Wi&Ze

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    • :)

      ­­Trippel-trappel-Pony

      Wunderschönes Wetterchen, flauer Wind, fast voll Sonne und 19°C. Die Ponys sind durch geschmiert, der Buggy auch, es kann los gehen. Wir kullern entspannt durchs Dorf, dann geht es auf die Landstraße. Ein Paar Autos flitzen an uns vorbei, ich ziehe nach rechts, auf den alten Bahndamm. Für ein paar Kilometer haben die Ponys nun Gras unter den Hufen, der Damm ist gemütlich, die Ponys sind es auch. Ein bisschen trabbseln, ein bisschen schlendern, wir mäandern in der Sonne dahin. Ein Bussard kreist über uns in der Thermik und ein Hase hoppelt ins verblühte Rapsfeld davon.

      Nun wird es etwas Lebhafter, an der Kirche im nächsten Großdorf, ist grad eine Veranstaltung beendet und die Kirchgänger kommen in Kollonnen uns entgegen, zu Fuß und im Auto. Ich hab schon einen lahmen Arm, vom ständigen winken, alle sind lustig drauf. So, nun müsste ich grade aus, über die Bäckerkreuzung. Die ist ganz schlecht einsehbar, ich pirsche mich mit Ponys und Buggy schräg heran und hab nun den Überblick. Natürlich ist alles frei und wir gondeln über die Kreuzung in Richtung... äähm, ne, da wollte ich einglich gar nicht hin, das ist ääh... verkehrt.

      Also kullere ich eine große Schleife, an Polizei, Amt, KiGa, Autohaus und ZOB vorbei, wieder auf die Hauptsstrasse zurück. Nun geht es rechts rein, in die Siedlung. Nix los. Ein paar schüchterne Kinder, so liebe ich sie. *wink* Nun nach Links in einen Gurkenweg, also, ich war hier schon mal, irgendwann... und ich glaub, es ist eine Sackgasse, aber hinten raus ist ein kleiner Stichweg?/! Ätschi-bätschi, vor dem Stichweg ist ein PKW geparkt, da komm ich nicht dran vorbei. Also eine Runde im Wendehammer und wieder zurück kullern.

      Eine Großfamilie fällt auf die Straße, hei ho, großes Gejohle und Gerenne. Die Kinder wollen die Ponys streichen, "... die sind ja nass?/!" . Mhmm, hier könnte ich noch mal rechts abbiegen? Der Weg ist mir komplett unbekannt, aber - Versuch macht kluch - und schon bin ich wieder auf der Hauptstraße. Fein, das passt doch. Radler rollen uns von hinten auf, *kling-kling*, ich überquere wieder eine Landesstrasse und wandere mit den Ponys gemütlich nach Rechts weg, an den Gewächshäusern vorbei aus dem Dorf hinaus, in die Botanik.

      Aaaaah, himmlisch, diese Stille. Tripp-trapp-tripp-trapp. Nun noch ein bisschen hoppi galoppi. Dann kommt ein Linksabbieger, aber ich glaub, der ist noch zu früh?/! Ich muss einen weiter. Und so passt es dann auch: Eine wunderbare Waldpiste macht sich vor meinen geblendeten Äuglein breit und lädt zum genießen ein. Schööön. Auf einer übergrünen Lang-Gras-Wiese seh ich aus den Augenwinkeln eine volle Badewanne blitzen - Kehrt Marsch, ich steuere die Badewanne an. Die Ponys tunken ihre Nüstern ins Nass und sabbern ein bisschen herum. Wirklich Durst ist nicht vorhanden. Weiter geht es, durch den kleinen Wald, Zeppo nascht Gräser vom Wegesrand, Wilma nicht... ähm, hier ist ein See? Wusste ich ja noch gar nicht.

      Dann kommt eine Lichtung und eine T-Kreuzung. Mhmm, nach links, oder nach rechts? Links.. ist ne doofe Richtung, also nach Rechts. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit. Notfalls drehn wir wieder um. Und weiter mäandert der Gras-Weg vor sich hin, die Ponys traben, galöpppelt und schreiten. Dann *plopps* ist die Buschlandchaft zu Ende und ich kuller in einen Golf-Rasen-Garten. O-oh. Wäsche flattert an der Leine, ein Pool dümpelt in der Sonne und Liegen liegen herum. Da kommen ausch schon ein paar Leutchens ums Eck geschlendert.
      "Moin, komm ich hier durch?" - "Ja, klar. Herzlich Wilkommen, da hinten hoch und dann weiter...". Klasse - freu. Wir plappern noch ein bisschen. Die Ponys chillen in der Sonne. Weiter geht es, über trockene Sandwege. Zwischen den Busch-Bäumchen kann ich die große Funkantenne sehen, da muss ich drauf zu, das ist meine Richtung. Der Kompass sagt das auch. Aber erstmal noch ein bisschen die einsamen Wege genießen. Dann gehts wieder auf Teer, den Weg kenn ich, der ist auch ziemlich verlassen. Es geht einen Kilometer gradeaus und leicht abwärts, Ponys haben Lust zu galöppeln und wir brausen durch die Sonne und den Baumschatten.

      An den See, Linkerhand, kommen wir nicht heran, der Schlagbaum ist zu breit. Dafür kann ich noch einen feschen Sandweg an der Obst-Moste erobern. Ponys schlendern, 1-3 Bremsen umschwirren die Schweife, aber die Flectron Insekten Rinder-Ohrmarken scheinen die Biester doch ein bisschen auf Abstand zu halten?/! Es ist immer noch Einsam. Kein Schwein hier unterwegs in der Wallachei. Noch ein bisschen hoppi galoppi, dann flitschen die Ponys wieder auf den Asphalt, ein paar Wanderer kommen uns entgegen. Einer hält den Daumen raus, ich klopf auf die Wandertonne, hinter mir:
      "Schwing dich rauf?/!" - "Neee, falsche Richtung". Wir flachsen noch ein bisschen, Unbekannterweise, herum: "Sind das Hufschschuhe?" - "Ne, Sommerreifen". Der lütte Jung kriegt vor Lachen einen Schluckauf. Dummdidumm, ach, gehts uns gut. So langsam wird die Besiedlung fetter und ich muss die Ponys wieder ein bisschen annehmen, nix mehr, mit rumgondeln und dumm-di-dumm. Dörfer und ne Siedlung durchwandern wir und auf der Schlussgeraden können wir noch ein bischen entspannt galöppeln. 4 Std., ca. 30 Km, die Ponys sind fit und wenig verschwitzt, als ich ausschirre.

      Feine Pfingsten. ^^
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      besten Gruß :-]
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      Danke . :)

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      4-Tage Wanderfahrt

      Morgens, halb 10 in Deutschland. Die Sonne scheint, das Haar sitzt. Ich lese noch ein bisschen bei meinem letzten Morgen-Kaffee in meinem Bilder-Buch, dann gehe ich raus. So langsam wird es Zeit, aufzubrechen. Die restlichen Camping Sachen verschwinden in der Buggy-Wandertonne. Dann noch Ponys, Puschen und Plastegeschirr verzurren und es geht los. Hei-ho.

      Um 12:30 kuller ich auf die Dorfstraße hinaus, in Richtung Norden geht es heute, ca. 37 km. Gemütlich zwockeln Wilma und Zeppo, die beiden Flitzeponys, auf den mir gut bekannten Nebenwegen dahin. Es sind bummelich 20°C. Ein kühler Wnd hat mich in meine Fleccejacke und die Fliegen davon gejagt. Ich trage dazu Warnweste, T-Shirt, Hemd, Jeans, 2 paar dünne Socken, Handschuhe, Hut und Sonnebrille. Dem Sonnenbrand ist also vorgebeugt.

      Im nächsten Dorf ist remmi-demmi am Erdbeerfeld, ein ständiges Kommen-und-Gehen. Dazu knallt grad ein Kontainer vom LKW beim Holzhändler herunter, die Ponys sind wach. Wir rollen die nächsten Kilometer durch die nächsten Dörfer. An der normalerweise Heimwärts-Kehre möchte Wilma nach Hause abbiegen und ist etwas konsterniert, das es heute noch weiter in den Norden geht. Fallera. Zeppo ist der ganze Kram egal, es ist seine erste größere Tour und er kämpft immer noch ab und zu mit Pony bissigen Gullydeckeln.

      Jetz muss ich Havetoft auf meiner Karte im Auge behalten und natürlich den Kompass. Meine Landkarte ist ziemlich grob gestrickt, da ich hier ja eh alles kenne. Theoretisch. Nun gehts weiter in Richtung Groß Solt. Bis jetz kullert es sich wunderbar im Sonnenschein. Hier ist alles Grün, Blau, Leer und ein paar Wattewölkchen teilen sich mit den Lerchen die Lufthoheit.

      Es geht in den Endspurt, ein paar Kilometer noch, dann bin ich bei meiner Freundin R. am Ziel. Durch den lauschigen Auenwald wird es trotz Kompass etwas unübersichtlich, so frag ich nach dem Weg - die nächste nach Rechts und dann kenne ich mich wieder aus, hier war ich schon öfters. Vor allem, mit Jungspund-Ponys, ist die Gegend angenehm einfach zu erkunden.

      Zeppo (3) macht sich gut, er steht, wenn er steht und er geht, wenn er gehen soll. Ausschirren ohne ihn am Anbinder zu vertäuen, funktioniert noch nicht. Wir arbeiten dran. Er ist da immer noch zu sehr abgelenkt und macht mir ab und zu Tinnitus mit seinem Gejohle, hampelt aber nicht übermässig herum. Paßt scho´.

      Ich kullere bei R. auf den Hof, drei Wald... äh... Warmblüter wiehern von der Auenwiese herüber und Zeppo flötet gleich zurück. Mhmm, keine Anbinder, typisch Pferdeleute. Ich tüder die Ponys an den Pferdeanhänger. W. kommt heraus und wir plappern über dies und das, zu erzählen gib es immer was. Die Ponys kommen auf die Gastweide und kriegen ne Schüppe Hafer. Es ist 18 Uhr, ca. 4 Stunden Fahrzeit für knapp 40 km, einwandfrei.

      R. haut Spaghetti Bolognese in die Pfanne und wir haben viel Spaß. Danach gibds Eis, Schlagsahne mit heißen Waldbeeren und ein Bier. Böörphhsz. Werde ich mal wieder verwöhnt. Dann muss ich auch zu Bett, Sonne macht müde. Heute penne ich im Gästezimmer bei R, es ist 22:06. Gute Nacht.
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      besten Gruß :-]
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      Tag 2 Unterwegs. Sonntag.

      Morgens um 6, ich bin wach. Ponys betreuen, noch einen kleinen Gang zur Auenwiese, dann wieder - husch - husch - ins Bettchen. Khhrrrpüüüh. Um 9:00 hör ich Gerumpel auf den Treppen, die Kinder werden abgeschmiert. Heutzutage ja meist mit Marmelade? *Keine-Ahnung-ich-hab*. Ich steh ja mehr auf das gestreifte Schokozeugs. Ich pack mal meine 7-Sachen und schlurre die Treppe hinunter nach draußen, in die Morgensonne. Jaaaa - es ist immer noch Sonne. Und der Wind ist nicht mehr ganz so frisch wie gester. Ggf. kann ich heut mal meine Flecce-Jacke weg lassen. Dafür bekommt Zeppo dann sein sexy Netzhemd.

      Aber erstmal gibd es ein lauschiges Früschstückchen mit R. unter dem Sonnenschirm und jede Menge Kaffee und Döntjes. Seufzs. Dann heißt es Dreipacken minus Zweipacken = Einpacken! Die Piste wartet schon. R. würde gerne ein bisschen auf dem Kutschbock mitfahren, aber dann muss sie weg, schade. Ich tüder die Ponys vor den Buggy. Zeppo scharrt am Anbinder und kaspert herum, dann wiehert er noch mal zu den Warmblütern hinüber: Auf gehts. Es ist ca. 11:00. Die Straße hat uns wieder. Juchee.

      Nach einem Kilometer kommt mir R. entgegen, wir plappen ein bisschen, die Ponys scharren mit den Hufen, sie wollen weiter, *wink*-Danke-komm-mal-wieder*, dann sind wir auf und davon. Es geht durch den schattigen Wald. Über Zeppos sexy Netzhemd stehen die Fliegen. Über Wilma nicht. Ja, die wissen halt, was lecker ist, gelt?

      Heute geht es nach Westen, immer geradeaus, in Richtung Bredstedt. Aber erstmal müssen wir auf dem Radweg an der B76 entland. Der Sonntags Verkehr hält sich in Grenzen und LKWs sind auch keine dabei. Bei der Tankstelle geht es rüber, nach Frörup hinein. Wunderbar. Nun ist wieder Stille angesagt. Ich bin wieder im Zigeunermodus. Tripp-tripp-tripp-trapp.

      Es unter der A7 hindurch, danach kommt die Bahnschiene, ein Zug braust vor uns quer, die Schranken gehen hoch und wir kantapern weiter im Sonnenschein. Ich bleibe auf den Nebenstrecken. Meine grob-motorische Karte hab ich weg gesteckt, nun kommt die nächste Karte dran, 1:50 000 für Mittel Nordfriesland (NF).

      Die Ponys sind ein bisschen langsamer, als gestern. Sie haben den Sinn der Sache noch nicht so richtig kapiert, also, nooooch weiter? Und wann gehts zurück? Komisch... mhmmm, ischja irgendwie die falsche Richtung, ne? Zeppo riskiert Wieher-Arien zu den Pferden am Wegesrand. Die Kühe begrüßt er nicht.

      Schon wieder eine Kreuzung, ohne Verkehr. Verschollen in NF. Die einzigsten Höhenmeter, die wir machen, sind abwärts. Wir kullern um die Erdkugel; Immer der Erdkrümmung nach und der Sonne entgegen. Trotz Sombrero macht sich an meinem Kinn ein Sonnenbrand breit, tz-tz. Ich brauch ne Gesichtsmaske. Dann bin ich Ganz-Körper-Sonnen-Geschützt. Halllooo: Aufpassen! Wo sind wir denn hier?

      Ich guck auf den Kompass. Osten? Das gibts doch nicht. Lost in NF. Völlig verkehrt. Die Windräder kreisen beruhigend über mir. Noch ein Sandweg. Aaah, ein Transformatoren-Häuschen als Orientierungshilfe, was steht drauf? Brook. Na, so schlimm ist der Abdrifter nun auch nicht. Paßt schon, außerdem sind die Wege wunderbar und erst das ambi Ente...

      Ein paar Kilometer den Radweg an der Hauptstrasse am schattigen Waldrand entlang, schubbst mich locker wieder in die richtige Richtung. Durch den Schatten wird mein von der Sonne weich gekochtes Köpfchen ein bisschen abgekühlt. Das erleichtert das Denken. Warum ist der Kopf rund? Damit die Gedanken nicht an-ecken.

      Sooo, nun stracks nach rechts, ich seh zwar nichts, die Büsche sind im Weg, aber dem hören nach, ist der Weg frei und so taste ich mich auf die Straße, überquere diese und falle auf eine schöne sandige Feinstaub-Piste in die Sonne. Schööön. Ohne Baumschatten zeigt der Feldweg zum Horizont, nach NW. Gute Richtung. Hier sagen sich Fuchs und Igel Gute Nacht. Rechts, am See, startet ein Reiher in die Lüfte. Die Rotoren fächeln mir leise Wind zu. Ein Reh springt hoch, ein Reh springt weit, das kann es tun, es hat ja Zeit (H.Ehrhart). Ein Hase hoppelt quer.

      Und da ich auch grad Zeit hab, bimmel ich mal B. durch, das ich in ca. +30 Minuten bei ihr aufschlagen werde. Keiner geht ran. Damm - damm, Marmor Stein und Eisen bricht... Halloo, aufpassen, hier links rum.

      Schon seid einer ganzen Weile verfolgt mich am Horizont ein PKW. Ich seh ihn im Rückspiegel. Und da hier ja nix los ist... er tuckert so hinter mir her, ohne näher zu kommen, mhmm. Es ist warm, Sonntag Nachmittag, die Kirche hat schon zu, was macht man da? Man tuckert hinter einer Buggy Kutscherin her, über die Sandpisten in NF, und läßt die Zeit rieseln.

      Hoppala, ich bin da. Es ist ca. 17:00. Eine 5 Sterne-Kreuzung breitet sich vor mir aus. Die letzten Kilometer haben die Ponys links und rechts grasend auf den einsamen Sandwegen vertrödelt. Und nun der Schock: Zivilisation. Aber nur kurz, kaum bin ich im Dorf, werde ich am Feuerwehrhäuschen auch schon wieder zurück geschickt.: Vorwärts, es geht zurück.

      Der zweite Weg der 5-Sterne-Kreuzung ist der richtige, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Noch ein paar 100 m, dann bin ich bei B. angekommen. Juhhuu.
      Klopf-klopf. Herzlich ist die Begrüßung, ich kenn die Leute hier nicht weiter, es ist eine Hören-Sagen-Unterkunft. Es wird sich beschnüffelt, geplappert, Pferde betrachtet, Geschichten ausgetauscht, doch, hier iss nett! Die Ponys stehen im Padock, bei Heu und Stroh und im Stroh daneben, da schlafe ich. Also, brauche ich mein Zelt heute nicht auf zu stellen. Aber erstmal gibd es Abendbrot, Danke-schön.
      Meine Wandertonnen Reserven sind noch ziemlich un-angetastet. Nur den Eierlikör-Kuchen von Üüvie hab ich schon angeknabbert, mhmm... yammi. Und den Hafer, für die Ponys.
      Fazit: 6.5 Std. für ca. 50 km.
      Fein. Fein. Fein

      besten Gruß :-]
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      Ich wundere mich immer wieder, was du mit deinem jetzt Dreijährigen so machst und das das hier so positiv aufgenommen wird =O !!!!
      Für mich ist das "KINDERARBEIT" und ich habe echt überlegt, hier noch weiter zu lesen, denn jetzt komme ich leider ohne Kommentar nicht mehr aus!!!!!
      Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
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      Danke euch.

      Montag, Frühstück mit B. und S. Noch ein kleiner Lese-Stopp im Strohlager. Heute wird es heiß, der Wind ist fast eingeschlafen. Ponys Paddock absammeln, um 12:00 kann ich auf die Pisten starten.

      Wilma ist gut drauf, es geht nach Osten. Die Bremsen summen, ich hab nur 17 km bis zur nächsten Station, d.h. ich kann dümpeln, auch mal in Sackgassen reinkullern und über das nordfrieische Flachland mäandern. Eine ganz leichte Brise von der Nordsee schiebt uns an bei 23°C im Schatten und Vollsonne, im Wetterbericht nennt sich das aktuell heiter.

      Die Ponys flitzen gut erholt und wie geschmiert, ich genieße die rieselnde Sanduhr-Zeit. Kiebitze zwitschern, Bambis und Hasen hüpfen herum, Lerchen trällern. Gleich bei Einfahrt in meinem Zieldorf kann ich mein heutiges Quartier richtig erfragen. Mulis und Ponys wiehern. Die Ponys übernachten auf einer großen Spielwiese und ich wieder mit meinem Deckensack im Stroh. Mit A. verquatsche ich mich endlos, kann noch ein bisschen in der Sonne lesen. Herrlich ist das Zigeunerleben.

      DIENSTAG... also - fast. Mitten in der Nacht um 1.00h randaliert ein Holzfäller an meinem linken Ohr. Es ist wesentlich lauter, als das schnarchende Maultier an meinem rechten Ohr. Verwirrt rappel ich mich aus dem Strohlager heraus... äh... Der Haflinger verprügelt seinen Holzpaddock mit Hufen und Zähnen.

      Auf der anderen Seite des Holz-Zaunes stehen die Flitzeponys. Sie versuchen, schüchtern und mit langem Hals an ihre Wasserbottiche heran zu kommen. Was für den Haflinger eine territoriale Kampfansage im Dunkeln bedeutet. Der Haflinger beißt kräftig ins Holz, zerrt daran herum, das es knirscht und wackelt. Wie ein Hund am Knochen. Die Ponys weichen weg.

      Aber die Ponys haben doch Durst. Ich zerre an meinen Stiefeln, schlüpfe hinein und zerre dann an den Wasser Bottichen, das die Mittig auf der Spielwiese zum Stehen kommen. So, und nun? Ponys trinken erst mal. In meinem Decken-Strohlager sammel ich im dustern weiße Quader-Pack-Strohbänder zusammen. Am Stall hab ich Erdspieße gesehen, die hol ich noch dazu. Ich spanne zwischen Ponys und Haflinger Paddock eine 3m Friedens-Zone ab. So, das müsste gehen. Gäähn.

      Irgendwo über der nächstlichen Bewölkung scheint der Mond. Ein Fuchs bellt, ein Käuzchen schreit. Sieht gut aus, noch was vergessen? Dem Haflinger schieb ich noch ein bisschen Heu rüber, den Flitzeponys auch. Dann flöhe ich mich wieder aus meinen Stiefeln raus und mummel mich in die Stroh-Koje.
      Gute Nacht, die 2te.

      Um 4:00 werde ich wieder wach. Irgendwer beobachtet mich. Ich hebe den Kopf über den Strohwulst und blicke in zwei starre gelbe Augen, umramt von einem schwarzen Katzenkopf. Wir starren uns an. Die Katze flüchtet. Dann schweift mein Blick nach oben: Aarrgghh, es Regnet! Schwubbs in die Stiefel hinein und Buggy-Check. Meine Jacke muss ins Trockene, der Rest ist wasserdicht. Nun noch Zeppo seine Fliegendecke ausplünnen. Stiefel aus, Bettdecke auf, ich rein, Bettdecke wieder zu.
      Gute Nacht, die 3te.
      :D
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      besten Gruß :-]
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      Ulrike schrieb:

      Ich wundere mich immer wieder, was du mit deinem jetzt Dreijährigen so machst und das das hier so positiv aufgenommen wird =O !!!!
      Für mich ist das "KINDERARBEIT" und ich habe echt überlegt, hier noch weiter zu lesen, denn jetzt komme ich leider ohne Kommentar nicht mehr aus!!!!!
      @Ulrike geht mir auch so.
      Was ich nicht verstehe, wir haben heute eine sehr viel höhere Lebenserwartung. Also haben wir doch zusätzliche Jahre und demnach mehr Zeit. Da sollte man doch seinen Mitgeschöpfen die notwendige Zeit zur Entwicklung zugestehen!
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      daggi schrieb:

      Ulrike schrieb:

      Ich wundere mich immer wieder, was du mit deinem jetzt Dreijährigen so machst und das das hier so positiv aufgenommen wird =O !!!!
      Für mich ist das "KINDERARBEIT" und ich habe echt überlegt, hier noch weiter zu lesen, denn jetzt komme ich leider ohne Kommentar nicht mehr aus!!!!!
      @Ulrike geht mir auch so.Was ich nicht verstehe, wir haben heute eine sehr viel höhere Lebenserwartung. Also haben wir doch zusätzliche Jahre und demnach mehr Zeit. Da sollte man doch seinen Mitgeschöpfen die notwendige Zeit zur Entwicklung zugestehen!
      Danke Ihr Beiden...
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      Tag 4. Guten Morgen, es ist 6;00 Uhr und ich bin, wie immer, wach. Die Sonne lacht - fast, der Regen hat sich verzogen. Gääähn. Ponys checken, ins Kutscher-Stübchen, Wasserkocher an, Kaffee heiß, wieder ab, ins Furzlager. Dazu 2 Biiiifi und ein Marmor Küchlein. Satt, Augen zu. Gute Nacht, die 4te. Chhrrrhpüüüh.

      Guten Morgen, die 2te. Die Sonne lacht, aber jetzt richtig. Juchhu. Ich ja sowieso. Ein frischer Wind weht von der Westküste. Ich schnappe mir Willibald Bonings Buch vom Zelten. Das Kapitel über die Shetland Ponys bringt mich noch mehr zum Lachen.

      Zeppo flirtet mit der Nachbar-Koppel-Stuten-Herde und genießt die Aufmerksamkeit der Damen... just a gigolo everywhere I go... Wilma grast. Die Sonne beleuchtet flauschig mein Strohlager. A. kommt angebraust und bringt Brötchen mit. Es wiehert und Iie-aaht rund herum. Ich packe den Käse aus, dazu Instant Käffchen, Mahlzeit in der Morgensonne. Herrlich.

      Die Krähen krächzen am Buschrand, Schwalben attakieren die Hofkatze im Sturzflug und eine Hornisse umschwirrt uns träge surrend. A. macht sich winkend vom Acker, ich darf auch noch mal wiederkommen, fein. Ich putze und schmiere die Ponys, dann wird aufgeschirrt und ab dafür.

      Es ist 11:30, die Landstrasse hat uns wieder. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt... Ein paar hunter Meter über die Landstrasse, dann gehts nach rechts in einen buschigen Grasweg. Dieser reicht wieder bis zum Horizont. Weit - ist es hier wirklich. Ein Ziegenpeter würd sich hier wohl langweilen, ghnihi. Da passiert ja gar nichts?/! Verkehr ist auch nicht.

      Die Ponys trotten und schnauben entspannt, der Kompass steht auf O, die Karte klemmt leicht erreichbar unter meinem Popo. Es geht in Richtung Heimat, einmal müssen wir noch schlafen. Hei - ho, hei - ho...

      Die Ponys laufen exzellent im Gleichklang. Ich mäandere durch die Sandwege, kein Verkehr. Ein Grasweg lädt zum flitzen ein: Hoppi Galoppi, bezaubernd flitzen die Ponys dahin. Kühe muhen, Schmetterlinge flattern, auf den Wiesen wird Gras gemäht. Wir machen einen kleinen Umweg, es ist egal, wir haben heute nur 15 Kilometer Kullerweg zum nächsten Quartier, pipifatz. Der nächste Plattenweg lädt uns ein, ihn zu bereisen.

      Dann folgt noch ein verwachsener Radweg, ein Feldweg und wir sind da. Es ist 14:00 Uhr. H. spatziert grad mit ihren Schimmeln über den Hof. Halli-Halloo. Wir knuddeln und ich schirre mit H. die Ponys aus. Neben den Schimmeln kommen die kleinen Ponys auf die Kuhwiese. Die Schimmel wiehern herüber, Zeppo antwortet. Der kleine Schnackfatt. Der alte schlanke Schimmel sieht aus, wie Merlins Mystischer-Zauberer-Schimmel, weise und abgeklärt. Fehlt nur noch ein Horn, auf der Stirn. Obwohl, das wär albern.

      Wilma und Zeppo können sich auf der Vollgras Weide entspannen und bekommen noch einen Schubbs Hafer und Erdnüsse dazu. Ich bin müde, meine Akkus sind leer, der Schlaf war irgendwie zackelig. Jedoch, heute ist noch lange nicht Schluß, für mich. Die Zeit vergeht wie im Flug. Dann kommt noch Töchting mit 1-jährigem Baby vorbei. Es reißt nicht ab, ich schiele schon. Mir schwirrt der Kopf.

      Das Onkel Boning Zelt-Buch lasse ich hier, ich habs durch. Nun ist wieder gehobene Literatur angesagt: Colin Dexter.
      "Darf ich fragen, wie alt sie sind, Mrs. Walsh-Atkins?"
      "Können Sie schweigen, Inspektor?"
      "Ja".
      "Ich auch", raunte sie ihm zu.
      .. und mir fallen die Augen zu, Heute mal wieder drinnen Schlafen, nix Stroh, 22:30, gute Nacht.
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      besten Gruß :-]