Con Carrozza attraverso Toscana, Autunno 2016

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  • Con Carrozza attraverso Toscana, Autunno 2016



    Die fleißigen Helfer die das Erlebnis möglich machen:
    Monty, Bazilia, Tczaccer, Berra, Piaste, Herr Nemitz, der Mantas, die Christine, eine ganze Menge Leute vor Ort ...

    Montag, 19.9.2016
    Zwei Wochen lang kann ich mit – ich freue mich darauf wie ein kleines Kind. Am Anfang steht die lange Anreise, knapp 10 Stunden mit dem Auto sagt das Navi, nun denn, die Toskana ist es wert. In Bayern regnet es seit 3 Tagen aus Kübeln, also höchste Zeit sich die andere Alpenseite anzusehen. Vergeblich habe ich vor der Abfahrt versucht, die genaue Adresse des Palazzo Gran Ducale herauszufinden. Dort soll ich die restliche Gruppe treffen, die ja schon seit einer Woche unterwegs ist. Also gebe ich im Navi Alberese ein und behaupte, daß ich das eindrucksvolle Haus auch so wiedererkenne. Es kommt wie ich gehofft habe, gleich am Brenner schaltet sich die Sonne ein und zerreißt das feuchtkalte Nass in kleine graue Wolkenfetzen, die sich, je weiter südlich um so besser, im strahlend blauen Himmel verlieren. Der kalte Kaffee, die vielen Baustellen, das nach Kunstdünger schmeckende Zitronenlimo, alles ist vergessen als ich auf der buckligen Schnellstraße über den letzten Hügel komme und die Ebene überblicken kann. Da schickt mir das Palazzo schon lockend sein warmes Gelb entgegen. „Komm“, heißt das, „es ist nicht mehr weit“. Ich eile, ich fliege … ooops, fast hätte ich die freundlichen Helfer mit der Messpistole übersehen. Hoffentlich ist das nochmal gut gegangen. Ein großer Traktor in der Auffahrt macht mir gutmütig Platz, als ich gestikuliere, daß ich eine Verabredung mit dem altehrwürdigen Haus habe. Und dann bin ich da – endlich. Ich steige aus und muß erst mal einen Blick in die Runde werfen. Hat sich was verändert? Sind die Zitronen noch da? Wo steht gleich nochmal der Rosmarin, nach dem es immer so intensiv riecht? Sitzt der Wildschwein-Keiler, das Wahrzeichen des Maremma Nationalparks, noch auf seinem Platz und beobachtet das Land? Und der weiße Wandbrunnen, schau, eine Seite ist braun geworden. Die Spitzen am gußeisernen Gitter in der für den Landrover zu engen Auffahrt, waren die damals schon abgeflext? Und hier die Zitronen, doch, sie sind noch alle da, aber sie blühen gerade nicht und die Früchte sind noch grün. Das Haus lädt mich in seinen Vorgarten ein und teilt seinen Ausblick mit mir. Die Palmen werfen flüchtige Schatten über den Rasen und ein roter Kater streicht um meine Füße, selbstbewußter Gigolo, Streicheleinheiten fordernd. Sein Italienisch versteh ich.
    Es tröpfelt. Kurz.
    Ich bin angekommen.