Ersten Futterrüben- und Kleegras-Anbauversuch

    • Ersten Futterrüben- und Kleegras-Anbauversuch

      Hallo zusammen,
      in diesem Jahr haben wir mal endlich unseren kleinen Acker ernsthafter in Angriff genommen und die ersten Futterrüben- und Kleegras-Anbauversuche gestartet. Das Pflügen haben wir noch mit dem Traktor machen lassen, da das Land nach einigen Jahren Brache und Tannenbaumplantage mit Wurzeln undhartnäckigen Grasballen übersät war. Dann kamen endlich unsere beiden Schwarzwälder Walache zum Zuge. Das Eggen, Drillen und Walzen ging dann super und hat wirklich viel Spaß gemacht. Dann kam die Trockenheit und außer Disteln war nichts zu sehen. Wir hatten es schon abgeschrieben, da kam dann doch noch alles in der Regenperiode, seit Siebenschläfer, in Gang und wuchs dann dafür wie verrückt. Die neu erstandene Meyerhacke haben wir erst noch mit neuen Scharen versehen und dann ging es auch (zu spät) los mit Hacken. Nachdem das viel zu lange Unkraut raus war, was immer wieder die Hacke verstopfte, ginges dann auch wie geschmiert und nur die unerträglichen Bremsen konnten uns vertreiben. Jetzt ist es schon langweilig weil es nur drei Reihen Rüben sind. Jetzt hoffe ich schon na ist es wieder soweit? Lohnt das Hacken endlich wieder? Das kann so nicht bleiben dachte ich mir und so habe ich im Internet auch nach einem Vielfachgerät Ausschau gehalten und natürlich mal wieder am anderen Ende der Republik, ein tolles Exemplar mit allen Zubehörteilen für Rüben und Kartoffeln (sogar Dippelmaschinen), erstanden. Jetzt freuen wir uns schon auf das nächste Jahr, um endlich mehr Reihen zu machen und besonders auch auf die Kartoffeln. Das Kleegras/Distelgras ist jetzt im Siloballen, mal sehen was unsere Highlandrinder dazu sagen.

      Viele Grüße an alle im Forum aus dem Weserbergland!
      Bilder
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    • Hallo Scheeef,

      gedüngt haben wir mit reifem Mist von unseren Rindern und Pferden, der im Herbst auf das noch nicht umgebrochene Land gestreut wurde. Dann wurde mit dem Traktor im Frühjahr gepflügt, danach mit den Pferden geeggt, gewalzt und mit einer Pferdedrille gedrillt. Die Klee/Luzerne Mischung haben wir erst gedrillt und dann gewalzt, und bei den Rüben umgekehrt. Durch die Trockenheit war der Boden extrem grob. Die Drille ist eher für kleineres Saatgut denke ich. Trotz größter Einstellung und der langsamsten Übersetzung wurden die Pillen etwas angequetscht. Die Lücken sind aber eher durch die Trockenheit entstanden denke ich, da in den geschützteren Bereichen die Pflanzen gut aufgelaufen sind. Jetzt haben wir inzwischen ein Niemeyer Vielfachgerät mit Dippelkörpern, das sollte noch besser gehen. Auch hat das Vielfachgerät einen Anbaurahmen mit Gänsefußscharen und Scheiben zum Schutz der kleinen Rübenpflanzen und zum gleichzeitigen Hacken von drei Reihen. Wenn dann die Rüben wieder größer sind werden wir wieder mit der Meyerhacke hacken. Durch das Hacken mit der Meyerhacke wurde auch immer, wenn auch ungeplant, ein wenig angehäufelt.

      Die Sorte ist eine Biofutterrübe bezogen von Camena Saatgut. Text aus dem Katalog:
      FUTTERRÜBENSAMEN JAMON
      genetisch einkeimig, pilliert, ½ Einheit mit 50.000 Korn,
      orange, Trockensubstanzgehalt 14,5 %, manuell gut zu
      Ernten durch hohen Sitz ( 35 %-40 % des Körpers oberirdisch)
      Reihenabstand 50 cm, Ablageweite 18 cm.
      Saatgutbedarf: 125.000 Korn/ha = 2 - 3 ½ Einheiten.
    • @Scheeef:
      welche Erfahrungen habt Ihr denn mit den Futterrüben gemacht? Wann habt Ihr geerntet und wie gehackt? Welche Sorte habt Ihr und wie habt Ihr Sie gelagert?

      @Illefons:
      Freut mich, das Ihr Interesse an dem Fuhrpark habt, ich hole demnächst mal alles aus der Scheune und mache ein Foto. Es steht da inzwischen ganz schön zusammengeschoben und unübersichtlich. Bin dabei halt Jäger und Sammler, müßte auch mal aufgegebene Projekte entsorgen ?(
    • Wir haben die Sorte Eckendorfer Rot. Zuerst noch von Hand gehackt haben wir mittlerweile auch eine Einreihenhacke für Pferdezug. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht die Jungpflanzen anzuhäufeln. Der Unkraut Druck sinkt und der vorher aufgebrachte Dünger kommt gut an die Pflanze. Das Häuffeln bewerkstelligen wir mit einem einreihigen Häuffelpflug.
      Das einzig Beständige ist der Wandel :!:
    • Hallo @DoktorBig, und andere

      danke für die netten Worte. Da ja auch in einem anderen Thread heiß über die eigene Vorstellung diskutiert wird, hier einige Worte auch zu uns.
      Wir sind uns mal bei der letzten Pferde Stark in Detmold begegnet, Du hattest ein Namensschild mit Hinweis auf das Forum und wir sprachen über die Gründung einer Fuhrhalterei und die Kosten. Danke dafür nochmal nachträglich. Ich habe damals auch andere Haupterwerbsbetriebe besucht, um Anregungen und Mut für eine Gründung zu bekommen. Hauptsächlich war die Frage, wie es nach 15 Jahren als Offizier der Bundeswehr für mich beruflich weitergehen sollte. Hobby zum Beruf oder doch klassisch in die zivile Wirtschaft. Der Übergang war etwas holprig, gerade als Familienvater mit Frau und zwei Kindern hat man hier auch erhebliche Verantwortung die im Nacken sitzen. Es entstand aus der Not heraus eine einjährige hauptberufliche Umsetzung einer Fuhrhalterei mit Planwagenfahrten und Lohnarbeiten. Als sich eine gute Chance bot, bin ich aber dann trotzdem wieder Angestellter geworden. Jetzt habe ich einen sehr flexiblen Job und meine Frau kann dafür zu Hause bleiben und die alltäglichen Pflichten übernehmen. Es war aber eine tolle Erfahrung mit z.B. einem Winter als Holzrücker im Harz. Aus Zeitgründen und weil ich keine zuverlässigen Kutscher finden konnte, biete ich derzeit keine Fahrten mehr an. Meine Frau ist Reiterin und teilt alle Abenteur in der Landwirtschaft und den Pferden. Kutsche fahren will sie allerdings nicht. Meine Tochter hat das Paradies aller Mädchen und....kein Interesse. So ist das halt, auch ein eigenes Pony konnte sie nicht begeistern. Wir haben noch eine kleine Biolandwirtschaft mit fast 40 Highlandrindern, Direktvermarktung im Nebenerwerb und unsere zwei schweren, 1,60 m Stockmaß, Schwarzwälder Kaltblüter, Magnus(mit der ungewöhnlichen Blesse) und Wendelin. Jetzt versuche ich die Pferde zunehmend hier, zu meiner persönlichen Erfüllung, in der Landwirtschaft einzusetzen. Vieles geht auch mit den Pferden aber ich grüble immer noch, wie ich den Frontlader an den Vorderwagen kriege. ;) Spaß bei Seite, im Nebenerwerb muss auch die Zeit da sein und so entscheide ich spontan, ob die Zeit reicht für sinnvolle und erfüllende Pferdearbeit oder die schnelle Lösung Trecker sinnvoller ist, um eine höhere Flächenleistung zu ermöglichen. Nach der nun fast abgeschlossenen Sanierung unseres 450 Jahre alten Fachwerkhauses wieder zurück auf Lehm, haben wir auch wieder etwas Freiräume dafür. Ich freue mich immer über Mutmacher-Beispiele von Menschen, die immer mehr ganz auf das Pferd setzten. Der Traum vom Aussteigen bleibt trotz aller wirtschaftlichen Notwendigkeiten immer ein Teil von mir.

      VG aus dem Weserbergland an alle
    • Klasse, Danke. Es freut mich immer sehr, wenn Leute wie du hier ins Forum finden. Oft erinnert mich viel an unsere eigene Entwicklung im Bezug auf Pferdearbeit und Landwirtschaft. Bei uns geht bis jetzt noch der Weg über die Selbstversorgung und einem Kleinstgewerbe. Aber Tendenz klar zur Landwirtschaft im Nebenerwerb. Meine Tochter hat gerade eine Ausbildung zum Landwirt begonnen, denn sie hat, anders als deine, Interesse.

      Sie ist es auch, die oft die Entwicklung der Pferde in die richtige Bahn lenkt. Sprich: wenn was Neues zu lernen ist, ist sie eine Hauptperson da sie ein ungemein feines Gespür für Pferde und Tiere allgemein besitzt.
      Das einzig Beständige ist der Wandel :!:
    • Schmitt schrieb:

      ich grüble immer noch, wie ich den Frontlader an den Vorderwagen kriege.
      kein Problem die altgallischen Mähkarren hatten das Schneidwerk vorn und das "Schubtier" hinten
      zur Zeit haben die Amis solche Geräte beim Heumachen im Einsatz (alles zusammenschieben zum Lagern) und der Philippe Kuhlmann, ein Ochserer, deswegen funktioniert sein Selbstbau nur mit Ochsenjoch
      http://www.spiegel.de/sptv/spiegeltv/tv-doku-ueber-zivilcourage-hinschauen-statt-weglaufen-a-1149258.html
    • Hallo Schmitt,
      danke für deine Offenheit, Berichte und Bilder zu zeigen. Ja, aller Anfang ist schwer, aber dem Mutigen gehört die
      Welt.
      Seit 1993 besitze ich 1ha Land. Mit dem polnischen Arbeits-Pferd Warmblut (s.Bild) bin ich glücklich und sehr-
      zufrieden. All die Jahre für uns die Nahrung erzeugt. Leider ist schon viel Zeit vergangen. Uns schwinden die Kräfte.
      So habe ich mich doch für ein Treckerchen 14PS entschieden, um damit weiter zu leben. Leichte Arbeit fürs Pferd
      gibt es immer, Schließlich haben wir auch die einsp. Kutsche. Aber im meinem alter noch ein neues Pferd, nein...
      So ist für mein Deutzele mit Mähwerk, nun ein Miststeuer, Heuwender (UM320), Ladewagen, Spatenrollegge und
      so andere Einheiten da, die mit helfen.
      Danke für den Hinweis Futterrüben-Saat von CAMENA. - Die kleinen Mengen in den Tüten von Raifeisen zum Verzweifeln. Handgesät und dann immer doppelt, die Trockenheit, nein diesmal hab ich sie alle früh heraus geholt.
      Hatte sonst von anderen Landwirten pillierte Reste besorgt. Jetzt muß mehr für den Ackerboden getan werden.
      Pferdeäpfel fermentieren (Bokashi), Mist kompostieren mit EM , mulchen, Grünsaat auf die offen Felder für Winter.
      Also langweilig wird es für mich nie...
      Wir müssen den Kreislauf wieder ereichen, Spezialisten machen sich nur abhängig...
      LG Burka
    • Hallo zusammen,

      hier ein kurzer Bericht zur Ernte der Rüben und des Kleegrases.
      Trotz eines extrem schlechten Starts durch die Trockenperiode im Frühjahr und eines für Rüben insgesamt zu trockenen Jahres, sind doch einige schöne Exemplare dabei gewesen. Aus drei Reihen a ca. 200m waren es am Ende immerhin 25 große Maurerkübel plus zwei von Mäusen angefressene. So habe ich jetzt für jede Winterwoche ca. einen Kübel für die Pferde, Kaninchen und geschnitzelt als Lockfutter für die Rinder. Wenn alle groß geworden wären, hätte ich sie gar nicht alle rein bekommen. Jetzt noch ein Deckel gebaut, sonst ist es das Mäuseparadies der Region. Ich habe die Rüben in die feuchteste Ecke unserer Scheune in Stroh gepackt, von unten und dann oben zusätzlich mit Mäusedraht geschützt.
      Beim Luzerne/Kleegras war zunächst auch mehr Unkraut als alles andere zu sehen. Nach dem ersten Schnitt ist nun allerdings eine herrlich saftige Wiese entstanden. Ich hoffe die Luzerne blüht nochmal, der Imker auf dem Nachbargrundstück würde sich freuen. Den ersten Schnitt haben wir in Silagerundballen gewickelt, für einen zweiten ist es in diesem Jahr aber zu spät. Vielleicht lass ich nochmal die Rinder drüber laufen. Das Kleegras bleibt auch noch im zweiten Jahr, den Rübenbereich werde ich mit Stallmist ordentlich düngen und im nächsten Jahr dort Kartoffeln versuchen. Daneben werde ich dann einen neuen Streifen für die Rüben vorbereiten. Ich kann es kaum erwarten, habe ich doch in diesem Jahr eine Menge Pferdegeräte wie ein Vielfachgerät mit Dippelmaschine, Wippkipppflug und eine Netzegge erworben. Endlich komme ich wieder ein Stück mit den Pferden vorwärts.

      Mit scharrenden Hufen
      Schmitt