jagt den anderen, .... Kattastrophe - Kattastrooophe... Kultur gibbds nicht mal mehr im Beutel. Der normale Mensch weiß nicht mal mehr, wie ein Toter aussieht, geschweige denn, wie ein Huhn geschlachtet wird, ohne gleich "BoahEyKrass" zu brüllen.

      Die Technisierung ist für viele einfach zu weit weg, vom Leben. Wohin das führen wird, wird man sehen.
      besten Gruß :-]
    • Alles läuft nach Plan....die Banken haben die Landwirte ausgequetscht bis zum Ende und jetzt muss Platz gemacht werden für die lieben TTiP-Produkte...damit wir alle schön den hormonverseuchten Dreck fressen und nicht viel Alternativen haben, weil es keine Bauern mehr gibt. Also...alles läuft nach Plan,in allen Bereichen.Nur selbst denkende Menschen können es etwas verbessern.
    • was mir mittlerweile viel mehr Sorge als TTIP bereitet (zumal die ja momentan wohl nicht der große Renner bei den Amis ist): die großen Handels-Strukturen mit denen unsereins mit Lebensmitteln versorgt wird. Was passiert wenn einer von den Riesen mal ein, äh, Computerproblem hat, was wenn die Logistik gehackt wird, was wenn einer Pleite geht?
      http://www.spiegel.de/sptv/spiegeltv/tv-doku-ueber-zivilcourage-hinschauen-statt-weglaufen-a-1149258.html
    • Dann wird uns vielleicht der Mond "heimleuchten", denn der hat ja dann noch seinen (großen) Hof ...
      Kaltblutpower.
      Wehe, wenn sie losgelassen
      :D

      > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <

      Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
      (frei nach Gustav Mahler)
    • Lese gerade die Überschrift!
      Letzte Woche hat sich in unserer Nachbarschaft ebenfalls ein Landwirt das Leben genommen. Vermutlich ebenfalls aus der wirtschaftlichen Not heraus, in Kombination mit körperlicher und psychischer Überlastung. Am Rande der Leistungsfähigkeit, am Rande der Existenz. Sehr viele Bauern stehen vor der Wahl, entweder zu vergrößern, was Investitionen in großen Maßstab bedeutet, oder pleite zu gehen. Andererseits fehlen Mitarbeiter, entweder weil es sie schlicht nicht gibt, oder man keine weitere Kraft bezahlen kann.
      Die Großkonzerne tun ein Übriges, um den Landwirten den Boden unter den Füßen wegzuziehen.

      Ich sehe aber auch, warum der Landwirt in der Bevölkerung immer schlechter angesehen ist. Intensive Bewirtschaftung der Äcker und Felder, extreme Belastung der Straßen durch riesige Schlepper, Siloanhänger und Güllefässer, Biogasanlagen, die aus dem Boden gestampft werden (klar, wird durch die Politik gefördert) etc.
    • Laut unserer Milchbauern sind die Milchpreise das erste Mal seit Jahren wieder gut, so um ~46 Cent/L.
      Rücklagen sind verbraucht und Investitionen stehen an. Entweder investieren oder das Finanzamt kommt...

      Aber die Arbeistbelastung ist enorm und viele Betriebe haben keinen Nachfolger und geben hier in NRW auf - schaffen also die Rinder ab.
    • drosendorfer schrieb:

      zB. kostete 250 Gr.Butter vor einigen Wochen nur 79 cent .
      Jetzt kostet sie wieder 1,29 € ,
      was von den 50 cent kommt denn davon beim Landwirt an ?
      Nehme mal an: gar nix.
      Das war im November 2016.
      Jetzt ist die Butter auf dem höchsten Preis aller Zeiten :
      250 Gramm kosten ab 1,99 € !
      das sind satte 1,20 € Erhöhung .
      Was davon bekommt der Bauer ???
      Vermutlich auch nix.
    • Der Bauer bekommt heute schon deutlich mehr Geld für die Milch als noch vor einigen Monaten. Wir lagen vor einigr Zeitnoch bei ca. 18 ct/l. Jetzt bekommen wir hier ca. 39 ct/l.
      Der hohe Preis für Butter hat mehrere Gründe. Wegen des anhaltend schlechten Michpreises haben viele Landwirte die Milchviehhaltung aufgegeben und die Bestände sind verkauft oder meistens geschlachtet worden. Daher ist die Angebotsmenge an Milch geringer als vorher. Außerdem füttern viele Landwirte kaum mehr Kraftfutter zu, da sich das nicht rechnet. Daher ist des Fettgehalt geringer als früher. Dazu kommt dann die deutlich gestiegene Nachfrage nach Butter. Viele Verbraucher meiden Margarine, da die einen schlechten Ruf bekommen hat ( viel Chemie ) und gleichzeitig gilt Butter nicht mehr als Verursacher von hohem Cholesterin. Die ganzen Lagerbestände von Butter sind derzeit aufgebraucht ( EU Butterberge ).

      Aber es wird sicher wieder einen Einbruch bei den Milch- und Butterpreisen geben, da die Milchbauern jetzt wieder fröhlich die Bestände aufstocken. Das dauert zwar einige Zeit, aber dann geht der (Schweine)Zyklus wieder von vorne los.